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Et was emoel en wilden Mann, de was verwünsket, un genk bie de Bueren in den Goren (Garten), un in?t Korn, un moek alles to Schande. Do klagden se an eeren Gutsheeren se können eere Pacht nig mehr betalen, un do leit de Gutsheer alle Jägers bie ene kummen : we dat Dier fangen könne, de soll ?ne graute Belohnung hebben. Do kümmt do en ollen Jäger an, de segd he wüll dat Dier wull fangen. Do mött se em ?ne Pulle met Fusel (Branntwein), un ?ne Pulle met Wien, un ?ne Pulle met Beer gierwen (geben), de settet he an dat Water, wo sick dat Dier alle Dage wäskt. Un do geiht he achter en Baum stohn, do kümmt dat Dier, un drinket ut de Pullen, do leckt et alle de Mund, un kickt herüm ov dat auck well süht. Do wird et drunken, un do geit et liegen un schlöpd. Do geit de Jäger to, un bind et an Händen un Föten, do weckt he et wier up, un segd ?du wilde Mann, goh met, söck sast du alle Dage drinken.? Do nimmt he et mit noh dat adlicke Schloß, do settet se et in den Thornt, un de Heer geit to andre Nobers, de söllt seihn (sehen) wat he för?n Dier fangen hed. Do spierlt ene von den jungen Heerens met?n Ball, un let de in den Thornt fallen, un dat Kind segd ?wilde Mann, schmiet mie den Ball wier to.? Do segd de wilde Mann ?den Ball most du sölvst wier hahlen.? ?Je,? segd dat Kind, ?ich heve kinen Schlürtel.? ?Dann mack du dat du bie dien Mooer eere Tasken kümmst, un stehl eer den Schlürtel.? Da schlüt dat Kind den Thornt orpen, un de wilde Mann löpd derut. Do sänk dat Kind an to schreien ?o wilde Mann, bliev doch hier, ich kriege süs Schläge.? Do niermt de wilde Mann dat Kind up de Nacken, un lopd dermet de Wildnis herin; de wilde Mann was weg, dat Kind was verloren. De wilde Mann de tüt dat Kind en schlechten Kiel (Kittel) an, un schickt et noh den Görner an den Kaisers Hof, do mot et fragen ov de kinen Görnersjungen van dohn (nöthig) hed. Do segd de he wöre so schmeerig antrocken, de annern wullen nig bie em schlopen. Do seg he he wull int Strauh liegen, un geit alltied des Morgens fröh in den Goren, do kümmt em de wilde Mann entgiergen, do seg he, ?nu waske die, nu kämme di.? Un de wilde Mann mackt den Goren so schön, dat de Görner et sölvst nig so gut kann. Un de Prinzessin süt alle Morgen den schönen Jungen, do seg se to den Görner de kleine Lehrjunge söll eer een Busk Blomen brengen. Un se frög dat Kind van wat för Stand dat et wöre, do seg et ja dat wüs et nig; do giv se em en broden Hohn vull Ducoeten. Es he in kümmt, giv he dat Geld sinen Heeren, un seg ?wat sall ick do met dohn, dat bruckt ji men.? Un he moste eer noh enen Busk Blomen brengen, do giv se em ?ne Aant (Ente) vull Ducoeten, de giv he wier an sinen Heeren. Un do noh enmoel, do giv se em ?ne Gans vull Ducoeten, de giv de Junge wier an sinen Heeren. Do ment de Prinzessin he hev geld, un he hev nix, un do hierothet se em in?t geheem, un do weeret ehre Öldern so beise, un setten se in dat Brauhuse, do mot se sick met spinnen ernähren, un he geit in de Kücke, un helpt den Kock de Broden dreien, unsteld manxden (zuweilen) en Stück Fleesk, un bringd et an sine Frau. Do kümmt so?n gewoltigen Krieg in Engelland, wo de Kaiser hin mott un alle de grauten Heerens, do segd de junge Mann he wull do auck hen, ov se nig no en Perd in Stall hedden, un se saden se hedden noh ent, dat gönk up drei Beenen, dat wör em gut genog. He settet sick up dat Perd, dat Perd dat geit alle husepus husepus. Do kümmt em de wilde Mann in de möte (entgegen), do döt sick so?n grauten Berg up, do sind wull dusend Regimenter Soldaten un Offzeers in, do dät he schöne Kleeder an, un krigd so?n schön Perd. Do tüt (zieht) he met alle sin Volk in den Krieg noh Engelland, de Kaiser enfänk en so fröndlick, un begerd en he mög em doh biestoen. He gewinnt de Schlacht, un verschleit alles. Do dät sick de Kaiser so bedanken vör em, un frägd wat he för?n Heer wöre, he segd ?dat froget mie men nig, dat kann ick ju nig seggen.? He ritt met sin Volk wier ut Engelland, do kümmt em de wilde Mann wier entgiergen, un döt alle dat Volk wier in den Berg, un he geit wier up sein dreibeenige Perd sitten. Do seget de Luide ?do kümmet usse Hunkepus wier an met dat dreibeenige Perd,? un se froget ?wo hest du achter de Hierge (Hecke) lägen, un hest schlopen?? ?Je,? segd he, ?wenn ick der nig wör west, dann hädde et in Engelland nig gut gohn.? Se segget ?Junge, schwieg stille, süs giv die de Heer wat up d?Jack.? Un so genk et noh tweenmoel, un ton derdenmoel gewient he alles; do kreeg he en Stick in den Arm, do niermt de Kaiser sinen Dock (Tuch), un verbind em de Wunden. Do neidigt (nöthigt) se em he mög do bie ihnen bliewen, ?ne, ick bliewe nig bie ju, un wat ick sin, geit ju nig an.? Do kümmet em de wilde Mann wier entgiergen, un deih alle dat Volk wier in den Berg, un he genk wier up sin Perd sitten, un genk wier noh Hues. Do lachten de Luide, un segden ?do kümmt usse Hunkepus wier an, wo hest du doh lägen un schlopen?? He seg ?ick heve förwohr nig slopen, nu is ganz Engelland gewunnen, un et is en wohren Frerden (Frieden).? Do segde de Kaiser von den schönen Ritter, de em hev biestohen; do seg de junge Mann to en Kaiser ?wöre ick nig bie ju west, et wöre nig guet gahen.? Do will de Kaiser em wat upn Buckel gierwen, ?ji,? seg he, ?wenn ji dat nig gleiwen willt, will ick ju minen Arm wiesen.? Un asse he den Arm wiest, un asse de Kaiser de Wunde süt, do wert he gans verwündert, un segd ?vielleicht büst du Gott sölvst ader en Engel, den mie Gott toschickt hev,? un bat em üm Verzeihnüs dat he so grov met em handelt hädde, un schenket em sin ganse Kaisersgut. Un de wilde Mann was erlöset, un stund ase en grauten Künig för em, un vertelde em de ganse Sacke, un de Berg was en gans Künigsschloß, un he trock met sine Frau derup, un lerweten vergnögt bis an eeren Daud. KHM 136a, Märchen aus der Sammlung der Brüder Grimm, Fassung von 1857 Übersetzung ins Hochdeutsche:Es war einmal ein wilder Mann, der war verwünscht und ging bei den Bauern in die Gärten und ins Korn und richtete großen Schaden an. Da kam ein alter Jäger und sagte, er wolle das Tier wohl fangen. Da kam das Tier, trank aus den Flaschen, leckte sich das Maul und sah sich um, ob es jemand sehe. Da wurde es betrunken, legte sich hin und schlief ein. „Du wilder Mann, komm mit, so kannst du jeden Tag trinken.“ Er brachte ihn zum adeligen Schloss, dort wurde er in den Turm gesetzt. Da spielte einer von den jungen Herren mit einem Ball und ließ ihn in den Turm fallen. Das Kind sagte: „Wilder Mann, wirf mir den Ball wieder herauf.“ Der wilde Mann sagte: „Ja“, sagte das Kind, „ich habe keinen Schlüssel.“ „Dann sieh zu, dass du an den Schlüssel deiner Mutter kommst und ihn ihr stiehlst.“ Da schloss das Kind den Turm auf, und der wilde Mann lief heraus. „Oh wilder Mann, bleib doch hier, sonst bekomme ich Schläge!“ Da nahm der wilde Mann das Kind auf den Nacken und lief mit ihm in die Wildnis hinein. Der wilde Mann zog dem Kind einen schlechten Kittel an und schickte es zum Gärtner am Kaiserhof, damit es frage, ob dort ein kleiner Gärtnerjunge gebraucht werde. Man sagte, er sei zu schmutzig angezogen, die anderen wollten nicht bei ihm schlafen. Er ging jeden Morgen früh in den Garten, und da kam ihm der wilde Mann entgegen und sagte: „Nun wasche dich, nun kämme dich.“ Und der wilde Mann machte den Garten so schön, dass der Gärtner es selbst nicht besser konnte. Die Prinzessin sah jeden Morgen den schönen Jungen und sagte zum Gärtner, der kleine Lehrjunge solle ihr einen Strauß Blumen bringen. Sie fragte das Kind, aus welchem Stand es sei. Da gab sie ihm ein gebratenes Huhn voller Dukaten. „Was soll ich damit, ihr braucht es mehr.“ Dann musste er ihr wieder Blumen bringen, und sie gab ihm eine Ente voller Dukaten. Beim dritten Mal gab sie ihm eine Gans voller Dukaten. Da meinte die Prinzessin, er habe Geld gehabt und habe doch nichts behalten, und sie heiratete ihn heimlich. Da kam ein großer Krieg in England, zu dem der Kaiser ziehen musste, mit allen großen Herren. Sie sagten, sie hätten noch eins, aber es gehe nur auf drei Beinen. Er setzte sich darauf, und das Pferd ging langsam dahin. Mit diesem Heer zog er nach England. Der Kaiser wollte wissen, wer er sei. „Fragt mich nicht, ich kann es euch nicht sagen.“ Er ritt wieder fort, der wilde Mann ließ das Heer im Berg verschwinden, und er setzte sich wieder auf sein dreibeiniges Pferd. Die Leute sagten: Er sagte: So geschah es noch zweimal, und beim dritten Mal gewann er den Krieg endgültig, aber er bekam eine Wunde am Arm. Der Kaiser wollte, dass er bei ihm bleibe, aber er sagte: „Ich bleibe nicht, und was ich bin, geht euch nichts an.“ Wieder kam der wilde Mann, nahm das Heer in den Berg zurück, und der junge Mann ritt auf seinem dreibeinigen Pferd heim. Die Leute lachten wieder über ihn. „Ich habe wahrhaftig nicht geschlafen. England ist gewonnen, und es ist Frieden.“ Da sprach der Kaiser von dem schönen Ritter, der ihm geholfen hatte. „Wenn ich nicht bei euch gewesen wäre, wäre es nicht gut gegangen.“ Der Kaiser wollte ihm nicht glauben. Als der Kaiser sie sah, erschrak er und sagte: „Vielleicht bist du Gott selbst oder ein Engel, den Gott mir geschickt hat.“ Er bat ihn um Verzeihung und schenkte ihm sein ganzes Kaiserreich. Da wurde der wilde Mann erlöst und stand als ein großer König vor ihm. Und der junge Mann zog mit seiner Frau dort ein, und sie lebten vergnügt bis an ihren Tod.
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