Was hat die Goldene Gans mit Achtung und Mitgefühl zu tun?

Goldene GansDer beste Koch ist derjenige, der von den Düften seiner zubereiteten Mahlzeiten satt wird – so heißt es jedenfalls in manchen Kreisen. Aber wie kann ein Mensch sich von den Düften seiner Speise ernähren?

Dieser Vorgang ist zunächst nur dann zu verstehen, wenn man sich die Fähigkeit der inneren Verwandlungskraft vorstellen kann. So gibt es in vielen Märchen immer wieder Situationen, in denen schlichte Speise durch einen Vorgang der inneren Aktivität des Märchenhelden oder der Märchenheldin in eine edlere Speise verwandelt wird.

Die Goldene Gans als Lohn für Mitgefühl

>>> Hier gehts zum Märchen Goldene Gans <<<

Im von den Brüdern Grimm gesammelten Märchen die Goldene Gans bekommt der Dummling von seiner Mutter eine Flasche saures Bier mit auf den Weg und einen Kuchen, der war mit Wasser in Asche gebacken. Ohne zu klagen nimmt er diese Wegzehrung und teilt sie unterwegs mit einem seltsamen grauen Männchen, das ihn im Wald darum bittet.

Doch als er Speis und Trank aus seiner Tasche holt, da verwandelt sich beides in einen feinen Eierkuchen und eine Flasche köstlichen Wein.

Das Märchen versetzt den Leser durch solche und ähnliche Seelenbilder und Seelenprozesse immer wieder auf eine Ebene des Erkennens, die für den Verstand unerreichbar ist.

Nur durch die mitfühlende und teilende Bereitschaft des Dummlings, wird diese zunächst mindere Speise in „höhere Energie“ verwandelt. Ähnlich verhält es sich in den Schilderungen über die „Hochzeit zu Kana“ (Johannesevangelium). Dort verwandelte Jesus Wasser in Wein. Oder bei der „Speisung der fünftausend“ (Johannesevangelium). Hier genügte wenig Speise, um weitaus mehr Menschen satt zu machen, als augenscheinlich möglich gewesen wäre.

Mehr Bewusstsein für unsere äußere Nahrung!

Doch schauen sie sich einmal unsere Welt an. Gnadenlose Preisgestaltung von Landwirtschaftprodukten ermöglichen die egoistische Vernichtung von ganzen Getreide- und Obsternten.

Tiere werden für den maßlosen und billigen Fleischverzehr durch uns Menschen als gefühllose Massenwaren gehandelt. Ganze Landstriche werden erbarmungslos gerodet für den Anbau von einseitigen und höchst lukrativen Monokulturen, ohne jegliche Verantwortung dafür, was diese radikalen Umwelteinschnitte für die Zukunft der nächsten Generationen zu bedeuten haben.

Welche Wunde reißt dieses Handeln in eine Welt, in der Hunger und Durst mehr als 2/3 der Menschheit betreffen? Welches Bewusstsein für Nahrungsmittel allgemein und für die Schöpfung im besonderen muss in Menschen oder Organisationen stecken, die solche Taten vollbringen?

Die Nahrung degradiert innerlich und äußerlich zu einem Konsumgut. Regelmäßig im Abstand von wenigen Minuten sterben auf dieser Erde Kinder und Erwachsene an Hunger und Durst, obwohl doch allseits bekannt und bewiesen ist, dass mehr als genügend für alle Menschen auf dieser Erde bereit wäre.

Doch das bewusste Vernichten von Nahrungsmitteln in den Wohlstandsländern im Sinne einer lukrativen Wirtschaftlichkeit geht weiter. So ist die Produktion von Nahrungsmitteln eher auf Quantität (einseitige Monokulturen, Gentechnik, etc.) als auf Qualität (Kontrolliert biologische und regionale Produkte) ausgerichtet. Die Menge und die Schönheit der Produkte macht’s – nicht die Qualität.

Noch mehr Bewusstsein für unsere innere Nahrung!

Es soll ja Menschen geben, die mit wenig Nahrung auskommen, ohne dabei zu hungern und sich dabei trotzdem körperlich prächtig entwickeln. Das setzt natürlich eine hohe Qualität der Nahrung voraus, die diese Menschen zu sich nehmen. Noch mehr aber das Bewusstsein und das unerschütterliche Vertrauen in eine innere Kraft, deren Motor nichts anderes als die allumfassende Liebe ist.

„Unglaublich“, denken Sie?

Vielleicht, aber haben Sie selbst einmal die Erfahrung gemacht, mit knurrendem Magen an einem spärlich gedeckten Tisch zu sitzen. Völlig unerwartet kamen noch andere hungrige Menschen dazu, mit denen Sie die vorhandene Menge Essen von Herzen geteilt haben. Ihr Hunger wurde plötzlich auf unerklärliche Weise kleiner oder verschwand gänzlich.

Unterwegs mit der Goldenen Gans

Sollten Sie vielleicht gerade den tiefen „Hunger“ verspüren, mehr Vertrauen, Mitgefühl und Zuversicht als Hobby-, neben- oder hauptberufliche/r MärchenerzählerIn oder GeschichtenerzählerIn in die Welt und unter die Menschen bringen zu wollen, dann zögern Sie nicht lange. Ziehen Sie einfach los und nehmen Ihre Goldene Gans mit. Sie könnten gleich hier und heute damit beginnen!

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

Frei erzählen lernen von Geschichten und Märchen

Entschleunigen mit Märchen und Geschichten

Entschleunigen mit Märchen und Geschichten

© Foto von aboutpixel.de, maçka

Neulich fragte mich eine Erzieherin nach einer Märchen-Erzähl-Veranstaltung: „Haben Sie auch den Eindruck, dass sich die Kinder und Jugendlichen in den letzten 20 Jahren seltsam verändert haben und immer unruhiger werden?“

Ich war zunächst etwas verblüfft, denn auch ich hatte mir immer wieder einmal in den nun über 30 Jahren meiner Tätigkeit als Märchenerzähler und Geschichtenerzähler u. a. in Kindergärten und Schulen diese Frage gestellt, ohne sie mir jemals erschöpfend beantwortet zu haben.

Sind Kinder und Jugendliche heute gehetzter als früher?

Aber jetzt, wo ich die Frage von einem Menschen hörte, der ebenfalls viele Jahrzehnte mit Kindern und Jugendlichen zu tun hatte, da musste ich ihr insofern zustimmen, als dass viele davon in den letzten 15 Jahren immer gehetzter und unkonzentrierter wirkten, als dies Jahrzehnte früher der Fall war.

Selbstverständlich kann man dies nicht für alle jungen Menschen sagen und derartige Pauschal-Aussagen sollte man immer mit Vorsicht genießen, denn es gibt – insbesondere was das Märchen und Geschichten erzählen betrifft – noch unzählige Kinder (und auch Jugendliche), die liebend gerne zuhören. Ganz besonders auch jene, die gerne als notorische Störenfriede betrachtet werden.

Doch gerade dieses „Gehetzte“, dieses immer woanders sein wollen, als da, wo man gerade ist, fällt mir besonders extrem im Vergleich zu früher auf. Wen wundert’s, sieht man sich einmal den „Terminkalender“ eines heutigen Kindes an, so ist dieser fast vergleichbar mit dem eines berufstätigen Erwachsenen. Neben dem Kindergarten oder der Schule gibt es frühkindliche Erziehung, Reiten, Sport, Tanzen, Ballet, Nachhilfe und vieles mehr.

Mehr entschleunigen als beschleunigen!

Neulich kam mir ein kleiner 4 jähriger Junge entgegen, der ein T-Shirt trug mit der Aufschrift: „ABI 2028“. Wer unter einem solchen (Karriere-)Druck steht oder leidet, der kann sich kaum noch dem wahrhaft kindlichen Spiel hingeben und innere Ruhe, Ausgeglichenheit und Lebensfreude entfalten oder sich bewahren.

Welcher Jugendliche mit einer solchen Kindheit hat da noch Muse und Raum, sich seiner inneren (Lebens-)Vision, seiner wahren Berufung im Leben hinzugeben? Alles steht unter einem gewissen Erfolgs-Druck: schöner, besser, größer, reicher und intelligenter zu sein.

Klar, Märchen sind kein Allerheil-Mittel, aber durch ihre Art und Weise entschleunigen sie wie von alleine, verschaffen besonders den Kindern (aber auch den Jugendlichen und Erwachsenen) innere Erholungsphasen, in denen sie sich selbst wieder wahrnehmen sowie ihr Mitgefühl, ihre innere Ruhe, Konzentration und Inspiration pflegen können.

Mit Märchen und Geschichten entschleunigen

Für die meisten Kinder sind die Märchen eine Tatsache, da sie in dieser „Welt“ leben, ohne dass man sie ihnen erklären müsste. Wir Erwachsenen sind leider schon all zu sehr von unserem überbetonten Verstandes-Muster vereinnahmt, so dass wir kaum noch Zeit und Muße finden, uns auf das Wesentliche der Märchen(-Sprache) einzulassen. Schließlich zeigen sie, wie man trotz aller Ablenkungen, Verirrungen und Herausforderungen in unserer Zeit zu innerem Glück finden kann.

Anhand von (Sinn-)Bildern und Stimmungen vermitteln sie eine weisheitsvolle und lebensbejahende Sichtweise, die den Zugang zu manch ungewöhnlichen Lösungen für Alltagskonflikte in den vier wichtigsten Bereichen Glück, Liebe, Erfolg und Gesundheit ermöglichen könnte.

Und wenn Sie sich selbst in Ihrem Alltag entschleunigen und gleichzeitig innerlich erfüllen und auch noch anderen Menschen dabei helfen möchten, dann lassen Sie sich doch einmal von dem „Berufsbild“ eines Märchenerzählers und Geschichtenerzählers oder einer Märchenerzählerin und Geschichtenerzählerin überraschen.

Mehr darüber finden Sie hier:
http://www.maerchen-ausbildung.de

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

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Inspiration, inneres Kind und Lebensquelle

innereskindSchauen Sie gerne Fernsehen? Ja, dann wissen Sie sicherlich auch, dass im Abendprogramm (und auch sonst!?) wirklich wenige anspruchsvolle und die Inspiration fördernde Filme zu finden sind.

Schwindende Inspiration durch passiven Konsum!?

Action und Krimi-Liebhaber kommen selbstverständlich mehr als genügend auf ihre Kosten, aber auch jene, die gerne in die Wohnzimmer anderer Menschen schauen und sich am Leid bzw. an den Problemen jener unterhalten. Und selbst höchst intellektuelle Beiträge oder Nachrichten (nach wem soll man sich eigentlich richten?) so mancher öffentlich-rechtlichen Sender vermitteln nicht selten den Eindruck, dass sie wirkungspsychologisch unterwandert bzw. gefärbt sind.

Das Augenmerk der meisten Fernsehmacher liegt augenscheinlich auf Sensation, Leid und Brutalität. Nun wäre es ein leichtes, die Schuld bei den Machern jener Unterhaltungs-Sendungen zu suchen, aber dies wäre zu einfach und würde die ganze Angelegenheit nur am Rande tangieren. Denn die Einschaltquote ist offenbar das höchste Maß der meisten Fernsehproduzenten und richtet sich in den meisten Fällen nach dem Bedarf der ZuschauerInnen, die fast nur noch passiv konsumieren.

Wo sind die inspirierenden und seelennährenden Dichter und Denker?

Deutschland hatte einmal den Ruf der „Dichter und Denker“. Was von diesem einstmals so berühmten Ruf noch übrig geblieben ist, kann sich jeder selbst ausmalen. Sicher jedenfalls ist, dass die Zeiten der kulturellen und seelennährenden Höchstleistungen u. a. auch Dank der unzähligen Fernsehprogramme schon seit vielen Jahren am Schwinden ist.

Qualität braucht Inspiration, innere Stille und Zeit

Wie sollte es auch anders sein? Qualität braucht Inspiration, innere Stille und Zeit, um zu reifen. Das ist selten möglich, zumal das Publikum täglich und rund um die Uhr von außen unterhalten werden möchte. Hier steht eindeutig die Quantität weit über der Qualität!

Doch jede Kultur, die immer weniger Seelennährendes, Aufbauendes und Erfüllendes für seine Menschen hervorbringt, muss sich nicht wundern, wenn Gewalt, Gier, Gleichgültigkeit, persönliche und nationale Egoismen immer mehr an der Tagesordnung stehen.

Und hier wären schon einige der ungeahnten Aufgabengebiete eines Märchenerzählers oder einer Märchenerzählerin in unserer heutigen Zeit.

Auch wenn die echten Märchen keinesfalls eine heile Welt schildern, so zeigen sie doch, dass es trotz aller Herausforderungen immer gut ausgeht. Und wer die Märchen mit „inneren Augen“, dem „Herzen“ betrachten kann, der weiß, dass besonders jene seelisch-spirituellen Wurzeln der Volksmärchen viel mehr mit unserem ganz alltäglichen Leben zu tun haben. Sie können inspirierende und ungewöhnliche Ideen und Lösungsmöglichkeiten für unsere Engpässe offenbaren, aber auch großartige Ausblicke für ein Leben in Glück, Liebe, Erfolg und Gesundheit.

Wie wir Menschen wieder unser inneres Kind, unsere individuelle
Inspiration und wahre Lebensquelle entdecken können!

Für die meisten Kinder sind die Märchen eine Tatsache, da sie in dieser „Welt“ leben, ohne dass man sie ihnen erklären müsste. Wir Erwachsenen sind leider schon allzu sehr von unserem überbetonten Verstandes-Muster vereinnahmt, so dass wir kaum Zeit und Muße finden, uns auf die wahre „Botschaft“ der Märchen einzulassen und uns lieber von vielen äußeren Dingen vom Wesentlichen ablenken. Dabei vergessen wir immer mehr unser „inneres Kind“, unsere persönliche Inspiration und eigentliche Lebensquelle.

Sollten Sie aber den tiefen Wunsch verspüren, als Hobby-, neben- oder hauptberufliche/r MärchenerzählerIn oder GeschichtenerzählerIn mehr Inspiration, Vertrauen, Mitgefühl und Zuversicht in die Welt und unter die Menschen bringen zu wollen, dann zögern Sie nicht lange. Sie könnten gleich hier und heute damit beginnen!

Mehr über diese Ausbildung zum/r Märchenerzähler oder Märchenerzählerin finden Sie beim Klicken auf folgenden Link: http://www.maerchen-ausbildung.de

Und wenn es Sie „brennt“, aus Ihrer inneren Lebensquelle selbst Märchen und Geschichten zu schöpfen und zu schreiben, dann ist der Schreibkurs für Kreative gerade das Richtige für Sie: http://maerchenhaft-schreiben.de

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

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In der Ruhe liegt die Kraft

Ruhe, KraftUnter dem modernen Begriff „Kopfkino“ bezeichnet man heutzutage die Fähigkeit, mit Hilfe der menschlichen Vorstellungskraft (Imagination) oder Fantasie Bilder im Kopf entstehen zu lassen. Märchen mit ihren einfachen und klaren (Seelen-) Bildern hingegen fördern besonders diese Vorstellungskraft, können aber noch wesentlich mehr!

Gerade in Schulen und Kindergärten höre ich als Märchen- und Geschichtenerzähler nahezu regelmäßig von den Pädagogen, dass Märchen ungemein entspannend, beruhigend und wohltuend auf die Kinder wirken und gleichzeitig auch noch eine Menge weisheitsvolle Zuversicht vermitteln.

Sehnsucht nach Ruhe, Einfachheit und Klarheit

In einer von Informationen und Sensationen überfluteten Zeit, in der es fast nur noch um „größer“, „besser“ und „schöner“ geht und nahezu jeder meint, überall nochmals „eins drauf setzen“ zu müssen, wächst immer mehr die Sehnsucht bei Kindern und Erwachsenen nach jenen einfachen, klaren und „stillen“ Worten, die lebendig, natürlich und von Herzen frei erzählt werden.

In der Ruhe liegt die Kraft tönt es mitunter recht vollmundig und werbewirksam in so manchen Kreisen, die sich dieses Motto erst einmal selbst zu Herzen nehmen sollten. Aber es stimmt und es hat auch nichts mit „faulenzen“, mit „nichts hören“, „nichts sehen“ und „nichts sagen“ zu tun.

Es geht darum, in der Ruhe jene guten Gedanken und Gefühle, nach Möglichkeit ungetrübt von äußeren manipulativen Ablenkungen, zu finden oder entstehen zu lassen, die nötig sind, um konstruktiv, lösungsorientiert und lebensbejahend an dieser Welt mitzuwirken.

Sollten auch Sie die Märchen gerne haben und den tiefen Wunsch verspüren, als Märchen- und Geschichtenerzähler mehr Vertrauen, Mitgefühl und Zuversicht in die Welt und unter die Menschen bringen zu wollen, dann zögern Sie nicht lange.

In dieser Ausbildung zum/r Märchen- und GeschichtenerzählerIn erfahren Sie …

wie Sie die Kunst des freien Erzählens
von Märchen und Geschichten mühelos erlernen,

wie Sie sogar Vorträge und Präsentationen
zu verschiedenen Themen frei halten können,

wie Sie in jedem Alter mit Leichtigkeit und Freude
Ihr Gedächtnis trainieren können,

wie Sie von Herzen und natürlich
frei vor Publikum Geschichten und Märchen erzählen,

wie Sie dadurch mehr Ruhe, Vertrauen
und noch mehr Lebensfreude erhalten,

wie Sie aus Ihrer Lebensfreude ein sinnvolles Hobby,
eine Berufung oder sogar einen Beruf machen können,

wie Sie auch über diese Ausbildung hinaus
von uns gefördert werden können.

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

Frei erzählen lernen von Geschichten und Märchen

Ein Hals, so lang wie ein Kamel

kamelhalsWie wäre es mit einem Hals, so lang wie ein Kamel?

Keine Angst, Sie brauchen sich nicht zu entstellen, denn wer läuft schon gerne als Mensch mit dem Hals eines Kamels herum. Auch so werden Sie ganz natürlich und auf sanfte Weise erleben, wie die Worte, die Sie sprechen, voller Leben und tiefer Weisheit sind. Aber lesen Sie zunächst das Märchen aus Dagestan:

Die Wünsche der drei Männer

Diese Geschichte begab sich unter der Regentschaft von Schah Abbas. Häufig mischte sich der Padischah verkleidet unter das Volk. Eines Tages, als der Schah wiederum durch die Straßen der Stadt schlenderte, hörte er, wie sich drei Männer unterhielten. „Wenn doch nur die Frau von Schah Abbas mir gehörte – einen größeren Wunsch hätte ich nicht“, sagte der erste. „Was soll ich mit seiner Frau – nein, seinen Reichtum möchte ich haben“, meinte der zweite. „Ich hätte gern einen so langen Hals wie das Kamel“, ließ sich der dritte vernehmen. „Mehr brauche ich nicht.“

Als Schah Abbas diese Unterhaltung vernommen hatte, eilte er in seinen Palast zurück und befahl der Palastwache, die drei Männer herbeizuschaffen. Umgehend wurde dieser Befehl ausgeführt. Der Schah hieß die drei Freunde die Rede, die sie geführt hatten, noch einmal vor ihm wiederholen. Wie sie sich auch schämten, sie mussten sich fügen. „Padischah, Allah beschere Euch Gesundheit, ich habe eine ungebührliche Rede geführt, ich habe gesagt, dass ich nichts anderes auf dieser Welt begehre als Euer Weib“, sagte der erste. „Padischah, Allah beschere Euch Gesundheit“, rief der zweite, „ich Unwürdiger, habe den Wunsch geäußert, all Euere Reichtümer zu besitzen.“

Der dritte aber schwieg. „Und was hast du dir gewünscht?“ wandte sich der Padischah an ihn. „Bei Allah, Padischah, ich habe mir gewünscht, einen so langen Hals zu haben wie das Kamel“, erwiderte er leise. Der Schah wunderte sich, dass einer einen Hals haben wollte, lang wie das Kamel, und er fragte den Mann nach dem Grund.

„Nun ja, wenn ich einen Hals hätte, so lang  wie das Kamel“, entgegnete jener, „würde jedes Wort, das ich äußern möchte, einen sehr langen Weg zurücklegen müssen, ehe es mir auf die Zunge kommt. Währenddessen würde ich über seinen Sinn und seine Bedeutung nachdenken. Ich könnte also lange überlegen und schließlich nur den klügsten Gedanken über die Lippen lassen, der keinem wehtäte. Deshalb hätte ich gern einen langen Hals.“ Dem Schah gefiel die Antwort des dritten Mannes. „Ohne deine kluge Antwort wärt ihr alle des Todes gewesen. So will ich deine Freunde entlassen, dich aber behalte ich in meinem Palast und nehme dich in meine Dienste als weisen Ratgeber.“

Sollten Sie nun den tiefen Wunsch verspüren, als MärchenerzählerIn oder GeschichtenerzählerIn mehr Vertrauen, Mitgefühl, Zuversicht und Weisheit in die Welt und unter die Menschen bringen zu wollen, dann zögern Sie nicht lange. Es gibt unzählige bekannte und unbekannte spannende Märchen und weisheitsvolle Geschichten auf der ganzen Welt, die nur darauf warten Kindern und/oder Erwachsenen erzählt zu werden.

Sie könnten gleich hier und heute damit beginnen:
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© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

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Seelennahrung mit Märchen – damals und heute

Seelennahrung mit Märchen„Der Prinz kam im neuen Porsche daher, zückte sein Smartphone und teilte per Facebook in Bild und Wort seiner geliebten Prinzessin mit, dass es später werden würde, da ein Stau auf der königlichen Autobahn ein Durchkommen nahezu unmöglich mache. Ein Drache, den nicht einmal die Verkehrspolizei des Königs aufhalten könne, bedrohe gerade das Königsschloss und habe mit seinem feurigen Atem Teile der Autobahn verwüstet …“

Märchen damals und heute

Na, wie klingt das? Kommt da noch Märchenstimmung auf?
Ist das noch weisheitsvolle Seelennahrung?

Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Märchen nicht in unserer heutigen Zeit entstanden sind? Gewiss, sicherlich gibt es Märchen, oder besser gesagt Geschichten, die, meist in Unkenntnis, als Märchen betitelt werden und gerne die klassischen Vorlagen verwenden, um die Vorstellungen des Autors oder der Autorin in zynischer oder ironischer Weise zu untermalen.

Die meisten neuen Geschichten, die als Märchen bezeichnet werden, sind schon sehr stark gefärbt von den Wünschen, Sehnsüchten und Problemen des Autors oder der Autorin. Viele davon gehen schon ins Fantastisches und könnten besser unter Fantasy Literatur oder Science-Fiction eingeordnet werden.

Andere wiederum versuchen gemessen an der Sehnsucht des Publikums am „Magischen“ oder aufgrund ihres Inhaltes gesellschafts- oder umweltpolitische Problemthemen aufzugreifen. Diese werden dann publikumsträchtig und nicht selten mithilfe einer gigantischen Marketing- und Werbemaschinerie dahinter zu großen Kassenschlagern vermarktet (siehe z. B. „Harry Potter“ oder „Avatar“).

Wenn dies dann wirklich etwas in der Welt zum Positiven verändert, dann ist ja nichts dagegen einzuwenden. Dient es allerdings nur dazu, um auf Kosten der klassischen Märchenmotive, zugunsten des „Mainstreams“ und mithilfe von Trend und Mode gehörig den Geldbeutel jener dahinter stehenden Marketingstrategen zu füllen, dann ist es sehr bedenklich und es liegt die Vermutung nahe, wie so oft in solchen Fällen, dass somit mehr Wert auf Oberflächlichkeit gelegt wird, als auf tiefen, weisheitsvollen Inhalt.

Was ist anders an den klassischen Märchen?

Nun, alle klassischen Märchen (Volksmärchen) überall auf der Welt haben keine Autoren, zumindest solche, die nachweisbar sind. Auch die Brüder Grimm haben „nur“ gesammelt und sprachlich verändert, nicht oder kaum selbst geschrieben. Wie sie entstanden sind und wer sie unter das Volk gebracht hat, ist nicht genau nachzuvollziehen, wenngleich es einige Mutmaßungen über Herkunft und Entstehung gibt.

Ob nun die Menschen in jenen Zeiten, als die wahren Märchen entstanden sind und erzählt wurden, besser oder schlechter als heute waren, sei einmal dahingestellt. Eines jedenfalls ist sicher – sie hatten keinesfalls die unzähligen äußeren Ablenkungs-Mechanismen und Verdrängungs-„Spielzeuge“, welche die Menschen heute benützen, um sich von den Botschaften, Visionen und Träumen ihrer inneren Welt zu distanzieren.

Auch wenn damals die äußeren Lebensumstände für eine Vielzahl von Menschen schlechter gewesen sein sollten (so wird jedenfalls gerne behauptet, was aber in Anbetracht der Not der Menschen und Natur heute dann doch wieder infrage zu stellen wäre), so hatten sie noch eine ganz andere Beziehung zu ihren inneren „Welten“ und kamen aufgrund dieser Geisteshaltung, insbesondere am Beispiel der Volksmärchen, vielmehr zum wesentlichen und ursprünglichen des Lebens und Mensch-Seins.

Märchen sind eigentlich Seelennahrung

Aber was naturgemäß dem Menschen gegeben wurde, kann auch nicht verloren gehen. Die Frage ist nur, wie entdecke und schätze ich meine „Innenwelten“ heute wieder und wie kann ich die Früchte dieser inneren Entdeckungen ganz praktisch umsetzen?

Nun, es gibt viele Möglichkeiten, eine jedenfalls könnte sein, als Märchen- und GeschichtenerzählerIn diese tiefe Weisheiten und Wahrheiten als Märchen weiterzuerzählen oder aus der eigenen inneren „Märchenquelle“, neue und wahrhaftige Märchen zu schöpfen.

Wie das gehen könnte, erfahren Sie hier:
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© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

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Kinder – weniger erziehen, sondern wachsen lassen!

Märchen im Kindergarten„Dort wo Kinder sind, ist ein goldenes Zeitalter“

sagte einst der Dichter Friedrich von Hardenberg, alias Novalis. So ähnlich verhält es sich auch mit den Märchen.

Nicht um die alten Könige oder Königinnen, Väter oder Mütter geht es, sondern um die Kinder, die ausziehen und Erfahrungen sammeln, bis sie selbst ihr Leben selbstständig und konstruktiv meistern.

Am Eindrücklichsten ist dabei immer der Prozess der Trennung und des Hinausziehens in eine Welt, die zwar Neues, aber auch Unbekanntes und nicht selten Gefahrvolles bietet.

Unzählige Trennungsmotive können Sie im Märchen entdecken: Ob die Kinder nun möglichst verantwortlich auf ihre neue Selbstständigkeit vorbereitet  werden (siehe z. B. „Rotkäppchen“), ob sie von ihren Eltern verstoßen werden (siehe z. B. „Hänsel und Gretel“) oder ob sie ihre Freiheit von den Eltern erkämpfen müssen (siehe z. B. „Die goldene Gans“), die Skala dieser Loslösungsprozesse ist bunt und weit, die Parallelen zum sogenannten wirklichen Leben jedoch zum Greifen nahe.

Raus aus dem goldenen Käfig!

Wieviele Kinder werden lange Jahre, meist sogar noch weit über die Pubertät hinaus, von ihren Eltern in „Watte“ gehüllt und in einem „goldenen Käfig“ gehalten, um ja die „böse“ Welt nicht erfahren zu müssen? Wieviele Kinder verlieren schon sehr frühzeitig ihre Eltern (siehe z. B. „Sterntaler“) oder werden gar von ihnen gewaltsam verstoßen?

Nun, Kinder entfalten sich oftmals völlig unterschiedlich, selbst wenn sie dasselbe Elternhaus bzw. diesselben oder ähnliche Entwicklungs-Voraussetzungen hatten und nicht selten sind gerade jene besonders selbstständig und kreativ, die in der Kindheit nicht im „goldenen Käfig“ saßen.

Lebensaufgabe und Lebensvision entdecken!

Wie auch immer das Elternhaus bzw. die Umstände für die Kinder auch sein mögen, besonders wichtig ist das Entdecken ihrer Lebensaufgabe und ihrer Lebensvision. Schließlich sollten die neuen Impulse der Kinder die Erde befruchten und erneuern, anstatt das häufig verknöcherte und verstaubte Erwachsenenmuster stur weiterzuführen .

Voraussetzung dabei ist natürlich, dass die Kinder wachsen und sich gemäß ihren Stärken und Fähigkeiten auch entwickeln dürfen. Gerade hier wäre es wichtig, dass Eltern, ErzieherInnen und LehrerInnen sie dabei liebevoll unterstützen, weisheitsvoll fördern und lebensorientiert fordern und nicht nach einem ebenso von Erwachsenen erdachten, meist für alte Strukturen brauchbaren System, erziehen.

Ach ja, da fällt mir doch folgende Geschichte dazu ein:

Ein kleiner Junge hatte von seinen Eltern ein Kätzchen geschenkt bekommen und brachte es eines Tages in die Schule mit, um es seinen Mitschülern und seiner Lehrerin zu zeigen. Alle standen begeistert um das schnuckelige Kätzchen herum und freuten sich über dessen Anblick.

Da sagte die Lehrerin zu dem kleinen Jungen: „Hänschen, da hast du aber ein schönes Kätzchen bekommen. Das musst du nun aber schön erziehen!“ Klein Hänschen schaute etwas ängstlich seine Lehrerin an und nach einigem Zögern sagte er dann: „Nein, Frau Lehrerin, nicht ziehen, wachsen lassen!“

Kinder – Meister oder Plagegeister?

Vor einiger Zeit fiel mir die Überschrift eines Artikels in einer Zeitschrift auf: „Kinder – Meister oder Plagegeister?“ Als betroffenes Elternteil mit mittlerweile 4 erwachsenen Kindern weiß ich sehr wohl, wie schwierig es sein kann, wenn Kinder sich von ihren Eltern (und umgekehrt) lösen und wie oft sich hier sehr leicht der Gedanke eines Plagegeistes einschleichen kann.

Doch ein Meister, der gleichzeitig kein Plagegeist ist, ist bestimmt kein guter Meister. Wir müssten eigentlich froh sein, dass wir so viele kleine Meister um uns herum haben, bewahren sie uns doch vor jeglichem inneren und äußeren Stillstand, vor geistigem und seelischem Einrosten und nicht selten verhelfen sie den Eltern (oder Großeltern) zu einem Gemüt, das nicht mehr so leicht aus der Fassung zu bringen ist.

Gerade als Märchenerzähler und Geschichtenerzähler kann ich „ein Lied davon singen“ bzw. „ein Märchen davon erzählen“.

Und wenn auch Sie erleben möchten, welche Faszination offene Kinderaugen und – herzen beim freien Märchen und Geschichten erzählen auf Sie ausüben können,

wenn Sie darüber hinaus auch noch als MärchenerzählerIn oder GeschichtenerzählerIn mehr Vertrauen, Mitgefühl, Zuversicht und neue Ideen in die Welt und unter die Menschen – ob Kinder oder Erwachsene – bringen möchten,

dann zögern Sie nicht lange, Sie können gleich hier und heute damit beginnen.

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

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Volksmärchen – woher stammen und wie alt sind sie?

Das Tor ins Märchenland

Die Frage „Woher die Märchen stammen und wie alt sie sind“, ist bis heute nicht geklärt und sie erschöpft sich in verschiedensten Theorien und Mutmaßungen. Die einen behaupten, die Volksmärchen stammen aus vorchristlicher Zeit und haben ihren Ursprung in den alten Mythen, andere meinen, sie sind noch gar nicht so alt und stammen, so wie sie sich in Form und Aussage zeigen, bestenfalls aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Wieder andere versuchen mit allen möglichen und unmöglichen Argumenten die Märchen mit historischen Begebenheiten in Zusammenhang zu bringen.

Volksmärchen haben keine feststellbaren Autoren

Nun, vielleicht mag an allem etwas dran sein, sicher ist nur, dass die alten Volksmärchen keine feststellbaren Urheber haben und in früheren Zeiten auch nur mündlich weitergegeben, bevor sie dann in Büchern niedergeschrieben wurden.

Zur Entstehung der Märchen äußerte sich einmal Hermann Grimm, der Sohn des Märchensammlers Wilhelm Grimm:

„Gemeinsam allen Märchen sind die Überreste eines in die älteste Zeit hinaufreichenden Glaubens, der sich in bildlicher Auffassung übersinnlicher Dinge ausspricht.“

Volksmärchen – übersinnliche Wahrnehmung?

Was nun Hermann Grimm als Ausdruck übersinnlicher Wahrnehmungen in den Volksmärchen sah, umschrieb der Schweizer Psychiater und Begründer der analytischen Psychologie, Carl Gustav Jung, mit Archetypen, jenen menschlichen Urerfahrungen, die sich in Seelenbildern seit Urzeiten in Mythen und Märchen bei allen Völkern der Welt ausdrücken und von denen unsere Träume immer wieder künden.

Volksmärchen – Archetypen, Bilder, Visionen?

Rudolf Steiner, der Begründer der Anthroposophie, sieht die Volksmärchen ähnlich. Seinen Forschungen nach zu urteilen, benutzten die Menschen in früheren Zeiten noch ihre Fähigkeit, in einer Art hellseherischem Zustand, der vergleichbar war mit dem Zustand zwischen Wachen und Schlafen, Bilder und Visionen zu schauen, die dann in Märchen und Mythen ihren Ausdruck fanden. So waren diese weniger für Kinder, sondern mehr für Erwachsene gedacht.

Ob nun menschliche Urerfahrung, übersinnliche Wahrnehmung oder Hellsichtigkeit, wissenschaftlich feststellbar ist die Quelle der Märchen bis heute offenbar nicht. Welch Glück für das Märchen selbst, denn durch diesen Umstand konnte es sich bis in heutige Zeit seinen Zauber, sein Geheimnis und nicht zuletzt seine Attraktivität bewahren.

Mit unserer kindlichen Seele das Geheimnis lüften!

Nicht zuletzt aber auch durch all die vielen Kinder, die dem Märchen trotz aller ideologischen Vereinnahmungen, pädagogischen Angriffe, wissenschaftlichen und historischen Zerreißproben bis heute die Treue gehalten haben. Vielleicht wäre hier wieder – besonders für uns Erwachsene – der „goldene Schlüssel“ zu den Quellen der Märchen zu finden, nämlich in unserer eigenen kindlichen Seele. Diese kann noch staunen und sich für Dinge begeistern, die jenseits unseres meist verkopften Verstandesdenkens liegen, keinesfalls aber der Realität entbehren.

„Die Dinge, die wir sehen, sind dieselben Dinge, die in uns sind. Es gibt keine Wirklichkeit als die, die wir in uns haben. Darum leben die meisten Menschen so unwirklich, weil sie die Bilder außerhalb für das Wirkliche halten und ihre eigene Welt in sich gar nicht zu Worte kommen lassen. Man kann glücklich dabei sein. Aber wenn man einmal das andere weiß, dann hat man die Wahl nicht mehr, den Weg der meisten zu gehen.“
Zitat von
Hermann Hesse

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine märchenhafte Zeit und sollten Sie den tiefen Wunsch verspüren, als Märchenerzähler (in) oder Geschichtenerzähler (in) mehr Vertrauen, Mitgefühl und Zuversicht in die Welt und unter die Menschen bringen zu wollen, dann zögern Sie nicht lange. Sie könnten gleich hier und heute damit beginnen!

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Wie Dornröschen hilft, Deinen Traum zu leben!

Dornröschen - Märchen gesammelt von den Brüdern Grimm

Als Tschuang Tschou nach seinem Traum unter einem Baum erwachte, so sprach er zu sich:

„Im Traum da war es mir, als ob ich als Schmetterling durch die Lüfte flog. Nun weiß ich nicht, bin ich jetzt ein Mensch, der träumte ein Schmetterling zu sein, oder bin ich ein Schmetterling, der träumt ein Mensch zu sein?“

Gleichnis des altchinesischen Philosophen Zhuangzi

Die Realitäten sind also recht verschieden und manch einer entdeckt, dass der Traum eine Menge Aufschluss über das innere Wesen eines Menschen geben und demzufolge positiv das Alltagsgeschehen beeinflussen kann.

Im Grunde ist es eine Frage des „Schlüssels“, den ein Mensch benützt, um in diesen Welten sich zurechtzufinden. Die Traumwelt ist kein notwendiger Umstand unseres Schlafes, sondern die Botschaft einer Welt, die sich jenseits unseres rationalen Vorstellungsvermögens befindet und durchaus auch bewusst betreten werden kann.

Diese oder eine ähnliche Welt finden wir ebenso in den Märchen. Gerade in dem Märchen Dornröschen geht es ja auch um den Schlaf, das Verschlafen und den Zustand danach, den man gemeinhin als Erwachen oder Bewusstsein bezeichnet.

Dornröschen und die Brüder Grimm

So berichten die Brüder Grimm in der von ihnen bearbeiteten Dornröschen Fassung aus dem Jahre 1857:

„…Es stieg die enge Wendeltreppe hinauf, und gelangte zu einer kleinen Türe. In dem Schloss steckte ein verrosteter Schlüssel …“

>>> Klicken Sie hier für den vollständigen Märchentext von 1857 <<<

In der Urfassung von Dornroeschen – also jener, wie sie die Brüder Grimm mündlich überliefert bekamen – heißt es im Jahre 1810:

„… so ging sie im Schloss herum und gelangte endlich an einen alten Turm. In den Turm führte eine enge Treppe, da kam sie zu einer kleinen Tür, worin ein gelber Schlüssel steckte…“

>>> Klicken Sie hier für den vollständigen Märchentext von 1810 <<<

Das Märchen als Schlüsselerlebnis zum Erwachen

Oberflächlich betrachtet könnte man an diesem „Schlüssel-Erlebnis“ nichts Ungewöhnliches entdecken. Schlüssel ist Schlüssel und die Funktion liegt eben darin, etwas Verborgenes aufzuschließen, sichtbar zu machen, am allerliebsten, wenn es noch – wie in so manchen Märchen – verboten ist.

Dennoch erleben wir hier zwei völlig gegensätzliche Schlüsselqualitäten. Ein verrosteter Schlüssel weist eher auf etwas altes, sterbendes, sich auflösendes und vergangenes hin, wohingegen ein gelber Schlüssel den Hinweis auf etwas neues, aufbauendes, lichtes und zukünftiges gibt.

Da wäre gleich die Frage an uns selbst zu stellen, mit welchem Schlüssel wir gerne unser Bewusstsein aufschließen und mit welchen Qualitäten wir unser Bewusstsein füllen.

Sind es die Gedanken, mit denen wir uns immer und immer wieder an unseren scheinbaren Mangel, unsere Krankheiten und unsere Unfähigkeit erinnern oder lenken wir lieber unsere Gedanken und Gefühle auf das, was uns voranbringt, aufbaut und Vertrauen schenkt?

Der Mensch ist im Grunde Gott,
der träumt, ein Mensch zu sein.

Das seelisch-spirituelle Erwachen ist heute keinesfalls mehr in irgendwelchen Einweihungsstätten, Kraftorten oder heiligen Zentren zu finden, sondern ganz praktisch im Alltag und im Denken und Fühlen, wie jeder Mensch sein eigenes Leben einfach und natürlich gestaltet und Mitgefühl für sein Umfeld aufbringt.

Nicht wenige Zeitgenossen und -genossinen verschlafen ihr Erwachen in den höchsten geistigen Höhen und warten noch immer vergeblich, bis der Königssohn sie wach küsst. Die so viel gepriesenen und angestrebten spirituellen Höhen sind eben nicht irgendwo, meist weit, weit weg zu finden, sondern im oftmals so scheinbar eintönigen und langweiligen Alltag.

Fangen wir also an, unseren Alltag zu einem Fest zu machen. Schätzen und bejahen wir die alltäglichen und allnächtlichen Dinge und sie werden ganz von alleine ihre tiefsten Geheimnisse offenbaren.

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

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Erfolg mit Märchen – Mit Weisheit und Liebe zum Ziel!

Erfolg mit Märchen

Was hat Erfolg mit Märchen zu tun? Nun, schauen wir uns die Märchen etwas näher an, so stellen wir fest, dass im Grunde jeder Märchenheld, und ganz besonders der Dummling, von vorn herein auf Erfolg eingestellt ist – er weiß es nur (noch) nicht!

Erstaunlicherweise gibt es im Märchen unzählige Dummlinge, die aus sehr ärmlichen Verhältnissen stammen und König werden. Und das ist etwas sehr Bemerkenswertes. Was den Dummling oder Einfältigen jedoch von vielen zeitgenössischen Erfolgsmenschen unterscheidet, ist die Tatsache, dass er weniger oder gar nicht an seinen persönlichen Erfolg denkt, sondern eher daran, wie er seine ihm eigene Lebensaufgabe und sein Lebensziel verwirklichen kann und anderen gleichermaßen dazu verhilft.

Das Ziel im Märchen (und im Leben):
Weisheit und Liebe!

Und dieses Ziel ist im Märchen die Weisheit und die Liebe, was sich sinnbildlich in der Vollendung und Vereinigung des inneren Königs und der inneren Königin ausdrückt. Wahres Königsein im Märchen (und im Leben) bedeutet also nicht, andere zu knechten oder zu beherrschen, sondern ihnen zu helfen, ebenfalls König oder Königin, HerrscherIn über ihr inneres und äußeres Reich zu werden, in dem sie in Glück, Liebe, Erfolg und Gesundheit leben können.

Nicht die Hochmütigen, Eitlen oder „Gescheiten“ werden König, sondern jene, die ein offenes, einfaches und kindliches Gemüt haben, die Mitgefühl und Einfühlungsvermögen zeigen und die sich vollkommen und unbeirrbar der Aufgabe hingeben, die sie im Herzen tragen.

Wenngleich dieser Weg im Leben aufgrund vieler Anfechtungen von außen nicht immer ganz leicht ist, so ist er doch weitaus erfüllender, seine wahren Fähigkeiten und Stärken zu entdecken, bejahen und einzusetzen, als tagtäglich eine Aufgabe verwirklichen zu müssen, die nicht dem eigenen Naturell entspricht und meist von „außen“ bestimmt ist.

Am Beispiel des Grimmschen Märchens vom Wasser des Lebens können wir sehr schön erkennen, wie uns gerade der tiefste Herzens-Wunsch zum Ziel bringt.

Wie das „Wasser des Lebens“ zum Erfolg führt!

Da lässt sich die Königstochter eine Straße von Gold bauen und spricht zu ihren Dienern, wer darauf geritten käme, das wäre der rechte Bräutigam. Wer nicht, den sollen sie wieder zurückschicken.

So kamen nun also die drei Prinzen daher, einer nach dem anderen. Dem Ältesten war die Straße zu schade, da er beim Überqueren etwas beschädigen könnte und er ritt nebenher. Am Schloss aber wurde er abgewiesen mit den Worten, dass er nicht der Rechte wäre. So ging es auch dem zweitältesten Prinz.

Erst der jüngste, der sich nicht um die Straße kümmerte und sich von ihr nicht verblenden ließ, führte sein Pferd geradewegs über die Straße hinweg zur Königstochter. Er sah die goldene Straße nicht einmal, sondern benutzte sie und hatte dabei nur sein Ziel im Sinn, die Hochzeit mit der Königstochter, die Verbindung mit seiner fehlenden Hälfte, die Liebe.

Den vollständigen Text dieses von den Brüdern Grimm gesammelten Märchens finden Sie beim Klicken auf folgenden Link:

>>> Märchen vom Wasser des Lebens <<<

Ich wünsche auch Ihnen, dass Sie Ihr inneres Ziel nicht aus dem Auge verlieren und sich nicht durch äußere Bestimmungen, Anfechtungen und Ablenkungen vom Wesentlichen entfernen. Sie werden sehen, der glückliche Erfolg lässt nicht lange auf sich warten.

Schließlich endet ja jedes echte Märchen gut. Und falls einmal doch nicht, dann war dies noch nicht das Ende …

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

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