Der Augenblick – Der weise König und das Tor zwischen den Zeiten

Geschichte zum Augenblick: Der weise König und das Tor zwischen den Zeiten

“Lebe im Jetzt”, “Genieße den Augenblick”, “Verschiebe dein Leben nicht auf morgen. Lebe heute!”, “Lebe im Jetzt und nicht in der Vergangenheit.”, “Genieße deine Zeit, denn du lebst nur jetzt und heute”, “Carpe diem = Pflücke den Tag!”

Ich bin mir sicher, dass Sie noch unzählige ähnlich lautende Zitate finden oder kennen, die den Menschen darauf hinweisen, wie wichtig es doch ist, im Hier und Jetzt zu leben. Weiterhin glaube ich, dass die meisten Menschen die Inhalte jener Sprüche nicht nur kennen, sondern auch wertvoll und erstrebenswert finden. Soweit die Theorie. Aber wie sieht es in der Praxis aus? Wer von uns Menschen kann denn tatsächlich erfassen, was der Augenblick, das “Hier und Jetzt” eigentlich ist? Meint man es in Gedanken erkannt zu haben, dann ist es schon wieder in der Vergangenheit verschwunden. Und da spielt es überhaupt keine Rolle, welcher Philosophie, Konfession oder Glaubensgemeinschaft jemand angehört und was jene darüber denken oder meinen.

Das Geheimnis des Augenblicks

Der Augenblick kümmert sich nicht darum, was die Menschen sich für Gedanken über ihn als “Zustand” machen. Und doch muss ein verstecktes Geheimnis in dem menschlichen Wunsch liegen, den Augenblick zu erfassen und zu leben. Schließlich gibt es ja darüber unzählige philosophische Abhandlungen und Lebenssprüche, die vermuten lassen, dass der Augenblick oder das Jetzt eine besondere Rolle im Leben eines Menschen spielt. Nichtsdestotrotz tun wir uns ungemein schwer, in der Praxis jenen Augenblick zu schätzen und zu leben.

Wenn wir beispielsweise eine Reise vorhaben, dann wollen wir meist schnell an den Zielort gelangen, um ja dort nichts zu verpassen. Die Reise selbst – nicht selten mit dem Flugzeug – lässt uns kurzfristig am Ziel eine andere, vermeintlich schönere Welt erleben. Was aber unterwegs geschieht, ist oftmals nicht so relevant. Je schneller wir von unserer alten Welt (Alltag) in die vermeintlich neue Welt (Urlaubsort) kommen, desto weniger bekommen wir von dem mit, was auf dem Wege geschieht. Man stelle sich vor, ein Mensch würde die Entfernung von seinem Wohnort zu seinem Urlaubsort mit dem Fahrrad oder gar zu Fuß bewältigen. Was würde er nicht alles mehr unterwegs erleben?

Das Denken folgt den Spuren des inneren Gesprächs

Wir haben eine Vorstellung von dem, was wir uns am Zielort bzw. von unserem Urlaubsort wünschen und wie lange wir das Gewünschte oder Erhoffte bewahren wollen. Meist sind es ein paar Tage, im Idealfall Wochen und wir Menschen nennen es dann Urlaub. Ob alles am Zielort so eintrifft, wie es in unserer Vorstellung war, ist eine andere Geschichte. Aber wenn wir doch aus unerwarteten Gründen längere Zeit dort leben müssten, dann wäre auf Dauer dieser ersehnte Zielort womöglich genauso eintönig, wie der Alltag an unserem ursprünglichen Wohnort.

Wir vergleichen, bewerten und urteilen in dem Glauben, dass es woanders, meist weit weg, besser und lebenswerter wird, als an dem Ort, an dem wir uns befinden. Aber die Welt bzw. das Leben wird sich auf Dauer nicht anders zeigen. Wie denn auch, denn wir nehmen ja alle unsere Probleme an jeden anderen äußeren Ort mit. Sie sind ein Teil von uns und werden sich über kurz oder lang dort zeigen, wo wir leben. Schließlich folgt das Denken immer den Spuren, die wir in den eigenen inneren Gesprächen hinterlassen. Warum also nicht gleich den Wohnort zu einem Urlaubsort machen, an dem man Entspannung, Lebensfreude und gleichzeitig Erfüllung findet?

Der Augenblick lebt in uns selbst!

Wer lange Zeit in der Natur, mit Pflanzen oder gar mit Tieren lebt, der hat wohl eine Ahnung von dem, was es heißt im Augenblick zu leben. Sie alle bleiben ihrer Berufung treu und gerade dies gibt ihnen Beständigkeit und womöglich unbewusste Erfüllung. Sie fallen nicht aus ihrer göttlichen Bestimmung heraus. Sie machen sich keine Gedanken über den Augenblick – sie leben ihn! Wir Menschen hingegen meinen, den Augenblick immer woanders suchen zu müssen und sehen nicht, dass er immer dort ist, wo wir das Leben ergreifen, wie wir es betrachten, schätzen und lieben – nämlich in uns selbst!

Wenn auch Ihnen das Leben unergründliche Rätsel aufgibt und vieles als sinnlos erscheint, dann hören Sie die Betrachtung in Verbindung mit der märchenhaften Geschichte “Der weise König und das Tor zwischen den Zeiten”. Er erkannte schließlich, wie wichtig es ist, jeden Augenblick zu genießen und trotz aller Widrigkeiten auf das Allerhöchste und das Allerinnerste zu vertrauen:

Der märchenhafte Podcast

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© 2026 “Der weise König und das Tor zwischen den Zeiten”: Karlheinz Schudt und Verlag Märchenhaft leben e.V.

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Mit märchenhaften Grüßen
Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Coach