Welche Meinung ist die richtige? Eine Geschichte über Ansichten.

Welche Meinung ist die richtige?

Ein König rief einmal drei blindgeborene Menschen aus seinem Land zu sich, um ihnen einen Elefanten vorzustellen. Er führte sie vor das Tier und bat sie, ihm doch mitzuteilen, um welches Wesen es sich da handelte. Die Blinden wussten nichts über jenes für sie fremde Tier und betasteten es mit ihren Händen. Nach einer Weile sprach der König: „Nun, meine lieben Gäste, habt Ihr erkannt, um welches Tier es hier geht?“

Alle riefen wie aus einem Munde: „Ja, wir wissen nun, was ein Elefant ist!“ Und der erste Blinde, der das große Ohr des Elefanten abtastete, fuhr fort und sprach: „Der Elefant ist wie eine große Schaufel.“ Gleich darauf hörte man die Stimme des zweiten Blinden, der den Rüssel berührt hatte: „Nein, der Elefant ist wie eine Schlange.“ Ja und schließlich rief der dritte, der das Schwanzende des Tieres in seinen Händen hielt: „Auf gar keinen Fall, der Elefant ist wie ein Besen“.

So ging das eine ganze Weile. Jeder hatte die Meinung, den Elefanten in seiner Art erfasst zu haben. Mittlerweile gerieten sie in einen solchen Streit über das Aussehen des Elefanten, dass es immer bedrohlicher wurde. Jeder wollte recht haben und traute nur seinen eigenen Erfahrungen. Das Ganze jedoch, wie ein Elefant in Wahrheit von seiner Gestalt beschaffen ist, vermochten sie nicht zusammen zu bringen. Hätten sie nur einmal die Plätze getauscht, sie hätten sich gewiss ein umfassenderes und wahres Bild des Elefanten machen können und auch verstanden, was der andere meinte.

(Nach einer indischen Lehrgeschichte,
bearbeitet von Karlheinz Schudt)

„Ich finde einfach niemanden, der so häufig recht hat, wie ich!“

Selbstverständlich ist es immer eine Ansichtsache, wie man Dinge im Leben betrachtet, insbesonders, wenn es sich um Glaubensfragen handelt. Aber das ist schließlich die Freiheit des Menschen und so verhält es sich in Bezug auf jede Weltanschauung, Religion oder Lebenseinstellung. Gefährlich wird es nur, wenn eine dieser Ansichten zur allgemein gültigen Meinung erkoren wird und andere Menschen aufgrund ihrer Ansichten oder Erfahrungen ausgeschlossen oder bekämpft werden.

Ähnlich zeigt es sich bei der Interpretation, Deutung, Analyse oder Betrachtung von Märchen. Auch hier ist es immer eine Frage des Standpunktes, der eigenen Meinung und Lebenseinstellung, was man darin sehen möchte und was sie schließlich tatsächlich offenbaren. Nur wer genügend Bereitschaft und Offenheit mitbringt, seinen Blickwinkel zu ändern, wird weitaus mehr vom „Ganzen“ oder vom Geheimnis des Märchens (und des Lebens) erfahren, als jemand, der mit aller Macht und Vehemenz seinen Standpunkt oder seine Meinung verteidigt.

Rotkäppchen, nur eine harmlose Kindergeschichte?

So sagte einmal eine Teilnehmerin während einer Märchenfortbildung für Pädagoginnen:

„Ich dachte immer, dass es sich beim Märchen vom Rotkäppchen um eine pädagogische Moral-Geschichte mit erhobenem Zeigefinger handelt. Aber jetzt wird mir so langsam klar, dass es gar nicht darum geht, sondern um den ureigenen Weg, die Lebensaufgabe und das Lebensziel des Menschen in Gestalt von Rotkäppchen mit all den vielen äußeren Verlockungen und Ablenkungen, die es von seinem Weg abbringen. Unter diesem Gesichtspunkt erscheint mir auch die Erkenntnis in einem ganz anderen Licht, die Rotkäppchen am vermeintlichen Ende des Märchens offenbart: ‚Du willst dein Lebtag nicht wieder allein vom Wege ab in den Wald laufen, wenn dir’s die Mutter verboten hat.'“

Wenn auch Sie eine besondere und freilassende Methode kennenlernen möchten, mit der Sie nicht nur die offensichtlichen Seiten von Märchenbildern und -prozessen (oder die des Lebens) erkunden, sondern auch und besonders jene Offenbarungen, die weitaus tiefer (oder höher) liegen, dann besuchen Sie doch eines unserer Seminare, z. B. die Ausbildung zum(r) Märchen- und GeschichtenerzählerIn. Sie werden staunen, wie vielfältig, variationsreich und wahr die Märchen in Bezug auf das Leben eigentlich sind.

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

Adler oder Huhn? Wir sehen die Welt nur so, wie wir sie sehen wollen!

Adler oder Huhn?Vom Adler, der glaubte ein Huhn zu sein.

Eines Tages fand ein Mann ein Adlerei. Dies legte er in das Nest eines gewöhnlichen Huhns. Nach einiger Zeit schlüpfte daraus ein Adlerjunges, das zusammen mit den gewöhnlichen Hühnerküken aufwuchs.

Sein ganzes Leben lang benahm sich der Adler wie ein Hühnerküken. Schließlich kannte er es ja nicht anders und er dachte, er sei ein Küken aus dem Hinterhof. Manchmal gackerte er und zuweilen flog er auch ein Stück – eben so, wie ein Hühnerküken. Viele Jahre vergingen und der Adler wurde sehr alt.

Eines Tages sah er einen herrlichen Vogel hoch über sich am Himmel. Majestätisch und elegant schwebte er durch die Lüfte, ohne groß mit seinen kräftigen Flügeln zu schlagen. Der alte Adler blickte staunend und sehnsüchtig empor und fragte dann seine Nachbarin, ein Huhn: „Wer ist das?“ Das Huhn sprach: „Das ist der Adler, der König der Vögel. Aber reg dich nicht auf. Du und ich gehören nicht dazu.“

So dachte der alte Adler nicht weiter an den Vogel. Er starb in der Überzeugung, ein Küken im Hinterhof zu sein.

(Nach einer alten Lehrgeschichte,
bearbeitet von Karlheinz Schudt)

Adler oder Huhn?
Wir sehen die Welt nur so, wie wir sie sehen wollen!

Sie kennen sicherlich die Geschichten von Pippi Langstrumpf, dem kleinen, selbstbewussten und starken Mädchen, das mit ihren Tieren in einer alten Villa lebte und gemeinsam mit ihren beiden Freunden viele lustige Abenteuer erlebte. Die Autorin dieser Pippi Langstrumpf Geschichten, Astrid Lindgren, hatte sich für Pippi ein schönes Liedchen ausgedacht, in dem im Refrain folgender Satz vorkam: … „ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt.“…

Steckt in diesem kleinen Satz nicht eine große Wahrheit, die sowohl das Leben der Kinder bestimmt, als auch das von uns Erwachsenen? Ob dies von der Autorin beabsichtigt war oder ob es sich einfach um ein Kinderlied handelte, das sich „nur“ reimen sollte, sei jetzt einfach einmal dahin gestellt. 

Wir Menschen mit unseren großartigen Fähigkeiten und Möglichkeiten sehen meist nur das im Leben, was wir angeblich nicht gut können oder was uns im Alltag belastet. Und wie in der obigen Geschichte identifizieren wir uns mit unserem Umfeld, von dem wir glauben, dass die Umstände es geschaffen haben und wir uns Zeit unseres Lebens damit abfinden müssen. Wen wundert es, dass wir allmählich einen „Lebensstil“ entwickeln, der uns nötigt, nur noch die vermeintlich anderen für unser Wohl und Wehe verantwortlich zu machen. Und dabei übersehen wir immer mehr jene großartigen Fähigkeiten, Stärken und Möglichkeiten in uns, so dass wir am Ende glauben, das zu sein, was wir oder andere von uns glauben oder halten. 

Märchen und Weisheitsgeschichten als Hilfe zur Selbstverwirklichung 

Ein Hühnerküken oder Huhn hat natürlich in den „Augen“ der Schöpfung oder Natur dieselbe Daseinsberechtigung wie ein Adler und somit dasselbe Recht zu leben. Und dennoch drückt diese Geschichte sinnbildlich aus, dass wir Menschen eher das in uns sehen, was klein, hilflos und unfähig ist, anstatt uns der „königlichen“ Natur in uns bewusst zu werden und uns über altgewohnte Glaubenssätze hinaufzuschwingen in jene „Spähren“, die uns weitaus mehr Möglichkeiten und Chancen offenbaren, als wir in unserem selbstgebauten „Gefängnis“ jemals zu erträumen wagten. 

Gewiss, erheben sollten wir uns schon selbst und zugegeben, der Schritt ist nicht einfach, vor allen Dingen, wenn wir schon so viele Jahre in diesem selbstgebastelten „Gefängnis“ sitzen. Aber Gott sei Dank gibt es ja eine Menge an Hilfsmitteln, die uns auf diesem Wege unterstützen könnten. Weisheitsgeschichten und Märchen jedenfalls gehören dazu und wer sie mit dem Herzen hört, der weiß welche nahezu unerschöpflichen Kraftquellen darin verborgen sind. 

Ach ja, und wer mit diesen in Seelenbildern ausgedrückten „Kraftquellen“ auch noch andere Menschen, ob Kinder oder Erwachsene, beglücken möchte, für den ist z.  B. der Beruf eines Geschichten- oder Märchenerzählers, der sowohl als Hobby, neben- oder hauptberuflich ausgeführt werden kann, sehr erfüllend und nützlich. 

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

Märchen-Seminar Erzählen lernen

Märchen als Selbsterfahrung und Seelennahrung

selbsterfahrungSo einiges hat die Wissenschaft über das Märchen geschrieben, doch bis heute ist kein Ende abzu­sehen. Wen wundert‘s, denn das Märchen ist zeitlos und in sei­ner Art nicht fassbar. Es drückt in Bildern Ereignisse aus, die jenseits unseres meist überbetonten Verstandesden­kens liegen. Da ist es nur allzu natürlich, dass Kinder mit ihrem noch unbefangenem Staunen die Botschaft des Märchens auf ihre Weise erfassen können.

Märchen für Erwachsene?

Nun bezeichnen die Brüder Grimm ja in Ihrer Sammlung die Märchen als KHM = Kinder und Hausmärchen. Durch diese Unterscheidung kann man erahnen, dass es sich hier nicht ausschließlich um Kindermärchen handelt, sondern, und vielleicht sogar in überwiegender Anzahl, um Märchen für Erwachsene.

So ist es nicht verwunderlich, dass schon lange nicht mehr „nur“ die Kinder von den einfachen und natürlichen Weisheiten der Volksmärchen profitieren, sondern eben auch die Erwachsenenwelt durch Selbsterfahrung und Seelennahrung. Was früher noch als „Erzähl mir doch kei­ne Märchen …“ galt, das zeigt sich schon lange als Möglichkeit, an zeitlose, seelisch-spirituelle Weis­heiten und Wahrheiten zu gelangen.

Märchen als Selbsterfahrung!

Die Psychoanalytiker Carl Gustav Jung und Siegmund Freud waren in dieser Beziehung ihrer Zeit voraus. Gerade C. G. Jung war einer der bedeutendsten Vorreiter in der Arbeit mit Märchen- und Traumbildern. Der Schweizer hat dadurch wesentliches zur Entschlüsselung der geistigen Tradition der Menschheit bei­getragen, die sich in Religion, My­thos und eben in Märchen ausdrückt.

Er fand z. B. heraus, dass das persönliche Unbewuss­te eines jeden Menschen sich in Träumen und Visionen ausdrückt und eine tiefe Ver­wandtschaft mit dem kollektiven Unbewussten hat. Diese Art der menschlichen Ur-Erfahrung drückt sich überall auf der Welt bei den verschiedensten Völkern in der Darstellung von märchenhaften Bildern aus.

Märchen = Maerlin: Kleine Geschichte, Botschaft, Kunde.

Nun gibt es den Namen „Mär­chen“ ja schon im Mittelhochdeutschen. Dort wurde er in der Verkleinerungsform „Maerlin“ angewandt, was nichts anderes als kleine Geschichte, Botschaft oder Kunde bedeutete.

Und jene Märchen haben neben dem Vermitteln von tiefen Weisheiten und zeitlosen Wahrheiten auch noch die Eigenschaft, dem Erwachsenen, sofern er sich dafür offen zeigt, eine Hilfe zur Selbstfindung und Selbsterfahrung zu sein und schließlich zur eige­nen Heilung von innen heraus.

Wer nun märchenhafter leben und sich ein Bild über diese zeitlosen Weisheiten und Wahrheiten machen möchte, der findet in der Märchenzeitschrift und in den 7 Urbildern des Märchens und des Lebens eine großartige Hilfe.

Mehr über die Märchenzeitschrift finden Sie per Klick hier:

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Gerade jene Menschen, die ihr inneres Gemüt in Märchen oder Weisheitsgeschichten wiederfinden oder neu entdecken, erleben in diesen einfachen und poetischen Schilderungen eine Bejahung ihrer ureigenen Lebensaufgabe und ihres höchsten Lebensziels.

Den Alltag NICHT flüchten, sondern zum Fest machen!

Der Alltag zeigt sich so in einem ganz anderen Licht. Kein Märchen und auch keine Weisheitsgeschichte der Welt hatte oder hat jemals zum Inhalt, dass der Mensch seinen Alltag flüchten sollte.

Ganz im Gegenteil – in seelisch-spirituellen Bildern wird märchenhaft geschildert, wie die Herausforderungen des Alltags gemeistert werden sowie sanfte und wirkungsvolle Wege zu mehr Glück, Liebe, Erfolg und Gesundheit eingeschlagen werden könnten. Der Alltag wird nicht mehr als graues, notwendiges Übel gesehen, sondern als lebensfrohes Fest, das jeden Tag von Neuem beginnt.

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

Schreibkurs für kreative - kreativ schreiben lernen

Sind Märchen Lügengeschichten?

luegenmaerchen

© aboutpixel.de_Fotograf_Fischlei

Zu einem Beitrag u. a. in Facebook mit dem Titel: „Ausbildung zum/r MärchenerzählerIn“ erreichten mich Kommentare, von denen ich hier einige veröffentlichen möchte. Bei Interesse können Sie gerne auf einen der Links in den Texten klicken und sich über diese Thematik ein wenig mehr informieren.

Falls Sie selbst Lust haben, einen Kommentar zum Titel dieses Blog-Beitrages zu verfassen, dann freue ich mich auf Ihre Zusendung.

Der „Stein“ des Anstoßes:
Ausbildung zum/r MärchenerzählerIn

Evy L.:

Dazu muss man viele gar nicht erst ausbilden …

Karlheinz Schudt:

Hallo Evy, verstehe ich Dich richtig, dass Du in Deinem Kommentar mit Märchen Lügengeschichten meinst? Leider wird heute vieles sehr missbräuchlich verwendet. Und dazu gehören auch die echten Märchen, die keineswegs historischer Natur sind, sondern in Seelenbildern innere Prozesse des Menschen ausdrücken und zuweilen sogar ungewöhnliche Lösungen für so manchen Engpass im Alltag zeigen könnten.

Evy L.:

Hallo Herr Schudt, erst einmal sorry, wenn wir Ihnen mit unseren Albernheiten zu nahe getreten wären. Anhand der allgemeinen Reaktionen auf Ihr sicherlich gut gemeintes und interessantes Ausbildungsangebot haben Sie ja nun gemerkt, dass der Name Märchenerzähler leider mit Asoziationen behaftet ist, die unwillkürlich ins Lächerliche und Negative abdriften. Märchenerzählter = Lügenerzähler. Dass dies von Ihnen nicht so gewollt ist, dessen bin ich mir sicher. Nicht ärgern über unsere Witzeleien! Sondern sie einfach als „Anregung“, betrachten, Ihr Seminar anzubieten evtl. unter der viel seriöseren und unanstößigen Bezeichnung „Ausbildung zum Vortragskünstler für Märchen.“ Ich wünsche Ihnen jedefalls viele interessierte Teilnehmer.

Karlheinz Schudt:

Hallo Evy, danke für Ihren Tipp! Ja, heute ist vieles mit Assoziationen behaftet, aber das liegt wohl weniger am Begriff, sondern eher daran, dass viel Unkenntnis und Zynismus dahinter stecken. Klar, man kann natürlich alles verkomplizieren und intellektualisieren, um ja nicht aus dem Trend der Zeit zu fallen. Nehmen Sie es mir nicht übel, aber dann verwende ich doch lieber den Begriff, der das ausdrückt, was es ist – selbst wenn oder gerade weil die wahre Bedeutung für andere Zwecke oft missbraucht wird. Nein, ich ärgere mich nicht darüber, im Gegenteil, es gibt mir wieder Gelegenheit, auch einen anderen Blickwinkel ins Bewusstsein zu rufen, bevor der „Massentrend“ und die „Mode“ sich wieder breit machen. Ich wünsche Ihnen noch eine erfüllende und märchenhafte Zeit!

Kerstin M.:

Heilende Märchen – das ist das, was Mütter, auch ich, ihren Kindern erzählen. Schade nur, dass die Ausbildung so teuer ist.

Karlheinz Schudt:

Hallo Kerstin, ja nahezu alle echten Märchen (besonders die Volksmärchen aus aller Welt) sind auf seelisch-spirituelle Weise heilsam. Was die Kosten dieser Ausbildung betrifft, da gibt es natürlich immer Vor- und Nachteile. Die Initiatoren dieser Ausbildung (seit 1983) haben in dieser Zeit noch keine öffentlichen oder sonstige Subventionen erhalten und leben seit dieser Zeit von ihrer Tätigkeit. Dieses professionelle, praxisorientierte und unabhängige Arbeiten über diese Zeit hinweg spiegelt sich natürlich äußerst positiv im Inhalt und der Qualität dieser Ausbildung wieder. Allerdings erfordert ein solcher Dienst auch einen realen (ungeschönten) Preis. Aber schon viele Menschen mit weniger finanziellen Mitteln, konnten sich diese Ausbildung bereits erlauben. Schließlich gibt es nicht nur im Märchen ungewöhnliche Lösungen. Frag doch einfach einmal nach: http://www.maerchen-ausbildung.de

Silvia D.:

Ihr solltet Ehemänner ausbilden! Es wär dann interessanter …

Karlheinz Schudt:

Hallo Silvia, gerne, dann schick uns doch welche. Der männliche Anteil unter unseren SchülerInnen könnte wesentlich höher sein!

Renate S.:

Fragt doch mal im Bundestag nach! Da sind die größten Märchenerzähler aller Zeiten!

Karlheinz Schudt:

Hallo Renate, wenn wirklich echte Märchen dort erzählt würden, dann würde vieles womöglich schneller, kreativer und lösungsorientierter zugehen.

Friederike S.:

Märchen sind für mich wunderbare Geschichten in einfachen Worten. Höre oder lese ich ein Märchen, nehme ich sogleich Innere Bilder wahr. Was mich immer wieder begeistert sind die ungeahnten Lösungen, die gefunden werden. Das stärkt mein Lebensglück und mein Vertrauen, wenns mal nicht so läuft in meinem Leben: ALLES wird gut 🙂

Steffi B.:

Machen das nicht schon die Politiker genug!?

 Karlheinz Schudt:

Hallo Steffi, eigentlich geht es hier um Märchen = Kunde, Botschaft, Nachricht und weniger um das, was uns zuweilen die Politiker (oder auch andere „Verkäufer“) erzählen. Märchen haben keinen oder kaum historischen Bezug, sondern schildern in Seelenbildern innere Prozesse.

Christine W.:

Ich habe schon als Kind Märchen geliebt und wenn ich einmal krank war, schnappte ich mir mein schönes dickes Märchenbuch, lag im Bett und habe mich „gesund gelesen“. So sind für mich Märchen auf keinen Fall Lügengeschichten! Im Gegenteil, für mich wirken sie eher heilsam. Auch heute lese ich oft noch Märchen und als Künstlerin schöpfe ich aus ihnen viele Inspirationen.

Silvia K.:

Muss man Märchen erzählen lernen? Ich denke, wer sich als Kind damit beschäftigt hat und dann später mit dem Älterwerden seinen Kindern und Enkelkindern die Märchen immer weiter gegeben hat, der braucht dies nicht zu lernen. Märchen gehören zum Leben dazu.

Karlheinz Schudt:

Hallo Silvia, ja Du hast recht, das Erzählen von Geschichten und Märchen muss der Mensch zunächst nicht lernen. Schon im Kindesalter fängt er an durch das „Lallen“ (Babysprache) Dinge zu offenbaren, selbst wenn wir Erwachsenen dieses Erzählen intellektuell wohl nicht verstehen. Wer allerdings mit dem Herzen hinhört, wird staunen, was das Kind da offenbart. Wohl dem Kind, das noch Eltern oder Großeltern hat (hatte), die ihm so ab dem 3./4. Lebenjahr im kleinen Familienkreise Märchen erzählen oder wenigstens vorlesen konnten. Wenn aber jemand mehr über die tieferen Lebensgeheimnisse der echten Märchen erfahren und vor fremden Publikum (z. B. 30, 70 oder weit über 100 Menschen) in der Öffentlichkeit neben- oder hauptberuflich frei erzählen, das Märchen auch beruflich, z. B. in der Kunst, der Pädagogik und Therapie einsetzen möchte, für den ist eine praxisorientierte und ganzheitliche Ausbildung sehr empfehlenswert und wichtig.

Karin Z.:

Gibt es nicht schon genug OFFIZIELL gewählte Märchenerzähler?
Perfekter kann man nicht werden
!

Karlheinz Schudt:

Hallo Karin, leider nein, wenn Du allerdings unsere Politiker oder eine ähnliche Gattung damit meinst, dann haben jene mit Märchen nichts zu tun. Denn Märchen schildern in Seelenbildern innere Prozesse und ungewöhnliche Lösungsmöglichkeiten und die haben mit Wahlversprechungen, staats- und menschenführender „Taktik“ und dergleichen nichts zu tun.

Karin Z.:

Ich bin Märchenfreund seit ich lesen kann, Märchenbücher liegen immer bereit und fast täglich lese ich mindestens ein Märchen, weil es für mich nichts Besseres gibt. Ich glaube auch daran, dass in den Märchen viel Wahrheit und Wegweisung stecken. Traurig ist nur, dass die große Mehrheit sie kaum noch liest. Mein Kommentar war „böse“ gegen die genannten Personen gemeint. Tut mir leid, die Märchen haben das nicht verdient, sie als „Seitenhieb“ zu missbrauchen.

Annika S.:

Sind da auch all unsere Politiker gewesen?

Karlheinz Schudt:

Hallo Annika, ich glaube nicht, denn dann würden sie sicherlich richtige Märchen erzählen und keine erfundenen Geschichten!

Trudi S.:

Wo findet die Ausbidung denn statt? In Berlin, im Bundeskanzleramt?

Karlheinz Schudt:

Hallo Trudi, leider nein, es geht ja um Märchen = Seelenbilder, nicht um Schönrederei, Verschleierung und dergleichen. Aber wenn Du mir einen Kontakt besorgen kannst, dann bin ich gerne bereit, auch im Bundeskanzleramt diese Ausbildung anzubieten. Das wäre für so manche kreative und ungewöhnliche Lösungsfindung, von der sicherlich alle Menschen profitieren, sehr dienlich!

Martina S.:

Märchen zu erzählen, das hat eine lange Tradition. Mündliche Weitergabe war in Zeiten sehr wichtig, als nur wenige Menschen lesen und schreiben konnten. Es gehören aber auch Gestik und Rhetorik dazu, um das Erzählte zu unterstreichen – je besser, desto nachhaltiger. Modern gesprochen, man spult ein Kopfkino vor dem geistigen Auge des Zuhörers ab. Die Erinnerung an das gesprochene Wort manifestiert sich. In vielen Gegenden der Erde ist Märchenerzähler, erweitert sogar mit Neuigkeiten und Begebenheiten des Alltags, heute noch ein „richtiger“ Beruf.

Karlheinz Schudt zu einem Artikel in einem Gesundheits-Blog:

Lieber René G.,
 
herzlichen Dank erstmals an dieser Stelle für Ihre mutigen und kritischen Beiträge in Bezug auf die Schulmedizin, die ich theoretisch und auch aus eigener Erfahrung sehr gut nachvollziehen und begrüßen kann.
 
Allerdings fällt mir auf, dass Sie zumindest in letzter Zeit öfter (leichtfertig?) das Wort Märchen verwenden und damit indirekt auf Lügengeschichten hinweisen.
 
Das finde ich schade, zumal Märchen keinesfalls etwas mit Lügengeschichten zu tun haben. Märchen (mittelhochdeutsch auch Mär oder Märe = Kunde, Botschaft, Nachricht, kleine Geschichte) sind keine historischen Begebenheiten, sondern Seelenbilder (innere Prozesse) des Menschen oder Schilderungen aus seiner Innenwelt. Sie stehen in keiner Beziehung zu Lügengeschichten, Täuschungen, Verschleierungen und Schönrederei.
 
Es wäre schön, wenn Sie diesen Begriff in Zukunft etwas vorsichtiger verwenden würden oder zumindest so, wie es seiner wahren Bedeutung gemäß ist. Oder benützen Sie doch gleich ein Wort, das dem entspricht, was Sie damit ausdrücken möchte, wie z. B.: Lüge, Täuschung, Verschleierung, Schönrederei, etc.?
 
Nichts für ungut, ich wünsche Ihnen jedenfalls weiterhin viel Erfolg bei Ihrer wichtigen und aufklärerischen Arbeit.

Antwort darauf von René G.:

Sehr geehrter Herr Schudt,

Sie haben absolut Recht! Dabei schätze ich die Weisheit der Märchen sehr. Ich werde das mit den Märchen mal aus meinem Sprachgebrauch streichen und versuchen zu ersetzen. Manchmal spreche ich ja auch von Legoland – was ja eigentlich auch eine Verharmlosung darstellt.

maerchenausbildungblog

Geburt in der Wüste: Die goldene Straße der Wahrheit

Geburt in der Wüste

Wissen Sie, „Wie der Mensch auf die Erde kam“?
Möchten Sie auch „Die goldene Straße der Wahrheit“ kennen lernen?
Kennen Sie „Die sieben Welten des Menschen“?

Wenn Sie gespannt darauf sind, was „Der kürzeste Weg zum Glück“ ist, warum „Die Sehnsucht ihre Sucht verlor“ und was Sie noch Wundersames auf dieser Reise nach Innen erwartet, dann dürfen Sie sich die Hörbuch-CD

DIE GEBURT IN DER WÜSTE von Karlheinz Schudt

nicht entgehen lassen.

… „Eines Tages ging ein kleines Mädchen aus der Familie der Wüstenbewohner etwas weiter in die Wüste hinein, um den Grund zu suchen, warum die Menschen alle leiden mussten.

Wie sie eine Weile gegangen war, da fand sie doch die Sonne, die sich in den Stacheln eines Kaktus verfangen hatte. Die Sonne war ganz verzweifelt und bat das kleine Mädchen, es möge ihr doch helfen und sie wieder befreien, damit sie erneut ihre Aufgabe erfüllen konnte.

Ohne zu zögern und ohne Angst vor den spitzen Stacheln des Kaktus machte sich das Mädchen daran, die Strahlen der Sonne aus den stacheligen Klauen des Kaktus zu entwirren. Dabei aber verletzte sie sich an einer Stachelspitze und ein Tropfen Blut fiel auf den Wüstenboden.“ …

Auszug aus der märchenhaften Geschichte:
„Die Geburt in der Wüste“

Erfreuen Sie sich erstmalig an diesen märchenhaften Weisheitsgeschichten, die auf langen Autofahrten eine sinnvolle und innerlich erfüllende Unterhaltung bieten oder bei einem wohlig warmen Bad gleichzeitig Ihrer Seele eine wohltuende und nährende Kostbarkeit zukommen lassen und schließlich abends, beim Einschlafen, völlig natürlich und ohne Nebenwirkungen zu einem gesunden und entspannenden Schlaf verhelfen.

Schauen Sie doch gleich einmal in den Märchenshop und staunen Sie, was diese kleinen runden Scheiben, die auf jedem handelsüblichen CD-Abspielgerät zu hören sind, an wundersamen Weisheitsgeschichten beinhalten. Weitere Infos und Hörproben finden Sie hier:

DIE GEBURT IN DER WÜSTE

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter
Schreibkurs für kreative - kreativ schreiben lernen

Die Wahrheit kommt viel rum im Leben …

Wahrheit und das Märchen… weil fast jeder, der sie vor seiner Türe sieht, weiterschickt!

Dem Himmel sei Dank gibt es ja das Märchen! Und da das Märchen bei den Menschen sehr beliebt ist, hat es auch sogleich einen weisen Rat für die gute alte Wahrheit, damit diese endlich auch bei den Menschen gerne gehört wird.

Welchen? Hören Sie gut zu …

Die Wahrheit ging durch die Straßen ganz nackt, wie am Tag ihrer Geburt. Kein Mensch wollte sie in sein Haus einlassen. Jeder, der sie traf, flüchtete voller Angst vor ihr. Eines Tages ging die Wahrheit wieder in Gedanken versunken durch die Straßen. Sie war sehr betrübt und verbittert.  

Da begegnete sie dem Märchen. Das Märchen war geschmückt mit herrlichen, prächtigen und vielfarbigen Kleidern, die jedes Auge und jedes Herz entzückten. Da fragte das Märchen die Wahrheit: “Sage mir, geehrte Freundin, warum bist du so bedrückt und drehst dich auf den Straßen so betrübt herum?” Da antwortete ihm die Wahrheit:  

“Es geht mir sehr schlecht. Ich bin alt und betagt und kein Mensch will mich kennen.” Hierauf erwiderte ihr das Märchen: “Nicht weil du alt bist, lieben dich die Menschen nicht. Auch ich bin sehr alt, und je älter ich werde, desto mehr lieben mich die Menschen. Siehe, ich will dir das Geheimnis enthüllen: Sie lieben es, dass jeder geschmückt ist und sich ein wenig verkleidet. Ich werde dir solche Kleider borgen, mit denen ich angezogen bin, und du wirst sehen, dass die Leute auch dich lieben werden.”  

Die Wahrheit befolgte diesen Rat und schmückte sich mit den Kleidern des Märchens. Seit damals gehen Wahrheit und Märchen zusammen, und beide sind bei den Menschen beliebt.

Jüdische Geschichte

Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

Ansichten oder der Streit um einen Elefanten. Eine Geschichte

Ansichten über einen Elefanten

Ein indischer Fürst rief einmal einige Blindgeborenen des Landes zusammen. Alle standen nun um einen Elefanten herum und betasteten das große Tier. Jeder dort, wo er gerade stand. Dann ging der Fürst zu den Blinden hin und fragt sie:

„Habt ihr erkannt, was nun ein Elefant ist?“ „Ja“, erwiderten alle. Und als er weiter fragte: „Wie ist denn der Elefant?“ Da sagte einer, der das große Ohr betastet hatte: „Der Elefant ist wie eine Schaufel.“

„Nein“, meinte da ein anderer, „der Elefant ist wie eine Schlange!“, denn er hatte den Rüssel in der Hand.

„Wie ein Baum ist der Elefant!“, sagte der nächste, der mit beiden Händen ein Bein des Tieres umfasste. „Nein“, rief da wieder einer, der das Schwanzende zwischen den Fingern hielt, „er ist wie ein Besen“!

Mit der Zeit gerieten sie in einen solch heftigen Streit über den Elefanten, dass es immer bedrohlicher wurde. Jeder wollte recht haben und traute nur seinen eigenen Erfahrungen. Aber sie vermochten einfach nicht, das Ganze zusammenzubringen und zu erkennen, wie ein Elefant in Wahrheit von Gestalt und Aussehen beschaffen ist.

Hätten sie nur ein paar mal die Plätze getauscht, sie hätten sich ein umfassendes, wahres Bild des Elefanten machen können und verstanden, wovon auch der andere spricht.

Indisches Märchen

Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter
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