„Die Geister, die ich rief …“ ist mehr als nur eine Geschichte

Die Geister, die ich rief - mehr als nur eine Geschichte!Einmal, da kam ein unzufriedener Mann zu einem alten Weisen. Er war mit seinem Leben nicht einverstanden und klagte: „Ach, hätte ich doch nur einen dienstbaren Geist. Ich bräuchte mich um nichts mehr zu kümmern, alles würde er für mich tun und ich könnte ein Leben in Glück und großem Reichtum führen.“ Der Weise lächelte und sprach: „Nun, es ist für mich eine Kleinigkeit, dir einen jener Geister zu besorgen, der dir all deine Wünsche erfüllt. Aber ich muss dich warnen, er muss immer beschäftigt werden und darf keinen Moment zur Ruhe kommen, sonst frisst er dich auf.“ Der Mann lachte laut auf und rief: „Ich habe so viele Wünsche, dass ich ihn mein ganzes Leben lang beschäftigen kann.“

Also gab ihm der Weise eine Lampe und sprach: „Wenn du zuhause bist, dann reibe an der Lampe und der Geist wird erscheinen. Zu Hause angekommen, da rieb er an der Lampe und wenige Augenblicke später, stand vor ihm ein riesenhafter Geist, der sich ehrerbietig vor ihm verneigte und sprach: „Was befiehlt mein Gebieter?“ Der Mann lies sich das nicht zweimal sagen. „Ich wünsche mir ein wunderschönes Schloss mit prächtigem Garten und viel Platz.“ Kaum hatte er dies gesagt, so flog der Geist davon und nach einigen Minuten kam er wieder und brachte den Mann dorthin, wo er das Gewünschte vorfand.

Erstaunt und voller Freude trat er ins Schloss ein, um sich die Pracht etwas genauer anzuschauen. Doch der Geist verneigte sich abermals vor ihm und sprach: „Was wünscht mein Gebieter nun?“ „Ich wünsche mir Bedienstete, schöne Frauen, Gold und Edelsteine und viele Ländereien.“ Wieder kaum ausgesprochen, so verschwand der Geist und nach kurzer Zeit war auch dies erfüllt. Dann sprach er: „Was soll ich jetzt für meinen Gebieter tun?“ Der Mann wurde immer unsicherer und ängstlicher, sah er doch wohl, dass der Geist binnen weniger Augenblicke all seine Wünsche erfüllen konnte.

So wünschte er sich alles Mögliche und Unmögliche, nur um ja den Geist zu beschäftigen. Aber es dauerte nicht lange, da waren sogar die seltsamsten Wünsche erfüllt und der Geist bat um neue Anweisungen. Doch der Mann hatte keine neuen Wünsche mehr und er sah schon, wie der Geist unruhig wurde und ihn mit feurigen, wütenden Augen anstarrte. Er stammelt noch die letzten und ausgefallensten Wünsche und trug sie dem Geist vor. Augenblicklich verschwand der Geist, um sie in kurzer Zeit zu erfüllen.

Unser Mann aber lief eilig zum Weisen und bat um seine Hilfe: „Rettet mich vor diesem arbeitswütigen Geist. Ich habe keine Wünsche mehr und kann diese Verantwortung nicht mehr tragen und befürchte, er wird mich nun töten.“ „Da wirst du wohl recht haben“, murmelte der Weise. „Aber ich will dir helfen“.

Er zog sich ein Haar aus dem Kopf, nahm es zwischen seine beiden Fingernägel und zog solange daran, bis es sich kräuselte. Dann sprach er: „Gib dem Geist das Haar und befiehl ihm, er soll es wieder gerade ziehen.“ Der Mann ging nach Hause und reichte das gekräuselte Haar dem Geist mit eben jenem Befehl des Weisen. Der Geist zog das Haar gerade, aber in dem Moment, wo er es wieder losließ, da kräuselte es sich. Er zog es erneut gerade, aber beim Loslassen, da kräuselte es sich wieder.

Seit dieser Zeit hatte der Mann seine Ruhe. Er hatte auch gar keine Sehnsucht mehr, nach einem dienstbaren Geist und freute sich über jeden Tag seines Lebens, der ihm geschenkt wurde. Der Geist aber, der zieht noch heute an diesem Haar und er wird es auch sicherlich noch eine lange lange Zeit tun. Oder?

(Nach einer alten Lehrgeschichte, bearbeitet von Karlheinz Schudt)

Der dienstbare Geist

Wer wünscht sich nicht einen jener dienstbaren Geister, der einem die sehnlichsten Wünsche erfüllt? Nun ist aber das Wesen der Wünsche schon etwas tückisch, denn ist ein Wunsch einmal erfüllt, dann kommt auch gleich der nächste. Ist der erfüllt, dann lässt auch der übernächste nicht lange auf sich warten.

Doch eigentlich sind nicht die Wünsche das Problem, sondern die Einstellung des Menschen zu ihnen. Leider glauben wir immer noch, dass äußere Wunscherfüllung gleich zu setzen ist mit innerer Erfüllung. Und das wiederum ist ein großer Trugschluss.

Also dann doch lieber keine Geister?

Die Geister, die ich rief, werde ich nun nicht wieder los …

Ist vielleicht besser so, denn so manches, was man zunächst als großen Segen betrachtet hat, wird auf einmal zum Fluch. Davon berichten ja viele Märchen (Z. B. Vom Fischer und seiner Frau, Kinder- und Hausmärchen, gesammelt durch die Brüder Grimm).

Aber Gott sei Dank gibt es ja weitaus ungefährlichere Wege ohne dienstbaren Geist sich seine Wünsche zu erfüllen, vorausgesetzt man ist offen für neue Sicht- und Denkweisen und dem eigenen, wahren Herzens-Ziel. Von diesem Ziel aus mit Begeisterung gefühlt und mit Liebe und Weisheit gedacht wird sich so manches ganz von alleine verwirklichen, ohne es willentlich forcieren zu müssen.

Und mal ehrlich, was gäbe es denn sonst noch für uns auf dieser Erde zu tun, wenn alles von dienstbaren Geistern erledigt würde? Wie sonst könnten wir uns entwickeln, etwas aufbauen und das Dasein entdecken, wenn wir keine Widerstände mehr als Herausforderungen erleben könnten?

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter
Erzählerkurs, Lernprogramm Märchen erzählen lernen

Engel – kosmische Wesen oder süßliche Vorstellung?

EngelSind nun Engel jene kleinen, putzigen Wesen mit Flügelchen, die mit verklärtem, hochheiligem Blick auf vielen alten, aber auch modernen, meist spirituellen Gemälden, zu finden sind? Oder sind sie eher jene geschlechtslosen, menschenähnlichen, mit Flügeln versehenen Gestalten, so wie sie als Skulpturen in vielen Kathedralen und Kirchen dargestellt werden?? Oder was???

Unser menschliches Vorstellungsvermögen ist da recht begrenzt und reicht sehr oft nicht über die personifizierte, ganz individuelle Vorstellung hinaus. Dies mag mitunter daran liegen, dass wir durch die in der Vergangenheit geprägten künstlerischen und/oder kirchlichen Bilder von Engeln vom eigentlichen Wesen und Wirken jener „Kräfte“ abgelenkt werden, da wir SIE viel zu oft im Äußeren vermuten.

Nicht der Glaube ist entscheidend,
sondern das lebendige Wissen und Erleben im eigenen Herzen!

Anstatt die Beurteilung über ihre Existenz und ihr Aussehen allein Künstlern, Theologen, Geistlichen oder sogenannten Engel-Experten zu überlassen, wäre es doch viel sinnvoller, jene himmlischen Wesen in uns selbst wahrzunehmen und zu schätzen.

Ähnlich verhält es sich mit dem Begriff „Gott“. Sowohl gläubige Befürworter jener „Universellen Kraft“ als auch überzeugte Atheisten sind religiöse Menschen. Beide machen sich den Begriff Gott zum zentralen Thema. Sie sind nichts anderes, als zwei gegenüberliegende Extreme von ein und derselben Sache. Jeder ist überzeugt von dem, was er glaubt. Doch leider findet diese Überzeugung meist im Verstand statt. Der Glaube an sich, der weder bewiesen werden kann noch muss, ist somit reine Kopfsache.

Es sei denn, jemand glaubt nicht mehr, sondern weiß! Und dieses tiefe, lebendige Wissen, jene himmlische Offenbarung ist womöglich nur im Herzen eines jeden Menschen zu entdecken und braucht ebenso absolut keinen Beweis, schon gar keinen wissenschaftlichen!

Den Engeln ist es egal, ob wir an SIE glauben!

So ist es den Engeln oder Gott im Grunde völlig egal, wie wir SIE uns vorstellen, wo wir SIE wahrnehmen und ob wir überhaupt von IHRER Existenz überzeugt sind. SIE wirken einfach und natürlich! Ob und wie wir Menschen IHRE Inspirationen, Visionen, Weisheiten oder Kräfte empfangen und in welcher Intensität, hängt gänzlich von unserem unendlichen Vertrauen in den eigenen Lebensplan ab, dem Wissen von unserer individuellen Lebensaufgabe und der tiefen Sehnsucht nach unserem höchsten Lebensziel.

Kontakt zu einem Engel – wie macht es das Märchen?

Wie aber ist es in den Märchen? In den gesammelten Märchen der Brüder Grimm werden Sie nicht allzu viele Schilderungen von Engeln finden, so wie wir SIE uns gerne vorstellen. Eines von wenigen allerdings ist das unbekannte Märchen vom Vogel Phönix, KHM 75, aus der Grimmschen Sammlung von 1812. Darin steigt ein Jüngling zu einem sehr hohen Engel-Wesen empor, das ihm letztendlich hilft, seine Lebensaufgabe und sein Ziel zu verwirklichen.

Dieser Engel jedoch frisst alle Menschen auf, die ihm entgegentreten. ER verzehrt sie, da kein menschlich physischer Körper eine Konfrontation mit einem derart gigantischen Wesen aushalten könnte. So gibt es immer wieder Schilderungen, dass die Ausstrahlung eines Engels so mächtig ist, dass sie z. B. die Licht-Intensität unzähliger Sonnen übersteigt. Engel treten laut Überlieferung häufig in der Funktion von göttlichen und überwältigenden Boten auf, weshalb SIE oftmals „Fürchte Dich nicht!“ sagen (tönen, summen, donnern, jubilieren, …).

In diesem Märchen jedoch hat der Jüngling eine geistige Helferin, die sowohl einen fast gefahrlosen Kontakt zu ihm, wie auch zum Vogel Phönix, ermöglichen kann. Auf diese Weise lässt diese Helferin den Jüngling an dem tiefen Wissen jenes vogelähnlichen Engel-Wesens Anteil haben. Welche Voraussetzungen allerdings der Jüngling dafür mitbringen muss, erfahren Sie in dem Märchen.

Wenn Sie nun immer noch glauben, dass Märchen harmlose Geschichten sind, die man bestenfalls Kindern oder vermeintlich „naiven“ Erwachsenen erzählt, dann sollten Sie sich unbedingt einmal das Berufsbild eines Märchenerzählers oder einer Märchenerzählerin etwas näher anschauen. Es lohnt sich!

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

Rotkäppchen oder Gier fressen Seele auf!

Rotkäppchen, RotkaeppchenKennen Sie das Märchen vom Rotkäppchen? Jene scheinbar harmlose Geschichte, die von einem kleinen Mädchen berichtet, das von einem Wolf verschlungen wird und am Ende lebendig wieder heraus kommt? Dieses Märchen vom Rotkäppchen gehört wohl zu den bekanntesten Märchen aus der Sammlung der Brüder Grimm, aber auch zu jenen, die eine Menge Rätsel aufwerfen und dafür nicht selten unzählige Male belächelt, verniedlicht oder zynisch missbraucht wurden.

Mit dem ersten oberflächlichen Blick betrachtet, ist das wohl auch nicht verwunderlich,  denn wer hat schon einmal einen Wolf gesehen, der sprechen kann, gleichzeitig eine alte Frau verschluckt, anschließend ein kleines Mädchen verschlingt und am Ende beide wieder lebendig heraus lässt?

Der Weg des Menschen vom Ursprung zu den geistigen Wurzeln

Dabei ist dieses Märchen alles andere als harmlos, schildert es mitunter den Weg des Menschen vom Ursprung (dem Mütterlichen) zu seinen geistigen Wurzeln oder dem Ziel (dem Urmütterlichen).

Dass diese geistigen Wurzeln nicht mehr im Bewusstsein sind und in Vergessenheit geraten, zeigt der Hinweis, dass gerade die Großmutter, die Urmutter alles Ursprünglichen (hat nichts mit „Oma“ zu tun), nicht mehr im Besitz ihrer Kräfte ist und dringend neue Nahrung benötigt, um wieder zu gesunden und zu wirken.

Ob nun die Urmutter alles Ursprünglichen wirklich „krank“ ist oder sein kann, sei einmal dahingestellt, da jene Urkräfte eigentlich immer wirken und weder Gesundheit noch Krankheit kennen. Womöglich ist es der Mensch, der krank und schwach wurde, da er sich nicht mehr an jene Kräfte erinnert bzw. sich von IHNEN getrennt hat. Folglich lässt auch die Wirkung für ihn nach.

Die geistigen Kräfte wieder neu beleben

Und diesen Auftrag hat nun der Mensch bekommen, hier im Bilde des „unschuldigen“ Rotkäppchens. Er soll sie wieder mit Nahrung versorgen (Kuchen und Wein). Dabei geht es jetzt nicht um körperliches Mästen der Großmutter, sondern darum, dass er, der Mensch, sich wieder an jene Urkräfte erinnert, sie schätzt, achtet und neu belebt, damit sie auch wieder für ihn in vollem Umfang wirken können.

Dass dieses Unterfangen eigentlich gar nicht einmal so schwer gewesen wäre, zeigt schon der Hinweis, dass Rotkäppchen mit den wichtigsten Dingen ausgestattet ist, die nötig sind, um einen solchen Auftrag auszuführen: Urvertrauen und Selbstvertrauen.

Das Selbstvertrauen zeigt sich in der Äußerung Rotkäppchens, als die Mutter ihr jede Menge Belehrungen mit auf den Weg gibt. Und so antwortet Rotkäppchen, indem es der Mutter verspricht:

„Ich will schon alles gut machen!“

Seltsamerweise ist in all den Belehrungen der Mutter nicht erwähnt, dass sie sich vor dem Wolf in Acht nehmen soll. Kennt das Ursprüngliche dieses seltsame und gefährliche Wesen nicht?

Vom Wolf, der eigentlich gar kein Wolf ist

Wer sich schon ein wenig mit Märchen vertraut gemacht hat, der weiß, dass es sich bei jenem Wesen selbstverständlich nicht um ein wirkliches Tier handelt, sondern um ein Wesen, mit bestimmten Eigenschaften, die einem solchen Tier auch zu eigen sind. Und wenn man einmal einen Wolf beobachtet, wie er in der freien Natur seine Beute gierig zerreißt und verschlingt, dann ist der Schritt nicht mehr weit, zu erkennen, um welches Wesen im Märchen (und im Leben) es sich da wirklich handelt. Das Märchen schildert eben, in für das Vorstellungsvermögen des Menschen verständlichen Bildern, seelisch-spirituelle Prozesse.

Wer mit so viel Urvertrauen und Selbstvertrauen ausgestattet ist, der kann seinen Auftrag nicht verfehlen, es sei denn, er lässt sich von der oberflächlichen Schönheit verblenden (hier im Bild der schönen Blumen), von seinem Ziel ablenken und schließlich von SEINEM ureigenen Weg abbringen.

Nur die Angst bringt uns vom eigenen Weg ab

Und das weiß der Wolf oder die Gier. Er oder sie weiß aber auch, dass dies nur gelingen kann, wenn der Mensch auf seinem Weg die Angst kennen lernt. Und Angst bedeutet immer, dass man etwas verlieren könnte, am meisten das Urvertrauen, das Geliebt- und Geborgen-Sein.

Sobald die Angst das Wesen eines Menschen erfasst, ist er weder mit seinem wahren Ursprung (Woher komme ich?), noch mit seinem höchsten Ziel (Wohin gehe ich?) verbunden. Und wer ständig in dieser Angst lebt, und das tun wir Menschen leider viel zu oft, der hat sich bereits von seinem Ursprung und Ziel getrennt und kann nun in aller Ruhe vom Wolf oder der maßlosen Gier, Selbstsucht, Dunkelheit und allem, was jenes Wesen noch mit sich bringt, verschlungen und einverleibt werden.

Aber wie bei jedem echten und wahrhaftigen Märchen, gibt es auch hier ein Happyend. Wie es dazu kam und was uns die Bilder vom Rotkäppchen für unseren eigenen seelisch-spirituellen Weg noch zeigen könnten, soll an dieser Stelle zu einem anderen Zeitpunkt geschildert werden.

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

Betrachtung Märchen: Im Paradiesgarten der Frau Holle

Geschichten von der Einzigartigkeit jedes Menschen

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Ist das nicht ein unbeschreibliches Wunder, wie einzigartig alle Wesen auf dieser Welt doch sind? Noch deutlicher wird es beim Menschen, ob Kind oder Erwachsener. Keiner gleicht dem anderen – alle sind wir Individualitäten mit unterschiedlichen Stärken und Fähigkeiten. Doch viele Menschen leben heute ein Leben, das überhaupt nicht ihren Fähigkeiten und Neigungen entspricht und sie immer unglücklicher und kränker macht.

Geschichten, die das wahre Leben schreibt

Was haben wir nicht alles in der Schule gelernt, meist soviel, dass es zur Abschluss-Prüfung reichte. Aber wie wenig verwenden wir noch von all diesem Wissen im täglichen Leben? Warum wurden gerade jene lebenswichtigen Fächer des Lebens wie Glück, Liebe, Erfolg und Gesundheit in der Schule nicht gelehrt und folgende lebenswichtige Fragen vernachlässigt?

Wie finde ich meine individuellen Stärken heraus und lerne sie immer mehr zu entfalten und im Alltag umzusetzen?

Was benötige ich, um glücklich, geliebt, erfolgreich, und gesund zu leben?

So können Märchen, Geschichten und Meditative Texte helfen

Gott sei Dank gibt es ja die Märchen, die trotz aller Widrigkeiten immer gut ausgehen und uns gerade jene Tugenden auf bildhafte und spielerische Weise näher bringen, die wir für ein glückliches Leben benötigen. Oder Lehrgeschichten bzw. Weisheitsgeschichten, die auf humorvolle und besinnliche Art Lösungen für Probleme zeigen können.

Eine weitere, sehr tiefgehende Möglichkeit sind Meditative Texte, die helfen, die eigene innere Stimme immer besser wahrzunehmen oder innere Bilderreisen, die entspannen, auf ein erstrebenswertes Ziel lenken und innere Blockaden lösen.

Mehr über diese großartigen Möglichkeiten erfahren Sie hier!

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter
Schreibkurs für kreative - kreativ schreiben lernen

Glücklich leben – Märchen und Geschichten als innere Reisebegleiter

Glücklich leben

© aboutpixel.de, Konstantin Gastmann

Ein Kaufmann wollte von einem weisen Mann wissen, was das Geheimnis eines erfolgreichen und erfüllten Lebens sei. Da sagte der Weise: „Um glücklich leben zu können, mach jeden Tag einen Menschen glücklich!“ Als nachträglichen Gedanken fügte er noch hinzu: „…selbst wenn dieser Mensch Du selbst bist.“ Nur einen Augenblick später sagte er: „Vor allem, wenn dieser Mensch Du selbst bist!“

(nach einer alten orientalischen Lehrgeschichte)

Wie viele Menschen hasten ihr Leben lang dem Glück, der Liebe, dem Erfolg und der Gesundheit hinterher und bemerken nicht, dass diese wertvollen Lebensbereiche schon immer – egal wo sie sich befinden – in ihnen selbst sind!

Märchen und Lehrgeschichten geben einen tiefen Einblick in viele Kulturen der Menschheit. Jedes Märchen ist von der Kultur und der Mentalität des entsprechenden Landes geprägt und kann durchaus als kultureller Reiseführer dienen.

Märchen können aber noch viel mehr! Über alle kulturellen Eigenheiten setzt sich die tiefe Weisheit des Märchens hinweg und führt den Menschen zum Kern seines eigenen Wesens – in sein Herz!

Märchenbilder und -stimmungen sind Reisestationen auf dem Weg in die eigene, innere Seelenwelt. Erkunden Sie einmal Ihre inneren, märchenhaften Landschaften und staunen Sie über so manche spannende Überraschung und glückliche Verwandlung, die zu einem großartigen und unvergesslichen Erlebnis werden kann.

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Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter
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Märchen und Geschichten vom Schlüssel des Herzens

Märchen und Geschichten

Märchen vom Schlüssel des Herzens

Vor Anbeginn der Zeit war nur das große Lebensprinzip, das die Menschen Gott nannten. Das war für Gott mit der Zeit einfach zu langweilig. Daher schuf er die ersten Wesen, um mit ihnen spielen zu können. Aber die kannten ihre Herkunft und fanden die Welt uninteressant und gingen den Weg schnell zurück zu Gott.

Schließlich berief Gott eine Konferenz aller Götter ein, die er eigens dazu geschaffen hatte, damit sie ihm bei der Regierung der Welt ein wenig zur Hand gingen. Sie schlugen ihm nun vor, den Himmel einfach abzuschließen und den Schlüssel gut zu verstecken. Aber wo?

Die menschlichen Wesen, die nun die Erde bevölkerten, waren sehr intelligent und würden ihn sicher überall suchen: in den Weltmeeren, wo das Wasser am tiefsten ist, auf der Spitze der höchsten Berge, ja sogar auf dem Mond. Jeder empfahl etwas anderes. 

Dann schüttelte Gott den Kopf und sprach: „Nein, keiner eurer Vorschläge ist brauchbar. Der Mensch wird auf Dauer jeden Winkel des Universums auskundschaften. Jede Entfernung im Raum wird er zurücklegen“. Alles schwieg betreten aber schließlich rief Gott aus: „Ich hab’s! Jetzt weiß ich, wo der Mensch den goldenen Himmelschlüssel nicht so schnell finden wird!

Nicht zu früh und nicht zu spät – aber dennoch zur rechten Zeit. In seinem Herzen selbst werde ich den Himmelsschlüssel verbergen und der Mensch wird ihn nur entdecken können, wenn er immer tiefer nach innen geht“.

Seit dieser Zeit beobachtet Gott den Menschen, wie er bei seiner Suche vorangeht und wartet geduldig, bis er wieder zu IHM zurückkehrt und sich mit IHM verbindet.

Weisheitsgeschichte

Tanken Sie einfach innere Sonnenstrahlen!

Tanken Sie einfach wieder innere Sonnenstrahlen! Dabei können Märchen und Lehrgeschichten helfen. Sie wurden in früheren Zeiten Erwachsenen erzählt und haben bis heute – Dank der Kinder – überlebt. Denn sie können noch staunen und sich für Dinge begeistern, die nur mit dem Herzen erfahrbar sind. Deshalb nehmen sie auch die einfache Weisheit der Märchen ganz intuitiv auf – schließlich gehen die echten Märchen trotz aller Widrigkeiten immer gut aus und zeigen selbst in schwierigen Lebenssituationen ungewöhnliche Lösungen auf.

Besonders an unfreundlichen, verregneten und kalten Tagen ist Zeit für Märchen, jene weisheitsvollen und entspannenden Geschichten, die schon seit Jahrhunderten Erwachsene und Kinder immer wieder aufs Neue erfreut haben. In diesen düsteren Tagen bringen sie den Menschen „innere Sonnenstrahlen“, um sie ausreichend mit Herzenswärme, Vertrauen und Zuversicht zu versorgen.

Denken Sie also beim nächsten Mal daran! Machen Sie gerade Ihre düsteren Tage zu Ruhe-Momenten, in denen Sie Ihren inneren „Akku“, Ihre innere „Tankstelle“ mit den weisheitsvollen und mutmachenden Botschaften der Märchen auftanken! Sie werden sehen, das Leben wird dadurch leichter und noch erfüllter.

Es genügt, wenn Sie einfach ein echtes Volksmärchen lesen (sehr geeigent die Märchen der Brüder Grimm oder die Volksmärchen der Welt) und sich dabei bildhaft und farbenprächtig das vorstellen, was Sie gerade lesen. Noch besser wäre, Sie fühlen sich in jede Situation des Märchens bzw. des Märchenhelden oder der Märchenheldin beim Lesen hinein und empfinden mit ihm/ihr mit. Ich garantiere Ihnen, das wirkt nach einer gewissen Zeit der Regelmäßigkeit wahre Wunder und ist durchaus Balsam für die Seele.

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter
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Wo ist der Himmelsschluessel versteckt?

Himmelsschluessel

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?“

Sicherlich kennen Sie diese Weisheit aus dem Volksmund. Aber was ist dran an dieser Aussage und vor allen Dingen, wie nahe liegt das „Gute“? Vielleicht kann uns folgende Weisheitsgeschichte etwas zur Aufklärung verhelfen:

Eine Himmelsschluessel Geschichte

Zu Beginn aller Zeiten war Gott – und Gott war All-Ein. Das war IHM mit der Zeit einfach zu langweilig und ER schuf aus sich heraus die ersten Wesen, um mit ihnen zu spielen und sich selbst kennen zu lernen. Aber diese Wesen kannten ihren Ursprung und fanden die Welt keineswegs interessant. So kehrten sie zu Gott zurück.

Das allerdings war nicht Sinn der Sache und so berief Gott eine Konferenz aller Götter ein, die er eigens dafür geschaffen hatte, damit sie ihm bei der Regierung der Welt ein wenig zur Hand gingen. Sie schlugen ihm nun vor, den Himmel einfach abzuschließen und den Schlüssel gut zu verstecken. Aber wo? Die menschlichen Wesen, die nun die Erde bevölkerten, waren sehr intelligent und würden den Schlüssel sicher überall suchen: in den Weltmeeren, auf der Spitze der höchsten Berge, ja sogar auf dem Mond. Jeder empfahl IHM etwas anderes.

“Nein, keiner eurer Vorschläge ist brauchbar“, tönte Gott, „der Mensch wird auf Dauer jeden Winkel des Universums entdecken. Jede Entfernung im Raum wird er zurücklegen”. Nach einer Zeit des betretenen Schweigens rief Gott schließlich aus: “Ich hab’s! Jetzt weiß ich, wo der Mensch den goldenen Himmelschlüssel nicht so schnell finden wird! In seinem eigenen Herzen werde ich den Himmelsschlüssel verbergen und der Mensch wird ihn nur entdecken können, wenn er immer tiefer nach innen geht”.

Und so geschah es auch. Seit dieser Zeit beobachtet Gott den Menschen, wie er bei seiner Suche vorangeht und wartet geduldig, bis er wieder zu IHM zurückkehrt und sich mit IHM verbindet.

Nach einer alten Lehrgeschichte

Es gibt viele Wege, nach Innen zu gehen aber nur einen einzigen, der auch zum Ziel führt! Aber welcher?

Ganz einfach – der ureigene Weg selbst!

Aber meist werden wir getrieben von unseren Sorgen, dem Alltags-Stress und den damit zusammenhängenden Verpflichtungen und es ist nicht immer einfach, Zeit und Muße zu finden, wieder auf die „eigene Spur“ zu kommen, da nicht wir unseren Alltag bestimmen, sondern der Alltag uns. Wir sind viel mehr mit unseren vielen Ablenkungen beschäftigt und den „gutgemeinten“ Ratschlägen anderer, als mit dem eigentlich Wesentlichen in unserem Leben.

Vielleicht hilft Ihnen beim Finden oder Bejahen Ihres ureigenen Wegs eine kleine Auszeit von nur wenigen Tagen. Begleiten Sie uns doch etwas auf unserer märchenhaften Pilgerreise. Wo, wann und wie so eine (Pilger-)Reise in Deutschland aussehen kann, erfahren Sie in unserem Blog-Beitrag.

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter
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Wenn der Tod kommt, dann ist Sense!

sonnedunklewolken

Wenn der Tod kommt, dann ist Sense!

Die lateinische Redewendung „taliter aliter“ (vollkommen anders) hat ihren Ursprung in einer mittelalterlichen Erzählung von zwei Mönchen, die sich das Jenseits in den schönsten Farben ausmalten, und sich dann gegenseitig versprachen, dass der, welcher zuerst sterben würde, dem anderen im Traum erscheinen und ihm nur ein einziges Wort sagen solle.

Entweder „taliter“ – es ist so, wie wir uns das vorgestellt haben, oder „aliter“ – es ist anders, als wir es uns vorgestellt haben. Nachdem der erste gestorben war, erschien er dem anderen im Traum, aber er sagte sogar zwei Worte: „Taliter aliter!“ – Es ist VOLLKOMMEN ANDERS als in unserer Vorstellung.

Stellen Sie sich einmal vor, Sie haben Ihr ganzes Leben lang meditiert, gebetet, eine spirituelle Übung nach der anderen gemacht, sich unzählige Vorstellungen über ein „Leben nach dem Tod“ zurechtgelegt, Vorträge, Kurse und Seminare besucht und sich eine Meinung nach der anderen gebildet.

Eines sicheren Tages werden wir Menschen ja alle diesen „Weg ins Jenseits“ gehen, aber kam Ihnen auch schon einmal der Gedanke, dass alles „dort“ ganz anders sein könnte, als wir es uns jemals ausmalen konnten?

Alles ist ganz anders!

Nun stellt doch der religiöse Mensch auf einmal fest, dass „Gott“ ganz anders ist und sich überhaupt nicht an seine menschlichen Vorstellungen hält und der Atheist erkennt plötzlich die geistige Fülle des Universums und dass „Gott“ im Grunde niemand anderes war und ist, als er selbst.

Wie viele Vorstellungen, Bilder und Meinungen machen wir uns doch im Laufe des Lebens? Wir bewegen uns voll von alten Erfahrungen nur noch in der Vergangenheit, sind von politischen und spirituellen Meinungen über etwas zum ziellosen Dahinvegetieren getrieben, klammern uns an Geld, materiellem Gut, Besitz und äußerem Reichtum fest und bemerken nicht einmal, dass wir unseren „Rucksack“ fürs Leben mit „altem Zeug“ nur noch voller packen. Das eigentliche Leben rauscht an uns vorbei und wir, wir sind nur noch mit der Last unseres Rucksackes beschäftigt.

So kommen wir eines Tages an dieGrenzen unseres so scheinbar mühsamen Lebens und überschreiten die Schwelle zum Tod – und was erleben wir?

Dunkelheit, Regungslosigkeit und absolute Stille!

Erschreckt Sie der Gedanke? Und wenn ja, was erschreckt Sie daran? Ist es die Tatsache, dass Sie plötzlich vollkommen auf sich gestellt sind, dass es keine Flucht mehr in äußere Ablenkungen gibt, dass die jahrzehntelangen Vorstellungen und Meinungen über etwas sich urplötzlich auflösen in „Schall und Rauch“?

Ist es die scheinbare Leere, die Sie vielleicht antreffen?

Wer nicht stirbt, bevor er stirbt, verdirbt, wenn er stirbt.
(Jacob Böhme, Mystiker und Schuster von Görlitz, 1575 – 1624)

Vielleicht aber hat diese Leere gar nichts mit dem eigentlichen Tod zu tun, sondern nur mit unserer Einstellung zum „vorangegangenen“ Leben? Eventuell ist sie nichts anderes, als die Konfrontation mit unserem ureigenen Selbst? Möglicherweise zeigt sie uns das, was wir ein ganzes Leben lang vernachlässigt haben, da wir viel mehr mit unseren Vorstellungen über das Leben beschäftigt waren, als mit dem Leben selbst!

Auch hier könnte uns das Märchen wertvolle Hinweise bieten, Leben und Tod einmal von einem ganz anderen Blickwinkel aus zu betrachten.

Das Märchen ist in seiner wohlbekannten und vertrauten Art völlig unkompliziert. Wie oft bemerken wir, dass im Märchen die Ebenen sich blitzartig ändern. Der Märchenheld hat Kontakt mit einem Menschen und im nächsten Augenblick unterhält er sich mit Zwergen, sprechenden Tieren oder anderen zauberhaften und übersinnlichen Wesen.

Für das Märchen gibt es die Trennung zwischen Leben und Tod nicht. Der Märchenheld ist wach im Diesseits und wach im Jenseits. Er lässt sich z. B. vom Fährmann über den Strom des Lebens hinüberfahren und trifft am anderen Ufer den Teufel, den er mit Hilfe seiner Ellermutter um drei goldene Haare beraubt, die ihm schließlich zu einem weisen und liebenden König verhelfen.

Der Märchenheld lebt und handelt in einer Welt mit unterschiedlichen „Bewusstseinsebenen“, aber auf jeder Ebene ist er wach und präsent.

So können wir vieles von den Märchenhelden und -heldinnen lernen und so manche Schwellenerlebnisse im Alltag könnten neue Türen öffnen, die wir vorher niemals vermutet hätten.

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter
Schreibkurs für kreative - kreativ schreiben lernen

Schöpfe Kraft und Inspiration

Schöpfe Kraft und Inspiration im Herzen Deines Wesens und verwirkliche in Gemeinschaft das Werk der Liebe. Jahresmotto 2010 des Märchen- und Lichtimpulses.

Meditativer Text zum Jahresmotto 2010
Schöpfe Kraft und Inspiration

Aus DER LIEBE geboren
bist Du jetzt und immer
in IHR geborgen
und empfängst zu jederzeit
DIE KRAFT, DAS GLÜCK
und DIE FÜLLE DES LEBENS.

Sobald Du die Werte,
die Fähigkeiten und die Möglichkeiten
Deines Lebens in Gang setzt
und sie entflammst,
vertiefst und anwendest,
wird sich auch Deine Energie,
Deine Beweglichkeit
und Deine Lebensqualität
wesentlich vermehren,
ganz besonders, wenn Du Dich
ständig am tiefsten Traum,
Wunsch und Bedarf
Deiner Mitmenschen orientierst.

Strecke Deine helfende Hand aus
und gib von Herzen dem Anderen
was er sich wünscht,
nimm selbst dankbar
die Hilfen Deiner Helfer in Anspruch
und wirke rege und täglich
mit Deinen Helfern zusammen.

Verwirkliche in jedem Augenblick
Deine allerbeste Aufgabe,
Deine inniglichste Berufung,
Dein erfüllendes Lebenswerk
und DAS HOHE WERK DER LIEBE.

Aus dem tiefsten Quell
in Deiner Seele,
schöpfe zu jeder Zeit
Deine Ideen, Deine Vorstellungen,
Deine Vorgehensweise
und Deine Impulse zu Taten
und setze diese gleich um,
mit Begeisterung, Schwung
und Ausdauer.

Bleibe stetig Deinem tiefsten Traum,
Wunsch und Ziel
zugeneigt, treu und aktiv.
Gehe weiter auf DAS LICHT zu
und lasse Dich von IHM
auf Deinem Weg begleiten.

Vollziehe JETZT und allezeit
in Gemeinschaft,
DAS HOHE und WEISE WERK
DER LIEBE.
Schätze, ernte und genieße
in jedem Augenblick
die ewig wahren Früchte des Lebens.

© 2010 Verein „Märchenhaft leben“ Vlotho

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