Wie die Selbstgerechtigkeit vom Blitz erschlagen wurde.

Selbstgerechtigkeit - eine Geschichte

Selbstgerechtigkeit: Kennen Sie den Spruch: „Wer den Splitter im Auge des anderen sieht, erkennt den Balken im eigenen Auge nicht!“ Wenn mich nicht alles täuscht, handelt es sich hier um ein Zitat aus der Bergpredigt. Wie leicht rutscht einem dieser Spruch über die eigenen Lippen, vor allem dann, wenn man damit die Untugenden oder Unzulänglichkeiten anderer Menschen verdeutlichen oder verurteilen möchte.

Aber mal ehrlich, ob wir damit die Selbstgerechtigkeit anderer überführen möchten oder womöglich selbst zu jenen Selbstgerechten gehören, die immer nur die Schuld bei den anderen suchen, wir nehmen in jedem Falle eine Position ein, mit der wir uns im Recht wähnen. Nur allzugerne identifizieren wir uns mit den vermeintlich „Guten“ im Leben, mit dem, was wir kennen, lieben und schätzen.

Wehe aber, es schleicht sich etwas ein, was uns unbekannt ist, was wir nicht lenken oder überblicken können. Das macht uns unsicher und Angst und gerade diese lässt uns dann mit einem solchen Eifer Dinge tun, von denen wir glauben, dass sie im Dienst einer guten Sache stehen. In Wirklichkeit repräsentieren diese Taten aber oft nichts anderes als unsere Engstirnigkeit, Einseitigkeit und unseren Fanatismus und bewirken genau das Gegenteil von dem, was wir als das „Gute“ meinten.

Aber sind wir gespannt, was die Geschichte über die Selbstgerechtigkeit zu sagen hat:

Die vier selbstgerechten Bauern

Einmal waren fünf Bauern bei einem schrecklichen Unwetter auf dem Weg nach Hause. Ihr Weg führte sie über einen hohen Berg und als sie dort ankamen, war das Unwetter so heftig, dass an kein Weiterkommen mehr zu denken war. Es stürmte und regnete so gewaltig, dass sie glaubten, stehenden Fußes ertrinken zu müssen. Gleichzeitig fing es auch noch an zu donnern und zu blitzen, als hätte sich die Hölle selbst weit aufgetan.

Glücklicherweise fanden sie auf dem Gipfel des Berges neben einem Baum eine kleine Hütte, in die sie Schutz suchend flüchteten. Dort wollten sie das Unwetter vorüberziehen lassen. Doch das Unwetter dachte gar nicht daran. Es hatte sogar den Anschein, als ob es gerade über dieser Hütte zum Stehen kam und seine ganze Gewalt erst recht entfaltete. Blitze fuhren herab und schlugen unweit der Hütte ein. Andere wiederum kreisten gefährlich am Himmel.

Die Bauern beratschlagten, was sie denn nun tun sollten. Ihre Angst war groß aber die Furcht vor den Göttern noch viel größer. Schließlich glaubten sie, dass ein Sünder unter ihnen die Ursache dieses lebensbedrohlichen Unwetters wäre und die Götter solange keine Ruhe gäben, als bis jener vermeintliche Sünder seiner gerechten Strafe zugeführt würde.

Unter ihnen war ein stiller und bescheidener Bauer, der keine großen Worte machte und auch sonst wegen seiner Ansichten als komischer Sonderling galt. Schließlich verschworen sich die vier anderen gegen ihn und waren sich einig, dass jener Sonderling der Sünder wäre und den Zorn der Götter auf sie alle gelenkt habe. Da wäre es doch recht und billig, wenn gerade jener aus der Hütte hinaus in das Unwetter müsse, um sich vom Blitz erschlagen zu lassen. Nur so wären die Götter zu besänftigen.

Unbarmherzig stießen sie den armen Bauern hinaus und überließen ihn seinem schrecklichen Schicksal, in der Hoffnung, dass nun das Gewitter bald ein Ende nähme. Wie nun der Bauer so alleine, ausgeliefert und hilflos draußen stand, vom Sturm und Regen umpeitscht und von dem Licht der Blitze hell erleuchtet, da kreiste ein ganz besonders mächtiger Blitz am Himmel, fuhr plötzlich mit einer solchen Wucht herab und schlug krachend in die Hütte ein, in der die vier selbstgerechten Bauern saßen.

Nach einer asiatischen Lehrgeschichte, neu geschrieben von Karlheinz Schudt.

© 2018 Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

Sollten auch Sie den tiefen Wunsch verspüren, als MärchenerzählerIn oder GeschichtenerzählerIn unter den Menschen wirken und mehr Zwischenmenschlichkeit, Vertrauen, Mitgefühl und Zuversicht in die Welt und unter die Menschen tragen zu wollen, dann zögern Sie nicht lange. Sie könnten gleich hier und heute beginnen:

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Wie die Königin Fantasie hilft, mit vollen Händen zu spenden

Wilhelm Hauff - Königin Fantasie„In einem schönen, fernen Reiche, von welchem die Sage lebt, dass die Sonne in seinen ewig grünen Gärten niemals untergehe, herrschte von Anfang an bis heute die Königin Fantasie.

Mit vollen Händen spendete diese seit vielen Jahrhunderten die Fülle des Segens über die Ihrigen und war geliebt, verehrt von allen, die sie kannten. Das Herz der Königin war aber zu groß, als dass sie mit ihren Wohltaten bei ihrem Lande stehen geblieben wäre.
Sie selbst, im königlichen Schmuck ihrer ewigen Jugend und Schönheit, stieg herab auf die Erde, denn sie hatte gehört, dass dort Menschen wohnen, die ihr Leben in traurigem Ernst, unter Mühe und Arbeit hinbringen.

Diesen hatte sie die schönsten Gaben aus ihrem Reiche mitgebracht, und seit die schöne Königin durch die Fluren der Erde gegangen war, waren die Menschen fröhlich bei der Arbeit, heiter in ihrem Ernst.

Auch ihre Kinder, nicht minder schön und lieblich als die königliche Mutter, sandte sie aus, um die Menschen zu beglücken. Einst kam Märchen, die älteste Tochter der Königin, von der Erde zurück. Die Mutter bemerkte, daß Märchen traurig sei, ja, hier und da wollte ihr bedünken, als ob sie verweinte Augen hätte …“

Nun, warum das Märchen traurig ist und ihre Brüder, die Träume, „Leichtfüße“ sein sollen und sich niemals mit dem Märchen messen können, erfahren Sie in diesem wunderschönen Märchen von Wilhelm Hauff.

Sie dürfen außerdem gespannt sein, ob es dem Märchen gelingt, die seltsamen „Wächter“ der Menschen von der Notwendigkeit des Märchens zu überzeugen, den Menschen wieder Glück, Liebe und Zuversicht zu bringen.

Schließlich handelt es sich bei Märchen (Mittelhochdeutsch: Mär = Botschaft, Kunde, Bericht, Erzählung) um ein Genre, das gar nichts mit dem in der Gesellschaft missbräuchlich verwendeten Begriff „Lüge“ zu tun hat.

Märchen (Volksmärchen) schildern selbstverständlich keine historischen Geschehnisse, sondern sprechen in fantasievollen „Seelenbildern“ innere Reife- und Entwicklungsprozesse des Menschen an, die eigentlich nur mit dem Herzen „gelesen“ oder „gehört“ werden können. Insofern sind sie reeller, als viele Menschen gemeinhin glauben. Schließlich bestimmt ja unsere innere Haltung, wie wir unser äußeres Leben gestalten möchten.

>>> Klicken Sie hier, um zum vollständigen Märchen zu gelangen <<<

Aber auch Sie können Töchterchen Märchen dabei helfen!

Vielleicht wäre das ErzählerIn-Lernprogramm „Märchen erzählen lernen beginnt schon zu Hause“ für Sie als mögliche Märchen- und Geschichtenerzählerin ein erster Anfang, Kindern und Erwachsenen märchengemäß und erlebnisorientiert zu präsentieren, wie wichtig es besonders heutzutage ist, …

… Träume, die man hat, auch zu VERWIRKLICHEN.

Oder Sie schöpfen direkt aus Ihrer innersten Quelle und schreiben in Zusammenarbeit mit der „Königin Fantasie“ Ihre eigenen Märchen und Geschichten oder noch vieles andere? Wie das geht? Ganz einfach, mit dem Schreibkurs-Lernprogramm „Märchenhaft und kreativ schreiben lernen“. So schenken Sie mehr Lebensfreude für sich und vielleicht sogar andere Menschen!

Die Fantasie nicht verkümmern lassen!

Denn stellen Sie sich einmal eine Gesellschaft vor, in der die Menschen keine Kultur, keine Bildung, keine Fantasie und schließlich keine Träume mehr haben? Eine Menschheit ohne Kultur, Mitgefühl und Fantasie verroht nahezu gänzlich, so dass Gier und Zwietracht noch viel mehr um sich greifen.

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

Klicken Sie auf eines der nachfolgenden Bilder, um zu einem möglichen märchenhaften Anfang zu gelangen:

Märchenhaft kreativ schreiben lernen

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Positive Gedanken – wir haben nur 3 % pro Tag davon!

positive gedanken

Positive Gedanken: Haben Sie auch schon öfter die Äußerung gehört: „Ach Märchen, das sind doch nur Lügengeschichten, Kinderkram!“? Doch selbst Kinder sind sich dessen bewusst, dass sich z. B. niemand von einem Tier in einen Menschen verwandeln kann, wie das ja in den Märchen oft genug vorkommt.

Kinder haben es einfach leichter, von der sogenannten „realen“ Welt in die „Märchenwelt“, „Traumwelt“ oder „Innenwelt“ zu wechseln. Für sie gibt es da keine Trennung, es ist alles noch „Eins“. Das mag wohl auch der Grund sein, warum die meisten Kinder diese Tier/Mensch-Verwandlung in der Märchenwelt ganz intuitiv in ihrer wahren Bedeutung erfassen.

Wir Erwachsenen könnten uns da ein Vorbild nehmen, zumal wir selbst nicht einmal in der Wirklichkeit zu Hause sind. Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie oft Sie mit einer alltäglichen Sache praktisch beschäftigt, mit Ihren Gedanken aber ganz woanders sind? Wir essen z. B. einen leckeren Salat und sind dabei gleichzeitig mit unseren Gedanken bei einer Pizza, die wir vor Jahren einmal irgendwo gegessen haben.

Wie positive Gedanken unser Leben bestimmen könnten

Und was das alles für Gedanken sind, mit denen wir uns täglich beschäftigen? Verschiedene Nachforschungen haben ergeben, dass der erwachsene Mensch ca. 60.000 Gedanken pro Tag hat. Davon sind

3 % hilfreiche und positive Gedanken, die Ihnen u. anderen nutzen.
25 % destruktive Gedanken, die Ihnen und anderen schaden.
72 % flüchtige, unbedeutende Gedanken, die völlig belanglos sind.

Nur 3 % wohlwollende und lebensbejahende Gedanken (und Gefühle) hat ein sogenannter Durchschnitts-Mensch am Tag! Ist das nicht erschreckend?

Doch gerade mit Märchen und Weisheitsgeschichten könnten wir auf spielerische und entspannende Art viele innovative Ideen und Lösungsmöglichkeiten aus dieser „Innenwelt“ schöpfen und so die „Seelenlandschaft“ in uns selbst immer mehr entdecken und schätzen, aus der schließlich unser praktisches Handeln in der sogenannten realen Welt resultiert.

Mein TAGES-TIPP:

Beschäftigen Sie Ihre Gedanken doch mit aufbauenden Inhalten! Märchen, Weisheits- und Lehrgeschichten sind dafür besonders gut geeignet. Ärgern Sie sich nicht, wenn doch immer wieder auch destruktive Gedanken und Gefühle wie z. B. Zweifel, Ärger, Angst, etc. kommen, wir haben sie ja lange genug (ein-)trainiert. Je öfter Sie Ihre Gedanken aber mit lebensbejahenden, Ihnen und anderen nützliche Inhalte beschäftigen, desto mehr wird sich auch Ihre Lebensfreude und der Mut zur Tat regen!

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

positive gedanken positive gedanken


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Alltagsflucht: Es gibt viel zu tun – nichts wie weg!

AlltagsfluchtAlltagsflucht: „Märchen helfen mir, den Alltag zu flüchten“, sagte vor kurzem eine Frau zu mir, die jene märchenhaften Geschichten über alles liebte. Zunächst freute ich mich wieder einen Menschen zu treffen, dem Märchen nicht gleichgültig sind. Mit der Zeit jedoch kamen mir so meine Bedenken, denn wenn ich etwas brauche, selbst wenn es Märchen sind, womit ich am besten den Alltag flüchten kann, dann bin ich doch irgendwie nicht richtig glücklich in meinem Leben?

Wozu sollte ich überhaupt Alltagsflucht betreiben, zumal der Alltag den größten Teil meines Lebens (abgesehen vom Schlaf) ausmacht? Ähnlich verhält es sich mit dem dringenden Wunsch nach Urlaub oder nach einem freien Wochenende.

Regeneration und Inspiration richten sich nicht nach „freier Zeit“

Selbstverständlich benötigt der Mensch eine Zeit für sich, die ihm Regeneration oder Inspiration ermöglicht. Warum aber braucht man dafür eine sogenannte „freie Zeit“? Als ob sich Regeneration und Inspiration nach einer „freien Zeit“ richten würden? Die sind doch permanent vorhanden, die Frage ist nur, erkenne ich sie zu jeder Zeit und wie kann ich sie am besten nutzen?

Abgesehen davon, dass die meisten Menschen nach ihrem Urlaub bzw. dem freien Wochenende trotz der angeblichen Regeneration in der „freien Zeit“ in Kürze genau da wieder anfangen, wo sie vor der sogenannten „freien Zeit“ aufgehört haben. Und daran wird auch ein Urlaub oder ein Wochenende nichts ändern können.

Rezept gegen Alltagsflucht: Glück und Zufriedenheit

Die eigentlich wichtigen Fragen müssten doch sein, ob ich z. B. an meinem Arbeitsplatz richtig und glücklich bin? Mache ich tagein tagaus nicht irgendwelche Dinge, die überhaupt nicht meinen wahren Fähigkeiten und Neigungen entsprechen? Wie aber kann ich mit meinen wahren Fähigkeiten mir und meinen Mitmenschen wesentlich mehr dienen, als dies bisher der Fall war?

Märchen helfen, den Alltag zu ergreifen
und ein Fest daraus zu machen!

Ja, es stimmt! Die Märchen können auf andere Gedanken bringen und gleichzeitig entspannen. Sie zeigen aber auch, dass es keinesfalls sinnvoll ist, Alltagsflucht zu betreiben und sich in eine Welt zu stürzen, die alles sogenannte „Böse“, „Schlechte“ oder „Unangenehme“ ausblendet.

Im Gegenteil, sie schildern in seelisch-spirituellen Bildern (nicht historisch) wie wichtig es ist, ALLE Prozesse des Lebens mit wachen Augen, nach Möglichkeit wertfrei zu betrachten und dahinter zu „blicken“, das Wesentliche zu entdecken. Und womöglich offenbart es dem Betrachter eine neue, noch erfüllendere Seite seines Alltags, die er vorher so noch nicht wahrgenommen hat?

Gerade an den Missgeschicken und Herausforderungen des Alltags, die in den Märchen immer wieder als Prüfungen geschildert werden, können wir wachsen und uns entfalten. Das Märchen ermutigt, den Alltag dankbar anzunehmen und so zu verwandeln, dass er zu einem Fest wird. Womöglich entdecken wir so immer mehr unser wahres Wesen und erleben, wie es gerade im Alltag einfach, natürlich und märchenhaft zu leben ist.

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

Alltagsflucht Alltagsflucht

Weltanschauung – Welche ist die richtige? Oder Gott kommt rum!

Weltanschauung

Weltanschauung: Einmal wurde ein Weiser gebeten, den Unterschied zwischen einem Menschen und einem Tier zu erklären. Der Weise lächelte und sprach: „Wenn wir ein Tier, z. B. eine Maus, in ein Labyrinth mit 13 Wegen setzen und am Ende des 12. Weges ein Stück Käse legen, dann wird das Tier schließlich lernen, dass es den leckeren Käse immer am Ende des 12. Weges findet und gleich dorthin gehen. Das lernt der Mensch auch. Wenn er Käse möchte, dann geht er ebenfalls ans Ende des 12. Weges.

Wenn aber eines Tages DIE GROSSE SCHÖPFUNG des Lebens den Käse in einen anderen Weg legt, z. B. ans Ende des 13. Weges, dann wird das Tier weiterhin in den 12. Weg gehen und zwar so lange, bis es kapiert, dass dort der Käse nicht mehr zu finden ist. Irgendwann hört es auf, dort hinein zu gehen und sucht in den anderen Wegen, bis es schließlich den Käse am Ende des 13. Weges findet.

Hier zeigt sich jetzt der Unterschied zwischen Mensch und Tier. Menschen gehen immer ans Ende des 12. Weges, denn sie sind davon überzeugt! Tiere sind von nichts überzeugt, sie interessieren sich für ihre Nahrung, in unserem Beispiel für den Käse. Der Mensch aber bastelt sich eine Weltanschauung über den 12. Weg und davon ist er überzeugt. Er hält es für wichtig, immer in den 12. Weg zu gehen, denn das ist seine Überzeugung, sein Glaube, seine Meinung. Es ist gar nicht mehr so wichtig, ob dort Käse drin ist oder nicht. Der Mensch hat lieber recht als seinen Käse (oder sein Glück!).

Nach einer alten Lehrgeschichte, neu geschrieben von Karlheinz Schudt

Aus dem Alten ausbrechen – oder die neue Weltanschauung!

Im Märchen Dornröschen bekommt die Zahl 12 (12 goldene Teller, 12 geladene Feen) eine besondere Wichtigkeit. Und wie wir aus unserem Alltag wissen, finden wir diese Zahl z. B. in den 12 Monaten = 1 Jahr, in der groben Aufteilung eines Tages = 12 Stunden Tag, 12 Stunden Nacht oder in der Maßeinheit 1 Dutzend = 12 Stück.

Die Zahl „12“ weist immer auf etwas Abgeschlossenes, Ganzes hin und lässt keine Veränderung zu. Erst die Zahl „13“ bricht dieses Alte, Abgeschlossene auf und bringt Bewegung ins Spiel oder ins Leben. Im von den Brüdern Grimm gesammelten Märchen vom Dornröschen aus der Urfassung von 1810 macht dies die 13. Fee, die nicht zum Freudenfest eingeladen war, weil der König eben nur 12 goldene Teller hatte. Sie wünscht in ihrem Ärger Dornröschen den Tod, wenngleich die anderen 12 Feen diesen Fluch noch in einen 100jährigen Schlaf abmildern können.

Über den eigenen Tellerrand hinausblicken!

Jetzt könnte man ja denken, was ist das für ein einfältiger König, der wegen eines fehlenden goldenen Tellers eine Fee nicht einlädt und somit eine Katastrophe hervor beschwört? Wäre es für ihn nicht ein Leichtes gewesen, einen 13. goldenen Teller zu besorgen? Geld und Macht hätte er ja genug gehabt, oder?

Nun sind Märchen ja keine historischen Schilderungen sondern zeigen seelisch-spirituelle Prozesse, die sich im Menschen selbst abspielen und so kann bei einer Betrachtung des Märchens auch der Gedanke aufkommen, dass dieser „alte“ König weder die Macht noch die Weisheit hatte, über seinen „Tellerrand“ hinauszublicken. Er lebte in seiner Weltanschauung, seiner vermeintlich vollkommenen Welt der „12“ und war tatsächlich nicht imstande, diesen „13.“ Prozess zu erkennen. Und was man nicht erkennt oder gar verdrängt, muss man so lange durchleben, bis es ins Bewusstsein kommt. In diesem Falle muss es sein Töchterchen tun, denn in den Märchen geht es selten um die alten Eltern, sondern um die Kinder oder die Jugend, die loszieht und Veränderung, Erneuerung in die „alte“ Welt bringt. Ist es nicht aber auch so im sogenannten reellen Leben (oder sollte sein)?

Das Alte loslassen, das Neue ergreifen!

Und dass dieser „13.“ Prozess kein einfacher, sondern oft genug ein schmerzlicher ist (Wer möchte schon gerne das Alte loslassen und das Neue ergreifen?), das wissen wir Menschen sehr genau. Womöglich wurde aus diesem Grund die Zahl „13“ so „verteufelt“ und als Unglückszahl abgetan. Nicht aus Aberglauben, sondern weil die Menschen damals sehr genau wussten, dass es sich nicht um irgend eine Zahl handelt, sondern um einen Entwicklungs-Prozess, der durchaus schmerzhaft sein kann, aber auch neue Wege zum Glück offenbart. Es ist eben immer eine Frage der Ansicht oder des Blickwinkels, welcher Weltanschauung bzw. ob wir uns überhaupt einer Weltanschauung zuwenden.

Denn wir würden gut daran tun, dass wir den „Käse“ in unserer obigen Geschichte (oder unser Glück im Leben) nicht immer dort suchen, wo er (oder es) gerade noch war. DIE GROSSE SCHÖPFUNG des Lebens oder GOTT verlegt ständig den „Käse“. Wir aber werden nie wahrhaftig glücklich werden, wenn wir nur noch an unsere Vorstellungen, Glaubenssätze, Weltanschauung und an unseren „12. Weg“ glauben.

Wenn wir also GOTT (oder wie immer wir IHN, SIE, ES nennen) begegnen, dann sollten wir uns keinesfalls von unseren Überzeugungen, unserer Weltanschauung, unserem Willen oder unserem Verstand steuern lassen und IHN dort treffen wollen, wo er einst war, denn GOTT kommt rum!

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

Weltanschauung Weltanschauung

Macht Arbeit glücklich?

Glücklich durch Arbeit?Als das wunderschöne goldene Schloss zur Hälfte fertiggestellt war, da kam eines Tages ein Fremder auf die Baustelle. Er spazierte herum, sah sich alles interessiert an und fragte dann einen Arbeiter, was er da mache. „Ich bearbeite hier mühevoll die Steine“, war die unfreundliche Antwort des Steinhauers, der nicht einmal von seiner Arbeit aufschaute. Dann fragte der Fremde den zweiten Arbeiter: „Und was machst Du?“ „Ich verdiene hier so viel Geld, wie ich eben nur kann“, antwortete dieser mürrisch. Der Fremde ging weiter und fragte schließlich einen dritten Arbeiter, der einen großen Stein auf seiner Schulter trug, welche Tätigkeit er ausübe. Der Arbeiter schaute ihn freundlich an und sprach: „Ich baue ein Goldenes Schloss“.

Nach einer alten Lehrgeschichte,
bearbeitet von Karlheinz Schudt.

Macht Arbeit glücklich?

Beobachten Sie sich einmal selbst, mit welcher Haltung Sie morgens aufstehen und zur Arbeit gehen. Fühlen Sie sich dabei innerlich erfüllt und motiviert oder ist es eher die lästige Alltagsroutine und der kollektive, tief eingepflanzte und alles überdeckende Gedanke des „Ich muss Geld verdienen, damit ich (über-)leben kann!“?

Bei den meisten Menschen wird es wohl letzteres sein, denn Arbeit kann doch unmöglich glücklich machen und womöglich auch noch Freude bereiten! Ja, sicher, dieses Motto „Arbeit macht glücklich“ wird oftmals gerne von jenen Menschen oder „Einrichtungen“ verwendet (oder missbraucht), die viele andere Menschen für sich (unter nicht selten unwürdigen Bedingungen) arbeiten lassen.

Mehr Frust als Lust!

Und die beschäftigen Menschen glauben dann, dass Arbeit sie „ausbrennt“ (burnout), krank oder gar abhängig macht. Ja, das ist richtig, dass die meisten Menschen im Rahmen ihrer Tätigkeit mittel- bis langfristig krank werden. Aber nicht durch die Arbeit selbst, sondern durch die inneren oder äußeren Bedingungen, unter denen sie diese Tätigkeiten ausüben oder verrichten müssen.

Wen wundert es da, dass schon seit längerer Zeit berechtigterweise der Ruf nach einem bedingungslosen Grundeinkommen verstärkt aufkommt. Und dass der Mensch von Natur aus gerne arbeitet, kreativ ist und oftmals spielerische Lösungen für viele Probleme findet, zeigen uns ja immer wieder die Kinder, die nahezu unermüdlich und begeistert von dem sind, was sie selbst oder in Gemeinschaft tun.

Wer aber nicht seinen Fähigkeiten und Stärken gemäß gefördert und gefordert wird, den (höheren) Sinn in seiner Tätigkeit entdeckt, lösungsorientiert im Sinne aller Beteiligten handelt und mitfühlend gegenüber seinen Mitmenschen und der Natur ist, den macht Arbeit tatsächlich krank. Und da kann auch der beste finanzielle Lohn nichts daran ändern.

Daher ist diese alte Lehrgeschichte vom Goldenen Schloss aktueller denn je. Welche Lösungen weisheitsvolle Geschichten und Märchen in Bezug auf Erfolg, Glück, Liebe und Gesundheit anbieten, erfahren Sie beim Märchenseminar im schönen Weserbergland. Dort entdecken und erleben Sie auch die Chancen und Möglichkeiten, die ein(e) freiberufliche(r) MärchenerzählerIn heutzutage hat.

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter