Die Reise ins Land der blauen Wunder

Die Reise ins Land der blauen Wunder

Neulich fragte mich eine Märchenerzählerin Kollegin, was sie denn tun sollte, wenn Kinder bei einer Aufführung fragen, ob Märchen wahr seien. In der Regel tun das ja Kinder meist dann, wenn ihnen von den Erwachsenen oder Eltern immer wieder gesagt wird, dass es sich ja nur um Märchen handelt und die eigentlich nicht wahr sein können. Wie kann man auch glauben, dass z. B. eine junge Frau in einen Brunnen springt und auf einer wunderschönen von der Sonne beschienenen Wiese wieder erwacht? Oder wie ist es möglich, dass sich ein Frosch in einen Menschen verwandelt?

Für Kinder ist das eigentlich kein Problem, da sie beim Hören und Sehen von Märchen oder anderen Geschichten mit ihren inneren Ohren oder Augen wahrnehmen. Dort erleben sie die Dinge so, wie es der kindlichen Natur auch entspricht. Man könnte sogar fast sagen, sie sind in dem Moment des inneren Hörens und Sehens in einer Wunder Welt, die ihnen wohl noch aus Zeiten vertraut ist, bevor sie sich in diesen menschlichen Körper gezwängt haben.

Und nun müssen sie sich in einer Welt zurecht finden, in der ihre erwachsenen Vorbilder kaum noch staunen können, nicht mehr an Wunder glauben, diese kindliche Wunder Welt verneinen, als Hirngespinst oder fantastische Ausgeburt wirrer Gedanken abtun und ins Lächerliche ziehen. Und da die meisten Kinder ja von Vorbildern lernen, was liegt da näher, dass sie die Märchen als unwahr ansehen und somit auch immer mehr ihre einstmalige Welt, ihre Herkunft vergessen oder verdrängen?

Das Einssein der inneren und äußeren Welt

Nun ist das ja sehr gut, dass Kinder überhaupt fragen, ob Märchen wahr sind. Das zeigt doch, dass sie einen kompetenten Menschen um eine Antwort bitten. Was liegt da näher, die Märchenerzählerin oder den Märchenerzähler um Rat zu fragen. Schließlich müssen die es ja wissen, das ist ja auch ihr Beruf! Und wenn nun diese Fachleute mit der inneren Welt noch verbunden sind und diese Berufung nicht nur aus pädagogischen oder Gründen des Geldverdienens ausführen, mit anderen Worten, wenn sie selbst von dem überzeugt sind und danach handeln, was sie da erzählen, dann ist es doch naheliegend, dort auch eine überzeugende Antwort zu erhalten.

Diese Antwort muss keinesfalls den Verstand überzeugen, sondern sollte Vertrauen schenken, dass es noch weitaus mehr gibt, als wir Menschen mit unseren äußeren Augen oder Ohren sehen und hören können. Womöglich war oder ist sogar alles, was wir im  Äußeren sehen, im Inneren vorhanden. Im Umkehrschluss könnte dies ja auch bedeuten, dass all das, was wir im Inneren wahrnehmen, Realität werden könnte!? Kinder zweifeln an sich nicht an dem Einssein der inneren und äußeren Welt. Mit dem Älterwerden und dem Einfluss der Erwachsenen kommt aber auch der bewusste Drang nach Erkenntnis dazu, der zwangsläufig den Zweifel einbezieht. Wie sonst könnte man bewusst Erkenntnis gewinnen, ohne sich am Zweifel oder am anderen selbst zu entdecken?

Die Märchenohren und Märchenaugen öffnen

Nun hat es ja keinen Sinn, Kindern zu erklären, dass es sich bei den Schilderungen der Märchen um seelisch-spirituelle Bilder handelt, Metaphern, Seelenbilder, die Prozesse zeigen, in denen sich der Mensch und seine gesamte Umwelt befindet. Das wäre eine Erklärung für den Verstand, die bestenfalls ein wenig Sinn für Erwachsene macht. Täte man dies auf eine solche Weise, würde man nur in unbefriedigende, verstörte oder gelangweilte Kinderaugen blicken.

Aber wie mache ich es, wenn ich vor einer großen Kinderschar sitze, noch bevor ich überhaupt das erste Märchen erzähle? Nun, eine Möglichkeit ist, dass ich den Kindern meine besonderen Wunder Musikinstrumente zeige und wie diese in der Lage sind, zum einen die inneren Märchenaugen und Märchenohren zu öffnen und zum anderen mir die Fähigkeit verleihen, Märchen frei zu erzählen, ohne dabei in ein Buch zu schauen. Ja und dass diese geöffneten Märchenaugen und – ohren sogar Dinge sehen und hören können, wozu nicht einmal unsere äußeren Augen und Ohren imstande sind. Dann öffne ich das große goldene Märchentor, spiele ein paar melodiöse und ruhige Töne auf dem Wunder Instrument und beginne zu erzählen.

Und während ich das jetzt so schreibe, fällt mir doch gerade eine märchenhafte Geschichte ein, die ganz gut zu diesem Thema passt:

Der Märchen-Podcast

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© 2018 „Die Reise ins Land der blauen Wunder“: Karlheinz Schudt und Märchenhaft leben e.V.
© 2021 Musik, kleine Betrachtung und gesprochen von Karlheinz Schudt,
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

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