In der Ruhe liegt die Kraft

Ruhe, KraftUnter dem modernen Begriff „Kopfkino“ bezeichnet man heutzutage die Fähigkeit, mit Hilfe der menschlichen Vorstellungskraft (Imagination) oder Fantasie Bilder im Kopf entstehen zu lassen. Märchen mit ihren einfachen und klaren (Seelen-) Bildern hingegen fördern besonders diese Vorstellungskraft, können aber noch wesentlich mehr!

Gerade in Schulen und Kindergärten höre ich als Märchen- und Geschichtenerzähler nahezu regelmäßig von den Pädagogen, dass Märchen ungemein entspannend, beruhigend und wohltuend auf die Kinder wirken und gleichzeitig auch noch eine Menge weisheitsvolle Zuversicht vermitteln.

Sehnsucht nach Ruhe, Einfachheit und Klarheit

In einer von Informationen und Sensationen überfluteten Zeit, in der es fast nur noch um „größer“, „besser“ und „schöner“ geht und nahezu jeder meint, überall nochmals „eins drauf setzen“ zu müssen, wächst immer mehr die Sehnsucht bei Kindern und Erwachsenen nach jenen einfachen, klaren und „stillen“ Worten, die lebendig, natürlich und von Herzen frei erzählt werden.

In der Ruhe liegt die Kraft tönt es mitunter recht vollmundig und werbewirksam in so manchen Kreisen, die sich dieses Motto erst einmal selbst zu Herzen nehmen sollten. Aber es stimmt und es hat auch nichts mit „faulenzen“, mit „nichts hören“, „nichts sehen“ und „nichts sagen“ zu tun.

Es geht darum, in der Ruhe jene guten Gedanken und Gefühle, nach Möglichkeit ungetrübt von äußeren manipulativen Ablenkungen, zu finden oder entstehen zu lassen, die nötig sind, um konstruktiv, lösungsorientiert und lebensbejahend an dieser Welt mitzuwirken.

Sollten auch Sie die Märchen gerne haben und den tiefen Wunsch verspüren, als Märchen- und Geschichtenerzähler mehr Vertrauen, Mitgefühl und Zuversicht in die Welt und unter die Menschen bringen zu wollen, dann zögern Sie nicht lange.

In dieser Ausbildung zum/r Märchen- und GeschichtenerzählerIn erfahren Sie …

wie Sie die Kunst des freien Erzählens
von Märchen und Geschichten mühelos erlernen,

wie Sie sogar Vorträge und Präsentationen
zu verschiedenen Themen frei halten können,

wie Sie in jedem Alter mit Leichtigkeit und Freude
Ihr Gedächtnis trainieren können,

wie Sie von Herzen und natürlich
frei vor Publikum Geschichten und Märchen erzählen,

wie Sie dadurch mehr Ruhe, Vertrauen
und noch mehr Lebensfreude erhalten,

wie Sie aus Ihrer Lebensfreude ein sinnvolles Hobby,
eine Berufung oder sogar einen Beruf machen können,

wie Sie auch über diese Ausbildung hinaus
von uns gefördert werden können.

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

Frei erzählen lernen von Geschichten und Märchen

Vom Wunsch, der in Erfüllung geht …

wunsch

Märchen helfen uns nicht nur das eigene Seelenleben zu verstehen, sondern geben auch praktische Lösungen für „handfeste“ Probleme im Alltag. Wie aber helfen sie uns, unseren innersten Wunsch oder unsere Wünsche im Leben zu realisieren?

Johann Wolfgang von Goethe sagte einmal:

„Unsere Wünsche sind Vorgefühle der Fähigkeiten, die in uns liegen;
Vorboten desjenigen, was wir zu leisten imstande sein werden.“

Wie geht es Ihnen beim Wahrnehmen dieses Zitats von Goethe? Ist es nicht großartig zu wissen, welches schöpferische Potenzial wir eigentlich in uns tragen? Oder meldet sich bei Ihnen gleich jener „treue“ und unscheinbare Geselle, den wir alle sehr gut unter dem Namen „Zweifel“ kennen?

Jener Zweifel, der uns tagtäglich begleitet und uns glauben machen will, wie begrenzt, nichtig und unfähig wir alle doch sind und wie unwichtig und überflüssig dieses andere, zarte und feine Wesen in uns ist, das wir gemeinhin als innere Stimme, als Idee, Impuls, Intuition oder gar als inneren Helfer bezeichnen.

Dieses Wesen ist verwandt mit unserem sehnlichsten Wunsch, oder wie Goethe es nennt, mit den Vorgefühlen unserer eigentlichen Fähigkeiten. Um sich nun einen Wunsch zu erfüllen, gehören also weder viel Verstand und Wille noch intellektuelle Hochseilakte dazu, sondern das Gefühl und die Leidenschaft.

Damit sind nun nicht irgendwelche Gefühlsduseleien oder gar die „Geschwister“ Lust und Unlust gemeint, sondern jene Kraft, die als Grundvoraussetzung unseres schöpferischen Daseins dient und uns das Erreichen der Wünsche ermöglicht: die Freude und Begeisterung und das Vertrauen in den eigenen inneren Lebensplan.

Ein Wunsch mit Leidenschaft erdacht,
erfüllt sich meist schon über Nacht!

Diesen Prozess kann man auch sehr schön in der Natur z. B. an der Seerose ablesen. Zunächst entwickelt sie sich in der Stille, im Dunklen und unter der Wasseroberfläche, ganz unscheinbar und ohne jegliche Sensation. Kein Mensch ahnt, welche Schönheit dort heranwächst. Und plötzlich ist sie da! Ein wenig Sonne, ein wenig Wärme und sie entfaltet königlich ihre ganze bezaubernde Anmut.

Was nun Goethe mit seinem Zitat so treffend auf den Punkt bringt und uns die Natur in vielerlei Varianten zeigt, das präsentieren uns die Märchenfiguren in allen Volksmärchen der Welt und dies in verschiedenen Variationen.

Gerade der Dummling, der von vielen im Märchen (und auch im Leben) aufgrund seiner Einfachheit und Offenheit verlacht und nicht selten ausgegrenzt wird, erreicht sein Ziel. Sein Wunsch geht in Erfüllung, da er mit einer großen Portion Urvertrauen und Mitgefühl für seine Mitmenschen und Umwelt, ganz entgegen seiner beiden hochmütigen und gescheiten älteren Brüder, seinen eigenen Weg geht und sich von nichts, aber auch gar nichts ablenken lässt.

Ein schönes Beispiel dazu finden Sie in dem Märchen „Die Bienenkönigin“,
gesammelt von den Brüdern Grimm:

>>> Um zum Märchen „Die Bienenkönigin“ zu gelangen, klicken Sie hier <<<

Aber eigentlich ist diese märchenhafte Schilderung nicht neu, denn Wahrheit und Weisheit liegen – und das nicht nur im Märchen – in der Einfachheit, Stille und Natürlichkeit.

Und wer weiß, vielleicht liegt gerade in einem einfachen, natürlichen und märchenhaften Leben der Schlüssel zum Geheimnis unserer Wunscherfüllung.

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

lernprogrammlang

Der Himmel stürzt ein – ein Märchen

Der Himmel stürzt ein - ein MärchenEin großer Samurai hatte über die Jahre hinweg in unzähligen Kriegen schon viele Kämpfe für seinen Herren gewonnen. Nun aber verlor er seinen ersten Kampf. Gedemütigt, voller Zorn gegen sich selbst und den Rest der Welt, wollte er seinem nun nichtswürdigen Leben ein Ende bereiten.

Er ritt die staubige Landstraße entlang, darüber nachsinnend, wie er sich nun am grausamsten und auffälligsten ins Jenseits befördern könnte. Plötzlich lag vor ihm auf der Straße ein kleiner Spatz auf dem Rücken und streckte seine beiden Füßchen zum Himmel. Der Samurai, in seinem Denken gestört, hielt an und schrie den Spatz an: „Geh mir aus dem Weg, du nichtswürdiges Federvieh!“

Der Spatz aber entgegnete ganz keck: „Nein, das werde ich nicht tun. Ich habe eine große Aufgabe zu verrichten.“ Ganz überrascht und erstaunt über die selbstbewusste Antwort des Spatzen, stieg der Samurai von seinem Pferd ab, beugte sich zu dem Spatzen hinunter und sprach:

„Sage mir, was ist denn so wichtig, dass du mir den Weg nicht freimachen willst?“
„Oh“, sagte der Spatz, „man hat mir gesagt, dass heute der Himmel auf die Erde fallen wird, und da liege ich nun, um ihn mit meinen Füßen aufzufangen.“

Als dies der Samurai hörte, da fing er an zu lachen und konnte beinahe nicht mehr aufhören. Und er rief prustend: „Was, du kleines Federknäulchen willst mit Deinen dürren Beinchen den Himmel auffangen?“ Der kleine Spatz erwiderte ganz ruhig und klar: „Tja, man tut was man kann!“

(Nach einer alten Japanischen Lehrgeschichte.
Bearbeitet von Karlheinz Schudt.)

Mit Märchen aus der Krise!

Die Welt scheint voller Krisen zu sein – wohin das Auge blickt. Ob wir jemals in der Menschheitsgeschichte ein Zeitalter hatten, in dem es mehr oder weniger Krisen gab, beruht auf Spekulationen und dem Glauben an die Wahrhaftigkeit unserer Geschichtsschreiber. Hinzu kommt, dass in der Neuzeit die Wichtigkeit einer Krise durch die weltumspannende und häufig einseitige und emotionale Berichterstattung der Medien je nach deren gesellschaftlicher, politischer oder wirtschaftlicher Ausrichtung dramatisiert oder heruntergespielt wird.

Doch welchen Sinn haben Krisen für die Menschen? Sind es jene „Strafen“, die der „liebe Gott“ als Konsequenzen für die Dummheiten seiner menschlichen Schöpfungen vorgesehen hat? Gibt es überhaupt einen „strafenden Gott“ oder sind diese Konsequenzen in Wahrheit „Wegweiser“, um endlich für die wahre Lebensaufgabe und das ureigene Lebensziel wach zu werden, anstatt die Dummheiten von „Gestern“ in einem „neuen Kleid“ zu wiederholen?

Mit Märchen über den eigenen „Tellerrand“ schauen!

In jeder Krise scheint alles Erreichte zusammenzubrechen. Große Hochachtung vor diesem unscheinbaren, kleinen Tierchen, das sich durch nichts von seinem Ziel abbringen lässt. Entgegen der Einschüchterungs-Versuche des arroganten Samurais, glaubt der Spatz noch an die Verwirklichung seiner Aufgabe – die Welt zu retten.

Aber mal ehrlich! Kennen wir nicht irgendwie diesen Samurai? Ist er nicht mit unserem Verstand verwandt, der gemäß seiner Natur nur das gelten lässt, was seiner althergebrachten Glaubens-Vorstellung und seinen eintrainierten Mustern entspricht? Wenn es mal nicht so läuft, wie es vorgesehen ist, dann zweifelt er, flüchtet vor sich selbst oder sucht die Schuld für die eigene Misere bei anderen.

„Ja, aber“ – werden Sie vielleicht denken, „ein Spatz, der den Himmel auffängt? Das ist doch unmöglich!“ Richtig! Aber haben Sie schon einmal gesehen, dass der Himmel auf die Erde fällt? Oder, dass ein Samurai mit einem Spatzen spricht?? Oder, dass ein Spatz überhaupt spricht???

Märchen führen nach Innen und vermitteln Zuversicht!

Offenbar geht es um viel tiefere Prozesse, die vor allem das Märchen aber auch viele Weisheitsgeschichten in Seelenbildern schildern. Wie in den Märchen, insbesonders den Volksmärchen, gibt es Situationen, in denen der Märchenheld bzw. die -heldin eine undurchführbare Aufgabe bewältigen muss. Im Märchen vom „Trommler“, gesammelt von den Brüdern Grimm, muss er mit einem Fingerhut vor Einbruch der Dunkelheit einen See ausschöpfen. Schafft er wohl diese Aufgabe? Na klar – im Märchen ist alles möglich. Aber wie ist es in der sogenannten Realität?

Wenn die Märchen oder Märchen Bilder tatsächlich Ausdruck einer „inneren Realität“ sind, dann sind sie doch auch verwandt mit unserer „äußeren Realität“, denn schließlich entsteht jede Idee, jeder Verwirklichungs-Gedanke, jede Lösung immer im Inneren. Folglich muss in dieser Situation auch eine Lösung des Problems oder der Krise liegen.

schlafenWas tut der Märchenheld in Anbetracht einer unlösbaren Aufgabe? Er setzt sich ans Ufer, trägt sein Schicksal und beginnt, Fingerhut um Fingerhut den See auszuschöpfen – trotz der scheinbaren Unmöglichkeit seines Unterfangens. Aber was geschieht? Es erscheint eine weise Frau, schlägt ihm vor, er solle sich doch schlafen legen, und als er wieder aufwacht, ist der ganze See ausgeschöpft.

Märchen führen in die innere Ruhe und entschleunigen,
denn aus der Ruhe wächst Kraft und Inspiration!

Wird hier nicht deutlich, dass ein Problem, eine schwerwiegende Krise gar nicht mehr äußerlich zu lösen ist? Im Gegenteil, je massiver und wütender ich mich mit aller Gewalt gegen ein auftretendes Problem stelle, desto massiver, unkontrollierter und gefährlicher wird es sich entwickeln und mich gerade dort überraschen, wo ich es nicht unbedingt erwarte.

Märchen fördern das Mitgefühl und die Kreativität!

Glauben Sie, dass der Spatz es schaffen wird? Natürlich, denn er ist voller Liebe, Hingabe und Vertrauen in das Gelingen seines Vorhabens zum Wohle der ganzen Erde. Und er ist frei von Angst, Vorurteil, Hochmut und Arroganz. Mit solchen Eigenschaften stehen ihm alle verfügbaren „himmlischen Kräfte“ bei.

Jede Krise ist ein „Sprungbrett“ in ein noch erfüllteres Leben. Um so wacher und offener sich ein Mensch in solchen Schwellensituationen für seine Mitmenschen, seine Umwelt und Innenwelt zeigt, desto größer ist die Hilfe, die ihm zuteil wird. Je früher er dies erkennt, desto eher wird er sein Leben darauf ausrichten. Er wird sich in schwierigen Situationen mit seinen inneren und äußeren Helfern verbinden können und voller Kreativität und Zuversicht sein Leben meistern.

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

maerchenlernprogramminfo

Persönlichkeiten Eintrittskarte in den „Club der Eitlen“

Persönlichkeiten - Club der Eitlen

Berühmte Persönlichkeiten mehr in den Mittelpunkt?

Frage von Roland:

Hallo, ich bekomme regelmäßig Eure E-Mails und dachte mir dabei, ob es für Euch nicht sinnvoller wäre, prominente Persönlichkeiten und deren Lebensweg mehr in den Mittelpunkt Eurer Märchen Nachrichten zu stellen. Ich denke, es ist immer ganz gut, auch die Themen der Zeit in Euren Aussendungen aufzugreifen. Es ist zwar schon ein Weilchen her, aber mir fällt da gerade Michael Jacksons Tod ein, also das Thema „Heldenreise“ und „Tod“ vielleicht? Ich denke es kann wirklich nicht schaden, solche Ereignisse und Themen aufzunehmen und zu verwerten.

„Die Eitelkeit ist mein liebstes Steckenpferd“

Antwort dazu:

Herzlichen Dank für Deine Anregung, die wir gerne durch unser Gemüt ziehen lassen werden. Allerdings wird schon genug über solche Themen geschrieben und veröffentlicht. Die Medien sind voll davon und da brauchen wir uns nicht unbedingt auch noch daran beteiligen.

Bisher haben wir uns wenig bzw. gar nicht um die Persönlichkeiten gekümmert, die im Rampenlicht stehen, sondern viel mehr um jene großartige und einzigartige Persönlichkeit, die in JEDEM Menschen steckt – auch wenn sie dort häufig nicht entdeckt bzw. geschätzt wird.

Die „Kämpfe“, „Heldenreisen“ und „Verwandlungen“ (Tod und Auferstehung), die im Märchen eine große Rolle spielen und sich im Inneren jedes Menschen abspielen, meist sogar ganz unscheinbar und in Stille, sind nach unseren Erfahrungen für die allgemeine Menschheitsentwicklung wesentlich wichtiger, als jeder durch die Massenmedien angeheizte Sensationsvoyeurimus, der nicht selten auch zu Manipulationszwecken benutzt wird.

Michael Jackson mag eine großartige Persönlichkeit gewesen sein (mit allen Tugenden und Untugenden) und er hat sicherlich eine Menge Menschen mit seinen Auftritten beglückt, nichtsdestotrotz gehörte auch er zum „Club der Eitlen“. Und manchmal ist die „VIP-Eintrittskarte in die Welt“ von jenen Persönlichkeiten sehr hoch zu bezahlen.

Aber wie sagte schon der Teufel (sofern es ihn überhaupt gibt):
„Die Eitelkeit ist mein liebstes Steckenpferd!“

Der Märchen- und Lichtimpuls wächst im Stillen

Der Märchen- und Licht-Impuls wächst eher mehr im Stillen und auch wenn wir solche „Sensationsthemen“ nicht oder nur ganz selten aufgreifen, dann heißt das noch lange nicht, dass uns dies gleichgültig lässt. Nichtsdestotrotz sind wir seit (1983) nunmehr 30 Jahren unserem Ziel treu geblieben, jedem Menschen zu helfen, seinen Weg zu finden und zu gehen, ungeachtet irgendwelcher esoterischer Strömungen und komplizierter Übungen bzw. Meditationstechniken.

Ob die Menschen das immer erkennen und umsetzen, ist eine andere Sache, denn im Überangebot der heutigen Heilsversprechungen ist die Verlockung groß, gerne auf „unzähligen Hochzeiten“ zu tanzen und letztendlich wieder da anzukommen, wo man losgezogen ist – bei sich selbst!

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter
märchenerzählenlernen

Wie das Wasser des Lebens in jeder Seele sprudelt

wasser des lebens

Wer kennt nicht das Märchen von „Hans im Glück“ (Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm), jenem naiven und gutgläubigen Burschen, der seinen Klumpen Gold gegen immer geringere Dinge eintauscht, bis er schlussendlich gar nichts mehr hat.

Dieses Märchen hat einen recht ungewöhnlichen Schluss. In vielen Märchen erlangen die Märchenhelden gegen Ende ihren Reichtum, im Märchen vom „Hans im Glück“ aber gibt der Märchenheld all seine Schätze hin, um letztendlich befreit von allen drückenden Lasten in Glück zu leben.

In einem anderen Märchen der Brüder Grimm, das „Wasser des Lebens“, lässt sich die Königstochter eine Straße von Gold bauen und spricht zu ihren Leuten, wer darauf geritten käme, der wäre der rechte Bräutigam und den sollten sie einlassen, wer aber daneben käme, der wäre der rechte nicht, und den sollten sie nicht einlassen.

Dem ersten war die Straße zu kostbar, da er beim Überqueren etwas beschädigen könnte und er ritt nebenher. Am Schloss aber wurde er abgewiesen. So ging es auch dem zweiten Prinzen. Beide Brüder hatten vorwiegend das Gold im Sinn.

Nur noch sein Herzens-Ziel im Sinn haben!

Erst der jüngste, der sich nicht um die Straße kümmerte und sich von ihr auch nicht verblenden ließ, führte sein Pferd geradewegs über die Straße hinweg zur Königstochter. Er sah die goldene Straße nicht einmal, sondern benutzte sie und hatte dabei nur sein Ziel im Sinn, die Hochzeit mit der Königstochter, die Verbindung mit seiner fehlenden Hälfte, die Liebe. Mit diesem Ziel standen ihm alle Tore offen und er wurde mit großer Freude und Glück empfangen.

Sowohl „Hans im Glück“ als auch der jüngste Bruder im „Wasser des Lebens“ haben eines gemeinsam: Sie verwenden Gold, um schließlich ihr Lebensziel zu erreichen. Wesentlich dabei aber ist, dass sie nicht an diesem Reichtum haften. Hans gibt sogar alles her, was ihn den ganzen Weg über so schwer gedrückt und belastet hat. Hätte er nicht gleich, ohne den Goldklumpen als Lohn, zu seiner Mutter gehen können? Nein, er musste die Erfahrung des „Loslassens“ machen, da er sonst nicht das Wesentliche in seinem Leben erkennen konnte  – das Glück!

Ähnlich und doch ganz anders erging es dem Königssohn im Wasser des Lebens. Die beiden älteren ließen sich vom Gold (ver-)blenden, wollten es nicht beschädigen und verloren darüber hinaus ihr wahres Ziel aus den Augen. Der Jüngste aber dachte nur an die Königstochter und sah nicht einmal die Goldene Straße. Er trug sein Ziel tief in seinem Herzen. Deshalb erreichte er es auch.

Wie viele Menschen  lassen sich heutzutage von äußeren Dingen verblenden und vergessen dabei völlig ihr eigentliches, wahres Lebens- oder Herzensziel? Sie reagieren nur noch auf Impulse, die von außen kommen und bemerken nicht, wie ihre „Innere Stimme“ immer leiser wird. Im Grunde geht es immer nur um das eine:

Bin ich mir und meinem innersten Herzens-Ziel treu?
Bin ich in meiner Mitte oder lasse ich mich von jeder Äußerlichkeit ablenken?

Eigentlich sind solche äußeren Ablenkungsmanöver die besten Übungsfelder, um zu lernen, sich selbst treu zu bleiben. Sie zeigen, was ich loslassen und was ich wieder in die Mitte meines Bewusstseins, meines Lebens bringen sollte, um konstruktiv voranzukommen.

Tipp: Wenn die Wogen im Leben von außen heftig auf Sie einschlagen, versuchen sie erst recht sich an einem stillen Ort ein paar Minuten immer wieder in die innere Ruhe und Stille zu begeben und sich dabei zu fragen:

Wo bin ich von meinem inneren Lebensweg abgekommen?
Was habe ich nicht mehr im Bewusstsein?

Sie sind immer nur da verwundbar (oder werden angegriffen), wo Sie schwach sind. Machen Sie sich in Ruhe wieder Ihr wesentliches Herzens-Ziel bewusst, stellen Sie es sich bildhaft vor und lassen Sie das Gefühl der Freude dabei aufkommen, auch wenn es zunächst noch so klein und unscheinbar ist. Nach einiger Zeit werden sie feststellen, dass sich die Wogen wieder glätten und sich so mancher „Drache“  als unscheinbare Luftblase entblößt.

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

Das Märchen – schön und geheimnisvoll wie ein Amethyst

amethystKennen Sie den Unterschied zwischen einem Amethysten und dem Märchen?

„Ach wie schön der Stein doch ist? Wie heißt er denn?“ Solche und ähnliche Fragen hört man als Märchenerzähler nicht selten von seinem verzauberten Publikum, zumal der Amethyst nicht nur einen geheimnisvollen dekorativen Anziehungspunkt auf dem „Märchentisch“ vieler ErzählerInnen bildet, sondern selbst auch noch in der Stille jede Menge uralte und doch ewigjunge „Geschichten erzählen“ kann.

Der Amethyst in der Heilkunde

In der alternativen Heilkunde wird dieser Edelstein beim Überwinden von Trauer und Verlusten angewendet. Er soll für einen entspannteren Schlaf und gute Träume sorgen und dem Menschen helfen, besser auf seine eigene Intuition zu hören.

Wie der Stein wunderschöne Geschichten erzählen kann

Doch zurück zu den „Geschichten“, den dieser violett-bläuliche Stein „erzählen“ kann. Hier fängt schon die erste Übereinstimmung mit dem Märchen an. Von außen wirkt er unscheinbar, harmlos und nahezu unspektakulär, schaut man aber ins Innere des Steins, so erkennt man seine wahre Schönheit, die Kinder und Erwachsene gleichermaßen zum Staunen bringt.

In der Tiefe der Erde, dort wo (scheinbar) kein Licht hinkommt, entsteht über viele Jahrtausende hinweg dieses grandiose, farblich äußerst beeindruckende Wunderwerk der Natur. Wer will da noch zweifeln an der „Weisheit“ dieses (scheinbar) toten Steins?

Machen Sie doch selbst einmal diesen Versuch und betrachten eine Weile in Stille diesen Edelstein. Sie werden sehen (und innerlich hören), wie lebendig dieser Stein ist und was er Ihnen erzählen kann, vorausgesetzt Sie können sich dafür innerlich öffnen.
(Übrigens: diese Steine sind mittlerweile überall erhältlich und auch – je nach Größe des Steins – für den ganz kleinen Geldbeutel erschwinglich.)

Märchen mit dem Herzen „hören“

Mit den Märchen ist dies nicht anders. Auch sie offenbaren ihre tiefe Weisheit und erfüllenden Lebensgeheimnisse erst dann, wenn man bereit ist, sie auch mit dem Herzen zu „hören“ und zu „sehen“. Der Verstand ist dafür völlig unbrauchbar.

Wie einfach und natürlich das geht und welche inneren Glücksmomente und aufbauenden Erkenntnisse dabei entstehen, vor allen Dingen wenn man sie frei vor Publikum erzählen kann, erfahren Sie im Märchen-Einführungs-Seminar über folgenden Link:
http://www.maerchen-erzaehler.de/einfuehrungssemimar

oder im Lernprogramm für zu Hause:
http://www.maerchen-erzaehler.de/lernprogramm

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, maerchenlernprogramminfo

Märchenhaft Pilgern in einer frei spirituellen Gruppe

Haben Sie auch schon einige Zeit die Idee im Kopf, entspannt und ohne Stress einen Pilger-Weg zu gehen, dem Alltagsleben einige Tage einfach „Tschüs“ zu sagen und auf neue Gedanken zu kommen für mehr Qualität in Ihrem Leben?

So richtig bekannt und modern in unserer Zeit wurde das Pilgern besonders durch den Jakobsweg, jener Pilgerweg, der zum angeblichen Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela in Galicien (Spanien) führt. Darunter wird in erster Linie der Camino Francés verstanden, jene hochmittelalterliche Hauptverkehrsachse Nordspaniens, die von den Pyrenäen zum Jakobsgrab reicht.

Aber auch in Deutschland gibt es wunderschöne Pilgerwege mit einer reichen und innerlich erfüllenden Kultur, zu der wir Sie ganz herzlich einladen möchten.

Das Kloster Volkenroda ist wahlweise Ziel oder Beginn des ca. 290 km langen Pilgerweges Loccum-Volkenroda. Er verbindet das 1131 gegründete Zisterzienserkloster Volkenroda mit seinem Tochterkloster Loccum (gegr. 1163). Der Weg folgt der Unstrut, Leine und Weser; er führt durch Solling, Vogler und Wesergebirge vorbei an zahlreichen Klöstern und alten Kirchen und überquert die ehemalige deutsch-deutsche Grenze.

In der Stille und Schönheit der Natur findet der Pilger zur inneren Einheit und gewinnt einen neuen Blick auf sich und das Leben.

Wir würden uns freuen, Sie in unserer lebensfreudigen und frei spirituellen Pilgergruppe begrüßen zu dürfen und stehen Ihnen gerne für weitere Fragen bzgl. Inhalt und Anmeldung unter der Telefon-Nummer 05733-962410 (Monika Zehentmeier) oder auf unserer Webseite jederzeit zur Verfügung.

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter
Frei erzählen lernen von Geschichten und Märchen