Die sieben Türen

Türen spielen im Märchen immer eine besondere Rolle. Und es ist nicht zufällig, dass es Türen oder Tore sind. Ein Beispiel wäre die 13. Türe (Z. B. im Märchen “Die gleißende Kammer”, oder “Marienkind”) . Hierbei handelt es sich nicht um die vermeintliche Unglückszahl “13”, die gerne einem Volksaberglauben zugeschrieben wird, sondern um einen urbildlichen Prozess, den die Menschheit immer wieder seit Urzeiten von Neuem durchlebt. Dieser 13. Prozess wird auch sehr urbildlich in dem Märchen “Dornröschen” Weiterlesen …

Viel näher als man denkt – Das innere Gespräch

Es wird erzählt, dass eines Morgens Mulla Nasrudin vor seinem Hause im Kreis herum lief und aufgeregt vor sich hin murmelte: “Gott sei Dank, Gott sei Dank!” Dies ging eine ganze Weile, bis ein Nachbar vorbeikam und ihn fragte: “Aber Mulla, was läufst Du denn die ganze Zeit im Kreis herum und worüber bist Du so erleichtert?” “Ach”, sprach da der Mulla, “mein Esel ist mir verloren gegangen und ich bin froh, dass ich nicht auf ihm Weiterlesen …

Nicht mit sondern durch das Auge sehen

Der englische Dichter, Maler und Naturmystiker William Blake soll einmal gesagt haben: “Wir werden dazu verleitet einer Lüge zu glauben, wenn wir mit dem Auge, statt durch das Auge sehen.” Gerade in der Advents- und Weihnachtszeit bin ich viel mit der Erzählbühne und Puppenbühne für Kinder und Erwachsene unterwegs. Leider “spuken” die Märchen noch als Lügengeschichten in den Köpfen der Erwachsenen herum. Was nicht verwunderlich ist, zumal noch allzu oft in Medien oder in politischen Reden etc. Weiterlesen …

Der Morgen ist weiser als der Abend

Das Zitat „Der Morgen ist weiser als der Abend“ ist womöglich kein eigenständiger Märchentext, sondern eine sprichwörtliche Weisheit, die sowohl in der Literatur, als auch in Märchen verwendet wird. Man möchte damit ausdrücken, lieber eine Nacht (manchmal sogar drei Nächte) über Dinge nachzudenken, bevor man eine Entscheidung trifft. Der Zar richtete drei Hochzeiten aus: Den ältesten Sohn vermählte er mit der Bojaren Tochter, den mittleren mit der Tochter des Kaufherrn und den unglücklichen Zarewitsch Iwan mit dem Weiterlesen …

Der Himmel schenkt es im Schlaf

Nun sind ja (Volks-)Märchen keineswegs historische Schilderungen, wenngleich immer wieder der Versuch unternommen wird, sie darauf zu reduzieren und ins Fantastische, Unwirkliche zu verbannen, mit denen man bestenfalls Kinder beeindrucken oder erziehen kann. Ja, für unseren Verstand sind sie es, denn wie kann eine junge Frau hundert Jahre schlafen und dann wieder neu erwachen? Doch Märchen sind Seelenbilder und drücken in unterschiedlichen Varianten innere Prozesse, Herausforderungen und Lösungsmöglichkeiten aus, die sich der Mensch schon seit Urzeiten bewusst Weiterlesen …

Wenn Du im Inneren nichts siehst, dann fülle das Nichts mit Deinen Träumen

“Ein Mensch sollte mehr Träume haben, als die Realität vermag zu zerstören!” So lautet der Inhalt eines Lebensspruches, der in unterschiedlichen Varianten zu finden ist. Es ist also besonders wichtig, seine wahre Lebensaufgabe zu kennen und sich von einem Hohen Lebensziel anziehen zu lassen, das stärker ist als alle Herausforderungen und Rückschläge des Lebens. Dieser Lebensspruch macht Mut, die eigenen Fähigkeiten zu entdecken und zu leben, um so Hindernisse zu überwinden und den Alltag selbstreflektiert und mitfühlend Weiterlesen …

Fluch oder Segen? Sowohl als auch!

In einem mexikanischen Märchen wird geschildert, wie ein junger Gott oben auf dem Gipfel eines Vulkans ganz ruhelos wurde, denn er wollte hinunter auf die Erde und einen Menschensohn haben. Die anderen Götter waren außer sich vor Schreck und riefen: “Was? Bist du verrückt? Hat man so etwas schon von einem Gott gehört? Er wird nur Unglück über uns bringen und ein großes Hindernis sein”. Der junge Gott aber war so voller Sehnsucht, dass er nicht auf Weiterlesen …