De Gaudeif un sien Meester (inkl. Übersetzung ins Hochdeutsche)

Jan wull sien Sohn en Handwerk lehren loeten, do gonk Jan in de Kerke un beddet to ussen Herrgott, wat üm wull selig (zuträglich) wöre: do steit de Köster achter dat Altar und seg ‘dat Gaudeifen, dat Gaudeifen (gaudieben).’ Do geit Jan wier to sien Sohn’ he möst dat Gaudeifen lehren, dae hedde em usse Herrgott segt. Geit he met sienen Sohn und sögt sik enen Mann, de dat Gaudeifen kann. Do goht se ene ganze Tied, Weiterlesen …

Daumesdick

Es war ein armer Bauersmann, der saß Abends beim Herd und schürte das Feuer, und die Frau saß und spann. Da sprach er »wie ists so traurig, daß wir keine Kinder haben! es ist so still bei uns, und in den andern Häusern gehts so laut und lustig her«. »Ja«, antwortete die Frau und seufzte, »wenns nur ein einziges wäre, und wenns auch ganz klein wäre, nur Daumes groß, so wollt ich schon zufrieden sein; wir hättens Weiterlesen …

Daumerlings Wanderschaft

Ein Schneider hatte einen Sohn, der war klein gerathen und nicht größer als ein Daumen, darum hieß er auch der Daumerling. Er hatte aber Courage im Leibe und sagte zu seinem Vater »Vater, ich soll und muß in die Welt hinaus«. »Recht, mein Sohn«, sprach der Alte, nahm eine Stopfnadel und machte am Licht einen Knoten von Siegellack daran, »da hast du auch einen Degen mit auf den Weg.« Nun wollte das Schneiderlein noch einmal mit essen Weiterlesen …

Dat Mäken von Brakel (inkl. Übersetzung ins Hochdeutsche)

Et gien mal ‘n Mäken von Brakel na de sünt Annen Kapellen uner de Hinnenborg, un weil et gierne ,n Mann heven wulle un ock meinde, et wäre süs neimes in de Kapellen’ sau sank et ‘o hilge sünte Anne, help mie doch bald tom Manne. Du kennst ‘n ja wull: he wuhnt var’m Suttmerdore’ hed gele Hore. du kennsc ‘n ja wull.’ De Köster stand awerst hünner de Altare un höre dat, da rep he mit Weiterlesen …

Dat Erdmänneken (inkl. Übersetzung ins Hochdeutsche)

Et was mal en rik Künig west, de hadde drei Döchter had, de wören alle Dage in den Schlottgoren spazeren gaen, un de Künig, dat was so en Leivhawer von allerhand wackeren Bömen west: un einen, den hadde he so leiv had, dat he denjenigen, de ümme en Appel dervon plückede, hunnerd Klafter unner de Eere verwünschede. As et nu Hervest war, da worden de Appel an den einen Baume so raut ase Blaud. De drei Döchter Weiterlesen …

Das tafpere Schneiderlein

An einem Sommermorgen saß ein Schneiderlein auf seinem Tisch am Fenster, war guter Dinge und nähte aus Leibeskräften. Da kam eine Bauersfrau die Straße herab und rief: »Gut Mus feil! Gut Mus feil!« Das klang dem Schneiderlein lieblich in die Ohren, er steckte sein zartes Haupt zum Fenster hinaus und rief: »Hierherauf, liebe Frau, hier wird Sie Ihre Ware los.« Die Frau stieg die drei Treppen mit ihrem schweren Korbe zu dem Schneider herauf und mußte die Weiterlesen …

Das singende, springende Löweneckerchen

Es war einmal ein Mann, der hatte eine große Reise vor, und beim Abschied fragte er seine drei Töchter, was er ihnen mitbringen sollte. Da wollte die älteste Perlen, die zweite wollte Diamanten, die dritte aber sprach: “Lieber Vater, ich wünsche mir ein singendes, springendes Löweneckerchen. (Lerche)” Der Vater sagte: “Ja, wenn ich es kriegen kann, sollst du es haben”, küßte alle drei und zog fort. Als nun die Zeit kam, daß er wieder auf dem Heimweg Weiterlesen …