Kinder – weniger erziehen, sondern wachsen lassen!

Märchen im Kindergarten„Dort wo Kinder sind, ist ein goldenes Zeitalter“

sagte einst der Dichter Friedrich von Hardenberg, alias Novalis. So ähnlich verhält es sich auch mit den Märchen.

Nicht um die alten Könige oder Königinnen, Väter oder Mütter geht es, sondern um die Kinder, die ausziehen und Erfahrungen sammeln, bis sie selbst ihr Leben selbstständig und konstruktiv meistern.

Am Eindrücklichsten ist dabei immer der Prozess der Trennung und des Hinausziehens in eine Welt, die zwar Neues, aber auch Unbekanntes und nicht selten Gefahrvolles bietet.

Unzählige Trennungsmotive können Sie im Märchen entdecken: Ob die Kinder nun möglichst verantwortlich auf ihre neue Selbstständigkeit vorbereitet  werden (siehe z. B. „Rotkäppchen“), ob sie von ihren Eltern verstoßen werden (siehe z. B. „Hänsel und Gretel“) oder ob sie ihre Freiheit von den Eltern erkämpfen müssen (siehe z. B. „Die goldene Gans“), die Skala dieser Loslösungsprozesse ist bunt und weit, die Parallelen zum sogenannten wirklichen Leben jedoch zum Greifen nahe.

Raus aus dem goldenen Käfig!

Wieviele Kinder werden lange Jahre, meist sogar noch weit über die Pubertät hinaus, von ihren Eltern in „Watte“ gehüllt und in einem „goldenen Käfig“ gehalten, um ja die „böse“ Welt nicht erfahren zu müssen? Wieviele Kinder verlieren schon sehr frühzeitig ihre Eltern (siehe z. B. „Sterntaler“) oder werden gar von ihnen gewaltsam verstoßen?

Nun, Kinder entfalten sich oftmals völlig unterschiedlich, selbst wenn sie dasselbe Elternhaus bzw. diesselben oder ähnliche Entwicklungs-Voraussetzungen hatten und nicht selten sind gerade jene besonders selbstständig und kreativ, die in der Kindheit nicht im „goldenen Käfig“ saßen.

Lebensaufgabe und Lebensvision entdecken!

Wie auch immer das Elternhaus bzw. die Umstände für die Kinder auch sein mögen, besonders wichtig ist das Entdecken ihrer Lebensaufgabe und ihrer Lebensvision. Schließlich sollten die neuen Impulse der Kinder die Erde befruchten und erneuern, anstatt das häufig verknöcherte und verstaubte Erwachsenenmuster stur weiterzuführen .

Voraussetzung dabei ist natürlich, dass die Kinder wachsen und sich gemäß ihren Stärken und Fähigkeiten auch entwickeln dürfen. Gerade hier wäre es wichtig, dass Eltern, ErzieherInnen und LehrerInnen sie dabei liebevoll unterstützen, weisheitsvoll fördern und lebensorientiert fordern und nicht nach einem ebenso von Erwachsenen erdachten, meist für alte Strukturen brauchbaren System, erziehen.

Ach ja, da fällt mir doch folgende Geschichte dazu ein:

Ein kleiner Junge hatte von seinen Eltern ein Kätzchen geschenkt bekommen und brachte es eines Tages in die Schule mit, um es seinen Mitschülern und seiner Lehrerin zu zeigen. Alle standen begeistert um das schnuckelige Kätzchen herum und freuten sich über dessen Anblick.

Da sagte die Lehrerin zu dem kleinen Jungen: „Hänschen, da hast du aber ein schönes Kätzchen bekommen. Das musst du nun aber schön erziehen!“ Klein Hänschen schaute etwas ängstlich seine Lehrerin an und nach einigem Zögern sagte er dann: „Nein, Frau Lehrerin, nicht ziehen, wachsen lassen!“

Kinder – Meister oder Plagegeister?

Vor einiger Zeit fiel mir die Überschrift eines Artikels in einer Zeitschrift auf: „Kinder – Meister oder Plagegeister?“ Als betroffenes Elternteil mit mittlerweile 4 erwachsenen Kindern weiß ich sehr wohl, wie schwierig es sein kann, wenn Kinder sich von ihren Eltern (und umgekehrt) lösen und wie oft sich hier sehr leicht der Gedanke eines Plagegeistes einschleichen kann.

Doch ein Meister, der gleichzeitig kein Plagegeist ist, ist bestimmt kein guter Meister. Wir müssten eigentlich froh sein, dass wir so viele kleine Meister um uns herum haben, bewahren sie uns doch vor jeglichem inneren und äußeren Stillstand, vor geistigem und seelischem Einrosten und nicht selten verhelfen sie den Eltern (oder Großeltern) zu einem Gemüt, das nicht mehr so leicht aus der Fassung zu bringen ist.

Gerade als Märchenerzähler und Geschichtenerzähler kann ich „ein Lied davon singen“ bzw. „ein Märchen davon erzählen“.

Und wenn auch Sie erleben möchten, welche Faszination offene Kinderaugen und – herzen beim freien Märchen und Geschichten erzählen auf Sie ausüben können,

wenn Sie darüber hinaus auch noch als MärchenerzählerIn oder GeschichtenerzählerIn mehr Vertrauen, Mitgefühl, Zuversicht und neue Ideen in die Welt und unter die Menschen – ob Kinder oder Erwachsene – bringen möchten,

dann zögern Sie nicht lange, Sie können gleich hier und heute damit beginnen.

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

märchenerzählenlernen

Weiterbildung Märchen: Frei Geschichten und Märchen Erzählen lernen

Weiterbildung Erzählen: Frei Geschichten und Märchen Erzählen lernen

Sie glauben, dass diese Fähigkeit nur auserwählten Personen vorbehalten ist? Keinesfalls, denn das freie Märchen Erzählen ist ein ganz natürlicher Prozess ohne Auswendiglernen von Texten. Jeder Mensch und sogar jedes kleine Kind in der Wiege hat das Bedürfnis, seine Erlebnisse mitzuteilen.

Der Märchenerzähler taucht in die Welt der inneren Sinne ein, nimmt dort Stimmungen und Bilder wahr, die das Märchen schildert und bringt sie dann durch das freie Erzählen lebendig und von Herzen seinem Publikum nahe. Das ist das ganze Geheimnis!

Zugegeben – es ist schon noch etwas mehr zu tun, denn man sollte nun auch den Weg und die lebendige Methode kennen, wie man am besten diese Märchen verinnerlicht. Eines jedenfalls ist sicher – nicht mit der alten Schulmethode nach dem Motto: „Büffeln bis zur Prüfung – und dann das meiste wieder vergessen!“

Das kann Ihnen mit der Art des Lernens in diesem Workshop nicht so leicht passieren. Sie werden die meisten auf diese Art gelernten Märchen Ihr Leben lang lebendig im Herzen tragen und können sie in vielen Fällen sogar ohne größere Vorbereitung frei erzählen.

Fast jeder, der Ihnen zuhört, merkt sofort, dass die von Ihnen erzählten Märchen auch innerlich erlebt wurden, da Sie diese Märchen nicht auswendig gelernt haben, sondern selbst den Weg des Märchenhelden oder der Märchenheldin gegangen sind.

Weiterbildung Märchen-Betrachtungen: Die Bilder sprechen lassen!

Haben Sie schon einmal einen Apfelbaum sprechen hören? Wie kann der Wolf das Rotkäppchen verschlingen, so dass es später lebendig wieder heraus kommt?

Die Märchen sind voll von solchen wundersamen und für den Verstand nicht nachvollziehbaren Begebenheiten. Nicht selten werden sie gerade deshalb als „Lügengeschichten“ oder „Kinderkram“ abgetan, obwohl sie in früheren Zeiten überwiegend Erwachsenen erzählt wurden.

Kinder nehmen die in Bildern und Stimmungen ausgedrückte weisheitsvolle Sprache der Märchen ganz intuitiv auf und zweifeln nicht an deren Aussage, da Verstand und Herz noch eine Einheit bilden. Wir Erwachsenen haben es oftmals sehr schwer damit, da unser überbetonter Verstand nur Dinge als „echt“ und „glaubhaft“ gelten lässt, wenn er sie „in eine Schublade“ einordnen kann.

Aber wie kann ich diese Märchenbilder so entschlüsseln, damit sie mir immer brauchbare Helfer im Alltag und beim Lernen bzw. Erzählen von Märchen sind? Welches weisheitsvolle Lebensprinzip liegt allen Märchen zugrunde und wird doch immer wieder so unterschiedlich und variationsreich geschildert?

Bei den Märchen-Betrachtungen innerhalb dieses Workshops werden Sie erfahren, wie einfach, vertrauensbildend und weisheitsvoll sich typische Volksmärchen offenbaren und so das freie Märchen Erzählen zu einem tief greifenden und unvergesslichen Erlebnis für das Publikum und den/die Märchenerzähler(in) werden lässt.

Weitere Infos und Preise für halb- oder ganztägige Weiterbildungen, Workshops oder Seminare in IHRER EINRICHTUNG finden Sie hier:
http://www.maerchenfest.de/maerchenworkshop.html

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter
maerchenlernprogramminfo