Welche Weltanschauung ist die richtige? Oder Gott kommt rum!

Welche Weltanschauung ist die richtige

Einmal wurde ein Weiser gebeten, den Unterschied zwischen einem Menschen und einem Tier zu erklären. Der Weise lächelte und sprach: „Wenn wir ein Tier, z. B. eine Maus, in ein Labyrinth mit 13 Wegen setzen und am Ende des 12. Weges ein Stück Käse legen, dann wird das Tier schließlich lernen, dass es den leckeren Käse immer am Ende des 12. Weges findet und gleich dorthin gehen. Das lernt der Mensch auch. Wenn er Käse möchte, dann geht er ebenfalls ans Ende des 12. Weges.

Wenn aber eines Tages DIE GROSSE SCHÖPFUNG des Lebens den Käse in einen anderen Weg legt, z. B. ans Ende des 13. Weges, dann wird das Tier weiterhin in den 12. Weg gehen und zwar so lange, bis es kapiert, dass dort der Käse nicht mehr zu finden ist. Irgendwann hört es auf, dort hinein zu gehen und sucht in den anderen Wegen, bis es schließlich den Käse am Ende des 13. Weges findet.

Hier zeigt sich jetzt der Unterschied zwischen Mensch und Tier. Menschen gehen immer ans Ende des 12. Weges, denn sie sind davon überzeugt! Tiere sind von nichts überzeugt, sie interessieren sich für ihre Nahrung, in unserem Beispiel für den Käse. Der Mensch aber bastelt sich eine Weltanschauung über den 12. Weg und davon ist er überzeugt. Er hält es für wichtig, immer in den 12. Weg zu gehen, denn das ist seine Überzeugung, sein Glaube, seine Meinung. Es ist gar nicht mehr so wichtig, ob dort Käse drin ist oder nicht. Der Mensch hat lieber recht als seinen Käse (oder sein Glück!).

Nach einer alten Lehrgeschichte, neu geschrieben von Karlheinz Schudt

Aus dem Alten ausbrechen!

Im Märchen Dornröschen bekommt die Zahl 12 (12 goldene Teller, 12 geladene Feen) eine besondere Wichtigkeit. Und wie wir aus unserem Alltag wissen, finden wir diese Zahl z. B. in den 12 Monaten = 1 Jahr, in der groben Aufteilung eines Tages = 12 Stunden Tag, 12 Stunden Nacht oder in der Maßeinheit 1 Dutzend = 12 Stück.

Die Zahl „12“ weist immer auf etwas Abgeschlossenes, Ganzes hin und lässt keine Veränderung zu. Erst die Zahl „13“ bricht dieses Alte, Abgeschlossene auf und bringt Bewegung ins Spiel oder ins Leben. Im von den Brüdern Grimm gesammelten Märchen vom Dornröschen aus der Urfassung von 1810 macht dies die 13. Fee, die nicht zum Freudenfest eingeladen war, weil der König eben nur 12 goldene Teller hatte. Sie wünscht in ihrem Ärger Dornröschen den Tod, wenngleich die anderen 12 Feen diesen Fluch noch in einen 100jährigen Schlaf abmildern können.

Über den eigenen Tellerrand hinausblicken!

Jetzt könnte man ja denken, was ist das für ein einfältiger König, der wegen eines fehlenden goldenen Tellers eine Fee nicht einlädt und somit eine Katastrophe hervor beschwört? Wäre es für ihn nicht ein Leichtes gewesen, einen 13. goldenen Teller zu besorgen? Geld und Macht hätte er ja genug gehabt, oder?

Nun sind Märchen ja keine historischen Schilderungen sondern zeigen seelisch-spirituelle Prozesse, die sich im Menschen selbst abspielen und so kann bei einer Betrachtung des Märchens auch der Gedanke aufkommen, dass dieser „alte“ König weder die Macht noch die Weisheit hatte, über seinen „Tellerrand“ hinauszublicken. Er lebte in seiner Weltanschauung, seiner vermeintlich vollkommenen Welt der „12“ und war tatsächlich nicht imstande, diesen „13.“ Prozess zu erkennen. Und was man nicht erkennt oder gar verdrängt, muss man so lange durchleben, bis es ins Bewusstsein kommt. In diesem Falle muss es sein Töchterchen tun, denn in den Märchen geht es selten um die alten Eltern, sondern um die Kinder oder die Jugend, die loszieht und Veränderung, Erneuerung in die „alte“ Welt bringt. Ist es nicht aber auch so im sogenannten reellen Leben (oder sollte sein)?

Das Alte loslassen, das Neue ergreifen!

Und dass dieser „13.“ Prozess kein einfacher, sondern oft genug ein schmerzlicher ist (Wer möchte schon gerne das Alte loslassen und das Neue ergreifen?), das wissen wir Menschen sehr genau. Womöglich wurde aus diesem Grund die Zahl „13“ so „verteufelt“ und als Unglückszahl abgetan. Nicht aus Aberglauben, sondern weil die Menschen damals sehr genau wussten, dass es sich nicht um irgend eine Zahl handelt, sondern um einen Entwicklungs-Prozess, der durchaus schmerzhaft sein kann, aber auch neue Wege zum Glück offenbart. Es ist eben immer eine Frage der Ansicht oder des Blickwinkels, welcher Weltanschauung bzw. ob wir uns überhaupt einer Weltanschauung zuwenden.

Denn wir würden gut daran tun, dass wir den „Käse“ in unserer obigen Geschichte (oder unser Glück im Leben) nicht immer dort suchen, wo er (oder es) gerade noch war. DIE GROSSE SCHÖPFUNG des Lebens oder GOTT verlegt ständig den „Käse“. Wir aber werden nie wahrhaftig glücklich werden, wenn wir nur noch an unsere Vorstellungen, Glaubenssätze, Weltanschauung und an unseren „12. Weg“ glauben.

Wenn wir also GOTT (oder wie immer wir IHN, SIE, ES nennen) begegnen, dann sollten wir uns keinesfalls von unseren Überzeugungen, unserer Weltanschauung, unserem Willen oder unserem Verstand steuern lassen und IHN dort treffen wollen, wo er einst war, denn GOTT kommt rum!

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

Zwei Dinge, die man wissen sollte, um den Himmel zu erreichen

HimmelEinmal kam ein junger Mann zu einem Weisen und sprach: „Guter Mann, sagt mir doch, was muss ich tun, um den Himmel zu erreichen?“ Da lächelte der Weise und sprach: „Wenn Du den Himmel mit all seiner Liebe und Weisheit erreichen willst, musst Du zwei Dinge wissen: Erstens, dass alle Deine Bemühungen und Dein Streben vergeblich sind, IHN zu erreichen.“

Wie war da der junge Mann enttäuscht, als er dies hörte, aber schließlich siegte die Neugier doch und er fragte weiter: „Ja, und zweitens?“ Abermals lächelte der Weise in solch‘ unermesslicher Güte und kindlicher Weisheit still und vergnügt vor sich hin, bis er schließlich antwortete: „Zweitens, Du musst handeln, als ob Du das erste nicht wüsstest.“

Nach einer alten Lehrgeschichte aus der Märchenzeitschrift,
bearbeitet von Karlheinz Schudt.

Nicht der Wille führt zum Ziel

Wie viele Menschen gibt es, die im Leben mit ihrem Verstand etwas erreichen WOLLEN! Doch wie so oft bleibt mit dieser Einstellung nicht nur die spielerische Lebensfreude und Kreativität auf der Strecke, sondern auch noch der zu erwartende Erfolg.

Alle willentlichen Bemühungen, die ohne Freude und „Herzblut“ verrichtet werden, führen letztendlich zu mehr Frust als Lust. Gerade wir Erwachsenen denken viel zu lange über abstrakte „Zustände“ wie z. B. den Himmel nach, philosophieren, theologisieren und schaffen so mit unserem Verstand eine künstliche Welt, wie es „dort oben“ aussehen bzw. welche paradiesischen Zustände wir dort vorfinden könnten.

Kinder sind da völlig anders. Sie können noch ihrem Naturell gemäß in „beiden“ Welten leben,  „unten“ UND „oben“. Warum? Weil sie (noch) nicht trennen. Für sie ist alles EINS. Sie LEBEN wirklich noch ganzheitlich und sind nicht auf ihren Verstand alleine reduziert. Leider ändert sich dies im Laufe des Älter werdens auf Kosten von Kreativität und Phantasie.

Unser Verstand stört nicht, er verläuft sich nur häufig

Wahre Offenbarungen, Ideen oder Lösungen aber können nicht mit unserem Verstand gefunden werden, dessen Aufgabe mehr das Erinnern, Organisieren, Strukturieren und Verwalten unseres Lebens ist. Weitaus mehr in dieser Beziehung kann da unser spielerisches, intuitives und kreatives Gemüt. Schließlich lebt es ja, wie das Kind selbst, sowohl mitten im Alltag, wie auch in dieser himmlischen „paradiesischen“ Welt.

Und somit ist der „Himmel“ gar nicht so weit weg,  wie wir vermuten, sondern wirkt bereits und seit jeher in unserem ALLERINNERSTEN. Wir sollten uns nur an IHN (oder ES)  erinnern, anstatt mit künstlichen Übungen, dogmatischen Diskussionen und eisernem Willen IHN (den Himmel) in weiter Ferne zu suchen. Womöglich entdecken wir dann in unserem Leben und unserem so scheinbar völlig normalen und gewöhnlichen Alltag eine solch himmlische Qualität, die wir vielleicht nur noch in Erinnerungen aus unserer Kindheit kennen.

© Karlheinz Schudt
MärchenerzählerAutorSeminarleiter

Betrachtung Märchen: Im Paradiesgarten der Frau Holle

Die Poesie der Märchen – das Fenster zur Innenwelt

Die Poesie der Märchen oder das Fenster zur Innenwelt„Es ist leichter, dem Einfachen etwas hinzu zu träumen,
als dem allzu Reichen etwas weg zu denken.“

Daher kommt es dem spielerischen Naturell des Menschen viel näher, wenn er selbst in seiner Vorstellung, seiner Imagination kreativ ist, als sich unzählige Bilder von außen aufdrängen zu lassen, die weder seiner Natur noch seinem seelischen Wohlbefinden entsprechen.

Je mehr von außen eine dem eigenen Naturell nicht entsprechende Vorstellung oder Dramatik in die Seele des Menschen gebracht wird, desto mehr schwindet seine persönliche Imagination und sein individuelles Erleben. Ähnlich verhält es sich beim Lesen eines Buches. Wie farbenprächtig und stimmungsvoll erleben wir doch mit dem Protagonisten des Märchens, der Geschichte oder des Romans dieses Geschehen vor dem inneren Auge und in unserer Seele.

Anders verhält es sich bei der Verfilmung z. B. jenes Märchens, das wir zuvor beim bildhaften Lesen so klar und lebendig vor unserem inneren Auge hatten. Jetzt hingegen sind wir stark reduziert auf die Bilder- und Stimmungswelten, die der Filmemacher, Regisseur und die Einstellung der Kamera präsentieren.

Der Betrachter erlebt nun das Geschehen durch die Augen der MacherInnen im Hintergrund, die meist hochdramatisch und nach ihren Vorstellungen dieses Geschehen bestimmen. Die Imagination des Betrachters hat somit weder genügend Freiheit noch ausreichend Zeit, um sich auf das Wesentliche so einzulassen, als dass auch die Seele tief berührt wird und Nahrung erhält.

Betrachtung Märchen: Im Paradiesgarten der Frau Holle

Märchen – ein faszinierendes Genre!
Eigene innere Bilder und Stimmungen sind die größten Erlebnisse!

Gerade die Volksmärchen in ihrer einfachen, weisheitsvollen und natürlichen Poesie sind für die individuelle Imagination, Unterhaltung und Entspannung ein faszinierendes Genre! Sowohl Kinder, als auch Erwachsene auf der ganzen Welt lieben diese Erzählungen, die sich in unterschiedlichsten Kulturen finden lassen.

Und wer dann auch noch in den Genuss gekommen ist, diese voller Poesie steckenden Märchen oder Geschichten frei erzählen zu können und dabei sein Publikum direkt anschaut, der fühlt und sieht in den Augen seines kleinen oder großen Publikums, welche märchenhaften, farbenprächtigen Landschaften und wohltuenden, wundervollen Geschehnisse sich da in den Innenwelten seiner ZuhörerInnen auftun.

Märchenerzähler oder Märchenerzählerin,
ein alter und neuer Beruf mit Zukunft!

In der Märchen- und GeschichtenerzählerIn-Ausbildung in Vlotho erleben Sie, wie es möglich ist, frei, bildhaft, stimmungsvoll und natürlich zu erzählen und sein Publikum zu faszinieren. Jede(r) ZuhörerIn kann somit gelassen und in tiefer Ruhe die eigene innere Bilder- und Gefühlswelt entdecken, die noch reicher, farbenprächtiger und stimmungsvoller ist, als es jedes Theaterstück, jeder Film oder jedes noch so von außen künstlich inszenierte Event zu erschaffen vermag.

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

Wie der Verstand auf die Nase fiel

verstandEinst betrat Nasrudin einen Laden. Da sprach der Inhaber des Ladens heimlich zu einem Kunden: „Das ist der dümmste Mensch der Welt! Ich werde es dir gleich beweisen!“ Er grüßte Nasrudin und hielt ihm seine beiden Hände entgegen. In der einen waren fünf Geldstücke und in der anderen nur zwei. Dann sprach er: „Nun, Nasrudin, willst du das Geld in dieser oder in jener Hand haben?“ Nasrudin überlegte nicht lange und ließ sich die zwei Geldstücke schenken. Dann verließ er den Laden. Der Kunde schaute ganz ungläubig und war sichtlich erstaunt über die vermeintlich unsinnige Handlung Nasrudins. Der Ladeninhaber aber lachte etwas gehässig und sprach: „Na, was habe ich dir gesagt? Dümmer gehts nicht!“

Als nun der Kunde den Laden verlassen hatte, da traf er zufällig Nasrudin, der gemütlich vor einem Teehaus saß und den köstlichsten Tee trank, den er sich für die zwei Geldstücke gekauft hatte. Noch immer ganz verwundert über die törichte Handlung Nasrudins, sprach er diesen an: „Sag einmal, Nasrudin, warum hast du denn nicht die fünf Geldstücke genommen, die dir angeboten wurden. Die sind doch viel mehr wert als nur zwei?“ Da lächelte Nasrudin gewitzt, trank noch genüsslich ein Schlücken Tee und sprach: „Hätte ich heute die fünf Geldstücke genommen, dann wäre das ganze Spiel vorbei gewesen und ich hätte meinen Tee selbst bezahlen müssen.“

Nach dem Motiv einer alten Lehrgeschichte,
neu erzählt von Karlheinz Schudt.

Mulla Nasrudin oder Till Eulenspiegel?
Von der Weisheit der Narren!

Mulla Nasrudin gehört ja zu jenen Gestalten des Orients, die durchaus etwas mit dem europäischen Till Eulenspiegel gemein haben. Sie führen gerne durch ihre für den menschlichen Verstand nicht nachvollziehbaren weisheitsvollen Handlungen (Eule) den Menschen ihre Eitelkeit, Oberflächlichkeit und Rechthaberei auf humorvolle Weise vor Augen (Spiegel).

Noch mehr von solchen Weisheits-Prozessen, die dem Verstand seine Grenzen aufzeigen, finden wir in den unterschiedlichsten Motiven der Märchen mit ihren seelisch-spirituellen Bildern. Ein besonders humorvolles Märchen aus der Sammlung der Brüder Grimm ist der rechthaberische „Meister Pfriem“, der im Himmel so seine Erfahrungen machten musste, wie beschränkt doch der menschliche Verstand ist.

Hier ein kleiner Auszug:

… Er ging weiter und sah einen Wagen, der in einem tiefen Loch steckengeblieben war. „Kein Wunder“, sprach er zu dem Mann, der dabeistand, „wer wird so unvernünftig aufladen? Was habt Ihr da?“

„Fromme Wünsche“, antwortete der Mann, „ich konnte damit nicht auf den rechten Weg kommen, aber ich habe den Wagen noch glücklich heraufgeschoben, und hier werden sie mich nicht steckenlassen.“ Wirklich kam ein Engel und spannte zwei Pferde vor.

„Ganz gut“, meinte Pfriem, „aber zwei Pferde bringen den Wagen nicht heraus, viere müssen wenigstens davor.“ Ein anderer Engel kam und führte noch zwei Pferde herbei, spannte sie aber nicht vorn, sondern hinten an.

Das war dem Meister Pfriem zuviel. „Tolpatsch“, brach er los, „was machst du da? Hat man je, solange die Welt steht, auf diese Weise einen Wagen herausgezogen? Da meinen sie aber, in ihrem dünkelhaften Übermut, alles besser zu wissen.“ Er wollte weiterreden, aber einer von den Himmelsbewohnern hatte ihn am Kragen gepackt und schob ihn mit unwiderstehlicher Gewalt hinaus. Unter der Pforte drehte der Meister noch einmal den Kopf nach dem Wagen und sah, wie er von vier Flügelpferden in die Höhe gehoben ward. …

Das vollständige Märchen finden Sie hier:
„Meister Pfriem“

Quadratisch oder rund? Verstand oder Intuition?
Was bevorzugen Sie?

Tja, so gehts im Alltag, wenn wir uns nur auf unseren Verstand verlassen. Der ist nämlich für Lösungen gänzlich unbrauchbar und kann nur das wiederkäuen, was er aus der Vergangenheit einmal gelernt hat. Situationsbedingte, gegenwartsbezogene Probleme aber, die weitaus mehr (höhere oder tiefere) Blickwinkel benötigen, Einfühlungsvermögen, Offenheit, Mut und Vertrauen erfordern, können wir aber nur mit unserem Allerinnersten lösen, unserer inneren Stimme, Intuition oder all den „Werkzeugen“, die aus eben jener „Verwandtschaft“ stammen.

Als MärchenerzählerIn oder GeschichtenerzählerIn werden Sie mit diesen „Werkzeugen“ immer mehr in Berührung kommen und in der Lage sein, diese weisheitsvollen Märchen und Geschichten Kindern oder Erwachsenen frei zu erzählen. Sie werden ferner darüberhinaus noch entdecken, dass diese Berufung (als Hobby, Neben- oder Hauptberuf) sogar Ihre Intuition und Lebensfreude in kurzer Zeit steigern kann. Und diese haben zwangsläufig positive Auswirkungen auf Ihr Glück, Ihre Liebe, Ihren Erfolg und last but not least, auf Ihre Gesundheit!

Ein Versuch wäre es sicherlich wert 😉

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

Frei erzählen lernen von Geschichten und Märchen

 

Was haben Querdenker mit Märchen zu tun?

Was haben Querdenker mit Märchen zu tun?Wissen Sie was ein Querdenker ist? Meist denkt man bei diesem Begriff an einen Menschen, der sich nicht anpassen kann oder will und immer eine „Extrawurst“ braucht. Aber nein, es geht hier um Menschen, die über ihren „Tellerrand hinaus schauen“ und auch für schwierige Probleme im Alltag ungewöhnliche Lösungen finden können.

Jeder Mensch ist ein Querdenker

Eigentlich ist jeder Mensch ein Querdenker, denn bei Kindern ist diese Fähigkeit noch sehr stark ausgeprägt. Und da jeder Erwachsene einmal Kind war, trägt er diese Fähigkeit bis zu seinem Lebensende in sich. Querdenker können sich nämlich aus dem engen, scheinbar vorgegebenen Rahmen eines Problems befreien und dieses auf einer höheren, erweiternden Ebene betrachten und schließlich lösen.

Das spielerische Betrachten von Märchenbildern, also jener Figuren, Landschaften, Objekte und Wunder, die insbesondere als seelisch-spirituelle „Brücken“ in den Volksmärchen vorkommen, kann das intuitive Querdenken im Erwachsenen wieder anregen und in Kürze zu ungeahnten Höchstleistungen entfalten. Dies hat rein gar nichts mit schulischem oder universitärem „Pauken“ und „Büffeln“ zu tun.

Das Neunkronen-Problem. Machen Sie den Test!

Aber werden wir doch einmal ganz praktisch. Wenn Sie herausfinden möchten, wie stark Ihr Querdenken ausgeprägt ist, dann machen wir doch folgenden Test, den ich der Einfachheit halber das „Neunkronen-Problem“ nenne:

Intuitive und märchenhafte QuerdenkerSie haben nun die Aufgabe, diese neun Kronen mit einem Stift durch 3 gerade Linien zu verbinden, ohne den Stift abzusetzen.

Was meinen Sie, wie lange werden Sie brauchen? Versuchen Sie es und erinnern Sie sich an die eingangs erwähnten querdenkerischen Fähigkeiten, die in jedem Menschen schlummern und die mehr durch Intuition als Verstand zur Lösung beitragen.

Aber keine Angst, selbst wenn es nicht gleich oder womöglich gar nicht klappt. Das macht nichts. Es geht vielen so, da die meisten Menschen sich lange Zeit von dieser intuitiven Lösungsfindung seit ihrer Kindheit entfremdet haben oder seither mit dieser Möglichkeit kaum oder gar nicht konfrontiert wurden. Viel wichtiger ist die Offenheit und Bereitschaft, sich wieder diesen mehr „inneren“ Lösungsfindungen zuzuwenden und sie zu pflegen.

Und wie erwähnt, gerade Märchenbetrachtungen können dabei eine wertvolle Hilfe sein, sich mit Freude, auf spielerische und intuitive Art so mancher Lösung oder manchem offenbaren Geheimnis im Leben zu nähern, die/das meist viel näher liegt, als wir glauben.

Die Neunkronen-Lösung finden Sie übrigens hier:

Und wenn Sie es gar nicht mehr aushalten, dann dürfen Sie gerne einmal einen Blick auf die Lösung dieses Neunkronen-Problems werfen. Aber bitte – versuchen Sie es und geben nicht gleich auf! Bitten Sie lieber Ihr Innerstes (nicht den Verstand!), Ihnen bei der Lösungsfindung zu helfen.
>>> Zur Lösung – aber erst klicken, wenn es gar nicht mehr geht 😉 <<<

Mehr intuitives Querdenken durch Märchen-Betrachtungen

Ach ja, in Kürze wird Ihnen das Team vom „Märchenhaft leben“ Verein im Märchenshop eine Fülle von Märchen (Märchen aus Lothringen, Märchen gesammelt von den Brüdern Grimm, neue Weisheitsgeschichten, etc.) als eBooks und Broschüren präsentieren, die alle „querdenkerisch“ und sehr ausführlich betrachtet wurden.

Und das Beste daran ist, dass in jeder Broschüre eine CD dabei ist, auf der Sie das Märchen, vom Autor der Märchen-Betrachtungen gesprochen, hören. Gleichzeitig erhalten Sie auf dieser CD eine Anleitung, wie Sie selbst diese Märchen auf Ihre Weise innerlich erkunden, betrachten und für Ihren Alltag sinnvoll nutzen können:
>>> Hier geht’s zum Märchenshop „Märchenhaft leben“ <<<

Machen Sie die Märchen-Betrachtungen
zu Ihrem individuellen und erfüllenden Erlebnis!

Selbstverständlich kann kein Märchen vollständig erkundet werden, da es immer wieder neue Aspekte aufwirft. Es gibt keine allgemeingültige und über allen anderen stehende Deutung der Geschehnisse, die in den Märchen geschildert werden. Jeder Mensch sollte und wird seinem Entwicklungsstand gemäß einen eigenen Zugang zu diesen seelisch-spirituellen „Brücken“ finden.

Hier finden Sie kurze Auszüge von Märchen-Betrachtungen:

>>> Frau Holles Brunnen – vom Tor zum Ursprung der Dinge <<<
>>> Rotkäppchen – oder Gier fressen Seele auf <<<
>>> Wie die 7 Urbilder des Märchens und des Lebens heilsam wirken <<<

Daher können und wollen diese Betrachtungen keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben und sollten mehr als Anregung dienen, sich selbst und immer tiefer mit den Märchen zu beschäftigen. Und je öfter, je offener und mit Freude man sich diesen Märchenbildern widmet, desto mehr geben sie – wie von alleine – von ihrer einfachen und natürlichen Weisheit preis. So lassen sie jeden Menschen aus dem offenbaren Geheimnis schöpfen, das im Brunnen des Lebens allen zugänglich ist.

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

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Frau Holle Brunnen – das Tor zum Ursprung der Dinge

Frau Holle BrunnenNur wenige wissen, dass es sich beim Märchen Frau Holle aus der Sammlung der Brüder Grimm um eines von vielen Märchen und Sagen handelt, die sich dem Wesen oder den Aufgaben der Frau Holle widmen. Selbst wenn es sich bei der Grimmschen Fassung wohl um die bekannteste handelt, so findet man noch einen weitaus größeren Wirkungskreis, in denen dieses rätselhafte Wesen Frau Holle merkwürdigen Dingen nachgeht.

Um nur einige andere Märchen bzw. Sagen zu nennen, seien  hier „Die drei Wünsche“, „Die dreizehnte Kammer“ oder „Frau Holles Apfelgarten“ genannt.

Eine empfehlenswerte Lektüre dazu wäre:
Die Lebensgesichter von Frau Holle – Volksmärchen aus Deutschland.

Die Figur der Frau Holle kann verschiedene Gestalten annehmen. Mal ist sie jung und schön, ein andermal alt und hässlich. In jedem Falle aber kann sie belohnen oder bestrafen, je nachdem, wie sich die Menschen verhalten.

Das Tor zur Quelle, zum Ursprung der Dinge

Doch bleiben wir bei der uns wahrscheinlich am meisten vertrauten Version und schauen uns dort einmal einige Rätsel näher an. Das, was uns gleich etwas verwundert, ist wohl die Tatsache, dass ein Mensch in einen Brunnen springt und im Himmel wieder erwacht. Nun ist es ja nicht selten, dass uns gerade die wundervollen und unerklärlichen Geschehnisse in den Märchen auf eine höhere Ebene (Metaebene) der menschlichen Vorstellung führen, die für unseren Verstand nicht zu betreten ist.

Im Märchen Frau Holle müsste man eher von einem tieferen Erfassen sprechen, da es ja in den Brunnen hinab geht, und nicht, wie bei einem Turm, hinauf. Und doch haben die beiden Märchen-Bilder „Brunnen“ und „Turm“ etwas gemeinsam. Während der eine Prozess in die Höhe führt und schließlich den Ausblick, Überblick und Weitblick verschafft, führt der andere in die Tiefe, zur Quelle, zum Urgrund oder Ursprung der Dinge.

Dass dieser Urgrund durch das Element Wasser führt und schließlich alles anderes als dunkel, kalt und modrig ist, erkennen wir schon daran, dass das schöne und fleißige Mädchen im Märchen von der Frau Holle auf einer schönen Wiese erwacht. Darauf wachsen tausende Blumen und die Sonne lacht.

Herzensgüte und Mitgefühl, Habgier und Eitelkeit

Das Mädchen hat wahrlich nicht die besten Voraussetzungen, die man sich für jemanden wünscht, der ein Leben in Glück und Zufriedenheit führen möchte. Obgleich es schön und fleißig ist, gibt die Stiefmutter ihrer rechten Tochter, der faulen und hässlichen, den Vorzug.

Dass eine solche Voraussetzung nicht immer oder meist niemals der Garant für ein zufriedenes und glückliches Leben ist, wissen wir von unzähligen anderen Märchen. Denn schließlich geht es um Herzensgüte und Mitgefühl, nicht um Habgier und Eitelkeit. Und diese Eigenschaften haben immer die „Dummlinge“ und „Aschenputtels“ oder eben jene, die vom Leben nicht die (äußere) „Schokoladenseite“ abbekommen haben.

Keine Entwicklung ohne Mangel und Trennung

Wie im Leben, so ist es auch im Märchen. Bevor eine Entwicklung sich vollziehen kann, muss zunächst ein Mangel eintreten, der einen veranlasst, aus dem alten Zustand auszubrechen bzw. ihn zu verlassen oder zu verändern. Meist findet das unter Leid, Schmerz und Trauer statt.

So ist es nicht verwunderlich, dass die fleißige diesen Weg gehen muss, zumal sie auch nie so richtig zu diesem Haushalt der Stiefmutter (die alte Welt, der alte Zustand) zählte. Jene (Ersatz-) Mutter ließ ja nur ihre rechte Tochter gelten. Die schöne musste alle schlechten Arbeiten im Hause tun und hatte dort eigentlich keinen richtigen Platz.

Nun sollte man nicht dem Irrglauben verfallen, dass es sich bei dieser Schönheit um eine äußere handelt. Auch hier verwendet das Märchen Bilder oder Eigenschaften, die auf innere Ausstrahlung, einen feinen und verlässlichen Charakter schließen lassen.

Schicksal, Bestimmung und Lebensweg

Doch wenden wir uns dem Sprung in den Brunnen zu. Die Ursache war ja die verlorene Spindel oder Spule. Jenes spitzige Werkzeug, das zum Spinnen benötigt wurde und das man gerne mit einem Spinnrad verwechselt. Aber oft handelt es sich im Märchen um eine Handspindel. Diese war im Vergleich zum Spinnrad leicht zu transportieren und aufgrund ihrer Flexibilität bei jeder Tätigkeit, sogar beim Gehen, zu verwenden.

Bevor wir aber „in den Brunnen springen“ , sei nochmals auf die Tätigkeit des Spinnens hingewiesen, die übrigens wesentliches über den Prozess des Mädchens aussagen kann. Spinnen war immer eine Tätigkeit, mit der man aus einem groben, chaotischen und unstrukturiertem Faserknäuel einen wohl geordneten, richtungsweisenden und zielgerichteten Faden produzierte. So kommt das Spinnen im Märchen meist dann vor, wenn sich das Schicksal eines Menschen, seine Bestimmung oder sein Lebensweg offenbart bzw. offenbaren möchte.

Der Sprung in die andere Welt

Nun ist ja der Sprung in einen tiefen Brunnen, so wie er in diesem Märchen geschildert wird, alles andere als eine Empfehlung, die man Kindern machen würde. Oberflächlich betrachtet würde jede Mutter oder jeder Pädagoge eine solche Schilderung als äußerst gefährlich ansehen. Schließlich könnten doch die Kinder auf den Gedanken kommen, die Frau Holle auf diesem Weg einmal zu besuchen.

Doch Kinder können sehr wohl unterscheiden und wissen intuitiv sofort, dass dieser Brunnen kein Brunnen in der sichtbaren Welt ist, sondern ein Tor oder Zugang in eine andere Welt. Anders aber nur, weil sie nicht über das Verstandesbewusstsein zu erreichen und zu entdecken ist, sondern durch eben jenes kindliche Gemüt, das übrigens auch in jedem erwachsenen Menschen, ganz gleich wie alt er ist, zu finden ist, selbst wenn er es über Jahrzehnte hinweg immer wieder verdrängt hat.

Paradiesische Urtiefen oder himmlische Welten?

Jene „andere“ Welt oder Parallelwelt ist sehr wohl zu besuchen und nicht weniger reell, als die mit den Augen sichtbare. Allerdings erfordert es Offenheit, Mitgefühl, Einfühlungsvermögen, Lebensfreude. Das sind alles Eigenschaften, die meist nur noch Kinder haben oder jene Figuren im Märchen, die, wie bereits erwähnt, unter die Kategorie Dummling oder Aschenputtel fallen. Alle anderen, die mit Berechnung, Verstand, Habgier und Kalkül in jene Welten treten, werden auf absehbare Zeit eine böse Überraschung erleben.

So ist der Weg in jene paradiesischen Urtiefen (oder himmlischen Welten?) jedem Menschen und zu jeder Zeit offen, er sollte sich aber zunächst klar machen, mit welcher Absicht er diesen Weg geht. An dieser Stelle sei die Frage erlaubt, ob wir Menschen diesen Weg nicht schon längst gehen? Womöglich ist es uns nicht bewusst und wir erkennen und schätzen daher auch nicht die Weisheit und Hilfen jener Wesen, die uns auf diesem Weg beistehen. Und was wir nicht schätzen, das kann nicht oder nur sehr unzureichend wirken.

Was aber die beiden Mädchen nun bei der Frau Holle erleben und welche noch tieferen Geheimnisse sich dort für unser Leben offenbaren könnten, davon erfahren Sie mehr in der Märchenbetrachtung inkl. Bilderreisen-CD zur Selbstbetrachtung: „Im Paradiesgarten der Frau Holle“.

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

Im Paradiesgarten der Frau Holle

Märchen als Selbsterfahrung und Seelennahrung

selbsterfahrungSo einiges hat die Wissenschaft über das Märchen geschrieben, doch bis heute ist kein Ende abzu­sehen. Wen wundert‘s, denn das Märchen ist zeitlos und in sei­ner Art nicht fassbar. Es drückt in Bildern Ereignisse aus, die jenseits unseres meist überbetonten Verstandesden­kens liegen. Da ist es nur allzu natürlich, dass Kinder mit ihrem noch unbefangenem Staunen die Botschaft des Märchens auf ihre Weise erfassen können.

Märchen für Erwachsene?

Nun bezeichnen die Brüder Grimm ja in Ihrer Sammlung die Märchen als KHM = Kinder und Hausmärchen. Durch diese Unterscheidung kann man erahnen, dass es sich hier nicht ausschließlich um Kindermärchen handelt, sondern, und vielleicht sogar in überwiegender Anzahl, um Märchen für Erwachsene.

So ist es nicht verwunderlich, dass schon lange nicht mehr „nur“ die Kinder von den einfachen und natürlichen Weisheiten der Volksmärchen profitieren, sondern eben auch die Erwachsenenwelt durch Selbsterfahrung und Seelennahrung. Was früher noch als „Erzähl mir doch kei­ne Märchen …“ galt, das zeigt sich schon lange als Möglichkeit, an zeitlose, seelisch-spirituelle Weis­heiten und Wahrheiten zu gelangen.

Märchen als Selbsterfahrung!

Die Psychoanalytiker Carl Gustav Jung und Siegmund Freud waren in dieser Beziehung ihrer Zeit voraus. Gerade C. G. Jung war einer der bedeutendsten Vorreiter in der Arbeit mit Märchen- und Traumbildern. Der Schweizer hat dadurch wesentliches zur Entschlüsselung der geistigen Tradition der Menschheit bei­getragen, die sich in Religion, My­thos und eben in Märchen ausdrückt.

Er fand z. B. heraus, dass das persönliche Unbewuss­te eines jeden Menschen sich in Träumen und Visionen ausdrückt und eine tiefe Ver­wandtschaft mit dem kollektiven Unbewussten hat. Diese Art der menschlichen Ur-Erfahrung drückt sich überall auf der Welt bei den verschiedensten Völkern in der Darstellung von märchenhaften Bildern aus.

Märchen = Maerlin: Kleine Geschichte, Botschaft, Kunde.

Nun gibt es den Namen „Mär­chen“ ja schon im Mittelhochdeutschen. Dort wurde er in der Verkleinerungsform „Maerlin“ angewandt, was nichts anderes als kleine Geschichte, Botschaft oder Kunde bedeutete.

Und jene Märchen haben neben dem Vermitteln von tiefen Weisheiten und zeitlosen Wahrheiten auch noch die Eigenschaft, dem Erwachsenen, sofern er sich dafür offen zeigt, eine Hilfe zur Selbstfindung und Selbsterfahrung zu sein und schließlich zur eige­nen Heilung von innen heraus.

Wer nun märchenhafter leben und sich ein Bild über diese zeitlosen Weisheiten und Wahrheiten machen möchte, der findet in der Märchenzeitschrift und in den 7 Urbildern des Märchens und des Lebens eine großartige Hilfe.

Mehr über die Märchenzeitschrift finden Sie per Klick hier:

>>> Märchenzeitschrift: „Die 7 Urbilder des Märchens und des Lebens“ <<<
>>> Märchenzeitschrift: „Alles fließt in Fülle“ <<<
>>> Alle noch erhältlichen Märchenzeitschriften bis zum Jahr 2000 <<<

Gerade jene Menschen, die ihr inneres Gemüt in Märchen oder Weisheitsgeschichten wiederfinden oder neu entdecken, erleben in diesen einfachen und poetischen Schilderungen eine Bejahung ihrer ureigenen Lebensaufgabe und ihres höchsten Lebensziels.

Den Alltag NICHT flüchten, sondern zum Fest machen!

Der Alltag zeigt sich so in einem ganz anderen Licht. Kein Märchen und auch keine Weisheitsgeschichte der Welt hatte oder hat jemals zum Inhalt, dass der Mensch seinen Alltag flüchten sollte.

Ganz im Gegenteil – in seelisch-spirituellen Bildern wird märchenhaft geschildert, wie die Herausforderungen des Alltags gemeistert werden sowie sanfte und wirkungsvolle Wege zu mehr Glück, Liebe, Erfolg und Gesundheit eingeschlagen werden könnten. Der Alltag wird nicht mehr als graues, notwendiges Übel gesehen, sondern als lebensfrohes Fest, das jeden Tag von Neuem beginnt.

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

Schreibkurs für kreative - kreativ schreiben lernen

Mit Märchen heilen, Teil 1

Heilen mit MärchenEs gibt doch viel mehr Ärzte und Therapeuten, die die Erkenntnis nutzen, dass nahezu jede Krankheit ihren Ursprung in der Seele hat, genauer gesagt in einer Unstimmigkeit zwischen innerem Empfinden und äußerem Handeln. Je weniger jemand auf seine innere Stimme, sein Herz hört oder wie immer man diese innere Intelligenz auch nennen mag, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich diese Missachtung mit der Zeit auf den Körper in Form von Schmerz und Leid auswirkt.

Heilen mit Schulmedizin, Homöopathie oder Seelenkunde?

Die therapeutischen Angebote sind sehr vielfaltig. Eine weitverbreitetste davon ist wohl die schulmedizinische Behandlung unter Verwendung von meist pharmazeutischen Medikamenten. Sie konzentriert sich mehr auf die Beseitigung der Krankheits-Symptome, als auf die möglichen seelischen Ursachen. Leider lässt sie dabei häufig außer Acht, dass die Nebenwirkungen einer solchen oftmals kurzfristigen Behandlung für den Körper recht hoch und zuweilen nicht minder gefährlich sein können, als die Krankheit selbst.

Eine Alternative bzw. Ergänzung hingegen wäre z. B. die sanftere Homöopathie. Durch Einnahme von Natur­heilmitteln, die dem Krankheitsbild des Patienten zugeordnet werden, wird die Krankheit verstärkt. So werden z. B. die Abwehrkräfte des Körpers aktiviert, was zu einer tiefer greifenden Gesundung des Pa­tienten führen kann. Eine solche Alternative setzt allerdings voraus, dass der Patient für eine derartige Methode offen ist und am Gesundungsprozess aktiv mitwirkt.

Aber auch die psychoanalytische Behandlung, deren therapeutischer Ansatz die Erfor­schung und Auflösung von seelischen Problemen ist, gewann einen stetig zunehmen­den Stellenwert.

Heilen mit Märchen – die Märchentherapie

Neben all diesen bekannten Heil­methoden gibt es bereits eine ganze Reihe neuer therapeutischer Ansätze. So finden sich z. B. Musiktherapien, Kunsttherapien, Atemtherapien, Farbtherapien, Blütentherapien, Aromatherapien, Lachtherapien und – man höre und staune – auch eine Märchentherapie in der Anwendung.

Märchen, jene weisheitsvollen Volkserzählungen, von denen größtenteils immer noch angenommen wird, dass sie einzig und allein für Kinder erfunden wurden, haben uns weitaus mehr zu erzählen, als die Brüder Grimm in ihrer Sammler-Leidenschaft uns haben wissen lassen.

So sagte bereits der Dichter Christian Morgenstern:

„Man wird wieder aus Himmel und Sternen Bilder machen und die Spinnweben alter Märchen auf offene Wunden legen.“

Woher stammen eigentlich die Märchen?

Obwohl man auch heute noch nicht genau weiß, wie alt und aus wel­chen Quellen die meisten Märchen sind, ist ihre Aussage mehr denn je von aktueller Bedeutung.

Die einen behaupten, Märchen seien Tröpfchen der alten Mythen und Sa­gen und ihre Entstehung in vor­christlichen Zeiten zu finden, andere wiederum meinen, dass sie jüngeren Datums sind und so, wie sie sich uns in Form und Aussage zeigen erst seit dem 17. bis 18. Jahrhundert bekannt.

Nun, vielleicht mag beides seine Richtigkeit haben, fest steht, dass die alten Volksmärchen keine bekannten Urheber haben und in frü­heren Zeiten offenbar nur mündlich mitgeteilt wurden. Dennoch sind sie unabhän­gig von Zeit und Kultur gültig. Sie spre­chen in einfachen, klaren und wundersamen Bildern, denen sich niemand entziehen kann.

Übersinnliche Wahrnehmung, kollektives Unbewusstes,
hellseherischer Zustand?

Zur Entstehung der Märchen äußerte sich einmal Hermann Grimm, der Sohn von Wilhelm Grimm:

„Gemeinsam allen Märchen sind die Überreste eines in die älteste Zeit hin­auf reichenden Glaubens, der sich in bildlicher Auffassung übersinnlicher Dinge ausspricht.“

Was nun Hermann Grimm als Aus­druck übersinnlicher Wahrnehmung sieht, umschreibt der Psychoanalytiker Carl Gustav Jung mit dem kollektiven Unbewussten. Er fand heraus, dass das persönliche Un­bewusste eines einzelnen Menschen sich in Träumen und Visionen aus­drückt und eine tiefe Verwandtschaft mit dem kollektiven Unbewussten hat. Jene menschliche Urerfahrung drückt sich in den verschiedensten Völkern überall auf der Welt seit Urzeiten in Mythen, Sagen, Märchen und Religionen aus.

Mit diesen Ansichten hat auch Rudolf Steiner, der Begründer der Anthroposophie, einiges gemein. Sei­nen Forschungen nach zu urteilen, hatten die Menschen in früheren Zei­ten noch die Fähigkeit, in einem hellseherischen Zustand Bilder und Visionen geschaut, die dann in Mär­chen und Mythen ihren Ausdruck fan­den. Dieser Zustand war wohl mit dem vergleichbar, den wir kurz vor dem Einschlafen erleben können. So waren die meisten Märchen weniger für Kinder gedacht, sondern mehr für Erwach­sene.

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© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

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Entschleunigen mit Märchen und Geschichten

Entschleunigen mit Märchen und Geschichten

© Foto von aboutpixel.de, maçka

Neulich fragte mich eine Erzieherin nach einer Märchen-Erzähl-Veranstaltung: „Haben Sie auch den Eindruck, dass sich die Kinder und Jugendlichen in den letzten 20 Jahren seltsam verändert haben und immer unruhiger werden?“

Ich war zunächst etwas verblüfft, denn auch ich hatte mir immer wieder einmal in den nun über 30 Jahren meiner Tätigkeit als Märchenerzähler und Geschichtenerzähler u. a. in Kindergärten und Schulen diese Frage gestellt, ohne sie mir jemals erschöpfend beantwortet zu haben.

Sind Kinder und Jugendliche heute gehetzter als früher?

Aber jetzt, wo ich die Frage von einem Menschen hörte, der ebenfalls viele Jahrzehnte mit Kindern und Jugendlichen zu tun hatte, da musste ich ihr insofern zustimmen, als dass viele davon in den letzten 15 Jahren immer gehetzter und unkonzentrierter wirkten, als dies Jahrzehnte früher der Fall war.

Selbstverständlich kann man dies nicht für alle jungen Menschen sagen und derartige Pauschal-Aussagen sollte man immer mit Vorsicht genießen, denn es gibt – insbesondere was das Märchen und Geschichten erzählen betrifft – noch unzählige Kinder (und auch Jugendliche), die liebend gerne zuhören. Ganz besonders auch jene, die gerne als notorische Störenfriede betrachtet werden.

Doch gerade dieses „Gehetzte“, dieses immer woanders sein wollen, als da, wo man gerade ist, fällt mir besonders extrem im Vergleich zu früher auf. Wen wundert’s, sieht man sich einmal den „Terminkalender“ eines heutigen Kindes an, so ist dieser fast vergleichbar mit dem eines berufstätigen Erwachsenen. Neben dem Kindergarten oder der Schule gibt es frühkindliche Erziehung, Reiten, Sport, Tanzen, Ballet, Nachhilfe und vieles mehr.

Mehr entschleunigen als beschleunigen!

Neulich kam mir ein kleiner 4 jähriger Junge entgegen, der ein T-Shirt trug mit der Aufschrift: „ABI 2028“. Wer unter einem solchen (Karriere-)Druck steht oder leidet, der kann sich kaum noch dem wahrhaft kindlichen Spiel hingeben und innere Ruhe, Ausgeglichenheit und Lebensfreude entfalten oder sich bewahren.

Welcher Jugendliche mit einer solchen Kindheit hat da noch Muse und Raum, sich seiner inneren (Lebens-)Vision, seiner wahren Berufung im Leben hinzugeben? Alles steht unter einem gewissen Erfolgs-Druck: schöner, besser, größer, reicher und intelligenter zu sein.

Klar, Märchen sind kein Allerheil-Mittel, aber durch ihre Art und Weise entschleunigen sie wie von alleine, verschaffen besonders den Kindern (aber auch den Jugendlichen und Erwachsenen) innere Erholungsphasen, in denen sie sich selbst wieder wahrnehmen sowie ihr Mitgefühl, ihre innere Ruhe, Konzentration und Inspiration pflegen können.

Mit Märchen und Geschichten entschleunigen

Für die meisten Kinder sind die Märchen eine Tatsache, da sie in dieser „Welt“ leben, ohne dass man sie ihnen erklären müsste. Wir Erwachsenen sind leider schon all zu sehr von unserem überbetonten Verstandes-Muster vereinnahmt, so dass wir kaum noch Zeit und Muße finden, uns auf das Wesentliche der Märchen(-Sprache) einzulassen. Schließlich zeigen sie, wie man trotz aller Ablenkungen, Verirrungen und Herausforderungen in unserer Zeit zu innerem Glück finden kann.

Anhand von (Sinn-)Bildern und Stimmungen vermitteln sie eine weisheitsvolle und lebensbejahende Sichtweise, die den Zugang zu manch ungewöhnlichen Lösungen für Alltagskonflikte in den vier wichtigsten Bereichen Glück, Liebe, Erfolg und Gesundheit ermöglichen könnte.

Und wenn Sie sich selbst in Ihrem Alltag entschleunigen und gleichzeitig innerlich erfüllen und auch noch anderen Menschen dabei helfen möchten, dann lassen Sie sich doch einmal von dem „Berufsbild“ eines Märchenerzählers und Geschichtenerzählers oder einer Märchenerzählerin und Geschichtenerzählerin überraschen.

Mehr darüber finden Sie hier:
http://www.maerchen-ausbildung.de

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

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Kinder – weniger erziehen, sondern wachsen lassen!

Märchen im Kindergarten„Dort wo Kinder sind, ist ein goldenes Zeitalter“

sagte einst der Dichter Friedrich von Hardenberg, alias Novalis. So ähnlich verhält es sich auch mit den Märchen.

Nicht um die alten Könige oder Königinnen, Väter oder Mütter geht es, sondern um die Kinder, die ausziehen und Erfahrungen sammeln, bis sie selbst ihr Leben selbstständig und konstruktiv meistern.

Am Eindrücklichsten ist dabei immer der Prozess der Trennung und des Hinausziehens in eine Welt, die zwar Neues, aber auch Unbekanntes und nicht selten Gefahrvolles bietet.

Unzählige Trennungsmotive können Sie im Märchen entdecken: Ob die Kinder nun möglichst verantwortlich auf ihre neue Selbstständigkeit vorbereitet  werden (siehe z. B. „Rotkäppchen“), ob sie von ihren Eltern verstoßen werden (siehe z. B. „Hänsel und Gretel“) oder ob sie ihre Freiheit von den Eltern erkämpfen müssen (siehe z. B. „Die goldene Gans“), die Skala dieser Loslösungsprozesse ist bunt und weit, die Parallelen zum sogenannten wirklichen Leben jedoch zum Greifen nahe.

Raus aus dem goldenen Käfig!

Wieviele Kinder werden lange Jahre, meist sogar noch weit über die Pubertät hinaus, von ihren Eltern in „Watte“ gehüllt und in einem „goldenen Käfig“ gehalten, um ja die „böse“ Welt nicht erfahren zu müssen? Wieviele Kinder verlieren schon sehr frühzeitig ihre Eltern (siehe z. B. „Sterntaler“) oder werden gar von ihnen gewaltsam verstoßen?

Nun, Kinder entfalten sich oftmals völlig unterschiedlich, selbst wenn sie dasselbe Elternhaus bzw. diesselben oder ähnliche Entwicklungs-Voraussetzungen hatten und nicht selten sind gerade jene besonders selbstständig und kreativ, die in der Kindheit nicht im „goldenen Käfig“ saßen.

Lebensaufgabe und Lebensvision entdecken!

Wie auch immer das Elternhaus bzw. die Umstände für die Kinder auch sein mögen, besonders wichtig ist das Entdecken ihrer Lebensaufgabe und ihrer Lebensvision. Schließlich sollten die neuen Impulse der Kinder die Erde befruchten und erneuern, anstatt das häufig verknöcherte und verstaubte Erwachsenenmuster stur weiterzuführen .

Voraussetzung dabei ist natürlich, dass die Kinder wachsen und sich gemäß ihren Stärken und Fähigkeiten auch entwickeln dürfen. Gerade hier wäre es wichtig, dass Eltern, ErzieherInnen und LehrerInnen sie dabei liebevoll unterstützen, weisheitsvoll fördern und lebensorientiert fordern und nicht nach einem ebenso von Erwachsenen erdachten, meist für alte Strukturen brauchbaren System, erziehen.

Ach ja, da fällt mir doch folgende Geschichte dazu ein:

Ein kleiner Junge hatte von seinen Eltern ein Kätzchen geschenkt bekommen und brachte es eines Tages in die Schule mit, um es seinen Mitschülern und seiner Lehrerin zu zeigen. Alle standen begeistert um das schnuckelige Kätzchen herum und freuten sich über dessen Anblick.

Da sagte die Lehrerin zu dem kleinen Jungen: „Hänschen, da hast du aber ein schönes Kätzchen bekommen. Das musst du nun aber schön erziehen!“ Klein Hänschen schaute etwas ängstlich seine Lehrerin an und nach einigem Zögern sagte er dann: „Nein, Frau Lehrerin, nicht ziehen, wachsen lassen!“

Kinder – Meister oder Plagegeister?

Vor einiger Zeit fiel mir die Überschrift eines Artikels in einer Zeitschrift auf: „Kinder – Meister oder Plagegeister?“ Als betroffenes Elternteil mit mittlerweile 4 erwachsenen Kindern weiß ich sehr wohl, wie schwierig es sein kann, wenn Kinder sich von ihren Eltern (und umgekehrt) lösen und wie oft sich hier sehr leicht der Gedanke eines Plagegeistes einschleichen kann.

Doch ein Meister, der gleichzeitig kein Plagegeist ist, ist bestimmt kein guter Meister. Wir müssten eigentlich froh sein, dass wir so viele kleine Meister um uns herum haben, bewahren sie uns doch vor jeglichem inneren und äußeren Stillstand, vor geistigem und seelischem Einrosten und nicht selten verhelfen sie den Eltern (oder Großeltern) zu einem Gemüt, das nicht mehr so leicht aus der Fassung zu bringen ist.

Gerade als Märchenerzähler und Geschichtenerzähler kann ich „ein Lied davon singen“ bzw. „ein Märchen davon erzählen“.

Und wenn auch Sie erleben möchten, welche Faszination offene Kinderaugen und – herzen beim freien Märchen und Geschichten erzählen auf Sie ausüben können,

wenn Sie darüber hinaus auch noch als MärchenerzählerIn oder GeschichtenerzählerIn mehr Vertrauen, Mitgefühl, Zuversicht und neue Ideen in die Welt und unter die Menschen – ob Kinder oder Erwachsene – bringen möchten,

dann zögern Sie nicht lange, Sie können gleich hier und heute damit beginnen.

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

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