Mit Märchen heilen, Teil 1

Heilen mit MärchenEs gibt doch viel mehr Ärzte und Therapeuten, die die Erkenntnis nutzen, dass nahezu jede Krankheit ihren Ursprung in der Seele hat, genauer gesagt in einer Unstimmigkeit zwischen innerem Empfinden und äußerem Handeln. Je weniger jemand auf seine innere Stimme, sein Herz hört oder wie immer man diese innere Intelligenz auch nennen mag, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich diese Missachtung mit der Zeit auf den Körper in Form von Schmerz und Leid auswirkt.

Heilen mit Schulmedizin, Homöopathie oder Seelenkunde?

Die therapeutischen Angebote sind sehr vielfaltig. Eine weitverbreitetste davon ist wohl die schulmedizinische Behandlung unter Verwendung von meist pharmazeutischen Medikamenten. Sie konzentriert sich mehr auf die Beseitigung der Krankheits-Symptome, als auf die möglichen seelischen Ursachen. Leider lässt sie dabei häufig außer Acht, dass die Nebenwirkungen einer solchen oftmals kurzfristigen Behandlung für den Körper recht hoch und zuweilen nicht minder gefährlich sein können, als die Krankheit selbst.

Eine Alternative bzw. Ergänzung hingegen wäre z. B. die sanftere Homöopathie. Durch Einnahme von Natur­heilmitteln, die dem Krankheitsbild des Patienten zugeordnet werden, wird die Krankheit verstärkt. So werden z. B. die Abwehrkräfte des Körpers aktiviert, was zu einer tiefer greifenden Gesundung des Pa­tienten führen kann. Eine solche Alternative setzt allerdings voraus, dass der Patient für eine derartige Methode offen ist und am Gesundungsprozess aktiv mitwirkt.

Aber auch die psychoanalytische Behandlung, deren therapeutischer Ansatz die Erfor­schung und Auflösung von seelischen Problemen ist, gewann einen stetig zunehmen­den Stellenwert.

Heilen mit Märchen – die Märchentherapie

Neben all diesen bekannten Heil­methoden gibt es bereits eine ganze Reihe neuer therapeutischer Ansätze. So finden sich z. B. Musiktherapien, Kunsttherapien, Atemtherapien, Farbtherapien, Blütentherapien, Aromatherapien, Lachtherapien und – man höre und staune – auch eine Märchentherapie in der Anwendung.

Märchen, jene weisheitsvollen Volkserzählungen, von denen größtenteils immer noch angenommen wird, dass sie einzig und allein für Kinder erfunden wurden, haben uns weitaus mehr zu erzählen, als die Brüder Grimm in ihrer Sammler-Leidenschaft uns haben wissen lassen.

So sagte bereits der Dichter Christian Morgenstern:

„Man wird wieder aus Himmel und Sternen Bilder machen und die Spinnweben alter Märchen auf offene Wunden legen.“

Woher stammen eigentlich die Märchen?

Obwohl man auch heute noch nicht genau weiß, wie alt und aus wel­chen Quellen die meisten Märchen sind, ist ihre Aussage mehr denn je von aktueller Bedeutung.

Die einen behaupten, Märchen seien Tröpfchen der alten Mythen und Sa­gen und ihre Entstehung in vor­christlichen Zeiten zu finden, andere wiederum meinen, dass sie jüngeren Datums sind und so, wie sie sich uns in Form und Aussage zeigen erst seit dem 17. bis 18. Jahrhundert bekannt.

Nun, vielleicht mag beides seine Richtigkeit haben, fest steht, dass die alten Volksmärchen keine bekannten Urheber haben und in frü­heren Zeiten offenbar nur mündlich mitgeteilt wurden. Dennoch sind sie unabhän­gig von Zeit und Kultur gültig. Sie spre­chen in einfachen, klaren und wundersamen Bildern, denen sich niemand entziehen kann.

Übersinnliche Wahrnehmung, kollektives Unbewusstes,
hellseherischer Zustand?

Zur Entstehung der Märchen äußerte sich einmal Hermann Grimm, der Sohn von Wilhelm Grimm:

„Gemeinsam allen Märchen sind die Überreste eines in die älteste Zeit hin­auf reichenden Glaubens, der sich in bildlicher Auffassung übersinnlicher Dinge ausspricht.“

Was nun Hermann Grimm als Aus­druck übersinnlicher Wahrnehmung sieht, umschreibt der Psychoanalytiker Carl Gustav Jung mit dem kollektiven Unbewussten. Er fand heraus, dass das persönliche Un­bewusste eines einzelnen Menschen sich in Träumen und Visionen aus­drückt und eine tiefe Verwandtschaft mit dem kollektiven Unbewussten hat. Jene menschliche Urerfahrung drückt sich in den verschiedensten Völkern überall auf der Welt seit Urzeiten in Mythen, Sagen, Märchen und Religionen aus.

Mit diesen Ansichten hat auch Rudolf Steiner, der Begründer der Anthroposophie, einiges gemein. Sei­nen Forschungen nach zu urteilen, hatten die Menschen in früheren Zei­ten noch die Fähigkeit, in einem hellseherischen Zustand Bilder und Visionen geschaut, die dann in Mär­chen und Mythen ihren Ausdruck fan­den. Dieser Zustand war wohl mit dem vergleichbar, den wir kurz vor dem Einschlafen erleben können. So waren die meisten Märchen weniger für Kinder gedacht, sondern mehr für Erwach­sene.

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© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

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Inspiration, inneres Kind und Lebensquelle

innereskindSchauen Sie gerne Fernsehen? Ja, dann wissen Sie sicherlich auch, dass im Abendprogramm (und auch sonst!?) wirklich wenige anspruchsvolle und die Inspiration fördernde Filme zu finden sind.

Schwindende Inspiration durch passiven Konsum!?

Action und Krimi-Liebhaber kommen selbstverständlich mehr als genügend auf ihre Kosten, aber auch jene, die gerne in die Wohnzimmer anderer Menschen schauen und sich am Leid bzw. an den Problemen jener unterhalten. Und selbst höchst intellektuelle Beiträge oder Nachrichten (nach wem soll man sich eigentlich richten?) so mancher öffentlich-rechtlichen Sender vermitteln nicht selten den Eindruck, dass sie wirkungspsychologisch unterwandert bzw. gefärbt sind.

Das Augenmerk der meisten Fernsehmacher liegt augenscheinlich auf Sensation, Leid und Brutalität. Nun wäre es ein leichtes, die Schuld bei den Machern jener Unterhaltungs-Sendungen zu suchen, aber dies wäre zu einfach und würde die ganze Angelegenheit nur am Rande tangieren. Denn die Einschaltquote ist offenbar das höchste Maß der meisten Fernsehproduzenten und richtet sich in den meisten Fällen nach dem Bedarf der ZuschauerInnen, die fast nur noch passiv konsumieren.

Wo sind die inspirierenden und seelennährenden Dichter und Denker?

Deutschland hatte einmal den Ruf der „Dichter und Denker“. Was von diesem einstmals so berühmten Ruf noch übrig geblieben ist, kann sich jeder selbst ausmalen. Sicher jedenfalls ist, dass die Zeiten der kulturellen und seelennährenden Höchstleistungen u. a. auch Dank der unzähligen Fernsehprogramme schon seit vielen Jahren am Schwinden ist.

Qualität braucht Inspiration, innere Stille und Zeit

Wie sollte es auch anders sein? Qualität braucht Inspiration, innere Stille und Zeit, um zu reifen. Das ist selten möglich, zumal das Publikum täglich und rund um die Uhr von außen unterhalten werden möchte. Hier steht eindeutig die Quantität weit über der Qualität!

Doch jede Kultur, die immer weniger Seelennährendes, Aufbauendes und Erfüllendes für seine Menschen hervorbringt, muss sich nicht wundern, wenn Gewalt, Gier, Gleichgültigkeit, persönliche und nationale Egoismen immer mehr an der Tagesordnung stehen.

Und hier wären schon einige der ungeahnten Aufgabengebiete eines Märchenerzählers oder einer Märchenerzählerin in unserer heutigen Zeit.

Auch wenn die echten Märchen keinesfalls eine heile Welt schildern, so zeigen sie doch, dass es trotz aller Herausforderungen immer gut ausgeht. Und wer die Märchen mit „inneren Augen“, dem „Herzen“ betrachten kann, der weiß, dass besonders jene seelisch-spirituellen Wurzeln der Volksmärchen viel mehr mit unserem ganz alltäglichen Leben zu tun haben. Sie können inspirierende und ungewöhnliche Ideen und Lösungsmöglichkeiten für unsere Engpässe offenbaren, aber auch großartige Ausblicke für ein Leben in Glück, Liebe, Erfolg und Gesundheit.

Wie wir Menschen wieder unser inneres Kind, unsere individuelle
Inspiration und wahre Lebensquelle entdecken können!

Für die meisten Kinder sind die Märchen eine Tatsache, da sie in dieser „Welt“ leben, ohne dass man sie ihnen erklären müsste. Wir Erwachsenen sind leider schon allzu sehr von unserem überbetonten Verstandes-Muster vereinnahmt, so dass wir kaum Zeit und Muße finden, uns auf die wahre „Botschaft“ der Märchen einzulassen und uns lieber von vielen äußeren Dingen vom Wesentlichen ablenken. Dabei vergessen wir immer mehr unser „inneres Kind“, unsere persönliche Inspiration und eigentliche Lebensquelle.

Sollten Sie aber den tiefen Wunsch verspüren, als Hobby-, neben- oder hauptberufliche/r MärchenerzählerIn oder GeschichtenerzählerIn mehr Inspiration, Vertrauen, Mitgefühl und Zuversicht in die Welt und unter die Menschen bringen zu wollen, dann zögern Sie nicht lange. Sie könnten gleich hier und heute damit beginnen!

Mehr über diese Ausbildung zum/r Märchenerzähler oder Märchenerzählerin finden Sie beim Klicken auf folgenden Link: http://www.maerchen-ausbildung.de

Und wenn es Sie „brennt“, aus Ihrer inneren Lebensquelle selbst Märchen und Geschichten zu schöpfen und zu schreiben, dann ist der Schreibkurs für Kreative gerade das Richtige für Sie: http://maerchenhaft-schreiben.de

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

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