Positive Gedanken – wir haben nur 3 % pro Tag davon!

positive gedanken

Positive Gedanken: Haben Sie auch schon öfter die Äußerung gehört: „Ach Märchen, das sind doch nur Lügengeschichten, Kinderkram!“? Doch selbst Kinder sind sich dessen bewusst, dass sich z. B. niemand von einem Tier in einen Menschen verwandeln kann, wie das ja in den Märchen oft genug vorkommt.

Kinder haben es einfach leichter, von der sogenannten „realen“ Welt in die „Märchenwelt“, „Traumwelt“ oder „Innenwelt“ zu wechseln. Für sie gibt es da keine Trennung, es ist alles noch „Eins“. Das mag wohl auch der Grund sein, warum die meisten Kinder diese Tier/Mensch-Verwandlung in der Märchenwelt ganz intuitiv in ihrer wahren Bedeutung erfassen.

Wir Erwachsenen könnten uns da ein Vorbild nehmen, zumal wir selbst nicht einmal in der Wirklichkeit zu Hause sind. Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie oft Sie mit einer alltäglichen Sache praktisch beschäftigt, mit Ihren Gedanken aber ganz woanders sind? Wir essen z. B. einen leckeren Salat und sind dabei gleichzeitig mit unseren Gedanken bei einer Pizza, die wir vor Jahren einmal irgendwo gegessen haben.

Wie positive Gedanken unser Leben bestimmen könnten

Und was das alles für Gedanken sind, mit denen wir uns täglich beschäftigen? Verschiedene Nachforschungen haben ergeben, dass der erwachsene Mensch ca. 60.000 Gedanken pro Tag hat. Davon sind

3 % hilfreiche und positive Gedanken, die Ihnen u. anderen nutzen.
25 % destruktive Gedanken, die Ihnen und anderen schaden.
72 % flüchtige, unbedeutende Gedanken, die völlig belanglos sind.

Nur 3 % wohlwollende und lebensbejahende Gedanken (und Gefühle) hat ein sogenannter Durchschnitts-Mensch am Tag! Ist das nicht erschreckend?

Doch gerade mit Märchen und Weisheitsgeschichten könnten wir auf spielerische und entspannende Art viele innovative Ideen und Lösungsmöglichkeiten aus dieser „Innenwelt“ schöpfen und so die „Seelenlandschaft“ in uns selbst immer mehr entdecken und schätzen, aus der schließlich unser praktisches Handeln in der sogenannten realen Welt resultiert.

Mein TAGES-TIPP:

Beschäftigen Sie Ihre Gedanken doch mit aufbauenden Inhalten! Märchen, Weisheits- und Lehrgeschichten sind dafür besonders gut geeignet. Ärgern Sie sich nicht, wenn doch immer wieder auch destruktive Gedanken und Gefühle wie z. B. Zweifel, Ärger, Angst, etc. kommen, wir haben sie ja lange genug (ein-)trainiert. Je öfter Sie Ihre Gedanken aber mit lebensbejahenden, Ihnen und anderen nützliche Inhalte beschäftigen, desto mehr wird sich auch Ihre Lebensfreude und der Mut zur Tat regen!

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

positive gedanken positive gedanken

Alltagsflucht: Es gibt viel zu tun – nichts wie weg!

AlltagsfluchtAlltagsflucht: „Märchen helfen mir, den Alltag zu flüchten“, sagte vor kurzem eine Frau zu mir, die jene märchenhaften Geschichten über alles liebte. Zunächst freute ich mich wieder einen Menschen zu treffen, dem Märchen nicht gleichgültig sind. Mit der Zeit jedoch kamen mir so meine Bedenken, denn wenn ich etwas brauche, selbst wenn es Märchen sind, womit ich am besten den Alltag flüchten kann, dann bin ich doch irgendwie nicht richtig glücklich in meinem Leben?

Wozu sollte ich überhaupt Alltagsflucht betreiben, zumal der Alltag den größten Teil meines Lebens (abgesehen vom Schlaf) ausmacht? Ähnlich verhält es sich mit dem dringenden Wunsch nach Urlaub oder nach einem freien Wochenende.

Regeneration und Inspiration richten sich nicht nach „freier Zeit“

Selbstverständlich benötigt der Mensch eine Zeit für sich, die ihm Regeneration oder Inspiration ermöglicht. Warum aber braucht man dafür eine sogenannte „freie Zeit“? Als ob sich Regeneration und Inspiration nach einer „freien Zeit“ richten würden? Die sind doch permanent vorhanden, die Frage ist nur, erkenne ich sie zu jeder Zeit und wie kann ich sie am besten nutzen?

Abgesehen davon, dass die meisten Menschen nach ihrem Urlaub bzw. dem freien Wochenende trotz der angeblichen Regeneration in der „freien Zeit“ in Kürze genau da wieder anfangen, wo sie vor der sogenannten „freien Zeit“ aufgehört haben. Und daran wird auch ein Urlaub oder ein Wochenende nichts ändern können.

Rezept gegen Alltagsflucht: Glück und Zufriedenheit

Die eigentlich wichtigen Fragen müssten doch sein, ob ich z. B. an meinem Arbeitsplatz richtig und glücklich bin? Mache ich tagein tagaus nicht irgendwelche Dinge, die überhaupt nicht meinen wahren Fähigkeiten und Neigungen entsprechen? Wie aber kann ich mit meinen wahren Fähigkeiten mir und meinen Mitmenschen wesentlich mehr dienen, als dies bisher der Fall war?

Märchen helfen, den Alltag zu ergreifen
und ein Fest daraus zu machen!

Ja, es stimmt! Die Märchen können auf andere Gedanken bringen und gleichzeitig entspannen. Sie zeigen aber auch, dass es keinesfalls sinnvoll ist, Alltagsflucht zu betreiben und sich in eine Welt zu stürzen, die alles sogenannte „Böse“, „Schlechte“ oder „Unangenehme“ ausblendet.

Im Gegenteil, sie schildern in seelisch-spirituellen Bildern (nicht historisch) wie wichtig es ist, ALLE Prozesse des Lebens mit wachen Augen, nach Möglichkeit wertfrei zu betrachten und dahinter zu „blicken“, das Wesentliche zu entdecken. Und womöglich offenbart es dem Betrachter eine neue, noch erfüllendere Seite seines Alltags, die er vorher so noch nicht wahrgenommen hat?

Gerade an den Missgeschicken und Herausforderungen des Alltags, die in den Märchen immer wieder als Prüfungen geschildert werden, können wir wachsen und uns entfalten. Das Märchen ermutigt, den Alltag dankbar anzunehmen und so zu verwandeln, dass er zu einem Fest wird. Womöglich entdecken wir so immer mehr unser wahres Wesen und erleben, wie es gerade im Alltag einfach, natürlich und märchenhaft zu leben ist.

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

Alltagsflucht Alltagsflucht

Weltanschauung – Welche ist die richtige? Oder Gott kommt rum!

Weltanschauung

Weltanschauung: Einmal wurde ein Weiser gebeten, den Unterschied zwischen einem Menschen und einem Tier zu erklären. Der Weise lächelte und sprach: „Wenn wir ein Tier, z. B. eine Maus, in ein Labyrinth mit 13 Wegen setzen und am Ende des 12. Weges ein Stück Käse legen, dann wird das Tier schließlich lernen, dass es den leckeren Käse immer am Ende des 12. Weges findet und gleich dorthin gehen. Das lernt der Mensch auch. Wenn er Käse möchte, dann geht er ebenfalls ans Ende des 12. Weges.

Wenn aber eines Tages DIE GROSSE SCHÖPFUNG des Lebens den Käse in einen anderen Weg legt, z. B. ans Ende des 13. Weges, dann wird das Tier weiterhin in den 12. Weg gehen und zwar so lange, bis es kapiert, dass dort der Käse nicht mehr zu finden ist. Irgendwann hört es auf, dort hinein zu gehen und sucht in den anderen Wegen, bis es schließlich den Käse am Ende des 13. Weges findet.

Hier zeigt sich jetzt der Unterschied zwischen Mensch und Tier. Menschen gehen immer ans Ende des 12. Weges, denn sie sind davon überzeugt! Tiere sind von nichts überzeugt, sie interessieren sich für ihre Nahrung, in unserem Beispiel für den Käse. Der Mensch aber bastelt sich eine Weltanschauung über den 12. Weg und davon ist er überzeugt. Er hält es für wichtig, immer in den 12. Weg zu gehen, denn das ist seine Überzeugung, sein Glaube, seine Meinung. Es ist gar nicht mehr so wichtig, ob dort Käse drin ist oder nicht. Der Mensch hat lieber recht als seinen Käse (oder sein Glück!).

Nach einer alten Lehrgeschichte, neu geschrieben von Karlheinz Schudt

Aus dem Alten ausbrechen – oder die neue Weltanschauung!

Im Märchen Dornröschen bekommt die Zahl 12 (12 goldene Teller, 12 geladene Feen) eine besondere Wichtigkeit. Und wie wir aus unserem Alltag wissen, finden wir diese Zahl z. B. in den 12 Monaten = 1 Jahr, in der groben Aufteilung eines Tages = 12 Stunden Tag, 12 Stunden Nacht oder in der Maßeinheit 1 Dutzend = 12 Stück.

Die Zahl „12“ weist immer auf etwas Abgeschlossenes, Ganzes hin und lässt keine Veränderung zu. Erst die Zahl „13“ bricht dieses Alte, Abgeschlossene auf und bringt Bewegung ins Spiel oder ins Leben. Im von den Brüdern Grimm gesammelten Märchen vom Dornröschen aus der Urfassung von 1810 macht dies die 13. Fee, die nicht zum Freudenfest eingeladen war, weil der König eben nur 12 goldene Teller hatte. Sie wünscht in ihrem Ärger Dornröschen den Tod, wenngleich die anderen 12 Feen diesen Fluch noch in einen 100jährigen Schlaf abmildern können.

Über den eigenen Tellerrand hinausblicken!

Jetzt könnte man ja denken, was ist das für ein einfältiger König, der wegen eines fehlenden goldenen Tellers eine Fee nicht einlädt und somit eine Katastrophe hervor beschwört? Wäre es für ihn nicht ein Leichtes gewesen, einen 13. goldenen Teller zu besorgen? Geld und Macht hätte er ja genug gehabt, oder?

Nun sind Märchen ja keine historischen Schilderungen sondern zeigen seelisch-spirituelle Prozesse, die sich im Menschen selbst abspielen und so kann bei einer Betrachtung des Märchens auch der Gedanke aufkommen, dass dieser „alte“ König weder die Macht noch die Weisheit hatte, über seinen „Tellerrand“ hinauszublicken. Er lebte in seiner Weltanschauung, seiner vermeintlich vollkommenen Welt der „12“ und war tatsächlich nicht imstande, diesen „13.“ Prozess zu erkennen. Und was man nicht erkennt oder gar verdrängt, muss man so lange durchleben, bis es ins Bewusstsein kommt. In diesem Falle muss es sein Töchterchen tun, denn in den Märchen geht es selten um die alten Eltern, sondern um die Kinder oder die Jugend, die loszieht und Veränderung, Erneuerung in die „alte“ Welt bringt. Ist es nicht aber auch so im sogenannten reellen Leben (oder sollte sein)?

Das Alte loslassen, das Neue ergreifen!

Und dass dieser „13.“ Prozess kein einfacher, sondern oft genug ein schmerzlicher ist (Wer möchte schon gerne das Alte loslassen und das Neue ergreifen?), das wissen wir Menschen sehr genau. Womöglich wurde aus diesem Grund die Zahl „13“ so „verteufelt“ und als Unglückszahl abgetan. Nicht aus Aberglauben, sondern weil die Menschen damals sehr genau wussten, dass es sich nicht um irgend eine Zahl handelt, sondern um einen Entwicklungs-Prozess, der durchaus schmerzhaft sein kann, aber auch neue Wege zum Glück offenbart. Es ist eben immer eine Frage der Ansicht oder des Blickwinkels, welcher Weltanschauung bzw. ob wir uns überhaupt einer Weltanschauung zuwenden.

Denn wir würden gut daran tun, dass wir den „Käse“ in unserer obigen Geschichte (oder unser Glück im Leben) nicht immer dort suchen, wo er (oder es) gerade noch war. DIE GROSSE SCHÖPFUNG des Lebens oder GOTT verlegt ständig den „Käse“. Wir aber werden nie wahrhaftig glücklich werden, wenn wir nur noch an unsere Vorstellungen, Glaubenssätze, Weltanschauung und an unseren „12. Weg“ glauben.

Wenn wir also GOTT (oder wie immer wir IHN, SIE, ES nennen) begegnen, dann sollten wir uns keinesfalls von unseren Überzeugungen, unserer Weltanschauung, unserem Willen oder unserem Verstand steuern lassen und IHN dort treffen wollen, wo er einst war, denn GOTT kommt rum!

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

Weltanschauung Weltanschauung

Die Hoffnung stirbt zuletzt – oder???

Hoffnung stirbt zuletztHoffnung – oder was von einem Frosch zu lernen ist!

Zwei Frösche hüpften einmal hinaus in die weite Welt, um sie kennen zu lernen. Sie hatten ihr armseliges und langweiliges Leben im Tümpel satt, waren voller Tatendrang und auf große Abenteuer aus. Weit jedoch kamen sie nicht. Es war sehr heiß, die Landstraße staubig und weit und breit war kein einziges Wasserloch zu finden. Ihr Durst wurde schließlich so groß, dass sie am Abend heimlich durch die Türe eines nahegelegenen Bauernhauses schlüpften.

Auf dem Küchentisch stand eine Schale voll Milch. Sie konnten ihr Glück einfach nicht fassen, sprangen geschwind auf den Stuhl, dann auf den Tisch und schließlich stürzten sie sich übermütig in die Milchschale hinein. Sie tranken und tranken, bis ihr Durst gestillt war. Schließlich wollten sie wieder aus der Schale heraus, aber das misslang. Sie waren so vollgesoffen und der Rand der Schale so rutschig, dass sie immer wieder an der glatten Wand in die Milch hineinfielen. Das ging so lange, bis sie ihre dünnen Beinchen vor Erschöpfung kaum noch bewegen konnten. Da sprach der eine: „Was soll’s? Kein Plagen hilft mehr! Es ist aus mit uns beiden!“ Kaum hatte er das gesagt, ließ er sich zu Boden sinken und ertrank.

Der zweite Frosch jedoch gab die Hoffnung nicht auf. Er nahm seine letzte Kraft zusammen und strampelte und schwamm und strampelte, ja er schwamm und strampelte die ganze Nacht hindurch. Am anderen Morgen, als die Sonne aufging, da saß er ganz überrascht auf einem Butterklumpen. Mit letzter Kraft konnte er nun über den Rand der Schale klettern und war gerettet.

(Nach Aesop, neu geschrieben von © Karlheinz Schudt)

Die Hoffnung stirbt zuletzt – so heißt es – aber kann Hoffnung sterben?

Martin Luther soll einmal gesagt haben: „Wenn morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“ Nun weiß man ja nicht so genau, ob er das wirklich verlautbaren ließ oder ob es nur ein Sinnbild seiner eigenen Einstellung zum Leben war. Wie auch immer, jedenfalls spricht daraus eine Eigenschaft, die man selbstverständlich jedem Menschen wünscht auf dieser Erde, am meisten allerdings jenen, die ungewöhnliche Aufgaben, Visionen und Projekte zu verwirklichen haben und die ihrer Zeit meist weit voraus sind und als Außenseiter oder Spinner abgetan werden.

Jeder weiß, wie schwer es ist, etwas verwirklichen zu wollen, vor allen Dingen wenn es im gesellschaftlichen Umfeld auf großen „Gegenwind“ stößt. Aber das ist das Gesetz des Widerstandes. Jeder Aufstand erzeugt immer Widerstand, jede Aktion schafft eine Reaktion und jede Initiative erlebt irgendwann eine Gegenbewegung. Im seelischen Bereich ist das nicht anders. Die Frage ist eben nur, ob ich den Widerstand als Strafe betrachte oder als Möglichkeit, neues zu entdecken, neues zu lernen und über meinen „Schatten“ zu springen bzw. über meinen „Tellerrand“ hinaus zu blicken. Denn mal ehrlich, wenn alles reibungslos im Leben ginge, wie langweilig wäre es und wo könnten wir uns wirklich noch entwickeln bzw. innerlich wachsen?

Die Hoffnung stirbt nicht, wenn sie zur Gewissheit wird!

Nun sagt sich das immer leichter, als es sich dann im Alltag verwirklichen lässt. Aber was bleibt uns letztendlich übrig? Zumindest die Entscheidung können wir treffen, welcher Frosch sich in unserem Gemüt ausbreitet. Ist es derjenige, der den sprichwörtlichen „Kopf in den Sand“ steckt und in seiner eigenen Hoffnungslosigkeit „ertrinkt“ oder vielleicht eher jener, der weitermacht und sich von nichts mehr abhalten lässt, selbst wenn er nicht einmal weiß, wie weit das Ziel noch entfernt ist bzw. ob er es jemals erreicht? Aber vielleicht ist das Ziel gerade dann ja ganz nahe, wenn man den Entschluss gefasst hat, weiterzumachen!? Oder anders ausgedrückt, vielleicht standen viele kurz vor dem Ziel, hätten sie nur nicht aufgegeben!?

Bringen auch Sie mehr Hoffnung, Urvertrauen
und Lebensfreude unter die Menschen!

Wie auch Sie als Geschichten- und MärchenerzählerIn mehr Hoffnung, Gewissheit, Urvertrauen und Lebensfreude entdecken und unter die Menschen bringen können, das erfahren Sie in der Ausbildung zum(r) Märchen- und GeschichtenerzählerIn oder im Lernprogramm „Märchen erzählen lernen beginnt schon zu Hause“.

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

Erzählerkurs, Lernprogramm Märchen erzählen lernen

Schau hinter die Dinge! Auf die Betrachtung kommt es an.

Eine Geschichte mit BetrachtungAn einem Fluss wohnten drei alte weise Männer. Man erzählte sich, dass in ihrer Umgebung seltsame und wundersame Dinge geschahen. Wenn sie morgens zum Baden in den Fluss gingen, dann hängten sie einfach ihre Mäntel in den Wind und die Mäntel blieben so lange hängen, bis sie wieder zurück kamen und sie anzogen.

Eines Tages, als die drei wieder im Fluss badeten, da beobachteten sie, wie ein großer Seeadler auf das Wasser hinunter stieß. Als er sich wieder in den Himmel erhob, hielt er in seinem Schnabel einen zappelnden Fisch. Einer der Weisen rief erbost: „Böser Vogel!“. Plötzlich fiel sein Mantel auf die Erde. Daraufhin sprach mitleidsvoll der zweite Weise: „Armer Fisch!“ und auch sein Mantel fiel in den Sand.

Der dritte Weise aber betrachtete in Ruhe so lange den Vogel und Fisch, bis beide am Horizont langsam immer kleiner und kleiner wurden und schließlich gänzlich verschwanden. Er schwieg und sein Mantel blieb im Wind hängen.

Nach einer alten Lehrgeschichte,
bearbeitet von Karlheinz Schudt

Auf die Betrachtung kommt es an!

Neulich lag ein totes Rotkelchen vor meiner Haustüre. Meine Katze hat es dorthin gelegt. Es sah nahezu unversehrt aus, bis auf die Tatsache, dass es tot war. Nichts deutete darauf hin, dass die Katze es zerlegen und fressen wollte. Zunächst war ich alles andere als erfreut über den Anblick und dachte darüber nach, wie ich der Katze klar machen konnte, dass sie die Singvögel in Frieden lässt und lieber die Mäuse fängt.

Ernüchtert wurde ich durch die Betrachtung einer Freundin, die mir mit ihren Worten zu erklären versuchte, welche Absicht hinter einem solchen Katzenverhalten steckt: „Katzen wissen, dass wir Menschen großartige Dinge vollbringen. Wir brauchen z. B. nur den Kühlschrank öffnen, um etwas Essbares heraus zu holen. Wir können aber noch viel mehr, nämlich sie, also die Katze, ausgiebig und intensiv streicheln. Doch die Katze weiß auch, dass wir Menschen außerordentlich schlechte Jäger sind und um Beute zu machen, mit großen Einkaufstüten oder -beuteln unterwegs sind. Also beschenkt sie uns regelmäßig mit ihrer Beute, damit auch wir einmal etwas Vernünftiges zwischen die Zähne bekommen“.

Wer ist nun der oder die Schuldige?

Nun frag ich mich: Wer ist jetzt der oder die Böse bzw. Schuldige? Die „mordende“ Katze, die ihrer Natur folgt und mich eigentlich nur beschenken wollte? Die „grausame“ Natur oder „unbarmherzige“ Schöpfung, die solche Kreaturen überhaupt hervorbringt? Der „sympathische“ Singvogel, der dumm genug war, sich von der Katze fangen zu lassen? Ich, als vermeintlich fortschrittlicher und zivilisierter „Gutmensch“, mit meiner einseitigen Moralvorstellung? Oder womöglich sogar die „verhasste“ Maus, die nicht rechtzeitig zur Stelle war, um sich von der Katze vernaschen bzw. fangen zu lassen?

Wer weiß, vielleicht gibt es noch eine Menge mehr Gründe, um einen Schuldigen zu finden. Ich jedoch habe aus der Betrachtung meiner ganz persönlichen Geschichte in Verbindung mit der obigen Lehrgeschichte einiges gelernt. Um sich ein differenziertes Bild von einem Prozess oder Zustand machen zu können, gehört weitaus mehr, als nur eine mit unzähligen Emotionen geladene Meinung oder Ansicht zu vertreten. Was dann am Ende heraus kommt, ist sicherlich kein einseitiges Urteil mehr, sondern der erste Schritt in eine Sichtweise, die mir ein klein wenig den Blick hinter die Dinge ermöglicht und vieles in einem weitaus größeren Zusammenhang offenbart, als ich es je vermutet hätte.

Wie im „Kleinen“, so im „Großen“!

Vielleicht mag es etwas vermessen klingen, aber ich habe immer wieder die Erfahrung gemacht, dass alles, was sich im „Kleinen“ ereignet, auch auf das „Große“ zu übertragen ist. Und wenn ich mir die Welt, die Gesellschaft, die Politik und Wirtschaft so von meinem Blickwinkel aus anschaue, dann habe ich immer öfter den Wunsch, unzählige Sprachen zu können, damit ich in jedes Land dieser Welt reisen kann, um einmal herauszufinden, wie dort die Menschen leben, welche Sorgen und Freuden sie haben und was sie von mir bzw. meinen Landsleuten halten.

Da mir allerdings nicht nur die Sprachkenntnisse fehlen, sondern auch die (Lebens-)Zeit und sicher auch das Geld, diese Reise einmal anzutreten, bin ich leider zum Großteil auf die Berichterstattung unserer hiesigen Medien über jene Länder angewiesen. Als kleiner Trost jedoch bleibt mir dann nur noch die Hoffnung, mein Blickfeld einmal dahingehend zu weiten, auch immer mehr die Medien zu hören, die sich eben in jenen Ländern befinden, die ich gerne bereist hätte. Was die wiederum über die Welt, die Gesellschaft, Deutschland oder andere Länder berichten, mag dann wahrscheinlich auf einem „anderen Blatt“ stehen.

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

Frau Holle Paradiesgarten - BetrachtungDie Märchen-Betrachtung „Im Paradiesgarten der Frau Holle“
ist ab sofort auch als eBook erhältlich!

Weiterhin finden Sie auf allen Tolino eBook Stores, bei itune, Libri, Google Play, Buchhandel.de, Reader’s Digest Deutschland und in weiteren fast 200 eBook Stores im Internet dieses eBook. Unter anderem gleich hier:

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Welche Meinung ist die richtige? Eine Geschichte über Ansichten.

Welche Meinung ist die richtige?

Ein König rief einmal drei blindgeborene Menschen aus seinem Land zu sich, um ihnen einen Elefanten vorzustellen. Er führte sie vor das Tier und bat sie, ihm doch mitzuteilen, um welches Wesen es sich da handelte. Die Blinden wussten nichts über jenes für sie fremde Tier und betasteten es mit ihren Händen. Nach einer Weile sprach der König: „Nun, meine lieben Gäste, habt Ihr erkannt, um welches Tier es hier geht?“

Alle riefen wie aus einem Munde: „Ja, wir wissen nun, was ein Elefant ist!“ Und der erste Blinde, der das große Ohr des Elefanten abtastete, fuhr fort und sprach: „Der Elefant ist wie eine große Schaufel.“ Gleich darauf hörte man die Stimme des zweiten Blinden, der den Rüssel berührt hatte: „Nein, der Elefant ist wie eine Schlange.“ Ja und schließlich rief der dritte, der das Schwanzende des Tieres in seinen Händen hielt: „Auf gar keinen Fall, der Elefant ist wie ein Besen“.

So ging das eine ganze Weile. Jeder hatte die Meinung, den Elefanten in seiner Art erfasst zu haben. Mittlerweile gerieten sie in einen solchen Streit über das Aussehen des Elefanten, dass es immer bedrohlicher wurde. Jeder wollte recht haben und traute nur seinen eigenen Erfahrungen. Das Ganze jedoch, wie ein Elefant in Wahrheit von seiner Gestalt beschaffen ist, vermochten sie nicht zusammen zu bringen. Hätten sie nur einmal die Plätze getauscht, sie hätten sich gewiss ein umfassenderes und wahres Bild des Elefanten machen können und auch verstanden, was der andere meinte.

(Nach einer indischen Lehrgeschichte,
bearbeitet von Karlheinz Schudt)

„Ich finde einfach niemanden, der so häufig recht hat, wie ich!“

Selbstverständlich ist es immer eine Ansichtsache, wie man Dinge im Leben betrachtet, insbesonders, wenn es sich um Glaubensfragen handelt. Aber das ist schließlich die Freiheit des Menschen und so verhält es sich in Bezug auf jede Weltanschauung, Religion oder Lebenseinstellung. Gefährlich wird es nur, wenn eine dieser Ansichten zur allgemein gültigen Meinung erkoren wird und andere Menschen aufgrund ihrer Ansichten oder Erfahrungen ausgeschlossen oder bekämpft werden.

Ähnlich zeigt es sich bei der Interpretation, Deutung, Analyse oder Betrachtung von Märchen. Auch hier ist es immer eine Frage des Standpunktes, der eigenen Meinung und Lebenseinstellung, was man darin sehen möchte und was sie schließlich tatsächlich offenbaren. Nur wer genügend Bereitschaft und Offenheit mitbringt, seinen Blickwinkel zu ändern, wird weitaus mehr vom „Ganzen“ oder vom Geheimnis des Märchens (und des Lebens) erfahren, als jemand, der mit aller Macht und Vehemenz seinen Standpunkt oder seine Meinung verteidigt.

Rotkäppchen, nur eine harmlose Kindergeschichte?

So sagte einmal eine Teilnehmerin während einer Märchenfortbildung für Pädagoginnen:

„Ich dachte immer, dass es sich beim Märchen vom Rotkäppchen um eine pädagogische Moral-Geschichte mit erhobenem Zeigefinger handelt. Aber jetzt wird mir so langsam klar, dass es gar nicht darum geht, sondern um den ureigenen Weg, die Lebensaufgabe und das Lebensziel des Menschen in Gestalt von Rotkäppchen mit all den vielen äußeren Verlockungen und Ablenkungen, die es von seinem Weg abbringen. Unter diesem Gesichtspunkt erscheint mir auch die Erkenntnis in einem ganz anderen Licht, die Rotkäppchen am vermeintlichen Ende des Märchens offenbart: ‚Du willst dein Lebtag nicht wieder allein vom Wege ab in den Wald laufen, wenn dir’s die Mutter verboten hat.'“

Wenn auch Sie eine besondere und freilassende Methode kennenlernen möchten, mit der Sie nicht nur die offensichtlichen Seiten von Märchenbildern und -prozessen (oder die des Lebens) erkunden, sondern auch und besonders jene Offenbarungen, die weitaus tiefer (oder höher) liegen, dann besuchen Sie doch eines unserer Seminare, z. B. die Ausbildung zum(r) Märchen- und GeschichtenerzählerIn. Sie werden staunen, wie vielfältig, variationsreich und wahr die Märchen in Bezug auf das Leben eigentlich sind.

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

Warum die Hummel nach Ansicht der Wissenschaft nicht fliegen kann …

Die Hummel fliegt doch!Wussten Sie schon, dass die Hummel eigentlich gar nicht fliegen kann? Nein? Nun, nach wissenschaftlich-flugtechnischen Erkenntnissen des Menschen ist ihr Körper im Verhältnis zu ihren Flügeln viel zu schwer, so dass sie gar nicht erst vom Boden abheben kann. Dem Himmel sei Dank, dass die Hummel dies nicht weiß. Sie fliegt einfach!

Warum immer so kompliziert?

Es ist doch erstaunlich, wie kompliziert wir Menschen uns doch das Leben immer wieder machen! Erinnern Sie sich noch, wie mühsam Sie damals als Kind laufen gelernt haben? Nein, wahrscheinlich nicht. Aber wenn Sie kleine Kinder heute anschauen, wie sie laufen lernen durch Hinfallen, Aufstehen, Hinfallen, Aufstehen …, dann ist dies doch die natürlichste Sache der Welt.

Kein Kind käme jemals auf die Idee, zu glauben, es würde nie laufen lernen. Es muss also im Innersten seines Wesens überzeugt sein, dass es Erfolg haben wird. Und Recht hat es! Also lernt es auch laufen.

Das Bewusstsein der Erde

Ein anderes Beispiel: In immer mehr Kreisen spricht man heute von einem „Bewusstsein der Erde“. Stellen Sie sich einmal vor die Erde würde von heute auf morgen sagen: „Nun habe ich keine Lust mehr, Erde zu sein. Ich habe schon viel zu lange die Materie verdichtet und zusammengehalten für eine so genannte intelligente Schöpfung, die mich doch nur gnadenlos ausbeutet und zerstört. Ich hab’s satt, ich löse mich auf!“

Dummer Gedanke? Vielleicht, aber Tatsache ist, dass die Erde seit undenklichen Zeiten Ihre Aufgabe beharrlich vollzieht und die Basis gerade durch den Zusammenhalt der Materie auch für die körperliche und seelisch-geistige Entwicklung des Menschen bereitet.

Nichts wie weg!

Aber wie verhalten wir so genannten erwachsenen Menschen uns bei Schwierigkeiten? Wie schnell werfen wir bei jedem kleinen Problem die Flinte ins Korn, anstatt es als Wegweiser für den schnellsten und besten Weg zum Ziel zu sehen? Wir gehen meist davon aus, dass das Leben oder die Schöpfung uns unvollständig, falsch und äußerst fehlerhaft geschaffen hat.

Daher meinen wir, jemanden zu brauchen, der uns sagt, was für uns richtig ist und der unsere scheinbaren Probleme löst. Wie enttäuscht oder gar wütend sind wir dann, wenn auch von dort die Lösung nicht kommt oder gar alles noch komplizierter und undurchschaubarer wird: in der Politik, der Wirtschaft, dem Gesundheitswesen, der Pädagogik oder im spirituellen Leben (Religion, Weltanschauung, etc.).

Welche Konsequenzen nehmen wir auf uns?

  • Sind wir wirklich weiser geworden oder haben wir nur neue (Lehr-)Meinungen, Weltanschauungen und Vorurteile aufgeladen?
  • Sind wir wirklich liebevoller und glücklicher geworden oder haben wir uns mit immer neuen äußeren Vergnügungen und Ablenkungen beschäftigt?
  • Sind wir wirklich erfolgreicher geworden oder nur ein paar Schritte auf der Gehaltsstufe bzw. Karriereleiter nach oben gerutscht?
  • Sind wir dadurch wirklich gesünder geworden oder ist unser Medikamentenschrank noch voller geworden?

Anstatt wirklich frei und glücklich zu werden, fühlen sich viele Menschen als „arme Sünder“ in diesem „irdischen Jammertal“ und leben Tag für Tag in dem Glauben, dass es reiche und arme Menschen geben muss. Doch die Natur zeigt uns etwas ganz anderes: Sie produziert alles in Überfülle. Viel mehr als überhaupt nötig ist!

Die Hummel kümmert sich um keine Meinung – sie fliegt einfach!

Auch die Hummel kümmert sich nicht um irgendeine Meinung, schon gar nicht darum, ob sie nun nach menschlicher Vorstellung fliegen kann oder nicht. Es wird ihr nicht einmal gesagt, ob sie dies auf dem Kopf, auf einem Beinchen oder mit einer besonders demütigen Haltung vollziehen sollte. Sie tut es einfach. Einfach so! Und mit welcher Ruhe, mit welcher Kraft und Ausdauer! Ob aus Spaß an der Freude, aus Instinkt, aus göttlicher Voraussicht, aus einem Überlebensdrang heraus – ganz egal, die Gründe sind überhaupt nicht wichtig für sie. Sie folgt einfach ihrer inneren „Lebens-Sehnsucht“.

Den ureigenen Weg gehen!

Auch jedes echte Märchen zeigt dies immer wieder aufs Neue: Die Märchenheldin oder der Märchenheld, meist der von anderen ausgeschlossene und verlachte Dummling, fragt sich niemals, in welche Schwierigkeiten er denn während seines Lebens geraten könnte.

Er geht seinen Weg voller Vertrauen auf das Gelingen all seiner Vorhaben. Aber nicht mit einem Kopf voller Meinungen, Vorurteile und Wissen, sondern mit einem freudigen Gemüt, einer gehörigen Portion Mitgefühl für die Welt und mit der Bereitschaft, von Herzen ungewöhnliche und lebensbejahende Lösungen zur Bewältigung anstehender Krisen zu finden – und er/sie kommt damit immer ans Ziel und wird ein/e weise/r und liebende/r König oder Königin.

Warum die Hummel nun tatsächlich fliegen kann und woraus der Märchenheld und die Märchenheldin ihre ungewöhnlichen, lebensbejahenden Lösungen und ihr Vertrauen in die Welt schöpfen, das ist ein offenes, einfaches und völlig natürliches Geheimnis, das uns meist näher ist, als der eigene Atem.

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter
Erzählerkurs, Lernprogramm Märchen erzählen lernen

Eine Geschichte über den Ort, an dem es keine Probleme mehr gibt.

Probleme Türen für ein noch erfüllteres LebenNeulich traf ich einen Bekannten, der jammerte und schließlich ganz verzweifelt sprach: „Ach hätte ich doch keine Probleme mehr! Mein Leben könnte so ruhig sein!“ Zunächst konnte ich sein Anliegen ganz gut verstehen, aber kurz danach wurde ich doch stutzig und dachte über den tieferen Sinn der menschlichen Probleme nach.

Sind es nun irgendwelche Strafen, welche die „Schöpfung“ für die Dummheiten seiner Kreaturen vorgesehen hat oder Konsequenzen eines menschlichen Erfahrungs- bzw. Entwicklungsprozesses, der eigentlich als Wegweiser dienen könnte, um endlich für das wahre Ziel wach zu werden, anstatt die Ignoranz von „gestern“ in einem „neuen Kleid“ zu wiederholen?

Gleich darauf erinnerte ich mich an folgende Geschichte, die ich meinem Bekannten auf sein Jammern hin erzählte:

„Eines Tages traf ich einen recht wohlhabenden Freund. Er machte einen niedergeschlagenen Eindruck und als ich ihn fragte, was er auf dem Herzen habe, da antwortete er: ‚Ach, ich fühle mich so elend. Jeden Tag nichts als Probleme.‘ Und er schilderte mir alles bis ins einzelne, so dass ich mich selbst nach einigen Minuten des Zuhörens tot unglücklich fühlte. ‚Wenn Du mir hilfst,‘ so sprach er weiter, ‚meine Probleme loszuwerden, dann verspreche ich Dir, regelmäßig Geld an einen wohltätigen Verein zu spenden‘.

Das ließ ich mir nicht zweimal sagen und ich erinnerte mich an einen Ort, der tausende von Menschen beherbergt und von dem ich glaubte, das dort keiner ein Problem mehr hat. Mein Freund war begierig, diesen Ort sofort zu besuchen und wir machten uns beide gleich auf den Weg. Nach einem kurzen Fußweg kamen wir ans Ziel und durchquerten schließlich die Eingangspforte des städtischen Friedhofes.“ 

(Verfasser der Geschichte unbekannt,
bearbeitet von Karlheinz Schudt)

„Ach, ich werde mir doch mächtig fehlen, wenn ich einst gestorben bin.“
(Kurt Tucholsky)

Ob nun die Seelen jener verstorbenen Menschen, deren leibliche Hüllen unter der Erde gebettet sind, wirklich keine Probleme mehr haben, ist Ansichts- und Glaubenssache. Für uns noch lebende scheint es jedenfalls so, als ob es im Jenseits keine Probleme mehr gäbe und es ist wohl auch noch niemand in seiner leiblichen Gestalt von dort zurück gekommen, der uns davon hätte berichten können.

Doch sieht man einmal von dererlei Mutmaßungen und Glaubensanschichten ab und wendet sich den noch lebenden Menschen zu, dann können Probleme durchaus „Türen“ in ein noch erfüllteres Leben sein. Je wacher und offener sich ein Mensch in solchen Krisensituationen für seine Umwelt und besonders seine Innenwelt zeigt, desto schneller können sich auch Lösungen für meist festgefahrene Probleme im Alltag offenbaren.

Und wie im kleinen, so verhält es sich auch im großen. Nahezu alles hängt davon ab, ob wir nun die „Dummheiten“ von gestern in einem „neuen Kleid“ oder besser gesagt, in einer „neuen Zwangsjacke“ wiederholen und das Wohl und Wehe der Menschheit weiterhin von umweltzerstörenden, gewinnmaximierenden wirtschaftlichen Interessen abhängig machen, oder aber von der Freiheit im Geist, der Gleichheit im Menschlichen und der Brüderlichkeit (Schwesterlichkeit) im Wirtschaftlichen.

Neue Wege gehen und ungewöhnliche Lösungen finden!

Dass schon längst andere Wege möglich wären, zeigt eines von vielen, aber sehr entscheidenden Beispielen aus der Vergangenheit:

Nikola Tesla (Geboren 1856 in Smiljan, Österreich-Ungarn, gestorben 1943 in New York) war ein serbisch-stämmiger Erfinder, der 1884 in die USA emigrierte und der zur Nutzbarmachung des Wechselstroms durch die Erfindung des Wechselstrommotors beitrug. John Pierpont Morgan (ab 1895 J. P. Morgan & Co firmierendes Bankhaus) spielte eine bedeutende Rolle bei der Finanzierung der Forschungen von Nikola Tesla. Unter dem Vorwand einen extrem leistungsfähigen Rundfunksender schaffen zu wollen, ließ Tesla sich den Bau des Wardenclyffe-Towers finanzieren.

Tesla selbst glaubte allerdings daran, auf diese Weise drahtlos über die Ionosphäre (Teil der Atmosphäre eines Himmelskörpers, der große Mengen von Ionen und freien Elektronen enthält) elektrische Energie verteilen zu können, die dann von jedem Punkt der Welt kostenlos abgegriffen werden könnte. Als Morgan davon erfuhr, zog er seine Finanzierung zurück und soll das ganze mit den Worten kommentiert haben: „Gratis Strom gut und recht, wo bring ich aber den Stromzähler für den Kunden an“.

Tesla wird nachgesagt, dass er über nicht publiziertes Wissen bezüglich freier Energien verfügt haben soll. Immerhin wurden seine Aufzeichnungen nach seinem Tod 1943 beschlagnahmt und sie sollen noch heute –  wider allem aufklärerischen Denken – unter Verschluss gehalten werden.

(Weitere Informationen darüber z. B. in Wikipedia)

Probleme dienen dazu, das eigene Leben erst recht zu ergreifen!

Wie immer ist es ein leichtes, „die Bösen“ als Verursacher der eigenen Probleme woanders zu suchen. Aber jeder Mensch weiß im Grunde seines Herzens, dass bei jeder Verwirklichung einer Idee, eines Projektes, eines Lebenswerkes und nicht zuletzt bei der ganz „gewöhnlichen“ Bewältigung des Alltags der Widerstand oder die Probleme nicht lange auf sich warten lassen.

Kein Tesla, kein noch so bekannter oder unbekannter Erfinder und auch sonst kein Mensch würde etwas Ungewöhnliches oder Außergewöhnliches auf die Beine stellen, wenn er sich gleich von Hinderungen oder negativen Meinungen in der Öffentlichkeit davon abhalten ließe. Und viele auf diesem Gebiet erfahrene „alte Hasen“ sagen sogar, je mehr Gegenwind oder Probleme man auf diesem Weg hat, desto sicherer kann man sein, dass es der richtige Weg ist! Selbst wenn es auch für den Moment nicht den erhofften Erfolg bringt, den man sich dabei wünscht, so kann letztendlich niemand sagen, wie sich diese Bemühungen zum Wohl der Menschen in Zukunft auswirken werden. Denn nicht selten sind Personen, die sich gerade in Zeiten der maßlosen Veräußerlichung ihren innersten Offenbarungen öffnen, weit ihrer Zeit voraus.

Ergreifen wir also mit Herz und gesundem Menschenverstand das eigene Leben mit all seinen Offenbarungen, Problemen und Lösungen und bleiben uns dabei selbst treu! Wie das geht, zeigen uns sinnbildlich unzählige Märchen und Geschichten.

Wie auch Sie als Geschichten- und MärchenerzählerIn mehr Zuversicht, Kreativität, außergewöhnliche Lösungsbereitschaft und Lebensfreude unter die Menschen bringen können, erfahren Sie in der Ausbildung zum(r) Märchen- und GeschichtenerzählerIn oder im Lernprogramm „Märchen erzählen lernen beginnt schon zu Hause“.

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter
Erzählerkurs, Lernprogramm Märchen erzählen lernen

 

Scherben bringen Glück, aber nur dem, der loslassen kann!

Scherben bringen GlückEin in spirituellen Dingen weit bekannter und hochgeschätzter Mann sieht eines Tages in der Küche seine Frau weinen. „Was ist mit Dir?“, fragte er besorgt, „Warum bist Du so traurig?“ „Ach“, schluchzte da die Frau, „Weil alle Dinge so vergänglich sind!“ Der Mann schaute sie ganz ernst an und erwiderte besserwissend und belehrend:

„Da musst Du noch härter werden und Dich daran gewöhnen, dass alles auf dieser Welt vergänglich ist.“ Plötzlich zieht die Frau aus ihrer Tasche eine Hand voller Porzellanscherben hervor, streckt sie ihrem Mann unter die Nase und sagt: „Nun, dann bin ich aber erleichtert, Deine Lieblings-Teetasse ist gerade eben ins Vergängliche entschwunden …“

(Nach einer alten Zen-Lehrgeschichte,
bearbeitet von Karlheinz Schudt)

Wie hätten Sie geantwortet?

Wie nun dieser höchst spirituelle Mann auf diese gewitzte Antwort seiner weisen Frau reagierte, darüber lässt uns die Geschichte im Dunkeln. Wir können es nur vermuten und uns selbst fragen, wie jede/r Einzelne von uns denn gehandelt hätte. Aber mal ehrlich, ist es nicht in vielen Fällen so, dass wir gerne Meinungen ungeprüft übernehmen und weiter „plappern“ oder Dinge von anderen erwarten, die wir nicht einmal selbst oder nur im Ansatz bewältigen bzw. umsetzen können?

Im Volksmund gibt es ein sehr weises Sprichwort:
„Was Du nicht willst, das man Dir tut, das füg‘ auch keinem andern zu!“
In einem anderen Zusammenhang könnte dies auch bedeuten:
„Was Du selbst nicht bereit bist zu tun, das erwarte auch nicht von einem anderen!“

„Sie predigten öffentlich Wasser und tranken heimlich Wein!“

Ich bin mir ziemlich sicher, dass in den meisten gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, politischen und spirituellen Kreisen, in denen gerne große Worte gemacht werden, Ernüchterung einkehren würde, wenn einer dieser obigen Grundsätze verinnerlicht würde.

Denn solange kein Staatsmann (oder keine Staatsfrau), kein/e Manager/in und auch kein/e noch so hochgeschätzte/r spirituelle/r „Oberlenker/in“ die wirklichen Probleme erlebt hat (oder zumindest wahrhaftig mitfühlen kann), die der „schwächste“ Mensch in seinem gesellschaftlichen Umfeld, seinem Regierungsbezirk, seiner Firma oder unter seiner spirituellen Verantwortung durchleidet, desto länger wird es bei jenen „großen Worten“ bleiben, denen wirklich selten auch große Taten folgen.

Die eigene Ausstrahlung und Anziehung machts!

Aber wie bereits erwähnt, fangen wir lieber bei uns selbst an, dort haben wir wahrlich genügend zu tun. Wie schwer, ja nahezu unmöglich es ist, jemand oder etwas anderes verändern zu wollen, ist vielen Menschen im Grunde ihres Herzens eigentlich bekannt. Und wer weiß, vielleicht ändert sich vieles um uns herum ganz natürlich und von alleine, wenn wir uns selbst verantwortlich fühlen für all das, was wir im Leben ausstrahlen und anziehen.

Ich jedenfalls wäre erfreut gewesen, wenn der Mann in der obigen Geschichte mit Humor und einer gehörigen Portion positiver Selbstkritik auf die wirklich pfiffige und weisheitsvolle Antwort seiner Frau reagiert hätte, anstatt womöglich mit Hochmut, Eitelkeit und Ärger. Und wer weiß, vielleicht sind nicht diejenigen die wahren Weisen, die in der breiten Öffentlichkeit stehen, sondern viel mehr jene, die im Stillen im Hintergrund wirken.

Sollten Sie also den tiefen Wunsch verspüren, als MärchenerzählerIn oder GeschichtenerzählerIn im „stillen Hintergrund“ mit Geschichten und Märchen zu wirken, mehr Zwischenmenschlichkeit, Identität, Inspiration, Vertrauen, Mitgefühl und Zuversicht in die Welt und unter die Menschen tragen zu wollen, dann zögern Sie nicht lange. Sie könnten gleich hier und heute damit beginnen!

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter
Erzählerkurs, Lernprogramm Märchen erzählen lernen

„Die Geister, die ich rief …“ ist mehr als nur eine Geschichte

Die Geister, die ich rief - mehr als nur eine Geschichte!Einmal, da kam ein unzufriedener Mann zu einem alten Weisen. Er war mit seinem Leben nicht einverstanden und klagte: „Ach, hätte ich doch nur einen dienstbaren Geist. Ich bräuchte mich um nichts mehr zu kümmern, alles würde er für mich tun und ich könnte ein Leben in Glück und großem Reichtum führen.“ Der Weise lächelte und sprach: „Nun, es ist für mich eine Kleinigkeit, dir einen jener Geister zu besorgen, der dir all deine Wünsche erfüllt. Aber ich muss dich warnen, er muss immer beschäftigt werden und darf keinen Moment zur Ruhe kommen, sonst frisst er dich auf.“ Der Mann lachte laut auf und rief: „Ich habe so viele Wünsche, dass ich ihn mein ganzes Leben lang beschäftigen kann.“

Also gab ihm der Weise eine Lampe und sprach: „Wenn du zuhause bist, dann reibe an der Lampe und der Geist wird erscheinen. Zu Hause angekommen, da rieb er an der Lampe und wenige Augenblicke später, stand vor ihm ein riesenhafter Geist, der sich ehrerbietig vor ihm verneigte und sprach: „Was befiehlt mein Gebieter?“ Der Mann lies sich das nicht zweimal sagen. „Ich wünsche mir ein wunderschönes Schloss mit prächtigem Garten und viel Platz.“ Kaum hatte er dies gesagt, so flog der Geist davon und nach einigen Minuten kam er wieder und brachte den Mann dorthin, wo er das Gewünschte vorfand.

Erstaunt und voller Freude trat er ins Schloss ein, um sich die Pracht etwas genauer anzuschauen. Doch der Geist verneigte sich abermals vor ihm und sprach: „Was wünscht mein Gebieter nun?“ „Ich wünsche mir Bedienstete, schöne Frauen, Gold und Edelsteine und viele Ländereien.“ Wieder kaum ausgesprochen, so verschwand der Geist und nach kurzer Zeit war auch dies erfüllt. Dann sprach er: „Was soll ich jetzt für meinen Gebieter tun?“ Der Mann wurde immer unsicherer und ängstlicher, sah er doch wohl, dass der Geist binnen weniger Augenblicke all seine Wünsche erfüllen konnte.

So wünschte er sich alles Mögliche und Unmögliche, nur um ja den Geist zu beschäftigen. Aber es dauerte nicht lange, da waren sogar die seltsamsten Wünsche erfüllt und der Geist bat um neue Anweisungen. Doch der Mann hatte keine neuen Wünsche mehr und er sah schon, wie der Geist unruhig wurde und ihn mit feurigen, wütenden Augen anstarrte. Er stammelt noch die letzten und ausgefallensten Wünsche und trug sie dem Geist vor. Augenblicklich verschwand der Geist, um sie in kurzer Zeit zu erfüllen.

Unser Mann aber lief eilig zum Weisen und bat um seine Hilfe: „Rettet mich vor diesem arbeitswütigen Geist. Ich habe keine Wünsche mehr und kann diese Verantwortung nicht mehr tragen und befürchte, er wird mich nun töten.“ „Da wirst du wohl recht haben“, murmelte der Weise. „Aber ich will dir helfen“.

Er zog sich ein Haar aus dem Kopf, nahm es zwischen seine beiden Fingernägel und zog solange daran, bis es sich kräuselte. Dann sprach er: „Gib dem Geist das Haar und befiehl ihm, er soll es wieder gerade ziehen.“ Der Mann ging nach Hause und reichte das gekräuselte Haar dem Geist mit eben jenem Befehl des Weisen. Der Geist zog das Haar gerade, aber in dem Moment, wo er es wieder losließ, da kräuselte es sich. Er zog es erneut gerade, aber beim Loslassen, da kräuselte es sich wieder.

Seit dieser Zeit hatte der Mann seine Ruhe. Er hatte auch gar keine Sehnsucht mehr, nach einem dienstbaren Geist und freute sich über jeden Tag seines Lebens, der ihm geschenkt wurde. Der Geist aber, der zieht noch heute an diesem Haar und er wird es auch sicherlich noch eine lange lange Zeit tun. Oder?

(Nach einer alten Lehrgeschichte, bearbeitet von Karlheinz Schudt)

Der dienstbare Geist

Wer wünscht sich nicht einen jener dienstbaren Geister, der einem die sehnlichsten Wünsche erfüllt? Nun ist aber das Wesen der Wünsche schon etwas tückisch, denn ist ein Wunsch einmal erfüllt, dann kommt auch gleich der nächste. Ist der erfüllt, dann lässt auch der übernächste nicht lange auf sich warten.

Doch eigentlich sind nicht die Wünsche das Problem, sondern die Einstellung des Menschen zu ihnen. Leider glauben wir immer noch, dass äußere Wunscherfüllung gleich zu setzen ist mit innerer Erfüllung. Und das wiederum ist ein großer Trugschluss.

Also dann doch lieber keine Geister?

Die Geister, die ich rief, werde ich nun nicht wieder los …

Ist vielleicht besser so, denn so manches, was man zunächst als großen Segen betrachtet hat, wird auf einmal zum Fluch. Davon berichten ja viele Märchen (Z. B. Vom Fischer und seiner Frau, Kinder- und Hausmärchen, gesammelt durch die Brüder Grimm).

Aber Gott sei Dank gibt es ja weitaus ungefährlichere Wege ohne dienstbaren Geist sich seine Wünsche zu erfüllen, vorausgesetzt man ist offen für neue Sicht- und Denkweisen und dem eigenen, wahren Herzens-Ziel. Von diesem Ziel aus mit Begeisterung gefühlt und mit Liebe und Weisheit gedacht wird sich so manches ganz von alleine verwirklichen, ohne es willentlich forcieren zu müssen.

Und mal ehrlich, was gäbe es denn sonst noch für uns auf dieser Erde zu tun, wenn alles von dienstbaren Geistern erledigt würde? Wie sonst könnten wir uns entwickeln, etwas aufbauen und das Dasein entdecken, wenn wir keine Widerstände mehr als Herausforderungen erleben könnten?

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter
Erzählerkurs, Lernprogramm Märchen erzählen lernen