Das Lumpengesindel

Hähnchen sprach zum Hühnchen: “Jetzt ist die Zeit, in der die Nüsse reif werden. Da wollen wir mitsammen auf den Berg gehen und uns einmal richtig satt essen, ehe das Eichhörnchen alle wegholt.” “ja”, antwortete das Hühnchen, “komm, das Vergnügen wollen wir uns machen.” Da gingen sie mitsammen auf den Berg, und weil es ein heller Tag war, blieben sie bis zum Abend. Nun weiß ich nicht, ob sie sich so dick gegessen hatten oder ob sie Weiterlesen …

Das Lämmchen und Fischchen

Es war einmal ein Brüderchen und Schwesterchen, die hatten sich herzlich lieb. Ihre rechte Mutter war aber tot, und sie hatten eine Stiefmutter, die war ihnen nicht gut und tat ihnen heimlich alles Leid an. Es trug sich zu, daß die zwei mit andern Kindern auf einer Wiese vor dem Haus spielten, und an der Wiese war ein Teich, der ging bis an die eine Seite vom Haus. Die Kinder liefen da herum, kriegten sich und spielten Weiterlesen …

Über die Brüder Grimm

Mitte des 17. Jahrhunderts sammelt zum ersten Mal der Dichter und Schriftsteller Charles Perrault in Frankreich die ersten Märchen und hielt sie schriftlich fest. So richtig bekannt in Deutschland wurden die Märchen durch die Brüder Grimm, die 1810 einige uns heute bekannte Märchen z. B. von der Märchen-Erzählerin Dorothea Viehmann oder von Marie Hassenpflug erhielten, die von französischen Hugenotten abstammten. Die Brüder Jakob und Wilhelm Grimm bearbeiteten diese Märchen und veröffentlichten sie erstmals 1812. Grimms Märchen nennt Weiterlesen …

Das Hirtenbüblein

Es war einmal ein Hirtenbübchen, das war wegen seiner weisen Antworten, die es auf alle Fragen gab, weit und breit berühmt. Der König des Landes hörte auch davon, glaubte es nicht und ließ das Bübchen kommen. Da sprach er zu ihm ‘Kannst du mir auf drei Fragen, die ich dir vorlegen will, Antwort geben, so will ich dich ansehen wie mein eigen Kind, und du sollst bei mir in meinem königlichen Schloß wohnen.’ Sprach das Büblein ‘Wie Weiterlesen …

Das Hausgesinde

‘Wo wust du henne?’ ‘Nah W a l p e .’ ‘Ick nah Walpe, du nah Walpe; sam, sam, goh wie dann.’ ‘Häst du auck ‘n Mann? wie hedd din Mann?’ ‘ C h a m .’ ‘Min Mann Cham, din Mann Cham: ick nah Walpe, du nah Walpe; sam, sam, goh wie dann.’ ‘Häst du auck ‘n Kind: wie hedd din Kind?’ ‘Grind.’ ‘Min Kind G r i n d, din Kind Grind: min Mann Cham, Weiterlesen …

Das Eselein

Es lebte einmal ein König und eine Königin, die waren reich und hatten alles, was sie sich wünschten, nur keine Kinder. Darüber klagte sie Tag und Nacht und sprach: »Ich bin wie ein Acker, auf dem nichts wächst.« Endlich erfüllte Gott ihre Wünsche; als das Kind aber zur Welt kam, sah’s nicht aus wie ein Menschenkind, sondern war ein junges Eselein. Wie die Mutter das erblickte, fing ihr Jammer und Geschrei erst recht an, sie hätte lieber Weiterlesen …

Das Diethmarsche Lügenmärchen

Ich will euch etwas erzählen. Ich sah zwei gebratene Hühner fliegen, flogen schnell und hatten die Bäuche gen Himmel gekehrt, die Rücken nach der Hölle, und ein Amboß und ein Mühlstein schwammen über den Rhein, fein langsam und leise, und ein Frosch saß und fraß eine Pflugschar zu Pfingsten auf dem Eis. Da waren drei Kerle, wollten einen Hasen fangen, gingen auf Krücken und Stelzen, der eine war taub, der zweite blind, der dritte stumm und der Weiterlesen …