Warum die Hummel nach Ansicht der Wissenschaft nicht fliegen kann …

Die Hummel fliegt doch!Wussten Sie schon, dass die Hummel eigentlich gar nicht fliegen kann? Nein? Nun, nach wissenschaftlich-flugtechnischen Erkenntnissen des Menschen ist ihr Körper im Verhältnis zu ihren Flügeln viel zu schwer, so dass sie gar nicht erst vom Boden abheben kann. Dem Himmel sei Dank, dass die Hummel dies nicht weiß. Sie fliegt einfach!

Warum immer so kompliziert?

Es ist doch erstaunlich, wie kompliziert wir Menschen uns doch das Leben immer wieder machen! Erinnern Sie sich noch, wie mühsam Sie damals als Kind laufen gelernt haben? Nein, wahrscheinlich nicht. Aber wenn Sie kleine Kinder heute anschauen, wie sie laufen lernen durch Hinfallen, Aufstehen, Hinfallen, Aufstehen …, dann ist dies doch die natürlichste Sache der Welt.

Kein Kind käme jemals auf die Idee, zu glauben, es würde nie laufen lernen. Es muss also im Innersten seines Wesens überzeugt sein, dass es Erfolg haben wird. Und Recht hat es! Also lernt es auch laufen.

Das Bewusstsein der Erde

Ein anderes Beispiel: In immer mehr Kreisen spricht man heute von einem „Bewusstsein der Erde“. Stellen Sie sich einmal vor die Erde würde von heute auf morgen sagen: „Nun habe ich keine Lust mehr, Erde zu sein. Ich habe schon viel zu lange die Materie verdichtet und zusammengehalten für eine so genannte intelligente Schöpfung, die mich doch nur gnadenlos ausbeutet und zerstört. Ich hab’s satt, ich löse mich auf!“

Dummer Gedanke? Vielleicht, aber Tatsache ist, dass die Erde seit undenklichen Zeiten Ihre Aufgabe beharrlich vollzieht und die Basis gerade durch den Zusammenhalt der Materie auch für die körperliche und seelisch-geistige Entwicklung des Menschen bereitet.

Nichts wie weg!

Aber wie verhalten wir so genannten erwachsenen Menschen uns bei Schwierigkeiten? Wie schnell werfen wir bei jedem kleinen Problem die Flinte ins Korn, anstatt es als Wegweiser für den schnellsten und besten Weg zum Ziel zu sehen? Wir gehen meist davon aus, dass das Leben oder die Schöpfung uns unvollständig, falsch und äußerst fehlerhaft geschaffen hat.

Daher meinen wir, jemanden zu brauchen, der uns sagt, was für uns richtig ist und der unsere scheinbaren Probleme löst. Wie enttäuscht oder gar wütend sind wir dann, wenn auch von dort die Lösung nicht kommt oder gar alles noch komplizierter und undurchschaubarer wird: in der Politik, der Wirtschaft, dem Gesundheitswesen, der Pädagogik oder im spirituellen Leben (Religion, Weltanschauung, etc.).

Welche Konsequenzen nehmen wir auf uns?

  • Sind wir wirklich weiser geworden oder haben wir nur neue (Lehr-)Meinungen, Weltanschauungen und Vorurteile aufgeladen?
  • Sind wir wirklich liebevoller und glücklicher geworden oder haben wir uns mit immer neuen äußeren Vergnügungen und Ablenkungen beschäftigt?
  • Sind wir wirklich erfolgreicher geworden oder nur ein paar Schritte auf der Gehaltsstufe bzw. Karriereleiter nach oben gerutscht?
  • Sind wir dadurch wirklich gesünder geworden oder ist unser Medikamentenschrank noch voller geworden?

Anstatt wirklich frei und glücklich zu werden, fühlen sich viele Menschen als „arme Sünder“ in diesem „irdischen Jammertal“ und leben Tag für Tag in dem Glauben, dass es reiche und arme Menschen geben muss. Doch die Natur zeigt uns etwas ganz anderes: Sie produziert alles in Überfülle. Viel mehr als überhaupt nötig ist!

Die Hummel kümmert sich um keine Meinung – sie fliegt einfach!

Auch die Hummel kümmert sich nicht um irgendeine Meinung, schon gar nicht darum, ob sie nun nach menschlicher Vorstellung fliegen kann oder nicht. Es wird ihr nicht einmal gesagt, ob sie dies auf dem Kopf, auf einem Beinchen oder mit einer besonders demütigen Haltung vollziehen sollte. Sie tut es einfach. Einfach so! Und mit welcher Ruhe, mit welcher Kraft und Ausdauer! Ob aus Spaß an der Freude, aus Instinkt, aus göttlicher Voraussicht, aus einem Überlebensdrang heraus – ganz egal, die Gründe sind überhaupt nicht wichtig für sie. Sie folgt einfach ihrer inneren „Lebens-Sehnsucht“.

Den ureigenen Weg gehen!

Auch jedes echte Märchen zeigt dies immer wieder aufs Neue: Die Märchenheldin oder der Märchenheld, meist der von anderen ausgeschlossene und verlachte Dummling, fragt sich niemals, in welche Schwierigkeiten er denn während seines Lebens geraten könnte.

Er geht seinen Weg voller Vertrauen auf das Gelingen all seiner Vorhaben. Aber nicht mit einem Kopf voller Meinungen, Vorurteile und Wissen, sondern mit einem freudigen Gemüt, einer gehörigen Portion Mitgefühl für die Welt und mit der Bereitschaft, von Herzen ungewöhnliche und lebensbejahende Lösungen zur Bewältigung anstehender Krisen zu finden – und er/sie kommt damit immer ans Ziel und wird ein/e weise/r und liebende/r König oder Königin.

Warum die Hummel nun tatsächlich fliegen kann und woraus der Märchenheld und die Märchenheldin ihre ungewöhnlichen, lebensbejahenden Lösungen und ihr Vertrauen in die Welt schöpfen, das ist ein offenes, einfaches und völlig natürliches Geheimnis, das uns meist näher ist, als der eigene Atem.

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter
Erzählerkurs, Lernprogramm Märchen erzählen lernen

Was eine sprechende weiße Taube mit himmlischer Inspiration zu tun hat

taubeIn der Sammlung der Brüder Grimm finden sich einige Märchen, in denen sprechende weiße Tauben vorkommen. Aber auch in biblischen Darstellungen wird die weiße Taube als Überbringerin himmlischer Botschaften dargestellt. Ob es sich dabei z. B. um das Märchen Aschenputtel, die Drei Sprachen oder die Weiße Taube handelt – immer spielen diese Vögel eine bedeutende Rolle, die meist mit einer Botschaft oder Nachricht an die Märchenheldin oder den Märchenhelden in Verbindung zu bringen sind.

In einer ganz einfachen Betrachtung über solche Märchenbilder entdecken die TeilnehmerInnen der Geschichten- und MärchenerzählerIn-Ausbildung, wie erfüllend es sein kann, nicht gleich irgendwelche in der Vergangenheit von berühmten Koryphäen geäußerten Aussagen oder Interpretationen über solche oder andere Symbole zu übernehmen. Viel wichtiger ist es, im eigenen INNEREN und ganz INDIVIDUELL diese seelisch-spirituellen Bilder zu entdecken und zu ERLEBEN, so dass sich das Geheimnis jener Botschaften einfach, natürlich und ganz von alleine offenbaren kann.

Himmlische Inspiration, die JEDEM Menschen zuteil werden kann

Es liegt doch nahe, dass es sich bei einer sprechenden weißen Taube wohl nicht um ein reelles Tier handelt. Zwar steht die besondere Fähigkeit eines solchen Tieres im Vordergrund. Und diese Fähigkeit wurde früher verwendet, um Botschaften über eine lange Strecke hinweg zu übermitteln. Noch heute kennen wir den Begriff „Brieftaube“. Die Taube kann also über große Distanzen hinweg ihr Bestimmungs-Ziel finden und darüberhinaus an ihren Ursprungs-Ort wieder zurück fliegen.

Doch wenn im Märchen ein solches weibliches Wesen geschildert wird, das sich in den Lüften (im Himmel) bewegt, spricht (zum Herzen des Menschen) und darüberhinaus auch noch weiß (rein, ursprünglich) ist, dann können wir ziemlich sicher sein, dass es sich hier um eine Art himmlische Inspiration handelt, die JEDEM Menschen zuteil werden kann, sofern er sich dafür öffnet. Und dies ist völlig unabhängig von jedweder Religion, Konfession oder Glaubensrichtung.

Pfingsten – die weiße Taube in der christlichen Tradition

So wird die weiße Taube auch mit dem christlichen Fest Pfingsten in Verbindung gebracht, das erstmals im Jahre 130 erwähnt wurde und die Entstehung des „Heiligen Geistes“ zum Inhalt hat. Wen oder was nun jener geheimnisvolle Heilige Geist letztendlich symbolisieren soll, ist trotz vielerlei theologischer Erklärungen nicht einleuchtend. So liegt in der christlichen Dreieinigkeit „Vater, Sohn und Heilige Geist“ die Vermutung nahe, dass es sich beim „Heiligen Geist“ um das mütterliche oder weibliche „Prinzip“ handelt und in der menschlichen Urbeziehung „Vater, Kind UND Mutter“ seine Wurzeln findet.

Warum nun diese von der Schöpfung angelegte Urbeziehung (besonders das mütterliche bzw. weibliche Prinzip) als Entstehung jedes menschlichen Lebens von christlicher Seite her so rätselhaft umschrieben und mysteriös verklärt wird, ist wohl eine andere Geschichte. Ein wesentlicher Hinweis wäre wohl darin zu finden, dass gerade große Teile der kirchlichen Führung (aber auch anderer Religionen) in Bezug auf ihre geschichtliche Vergangenheit und Gegenwart schon immer eine sehr zweifelhafte und gespaltene Beziehung zu allem „Weiblichen“ hatten.

Dringender Reform-Bedarf: „Vater-Gott, Mutter-Gott, Kind-Gott“

Es wäre schon längst an der Zeit, dieses Dogma schnellstens zu reformieren und dieser Dreieinigkeit „Vater, Sohn, Heiliger Geist“ einen neuen, gleichwertigeren und gleichberechtigteren Stellenwert einzuräumen, der in der Bezeichnung „Vater-Gott, Mutter-Gott, Kind-Gott“ einen zeitgemäßen, einfachen und natürlichen Ausdruck fände und dem wahren Leben sicherlich am Nächsten käme.

Wenn auch Sie den Eindruck haben, dass dies ein wesentlicher Ansatz wäre, um sich wieder diesen Aspekt jener weiblichen Kraft bewusst zu machen, die ganz besonders in der heutigen Zeit für Frau und Mann notwendiger denn je wäre, um aus dem Kreislauf der unendlichen Diskussionen, Besserwisser und Rechthaber allmählich herauszukommen, dann besuchen Sie doch die Märchen- und Lichttage.

Sie finden jährlich und regelmäßig zu Himmelfahrt im Märchenzentrum in Vlotho, zu Pfingsten in der Lebenskunstschule „Die Blaue Rose“ bei Fischerhude, voraussichtlich im Juni im Märchen- und Lichthaus Großarl (Salzburger Land) und im September im Märchen- und Lichthaus Hannover statt. Diese festlichen, entspannenden und erfüllenden Kreativ-Tage widmen sich u. a. den 7 weisheitsvollen Urbildern des Lebens und des Märchens sowie den 4 wichtigsten Bereichen des Alltags „Glück, Liebe, Erfolg und Gesundheit“.

Hier die nächsten Termine der Märchen- und Lichttage im Überblick:

04. bis 08. Mai 2016 in Vlotho (Märchenzentrum)
14. bis 16. Mai 2016 Fischerhude, Ottersberg (Die Blaue Rose)
Juni 2016 in den Salzburger Bergen (Großarl, Österreich)
09. bis 11. September 2016 Märchen- und Lichthaus in Hannover

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

Erfolg mit Märchen – Mit Weisheit und Liebe zum Ziel!

Erfolg mit Märchen

Was hat Erfolg mit Märchen zu tun? Nun, schauen wir uns die Märchen etwas näher an, so stellen wir fest, dass im Grunde jeder Märchenheld, und ganz besonders der Dummling, von vorn herein auf Erfolg eingestellt ist – er weiß es nur (noch) nicht!

Erstaunlicherweise gibt es im Märchen unzählige Dummlinge, die aus sehr ärmlichen Verhältnissen stammen und König werden. Und das ist etwas sehr Bemerkenswertes. Was den Dummling oder Einfältigen jedoch von vielen zeitgenössischen Erfolgsmenschen unterscheidet, ist die Tatsache, dass er weniger oder gar nicht an seinen persönlichen Erfolg denkt, sondern eher daran, wie er seine ihm eigene Lebensaufgabe und sein Lebensziel verwirklichen kann und anderen gleichermaßen dazu verhilft.

Das Ziel im Märchen (und im Leben):
Weisheit und Liebe!

Und dieses Ziel ist im Märchen die Weisheit und die Liebe, was sich sinnbildlich in der Vollendung und Vereinigung des inneren Königs und der inneren Königin ausdrückt. Wahres Königsein im Märchen (und im Leben) bedeutet also nicht, andere zu knechten oder zu beherrschen, sondern ihnen zu helfen, ebenfalls König oder Königin, HerrscherIn über ihr inneres und äußeres Reich zu werden, in dem sie in Glück, Liebe, Erfolg und Gesundheit leben können.

Nicht die Hochmütigen, Eitlen oder „Gescheiten“ werden König, sondern jene, die ein offenes, einfaches und kindliches Gemüt haben, die Mitgefühl und Einfühlungsvermögen zeigen und die sich vollkommen und unbeirrbar der Aufgabe hingeben, die sie im Herzen tragen.

Wenngleich dieser Weg im Leben aufgrund vieler Anfechtungen von außen nicht immer ganz leicht ist, so ist er doch weitaus erfüllender, seine wahren Fähigkeiten und Stärken zu entdecken, bejahen und einzusetzen, als tagtäglich eine Aufgabe verwirklichen zu müssen, die nicht dem eigenen Naturell entspricht und meist von „außen“ bestimmt ist.

Am Beispiel des Grimmschen Märchens vom Wasser des Lebens können wir sehr schön erkennen, wie uns gerade der tiefste Herzens-Wunsch zum Ziel bringt.

Wie das „Wasser des Lebens“ zum Erfolg führt!

Da lässt sich die Königstochter eine Straße von Gold bauen und spricht zu ihren Dienern, wer darauf geritten käme, das wäre der rechte Bräutigam. Wer nicht, den sollen sie wieder zurückschicken.

So kamen nun also die drei Prinzen daher, einer nach dem anderen. Dem Ältesten war die Straße zu schade, da er beim Überqueren etwas beschädigen könnte und er ritt nebenher. Am Schloss aber wurde er abgewiesen mit den Worten, dass er nicht der Rechte wäre. So ging es auch dem zweitältesten Prinz.

Erst der jüngste, der sich nicht um die Straße kümmerte und sich von ihr nicht verblenden ließ, führte sein Pferd geradewegs über die Straße hinweg zur Königstochter. Er sah die goldene Straße nicht einmal, sondern benutzte sie und hatte dabei nur sein Ziel im Sinn, die Hochzeit mit der Königstochter, die Verbindung mit seiner fehlenden Hälfte, die Liebe.

Den vollständigen Text dieses von den Brüdern Grimm gesammelten Märchens finden Sie beim Klicken auf folgenden Link:

>>> Märchen vom Wasser des Lebens <<<

Ich wünsche auch Ihnen, dass Sie Ihr inneres Ziel nicht aus dem Auge verlieren und sich nicht durch äußere Bestimmungen, Anfechtungen und Ablenkungen vom Wesentlichen entfernen. Sie werden sehen, der glückliche Erfolg lässt nicht lange auf sich warten.

Schließlich endet ja jedes echte Märchen gut. Und falls einmal doch nicht, dann war dies noch nicht das Ende …

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

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Märchen-Zeitschrift für Erwachsene: lichtvoll und märchenhaft

Märchen Zeitschrift

Im Märchen und im Leben geht es zunächst alles andere als lichtvoll zu, denn die Märchenheldinnen und -helden begegnen zuweilen Herausforderungen, die sie an die Grenzen ihrer Möglichkeiten bringen. Dennoch scheuen sie sich nicht, diese Herausforderungen dankbar, ohne Jammern und Klagen anzunehmen, und jede/r MärchenliebhaberIn weiß, dass die Prüflinge gerade daran wachsen und ihrem Ziel immer näher kommen. Nur so können sie es schließlich auch erreichen!

Dabei möchten Ihnen alle Autorinnen und Autoren dieser zeitlosen Märchenzeitschrift „Alles fließt in Fülle“ mit ihren Anregungen beistehen. Aber bitte erwarten Sie nicht, dass diese Zeitschrift nur etwas für’s „Köpfchen“ ist! Seit jeher ist der Märchen und Licht-Impuls bestrebt, den Menschen zu zeigen, dass wahre Lebensfreude, Schöpferkraft, das Glück und die Liebe aus dem Herzen kommen! Auf diesem Wege kann uns das „Köpfchen“ ein wenig dienen, aber auch nicht mehr! Daher unsere Empfehlung:

Lesen Sie diese Zeitschrift von Herzen! Spüren Sie nach, was die einzelnen Beiträge, Mini-Seminare, Märchen und Lehrgeschichten oder Meditativen Texte in Ihnen bewegen, was sie auslösen an Lichtvollem und zuweilen auch weniger Lichtvollem! Es hat alles etwas mit Ihrem Weg zu tun! Nützen Sie es als Hinweis, als Chance, Ihren eigenen Alltag noch glücklicher, liebevoller und erfolgreicher zu gestalten!

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter
Schreibkurs für kreative - kreativ schreiben lernen

Liebe – die ganze Welt dreht sich darum!

Liebe

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Es gibt sicherlich nicht einen Begriff in unserer Gesellschaft, der so belastet ist, wie das Wort Liebe. Kein Wunder, alle Menschen sehnen sich danach und keiner weiß im Grunde so richtig, nach was er oder sie sich sehnt.

Ist es nun jenes karitative, süßliche Gefühl, das so manche(r) missionsbeauftragte Mitbürger oder Mitbürgerin seinen „Glaubensschäfchen“ vermitteln möchte, um dadurch ewiges Seelenheil zu erlangen?

Vielleicht ist es gar der sentimentale und heroische Zustand, den uns so unzählige „Hollywood“-Filme (oder deren europäische Kopien) vermitteln und die uns zuweilen so manches Tränchen aus den Augen rollen lassen?

Kann es sein, dass sich Liebe in einer besitzergreifenden Zweisamkeit erschöpft nach dem Motto „Ich bin dein und du bist mein“?

Oder ist es schließlich die so viel gepriesene sexuelle Freiheit, mit der doch eine ganze Menge Menschen die Suche nach der Liebe begonnen und vor lauter „Freiheit“ vergessen haben, weswegen sie sich eigentlich auf die Suche begaben?

Was also ist nun jener Gefühlszustand, Gedanke oder Seins-Zustand Liebe?

Es geht nur um die Liebe

Fragen über Fragen, aber schauen Sie sich doch einfach einmal in Ihrem Umfeld um und beobachten Sie einmal, wo Ihnen das Wort Liebe begegnet. Achten Sie besonders einmal auf den Rummel, den die Menschen um diesen Zustand Liebe vollführen (besonders gut in der Vor- und Weihnachtszeit zu beobachten). Im Grunde dreht sich in der ganzen Welt alles nur darum. Selbst der Hass ist eine ins Gegenteil umgekehrte Liebesenergie.

Nahezu jeder Mensch versucht nun mit allen Mitteln diesen Zustand zu bestimmen, einzuordnen und zu kategorisieren. Vergeblich – eine solche Kraft lässt ich nicht zwingen, ein- bzw. verkaufen oder gar vermoralisieren – SIE IST EINFACH!

Und vor diesem, wie auch allen anderen unberechenbaren, wissenschaftlich nicht festzulegenden Zuständen haben die Menschen eben Angst. So ist es nicht verwunderlich, dass die meisten Bekundungen zur Liebe eher überlaute Hilfeschreie aus Angst vor dem „Selbst-nicht-geliebt-zu-werden“ sind, als tatsächliche Offenbarungen!

Was Märchen mit Liebe zu tun haben

Die echten Märchen sind da viel direkter und unkomplizierter! Sie schildern keine heftigen und überzogenen Gefühlswallungen des Märchenhelden, sie schildern auch sonst nicht sehr viel von seiner Gedankenwelt.

Was sie uns aber zeigen ist, dass jede(r) Märchenheld(in) mit einer gewaltigen Portion Urvertrauen in die Welt geht, sein/ihr Leben voller Kraft und Zuversicht in die Hand nimmt und Probleme meistert, da er/sie seinen/ihren Blick nur noch auf das Ziel richtet:

die Verbindung mit der zweiten Hälfte, seiner (ihres) inneren Braut (Bräutigams), die Verbindung der Gegensätze, das Auflösen und Vereinigen der Widersprüche, Polaritäten und schließlich das Eintauchen in jene universelle Kraft, die die Religionen gemeinhin als „göttlich“ bezeichnen und deren Wirken durch die Kraft der Liebe am Besten erfasst werden kann.

Vielleicht können uns auch hier die echten Märchen und weisheitsvollen Geschichten helfen, den Begriff Liebe unter weitaus mehr Blickwinkeln zu betrachten (und vor allen Dingen zu erleben), als wir dies bisher geahnt oder getan haben.

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter
Frei erzählen lernen von Geschichten und Märchen

Wie das Wasser des Lebens in jeder Seele sprudelt

wasser des lebens

Wer kennt nicht das Märchen von „Hans im Glück“ (Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm), jenem naiven und gutgläubigen Burschen, der seinen Klumpen Gold gegen immer geringere Dinge eintauscht, bis er schlussendlich gar nichts mehr hat.

Dieses Märchen hat einen recht ungewöhnlichen Schluss. In vielen Märchen erlangen die Märchenhelden gegen Ende ihren Reichtum, im Märchen vom „Hans im Glück“ aber gibt der Märchenheld all seine Schätze hin, um letztendlich befreit von allen drückenden Lasten in Glück zu leben.

In einem anderen Märchen der Brüder Grimm, das „Wasser des Lebens“, lässt sich die Königstochter eine Straße von Gold bauen und spricht zu ihren Leuten, wer darauf geritten käme, der wäre der rechte Bräutigam und den sollten sie einlassen, wer aber daneben käme, der wäre der rechte nicht, und den sollten sie nicht einlassen.

Dem ersten war die Straße zu kostbar, da er beim Überqueren etwas beschädigen könnte und er ritt nebenher. Am Schloss aber wurde er abgewiesen. So ging es auch dem zweiten Prinzen. Beide Brüder hatten vorwiegend das Gold im Sinn.

Nur noch sein Herzens-Ziel im Sinn haben!

Erst der jüngste, der sich nicht um die Straße kümmerte und sich von ihr auch nicht verblenden ließ, führte sein Pferd geradewegs über die Straße hinweg zur Königstochter. Er sah die goldene Straße nicht einmal, sondern benutzte sie und hatte dabei nur sein Ziel im Sinn, die Hochzeit mit der Königstochter, die Verbindung mit seiner fehlenden Hälfte, die Liebe. Mit diesem Ziel standen ihm alle Tore offen und er wurde mit großer Freude und Glück empfangen.

Sowohl „Hans im Glück“ als auch der jüngste Bruder im „Wasser des Lebens“ haben eines gemeinsam: Sie verwenden Gold, um schließlich ihr Lebensziel zu erreichen. Wesentlich dabei aber ist, dass sie nicht an diesem Reichtum haften. Hans gibt sogar alles her, was ihn den ganzen Weg über so schwer gedrückt und belastet hat. Hätte er nicht gleich, ohne den Goldklumpen als Lohn, zu seiner Mutter gehen können? Nein, er musste die Erfahrung des „Loslassens“ machen, da er sonst nicht das Wesentliche in seinem Leben erkennen konnte  – das Glück!

Ähnlich und doch ganz anders erging es dem Königssohn im Wasser des Lebens. Die beiden älteren ließen sich vom Gold (ver-)blenden, wollten es nicht beschädigen und verloren darüber hinaus ihr wahres Ziel aus den Augen. Der Jüngste aber dachte nur an die Königstochter und sah nicht einmal die Goldene Straße. Er trug sein Ziel tief in seinem Herzen. Deshalb erreichte er es auch.

Wie viele Menschen  lassen sich heutzutage von äußeren Dingen verblenden und vergessen dabei völlig ihr eigentliches, wahres Lebens- oder Herzensziel? Sie reagieren nur noch auf Impulse, die von außen kommen und bemerken nicht, wie ihre „Innere Stimme“ immer leiser wird. Im Grunde geht es immer nur um das eine:

Bin ich mir und meinem innersten Herzens-Ziel treu?
Bin ich in meiner Mitte oder lasse ich mich von jeder Äußerlichkeit ablenken?

Eigentlich sind solche äußeren Ablenkungsmanöver die besten Übungsfelder, um zu lernen, sich selbst treu zu bleiben. Sie zeigen, was ich loslassen und was ich wieder in die Mitte meines Bewusstseins, meines Lebens bringen sollte, um konstruktiv voranzukommen.

Tipp: Wenn die Wogen im Leben von außen heftig auf Sie einschlagen, versuchen sie erst recht sich an einem stillen Ort ein paar Minuten immer wieder in die innere Ruhe und Stille zu begeben und sich dabei zu fragen:

Wo bin ich von meinem inneren Lebensweg abgekommen?
Was habe ich nicht mehr im Bewusstsein?

Sie sind immer nur da verwundbar (oder werden angegriffen), wo Sie schwach sind. Machen Sie sich in Ruhe wieder Ihr wesentliches Herzens-Ziel bewusst, stellen Sie es sich bildhaft vor und lassen Sie das Gefühl der Freude dabei aufkommen, auch wenn es zunächst noch so klein und unscheinbar ist. Nach einiger Zeit werden sie feststellen, dass sich die Wogen wieder glätten und sich so mancher „Drache“  als unscheinbare Luftblase entblößt.

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

Wenn der Tod kommt, dann ist Sense!

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Wenn der Tod kommt, dann ist Sense!

Die lateinische Redewendung „taliter aliter“ (vollkommen anders) hat ihren Ursprung in einer mittelalterlichen Erzählung von zwei Mönchen, die sich das Jenseits in den schönsten Farben ausmalten, und sich dann gegenseitig versprachen, dass der, welcher zuerst sterben würde, dem anderen im Traum erscheinen und ihm nur ein einziges Wort sagen solle.

Entweder „taliter“ – es ist so, wie wir uns das vorgestellt haben, oder „aliter“ – es ist anders, als wir es uns vorgestellt haben. Nachdem der erste gestorben war, erschien er dem anderen im Traum, aber er sagte sogar zwei Worte: „Taliter aliter!“ – Es ist VOLLKOMMEN ANDERS als in unserer Vorstellung.

Stellen Sie sich einmal vor, Sie haben Ihr ganzes Leben lang meditiert, gebetet, eine spirituelle Übung nach der anderen gemacht, sich unzählige Vorstellungen über ein „Leben nach dem Tod“ zurechtgelegt, Vorträge, Kurse und Seminare besucht und sich eine Meinung nach der anderen gebildet.

Eines sicheren Tages werden wir Menschen ja alle diesen „Weg ins Jenseits“ gehen, aber kam Ihnen auch schon einmal der Gedanke, dass alles „dort“ ganz anders sein könnte, als wir es uns jemals ausmalen konnten?

Alles ist ganz anders!

Nun stellt doch der religiöse Mensch auf einmal fest, dass „Gott“ ganz anders ist und sich überhaupt nicht an seine menschlichen Vorstellungen hält und der Atheist erkennt plötzlich die geistige Fülle des Universums und dass „Gott“ im Grunde niemand anderes war und ist, als er selbst.

Wie viele Vorstellungen, Bilder und Meinungen machen wir uns doch im Laufe des Lebens? Wir bewegen uns voll von alten Erfahrungen nur noch in der Vergangenheit, sind von politischen und spirituellen Meinungen über etwas zum ziellosen Dahinvegetieren getrieben, klammern uns an Geld, materiellem Gut, Besitz und äußerem Reichtum fest und bemerken nicht einmal, dass wir unseren „Rucksack“ fürs Leben mit „altem Zeug“ nur noch voller packen. Das eigentliche Leben rauscht an uns vorbei und wir, wir sind nur noch mit der Last unseres Rucksackes beschäftigt.

So kommen wir eines Tages an dieGrenzen unseres so scheinbar mühsamen Lebens und überschreiten die Schwelle zum Tod – und was erleben wir?

Dunkelheit, Regungslosigkeit und absolute Stille!

Erschreckt Sie der Gedanke? Und wenn ja, was erschreckt Sie daran? Ist es die Tatsache, dass Sie plötzlich vollkommen auf sich gestellt sind, dass es keine Flucht mehr in äußere Ablenkungen gibt, dass die jahrzehntelangen Vorstellungen und Meinungen über etwas sich urplötzlich auflösen in „Schall und Rauch“?

Ist es die scheinbare Leere, die Sie vielleicht antreffen?

Wer nicht stirbt, bevor er stirbt, verdirbt, wenn er stirbt.
(Jacob Böhme, Mystiker und Schuster von Görlitz, 1575 – 1624)

Vielleicht aber hat diese Leere gar nichts mit dem eigentlichen Tod zu tun, sondern nur mit unserer Einstellung zum „vorangegangenen“ Leben? Eventuell ist sie nichts anderes, als die Konfrontation mit unserem ureigenen Selbst? Möglicherweise zeigt sie uns das, was wir ein ganzes Leben lang vernachlässigt haben, da wir viel mehr mit unseren Vorstellungen über das Leben beschäftigt waren, als mit dem Leben selbst!

Auch hier könnte uns das Märchen wertvolle Hinweise bieten, Leben und Tod einmal von einem ganz anderen Blickwinkel aus zu betrachten.

Das Märchen ist in seiner wohlbekannten und vertrauten Art völlig unkompliziert. Wie oft bemerken wir, dass im Märchen die Ebenen sich blitzartig ändern. Der Märchenheld hat Kontakt mit einem Menschen und im nächsten Augenblick unterhält er sich mit Zwergen, sprechenden Tieren oder anderen zauberhaften und übersinnlichen Wesen.

Für das Märchen gibt es die Trennung zwischen Leben und Tod nicht. Der Märchenheld ist wach im Diesseits und wach im Jenseits. Er lässt sich z. B. vom Fährmann über den Strom des Lebens hinüberfahren und trifft am anderen Ufer den Teufel, den er mit Hilfe seiner Ellermutter um drei goldene Haare beraubt, die ihm schließlich zu einem weisen und liebenden König verhelfen.

Der Märchenheld lebt und handelt in einer Welt mit unterschiedlichen „Bewusstseinsebenen“, aber auf jeder Ebene ist er wach und präsent.

So können wir vieles von den Märchenhelden und -heldinnen lernen und so manche Schwellenerlebnisse im Alltag könnten neue Türen öffnen, die wir vorher niemals vermutet hätten.

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter
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