Adler oder Huhn? Wir sehen die Welt nur so, wie wir sie sehen wollen!

Adler oder Huhn?Vom Adler, der glaubte ein Huhn zu sein.

Eines Tages fand ein Mann ein Adlerei. Dies legte er in das Nest eines gewöhnlichen Huhns. Nach einiger Zeit schlüpfte daraus ein Adlerjunges, das zusammen mit den gewöhnlichen Hühnerküken aufwuchs.

Sein ganzes Leben lang benahm sich der Adler wie ein Hühnerküken. Schließlich kannte er es ja nicht anders und er dachte, er sei ein Küken aus dem Hinterhof. Manchmal gackerte er und zuweilen flog er auch ein Stück – eben so, wie ein Hühnerküken. Viele Jahre vergingen und der Adler wurde sehr alt.

Eines Tages sah er einen herrlichen Vogel hoch über sich am Himmel. Majestätisch und elegant schwebte er durch die Lüfte, ohne groß mit seinen kräftigen Flügeln zu schlagen. Der alte Adler blickte staunend und sehnsüchtig empor und fragte dann seine Nachbarin, ein Huhn: „Wer ist das?“ Das Huhn sprach: „Das ist der Adler, der König der Vögel. Aber reg dich nicht auf. Du und ich gehören nicht dazu.“

So dachte der alte Adler nicht weiter an den Vogel. Er starb in der Überzeugung, ein Küken im Hinterhof zu sein.

(Nach einer alten Lehrgeschichte,
bearbeitet von Karlheinz Schudt)

Adler oder Huhn?
Wir sehen die Welt nur so, wie wir sie sehen wollen!

Sie kennen sicherlich die Geschichten von Pippi Langstrumpf, dem kleinen, selbstbewussten und starken Mädchen, das mit ihren Tieren in einer alten Villa lebte und gemeinsam mit ihren beiden Freunden viele lustige Abenteuer erlebte. Die Autorin dieser Pippi Langstrumpf Geschichten, Astrid Lindgren, hatte sich für Pippi ein schönes Liedchen ausgedacht, in dem im Refrain folgender Satz vorkam: … „ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt.“…

Steckt in diesem kleinen Satz nicht eine große Wahrheit, die sowohl das Leben der Kinder bestimmt, als auch das von uns Erwachsenen? Ob dies von der Autorin beabsichtigt war oder ob es sich einfach um ein Kinderlied handelte, das sich „nur“ reimen sollte, sei jetzt einfach einmal dahin gestellt. 

Wir Menschen mit unseren großartigen Fähigkeiten und Möglichkeiten sehen meist nur das im Leben, was wir angeblich nicht gut können oder was uns im Alltag belastet. Und wie in der obigen Geschichte identifizieren wir uns mit unserem Umfeld, von dem wir glauben, dass die Umstände es geschaffen haben und wir uns Zeit unseres Lebens damit abfinden müssen. Wen wundert es, dass wir allmählich einen „Lebensstil“ entwickeln, der uns nötigt, nur noch die vermeintlich anderen für unser Wohl und Wehe verantwortlich zu machen. Und dabei übersehen wir immer mehr jene großartigen Fähigkeiten, Stärken und Möglichkeiten in uns, so dass wir am Ende glauben, das zu sein, was wir oder andere von uns glauben oder halten. 

Märchen und Weisheitsgeschichten als Hilfe zur Selbstverwirklichung 

Ein Hühnerküken oder Huhn hat natürlich in den „Augen“ der Schöpfung oder Natur dieselbe Daseinsberechtigung wie ein Adler und somit dasselbe Recht zu leben. Und dennoch drückt diese Geschichte sinnbildlich aus, dass wir Menschen eher das in uns sehen, was klein, hilflos und unfähig ist, anstatt uns der „königlichen“ Natur in uns bewusst zu werden und uns über altgewohnte Glaubenssätze hinaufzuschwingen in jene „Spähren“, die uns weitaus mehr Möglichkeiten und Chancen offenbaren, als wir in unserem selbstgebauten „Gefängnis“ jemals zu erträumen wagten. 

Gewiss, erheben sollten wir uns schon selbst und zugegeben, der Schritt ist nicht einfach, vor allen Dingen, wenn wir schon so viele Jahre in diesem selbstgebastelten „Gefängnis“ sitzen. Aber Gott sei Dank gibt es ja eine Menge an Hilfsmitteln, die uns auf diesem Wege unterstützen könnten. Weisheitsgeschichten und Märchen jedenfalls gehören dazu und wer sie mit dem Herzen hört, der weiß welche nahezu unerschöpflichen Kraftquellen darin verborgen sind. 

Ach ja, und wer mit diesen in Seelenbildern ausgedrückten „Kraftquellen“ auch noch andere Menschen, ob Kinder oder Erwachsene, beglücken möchte, für den ist z.  B. der Beruf eines Geschichten- oder Märchenerzählers, der sowohl als Hobby, neben- oder hauptberuflich ausgeführt werden kann, sehr erfüllend und nützlich. 

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

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Zwei Dinge, die man wissen sollte, um den Himmel zu erreichen

HimmelEinmal kam ein junger Mann zu einem Weisen und sprach: „Guter Mann, sagt mir doch, was muss ich tun, um den Himmel zu erreichen?“ Da lächelte der Weise und sprach: „Wenn Du den Himmel mit all seiner Liebe und Weisheit erreichen willst, musst Du zwei Dinge wissen: Erstens, dass alle Deine Bemühungen und Dein Streben vergeblich sind, IHN zu erreichen.“

Wie war da der junge Mann enttäuscht, als er dies hörte, aber schließlich siegte die Neugier doch und er fragte weiter: „Ja, und zweitens?“ Abermals lächelte der Weise in solch‘ unermesslicher Güte und kindlicher Weisheit still und vergnügt vor sich hin, bis er schließlich antwortete: „Zweitens, Du musst handeln, als ob Du das erste nicht wüsstest.“

Nach einer alten Lehrgeschichte aus der Märchenzeitschrift,
bearbeitet von Karlheinz Schudt.

Nicht der Wille führt zum Ziel

Wie viele Menschen gibt es, die im Leben mit ihrem Verstand etwas erreichen WOLLEN! Doch wie so oft bleibt mit dieser Einstellung nicht nur die spielerische Lebensfreude und Kreativität auf der Strecke, sondern auch noch der zu erwartende Erfolg.

Alle willentlichen Bemühungen, die ohne Freude und „Herzblut“ verrichtet werden, führen letztendlich zu mehr Frust als Lust. Gerade wir Erwachsenen denken viel zu lange über abstrakte „Zustände“ wie z. B. den Himmel nach, philosophieren, theologisieren und schaffen so mit unserem Verstand eine künstliche Welt, wie es „dort oben“ aussehen bzw. welche paradiesischen Zustände wir dort vorfinden könnten.

Kinder sind da völlig anders. Sie können noch ihrem Naturell gemäß in „beiden“ Welten leben,  „unten“ UND „oben“. Warum? Weil sie (noch) nicht trennen. Für sie ist alles EINS. Sie LEBEN wirklich noch ganzheitlich und sind nicht auf ihren Verstand alleine reduziert. Leider ändert sich dies im Laufe des Älter werdens auf Kosten von Kreativität und Phantasie.

Unser Verstand stört nicht, er verläuft sich nur häufig

Wahre Offenbarungen, Ideen oder Lösungen aber können nicht mit unserem Verstand gefunden werden, dessen Aufgabe mehr das Erinnern, Organisieren, Strukturieren und Verwalten unseres Lebens ist. Weitaus mehr in dieser Beziehung kann da unser spielerisches, intuitives und kreatives Gemüt. Schließlich lebt es ja, wie das Kind selbst, sowohl mitten im Alltag, wie auch in dieser himmlischen „paradiesischen“ Welt.

Und somit ist der „Himmel“ gar nicht so weit weg,  wie wir vermuten, sondern wirkt bereits und seit jeher in unserem ALLERINNERSTEN. Wir sollten uns nur an IHN (oder ES)  erinnern, anstatt mit künstlichen Übungen, dogmatischen Diskussionen und eisernem Willen IHN (den Himmel) in weiter Ferne zu suchen. Womöglich entdecken wir dann in unserem Leben und unserem so scheinbar völlig normalen und gewöhnlichen Alltag eine solch himmlische Qualität, die wir vielleicht nur noch in Erinnerungen aus unserer Kindheit kennen.

© Karlheinz Schudt
MärchenerzählerAutorSeminarleiter

Betrachtung Märchen: Im Paradiesgarten der Frau Holle

Wie der Verstand auf die Nase fiel

verstandEinst betrat Nasrudin einen Laden. Da sprach der Inhaber des Ladens heimlich zu einem Kunden: „Das ist der dümmste Mensch der Welt! Ich werde es dir gleich beweisen!“ Er grüßte Nasrudin und hielt ihm seine beiden Hände entgegen. In der einen waren fünf Geldstücke und in der anderen nur zwei. Dann sprach er: „Nun, Nasrudin, willst du das Geld in dieser oder in jener Hand haben?“ Nasrudin überlegte nicht lange und ließ sich die zwei Geldstücke schenken. Dann verließ er den Laden. Der Kunde schaute ganz ungläubig und war sichtlich erstaunt über die vermeintlich unsinnige Handlung Nasrudins. Der Ladeninhaber aber lachte etwas gehässig und sprach: „Na, was habe ich dir gesagt? Dümmer gehts nicht!“

Als nun der Kunde den Laden verlassen hatte, da traf er zufällig Nasrudin, der gemütlich vor einem Teehaus saß und den köstlichsten Tee trank, den er sich für die zwei Geldstücke gekauft hatte. Noch immer ganz verwundert über die törichte Handlung Nasrudins, sprach er diesen an: „Sag einmal, Nasrudin, warum hast du denn nicht die fünf Geldstücke genommen, die dir angeboten wurden. Die sind doch viel mehr wert als nur zwei?“ Da lächelte Nasrudin gewitzt, trank noch genüsslich ein Schlücken Tee und sprach: „Hätte ich heute die fünf Geldstücke genommen, dann wäre das ganze Spiel vorbei gewesen und ich hätte meinen Tee selbst bezahlen müssen.“

Nach dem Motiv einer alten Lehrgeschichte,
neu erzählt von Karlheinz Schudt.

Mulla Nasrudin oder Till Eulenspiegel?
Von der Weisheit der Narren!

Mulla Nasrudin gehört ja zu jenen Gestalten des Orients, die durchaus etwas mit dem europäischen Till Eulenspiegel gemein haben. Sie führen gerne durch ihre für den menschlichen Verstand nicht nachvollziehbaren weisheitsvollen Handlungen (Eule) den Menschen ihre Eitelkeit, Oberflächlichkeit und Rechthaberei auf humorvolle Weise vor Augen (Spiegel).

Noch mehr von solchen Weisheits-Prozessen, die dem Verstand seine Grenzen aufzeigen, finden wir in den unterschiedlichsten Motiven der Märchen mit ihren seelisch-spirituellen Bildern. Ein besonders humorvolles Märchen aus der Sammlung der Brüder Grimm ist der rechthaberische „Meister Pfriem“, der im Himmel so seine Erfahrungen machten musste, wie beschränkt doch der menschliche Verstand ist.

Hier ein kleiner Auszug:

… Er ging weiter und sah einen Wagen, der in einem tiefen Loch steckengeblieben war. „Kein Wunder“, sprach er zu dem Mann, der dabeistand, „wer wird so unvernünftig aufladen? Was habt Ihr da?“

„Fromme Wünsche“, antwortete der Mann, „ich konnte damit nicht auf den rechten Weg kommen, aber ich habe den Wagen noch glücklich heraufgeschoben, und hier werden sie mich nicht steckenlassen.“ Wirklich kam ein Engel und spannte zwei Pferde vor.

„Ganz gut“, meinte Pfriem, „aber zwei Pferde bringen den Wagen nicht heraus, viere müssen wenigstens davor.“ Ein anderer Engel kam und führte noch zwei Pferde herbei, spannte sie aber nicht vorn, sondern hinten an.

Das war dem Meister Pfriem zuviel. „Tolpatsch“, brach er los, „was machst du da? Hat man je, solange die Welt steht, auf diese Weise einen Wagen herausgezogen? Da meinen sie aber, in ihrem dünkelhaften Übermut, alles besser zu wissen.“ Er wollte weiterreden, aber einer von den Himmelsbewohnern hatte ihn am Kragen gepackt und schob ihn mit unwiderstehlicher Gewalt hinaus. Unter der Pforte drehte der Meister noch einmal den Kopf nach dem Wagen und sah, wie er von vier Flügelpferden in die Höhe gehoben ward. …

Das vollständige Märchen finden Sie hier:
„Meister Pfriem“

Quadratisch oder rund? Verstand oder Intuition?
Was bevorzugen Sie?

Tja, so gehts im Alltag, wenn wir uns nur auf unseren Verstand verlassen. Der ist nämlich für Lösungen gänzlich unbrauchbar und kann nur das wiederkäuen, was er aus der Vergangenheit einmal gelernt hat. Situationsbedingte, gegenwartsbezogene Probleme aber, die weitaus mehr (höhere oder tiefere) Blickwinkel benötigen, Einfühlungsvermögen, Offenheit, Mut und Vertrauen erfordern, können wir aber nur mit unserem Allerinnersten lösen, unserer inneren Stimme, Intuition oder all den „Werkzeugen“, die aus eben jener „Verwandtschaft“ stammen.

Als MärchenerzählerIn oder GeschichtenerzählerIn werden Sie mit diesen „Werkzeugen“ immer mehr in Berührung kommen und in der Lage sein, diese weisheitsvollen Märchen und Geschichten Kindern oder Erwachsenen frei zu erzählen. Sie werden ferner darüberhinaus noch entdecken, dass diese Berufung (als Hobby, Neben- oder Hauptberuf) sogar Ihre Intuition und Lebensfreude in kurzer Zeit steigern kann. Und diese haben zwangsläufig positive Auswirkungen auf Ihr Glück, Ihre Liebe, Ihren Erfolg und last but not least, auf Ihre Gesundheit!

Ein Versuch wäre es sicherlich wert 😉

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

Frei erzählen lernen von Geschichten und Märchen

 

Eine Geschichte vom Leben und Tod

Wenn der Tod kommt, dann ist Sense!

Aber ist das wirklich so? Haben wir nicht eine mit Angst behaftete Vorstellung vom Tod oder von dem, was danach kommt oder kommen könnte? Wissen wir denn überhaupt, wie und ob wir wahrhaftig leben, gemäß unseren Fähigkeiten und Möglichkeiten?

Doch diese Angst ist allzu menschlich. Alles was der Mensch nicht kennt, macht ihn unsicher. Besonders wir westlichen Menschen leben in einer Zeit, in der viel auf Sicherheit gesetzt wird, Versicherungen Hochkonjunktur haben, in politischen Wahlversprechungen kaum ein Satz ohne den Begriff „Sicherheit“ zu hören ist und auch sonst alles Neue meist mit Argwohn betrachtet wird.

Aber wie sieht es denn wirklich aus mit der vermeintlichen Sicherheit?

Auf die kürzliche Frage an einen 19 jähringen jungen Mann, warum er so engagiert und abseits des gesellschaftlichen Sicherheit- und Karriere-Denkens seinem eigenen Herzens-Impuls folgt, antwortete dieser sinngemäß:

„In bin seit meinem 15. Lebensjahr in meiner Freizeit bei einer Hilfsorganisation in Deutschland tätig, die sich als Ersthelfer an Ort und Stelle Menschen widmet, die in einen Unfall verwickelt sind. Wenn ich da in meinen jungen Jahren zusammen mit einem nur wenige Jahre älteren Kollegen oder einer Kollegin alleine oftmals bei Nacht und Nebel am Unfallort eintraf und, noch bevor der Notfallarzt zur Stelle war, dieses Schicksal miterleben musste, das zuweilen für die betroffenen Personen mit dem Tod endetet, dann bekommt der Begriff Sicherheit für mich eine ganz andere Bedeutung. So möchte ich mich in meinem Leben nicht mit Dingen beschäftigen, die nicht mit meinen Fähigkeiten, Möglichkeiten und Stärken in Einklang zu bringen sind. Letztendlich kann ich nur wahrhaftig anderen und schließlich mir selbst gutes tun, wenn ich dem Ruf meines Herzens folge.“

Lebe so, als wäre morgen dein letzter Tag!

Wie schnell kann man überraschend aus dem Leben gerissen werden und jede noch so gute und teure Versicherung oder Sicherheits-Versprechung kann dies verhindern.

Der Mystiker, Lyriker, Theologe und Arzt Johann Scheffler (alias Angelus Silesius, 1624 – 1677) offenbarte in seinem Werk „Der cherubinische Wandersmann“ folgendes:

In jedem lebt ein Bild des,
der er werden soll;
solang er dies nicht ist,
ist nicht sein Frieden voll.

Wer nicht stirbt,
bevor er stirbt,
der verdirbt,
bevor er stirbt.

Mensch, werde wesentlich;
denn wenn die Welt vergeht,
so fällt der Zufall weg.
Das Wesen, das besteht.

Wird Christus tausendmal zu Bethlehem geboren
und nicht in dir,
du bleibst noch ewiglich verloren.

Wie in der im Video gehörten „Geschichte vom Leben und vom Tod“ ist letztendlich die eigene Sichtweise und Einstellung zu jenem unausweichlichen Zustand entscheidend. Sie kann so dem Leben eine wesentlich erfüllendere und glücklichere Komponente schenken, als die lange Jahre geschürte aber auch selbstgemachte Angst vor dem letztendlich Unvermeintlichen. Und wer weiß, vielleicht ist es doch nicht „Sense“ mit dem Tod, sondern es geht da weiter, wo es aufgehört hat.

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter
Geschichte vom Leben und Tod - Weisheitsgeschichte

Der Himmel stürzt ein – ein Märchen

Der Himmel stürzt ein - ein MärchenEin großer Samurai hatte über die Jahre hinweg in unzähligen Kriegen schon viele Kämpfe für seinen Herren gewonnen. Nun aber verlor er seinen ersten Kampf. Gedemütigt, voller Zorn gegen sich selbst und den Rest der Welt, wollte er seinem nun nichtswürdigen Leben ein Ende bereiten.

Er ritt die staubige Landstraße entlang, darüber nachsinnend, wie er sich nun am grausamsten und auffälligsten ins Jenseits befördern könnte. Plötzlich lag vor ihm auf der Straße ein kleiner Spatz auf dem Rücken und streckte seine beiden Füßchen zum Himmel. Der Samurai, in seinem Denken gestört, hielt an und schrie den Spatz an: „Geh mir aus dem Weg, du nichtswürdiges Federvieh!“

Der Spatz aber entgegnete ganz keck: „Nein, das werde ich nicht tun. Ich habe eine große Aufgabe zu verrichten.“ Ganz überrascht und erstaunt über die selbstbewusste Antwort des Spatzen, stieg der Samurai von seinem Pferd ab, beugte sich zu dem Spatzen hinunter und sprach:

„Sage mir, was ist denn so wichtig, dass du mir den Weg nicht freimachen willst?“
„Oh“, sagte der Spatz, „man hat mir gesagt, dass heute der Himmel auf die Erde fallen wird, und da liege ich nun, um ihn mit meinen Füßen aufzufangen.“

Als dies der Samurai hörte, da fing er an zu lachen und konnte beinahe nicht mehr aufhören. Und er rief prustend: „Was, du kleines Federknäulchen willst mit Deinen dürren Beinchen den Himmel auffangen?“ Der kleine Spatz erwiderte ganz ruhig und klar: „Tja, man tut was man kann!“

(Nach einer alten Japanischen Lehrgeschichte.
Bearbeitet von Karlheinz Schudt.)

Mit Märchen aus der Krise!

Die Welt scheint voller Krisen zu sein – wohin das Auge blickt. Ob wir jemals in der Menschheitsgeschichte ein Zeitalter hatten, in dem es mehr oder weniger Krisen gab, beruht auf Spekulationen und dem Glauben an die Wahrhaftigkeit unserer Geschichtsschreiber. Hinzu kommt, dass in der Neuzeit die Wichtigkeit einer Krise durch die weltumspannende und häufig einseitige und emotionale Berichterstattung der Medien je nach deren gesellschaftlicher, politischer oder wirtschaftlicher Ausrichtung dramatisiert oder heruntergespielt wird.

Doch welchen Sinn haben Krisen für die Menschen? Sind es jene „Strafen“, die der „liebe Gott“ als Konsequenzen für die Dummheiten seiner menschlichen Schöpfungen vorgesehen hat? Gibt es überhaupt einen „strafenden Gott“ oder sind diese Konsequenzen in Wahrheit „Wegweiser“, um endlich für die wahre Lebensaufgabe und das ureigene Lebensziel wach zu werden, anstatt die Dummheiten von „Gestern“ in einem „neuen Kleid“ zu wiederholen?

Mit Märchen über den eigenen „Tellerrand“ schauen!

In jeder Krise scheint alles Erreichte zusammenzubrechen. Große Hochachtung vor diesem unscheinbaren, kleinen Tierchen, das sich durch nichts von seinem Ziel abbringen lässt. Entgegen der Einschüchterungs-Versuche des arroganten Samurais, glaubt der Spatz noch an die Verwirklichung seiner Aufgabe – die Welt zu retten.

Aber mal ehrlich! Kennen wir nicht irgendwie diesen Samurai? Ist er nicht mit unserem Verstand verwandt, der gemäß seiner Natur nur das gelten lässt, was seiner althergebrachten Glaubens-Vorstellung und seinen eintrainierten Mustern entspricht? Wenn es mal nicht so läuft, wie es vorgesehen ist, dann zweifelt er, flüchtet vor sich selbst oder sucht die Schuld für die eigene Misere bei anderen.

„Ja, aber“ – werden Sie vielleicht denken, „ein Spatz, der den Himmel auffängt? Das ist doch unmöglich!“ Richtig! Aber haben Sie schon einmal gesehen, dass der Himmel auf die Erde fällt? Oder, dass ein Samurai mit einem Spatzen spricht?? Oder, dass ein Spatz überhaupt spricht???

Märchen führen nach Innen und vermitteln Zuversicht!

Offenbar geht es um viel tiefere Prozesse, die vor allem das Märchen aber auch viele Weisheitsgeschichten in Seelenbildern schildern. Wie in den Märchen, insbesonders den Volksmärchen, gibt es Situationen, in denen der Märchenheld bzw. die -heldin eine undurchführbare Aufgabe bewältigen muss. Im Märchen vom „Trommler“, gesammelt von den Brüdern Grimm, muss er mit einem Fingerhut vor Einbruch der Dunkelheit einen See ausschöpfen. Schafft er wohl diese Aufgabe? Na klar – im Märchen ist alles möglich. Aber wie ist es in der sogenannten Realität?

Wenn die Märchen oder Märchen Bilder tatsächlich Ausdruck einer „inneren Realität“ sind, dann sind sie doch auch verwandt mit unserer „äußeren Realität“, denn schließlich entsteht jede Idee, jeder Verwirklichungs-Gedanke, jede Lösung immer im Inneren. Folglich muss in dieser Situation auch eine Lösung des Problems oder der Krise liegen.

schlafenWas tut der Märchenheld in Anbetracht einer unlösbaren Aufgabe? Er setzt sich ans Ufer, trägt sein Schicksal und beginnt, Fingerhut um Fingerhut den See auszuschöpfen – trotz der scheinbaren Unmöglichkeit seines Unterfangens. Aber was geschieht? Es erscheint eine weise Frau, schlägt ihm vor, er solle sich doch schlafen legen, und als er wieder aufwacht, ist der ganze See ausgeschöpft.

Märchen führen in die innere Ruhe und entschleunigen,
denn aus der Ruhe wächst Kraft und Inspiration!

Wird hier nicht deutlich, dass ein Problem, eine schwerwiegende Krise gar nicht mehr äußerlich zu lösen ist? Im Gegenteil, je massiver und wütender ich mich mit aller Gewalt gegen ein auftretendes Problem stelle, desto massiver, unkontrollierter und gefährlicher wird es sich entwickeln und mich gerade dort überraschen, wo ich es nicht unbedingt erwarte.

Märchen fördern das Mitgefühl und die Kreativität!

Glauben Sie, dass der Spatz es schaffen wird? Natürlich, denn er ist voller Liebe, Hingabe und Vertrauen in das Gelingen seines Vorhabens zum Wohle der ganzen Erde. Und er ist frei von Angst, Vorurteil, Hochmut und Arroganz. Mit solchen Eigenschaften stehen ihm alle verfügbaren „himmlischen Kräfte“ bei.

Jede Krise ist ein „Sprungbrett“ in ein noch erfüllteres Leben. Um so wacher und offener sich ein Mensch in solchen Schwellensituationen für seine Mitmenschen, seine Umwelt und Innenwelt zeigt, desto größer ist die Hilfe, die ihm zuteil wird. Je früher er dies erkennt, desto eher wird er sein Leben darauf ausrichten. Er wird sich in schwierigen Situationen mit seinen inneren und äußeren Helfern verbinden können und voller Kreativität und Zuversicht sein Leben meistern.

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

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Märchenzeitschrift: Mit den 7 Urbildern zu Weisheit und Liebe

Märchenzeitschrift

Die NEUE Märchenzeitschrift ist da

mit dem Thema: „Gehe mit den 7 Urbildern des Lebens auf Deinem Weg zur Weisheit und Liebe.“

Mit NEUEN Märchen, NEUEN Weisheits-Geschichten, Natur-Erleben, Kreativem, Witzen, Wohlfühlen für Leib und Seele, ein Mini-Seminar, Feste feiern und vieles mehr.

Zum Thema der Märchenzeitschrift: die 7 Urbilder

Wenn sich ein Mensch mit den 7 Urbildern des Märchens und des Lebens (© 1987 Troubadour Märchenzentrum e.V. und Jean Ringenwald) beschäftigt, dann zeigen ihm gerade jene Urbilder Stationen seines Lebens, in denen er sich gerade befindet. Er kann dadurch entdecken, was nun im Augenblick für eine glückliche und lösungsorientierte Handlung zur Bewältigung seiner momentanen Lebenssituation wichtig wäre.

Alles, was der Mensch anhand dieser Ur-Bilder für sein Leben erkennen mag, ist bereits in ihm selbst vorhanden. Wäre dies nicht der Fall, dann hätte es auch für sein Leben keine Bedeutung und er würde niemals auf die Idee kommen, sich damit bewusst zu beschäftigen. Je tiefer und inniglicher sich ein Mensch damit auseinander setzt, desto mehr wird er im Alltag mit Situationen konfrontiert, die diese Lebensprozesse beschleunigen.

Im Märchen „Die Goldene Kugel“ sind die sieben weisheitsvollen Ur-Bilder nahezu lückenlos zu entdecken.

Was sind die 7 Urbilder?

Das Leben selbst hat ein Ur-Bild, eine Ur-Idee, aus der alles entstanden ist. Dieses Ur-Prinzip wirkt hinter allen Dingen, Ereignissen und Erlebnissen. Es bringt alles hervor, lässt es entfalten, versorgt es fortwährend mit Lebens-Energie und löst es eines Tages wieder auf.

Was diese 7 Ur-Bilder sind und wie sie in Ihrem Alltag und Beruf wirken, erfahren Sie am besten in der Märchenzeitschrift, denn der große Nutzen der 7 Urbilder liegt darin,

– das Leben zu bejahen, zu ergreifen und zu erfüllen,
– das Wunder des Lebens zu entdecken, zu bestaunen und dafür dankbar zu sein,
– den tiefen Sinn und die hohen Ziele des eigenen Daseins wahrzunehmen,
  zu bewegen und zu verwirklichen.

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

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Geschichten von der Einzigartigkeit jedes Menschen

geschichten, kinder, erwachsene, menschen

Ist das nicht ein unbeschreibliches Wunder, wie einzigartig alle Wesen auf dieser Welt doch sind? Noch deutlicher wird es beim Menschen, ob Kind oder Erwachsener. Keiner gleicht dem anderen – alle sind wir Individualitäten mit unterschiedlichen Stärken und Fähigkeiten. Doch viele Menschen leben heute ein Leben, das überhaupt nicht ihren Fähigkeiten und Neigungen entspricht und sie immer unglücklicher und kränker macht.

Geschichten, die das wahre Leben schreibt

Was haben wir nicht alles in der Schule gelernt, meist soviel, dass es zur Abschluss-Prüfung reichte. Aber wie wenig verwenden wir noch von all diesem Wissen im täglichen Leben? Warum wurden gerade jene lebenswichtigen Fächer des Lebens wie Glück, Liebe, Erfolg und Gesundheit in der Schule nicht gelehrt und folgende lebenswichtige Fragen vernachlässigt?

Wie finde ich meine individuellen Stärken heraus und lerne sie immer mehr zu entfalten und im Alltag umzusetzen?

Was benötige ich, um glücklich, geliebt, erfolgreich, und gesund zu leben?

So können Märchen, Geschichten und Meditative Texte helfen

Gott sei Dank gibt es ja die Märchen, die trotz aller Widrigkeiten immer gut ausgehen und uns gerade jene Tugenden auf bildhafte und spielerische Weise näher bringen, die wir für ein glückliches Leben benötigen. Oder Lehrgeschichten bzw. Weisheitsgeschichten, die auf humorvolle und besinnliche Art Lösungen für Probleme zeigen können.

Eine weitere, sehr tiefgehende Möglichkeit sind Meditative Texte, die helfen, die eigene innere Stimme immer besser wahrzunehmen oder innere Bilderreisen, die entspannen, auf ein erstrebenswertes Ziel lenken und innere Blockaden lösen.

Mehr über diese großartigen Möglichkeiten erfahren Sie hier!

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter
Schreibkurs für kreative - kreativ schreiben lernen