Traum oder Wirklichkeit?

Neulich träumte ich, ich wäre ein Schmetterling. Und als ich erwachte, da wusste ich nicht, ob ich nun ein Mensch bin, der träumte ein Schmetterling zu sein, oder vielleicht ein Schmetterling, der träumt ein Mensch zu sein?
(Nach dem altchinesischen Philosophen Zhuangzi)

Die Realitäten sind verschieden in der Wahrnehmung, so heißt es jedenfalls. Und nicht selten hört man, dass Träume nichts anderes sind, als „Schäume“, also null und nichtig. Beobachtet man aber Kinder, so gibt es für sie keine Trennung zwischen Traum und Wirklichkeit. Sie sind sowohl in der Traumwelt als auch in der sogenannten Realität gleichzeitig zu Hause.

Wenn nun Träume nicht nur beschränkt werden auf das, was wir in der Nacht erleben können oder darauf, was wir an Wünschen mit uns tragen, dann ist die Traumwelt ja etwas, was viel mehr mit unserer gesamten Innenwelt zu tun hat. Ist sie deshalb unwirklich, nur weil wir diese Innenwelt nicht mit den äußeren Augen sehen oder mit unseren Händen greifen können?

Nahezu alles stammt aus der Traum- oder Innenwelt!

Stammt nicht vieles oder nahezu alles, was wir im Äußeren wahrnehmen oder kreieren, aus der Innenwelt, aus einer Idee, einem kreativen Gedanken, einer Inspiration bzw. einer Eingebung? Kein Mensch, ob Erfinder oder Künstler, etc., hat jemals etwas geschaffen, wenn es nicht zuvor in seinem Traum oder seiner Innenwelt vorhanden war.

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Die Ruhelosen entspannen, die Kraftlosen begeistern

Die Ruhelosen entspannen, die Kraftlosen begeistern

Entspannen: „Märchen vertreiben die Langeweile, die Unlust und die Verzagtheit. Sie besänftigen die Ruhelosen und ermutigen die Kraftlosen.“ (Aus 1001 Nacht)

Mit Märchen entspannen und begeistern

Wenn man es nicht besser wüsste, dass dieses Zitat aus den Erzählungen von 1001 Nacht stammt, dann könnte man doch meinen, ein Seelendoktor war hier am Werk. Obwohl die Märchen auch heute noch nicht für voll genommen werden, so entdecken immer mehr Erwachsene – was Kinder übrigens schon lange und sehr früh bereits tun -, dass in den Märchen nicht nur Unterhaltsames zu finden ist, sondern jede Menge Heilung, Entspannung und Motivation.

Nicht von ungefähr schreibt der Dichter Christian Morgenstern über Märchen:
„Man wird wieder aus Himmel und Sternen Bilder machen und die Spinnweben alter Märchen auf offene Wunden legen.“

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Die weiße Taube – Wahres Glück findest du in Dir!

Die weiße Taube

Wer kennt nicht die bekannten Märchen der Brüder Grimm? Rumpestilzchen, Rotkäppchen, Dornröschen, Aschenputtel – über 200 Märchen und Fragmente haben die beiden Brüder gesammelt, die von Beruf eigentlich Sprachforscher, -wissenschaftler und Volkskundler waren.

Viele der von den Brüdern Grimm gesammelten Märchen schildern in seelisch-spirituellen Bildern den Weg des Märchenhelden (oder der Märchenheldin) durch viele Prüfungen hindurch bis er (oder sie) schließlich die Herausforderungen meistert und das Glück findet, die Vereinigung mit der zweiten, „verlorenen Hälfte“.

Man glaubt ja immer noch, dass die Märchen für Kinder sind, aber in früheren Zeiten wurden sie sowohl Kindern, wie auch Erwachsenen erzählt. Daher schildern sie als Sinnbilder auch keine historischen, sondern innere Reife- oder Unreifeprozesse des Menschen. Märchen sind eben poetische Geschichten der Seele und deren Wahrheit kann eben nur mit dem Herzen verstanden werden.

Das Streben nach Glück

Schließlich hat noch kein Mensch eine Taube gesehen, die sich in eine Prinzessin verwandelt, wie zu hören in dem gleichnamigen Märchen „Die weiße Taube“. So schildern uns die Märchen immer wieder von Neuem in unzähligen Varianten, dass sich wahres Glück nur im Inneren des Menschen finden lässt und jede Bestrebung nach äußerem Glück kurz- oder mittelfristig zu immer mehr Frust und Unzufriedenheit führt.

Der Märchenerzähler Karlheinz Schudt von der Märchenbühne aus Vlotho erzählt in obigem Video vor Kindern und Erwachsenen das relativ unbekannte Märchen von der weißen Taube, das erstmals in der Grimmschen Urfassung von 1810 veröffentlicht wurde.

Wahres Glück findest Du in Dir - Broschüre und Hör-CD


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Positive Gedanken – wir haben nur 3 % pro Tag davon!

positive gedanken

Positive Gedanken: Haben Sie auch schon öfter die Äußerung gehört: „Ach Märchen, das sind doch nur Lügengeschichten, Kinderkram!“? Doch selbst Kinder sind sich dessen bewusst, dass sich z. B. niemand von einem Tier in einen Menschen verwandeln kann, wie das ja in den Märchen oft genug vorkommt.

Kinder haben es einfach leichter, von der sogenannten „realen“ Welt in die „Märchenwelt“, „Traumwelt“ oder „Innenwelt“ zu wechseln. Für sie gibt es da keine Trennung, es ist alles noch „Eins“. Das mag wohl auch der Grund sein, warum die meisten Kinder diese Tier/Mensch-Verwandlung in der Märchenwelt ganz intuitiv in ihrer wahren Bedeutung erfassen.

Wir Erwachsenen könnten uns da ein Vorbild nehmen, zumal wir selbst nicht einmal in der Wirklichkeit zu Hause sind. Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie oft Sie mit einer alltäglichen Sache praktisch beschäftigt, mit Ihren Gedanken aber ganz woanders sind? Wir essen z. B. einen leckeren Salat und sind dabei gleichzeitig mit unseren Gedanken bei einer Pizza, die wir vor Jahren einmal irgendwo gegessen haben.

Wie positive Gedanken unser Leben bestimmen könnten

Und was das alles für Gedanken sind, mit denen wir uns täglich beschäftigen? Verschiedene Nachforschungen haben ergeben, dass der erwachsene Mensch ca. 60.000 Gedanken pro Tag hat. Davon sind

3 % hilfreiche und positive Gedanken, die Ihnen u. anderen nutzen.
25 % destruktive Gedanken, die Ihnen und anderen schaden.
72 % flüchtige, unbedeutende Gedanken, die völlig belanglos sind.

Nur 3 % wohlwollende und lebensbejahende Gedanken (und Gefühle) hat ein sogenannter Durchschnitts-Mensch am Tag! Ist das nicht erschreckend?

Doch gerade mit Märchen und Weisheitsgeschichten könnten wir auf spielerische und entspannende Art viele innovative Ideen und Lösungsmöglichkeiten aus dieser „Innenwelt“ schöpfen und so die „Seelenlandschaft“ in uns selbst immer mehr entdecken und schätzen, aus der schließlich unser praktisches Handeln in der sogenannten realen Welt resultiert.

Mein TAGES-TIPP:

Beschäftigen Sie Ihre Gedanken doch mit aufbauenden Inhalten! Märchen, Weisheits- und Lehrgeschichten sind dafür besonders gut geeignet. Ärgern Sie sich nicht, wenn doch immer wieder auch destruktive Gedanken und Gefühle wie z. B. Zweifel, Ärger, Angst, etc. kommen, wir haben sie ja lange genug (ein-)trainiert. Je öfter Sie Ihre Gedanken aber mit lebensbejahenden, Ihnen und anderen nützliche Inhalte beschäftigen, desto mehr wird sich auch Ihre Lebensfreude und der Mut zur Tat regen!

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

positive gedanken positive gedanken


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Weltanschauung – Welche ist die richtige? Oder Gott kommt rum!

Weltanschauung

Weltanschauung: Einmal wurde ein Weiser gebeten, den Unterschied zwischen einem Menschen und einem Tier zu erklären. Der Weise lächelte und sprach: „Wenn wir ein Tier, z. B. eine Maus, in ein Labyrinth mit 13 Wegen setzen und am Ende des 12. Weges ein Stück Käse legen, dann wird das Tier schließlich lernen, dass es den leckeren Käse immer am Ende des 12. Weges findet und gleich dorthin gehen. Das lernt der Mensch auch. Wenn er Käse möchte, dann geht er ebenfalls ans Ende des 12. Weges.

Wenn aber eines Tages DIE GROSSE SCHÖPFUNG des Lebens den Käse in einen anderen Weg legt, z. B. ans Ende des 13. Weges, dann wird das Tier weiterhin in den 12. Weg gehen und zwar so lange, bis es kapiert, dass dort der Käse nicht mehr zu finden ist. Irgendwann hört es auf, dort hinein zu gehen und sucht in den anderen Wegen, bis es schließlich den Käse am Ende des 13. Weges findet.

Hier zeigt sich jetzt der Unterschied zwischen Mensch und Tier. Menschen gehen immer ans Ende des 12. Weges, denn sie sind davon überzeugt! Tiere sind von nichts überzeugt, sie interessieren sich für ihre Nahrung, in unserem Beispiel für den Käse. Der Mensch aber bastelt sich eine Weltanschauung über den 12. Weg und davon ist er überzeugt. Er hält es für wichtig, immer in den 12. Weg zu gehen, denn das ist seine Überzeugung, sein Glaube, seine Meinung. Es ist gar nicht mehr so wichtig, ob dort Käse drin ist oder nicht. Der Mensch hat lieber recht als seinen Käse (oder sein Glück!).

Nach einer alten Lehrgeschichte, neu geschrieben von Karlheinz Schudt

Aus dem Alten ausbrechen – oder die neue Weltanschauung!

Im Märchen Dornröschen bekommt die Zahl 12 (12 goldene Teller, 12 geladene Feen) eine besondere Wichtigkeit. Und wie wir aus unserem Alltag wissen, finden wir diese Zahl z. B. in den 12 Monaten = 1 Jahr, in der groben Aufteilung eines Tages = 12 Stunden Tag, 12 Stunden Nacht oder in der Maßeinheit 1 Dutzend = 12 Stück.

Die Zahl „12“ weist immer auf etwas Abgeschlossenes, Ganzes hin und lässt keine Veränderung zu. Erst die Zahl „13“ bricht dieses Alte, Abgeschlossene auf und bringt Bewegung ins Spiel oder ins Leben. Im von den Brüdern Grimm gesammelten Märchen vom Dornröschen aus der Urfassung von 1810 macht dies die 13. Fee, die nicht zum Freudenfest eingeladen war, weil der König eben nur 12 goldene Teller hatte. Sie wünscht in ihrem Ärger Dornröschen den Tod, wenngleich die anderen 12 Feen diesen Fluch noch in einen 100jährigen Schlaf abmildern können.

Über den eigenen Tellerrand hinausblicken!

Jetzt könnte man ja denken, was ist das für ein einfältiger König, der wegen eines fehlenden goldenen Tellers eine Fee nicht einlädt und somit eine Katastrophe hervor beschwört? Wäre es für ihn nicht ein Leichtes gewesen, einen 13. goldenen Teller zu besorgen? Geld und Macht hätte er ja genug gehabt, oder?

Nun sind Märchen ja keine historischen Schilderungen sondern zeigen seelisch-spirituelle Prozesse, die sich im Menschen selbst abspielen und so kann bei einer Betrachtung des Märchens auch der Gedanke aufkommen, dass dieser „alte“ König weder die Macht noch die Weisheit hatte, über seinen „Tellerrand“ hinauszublicken. Er lebte in seiner Weltanschauung, seiner vermeintlich vollkommenen Welt der „12“ und war tatsächlich nicht imstande, diesen „13.“ Prozess zu erkennen. Und was man nicht erkennt oder gar verdrängt, muss man so lange durchleben, bis es ins Bewusstsein kommt. In diesem Falle muss es sein Töchterchen tun, denn in den Märchen geht es selten um die alten Eltern, sondern um die Kinder oder die Jugend, die loszieht und Veränderung, Erneuerung in die „alte“ Welt bringt. Ist es nicht aber auch so im sogenannten reellen Leben (oder sollte sein)?

Das Alte loslassen, das Neue ergreifen!

Und dass dieser „13.“ Prozess kein einfacher, sondern oft genug ein schmerzlicher ist (Wer möchte schon gerne das Alte loslassen und das Neue ergreifen?), das wissen wir Menschen sehr genau. Womöglich wurde aus diesem Grund die Zahl „13“ so „verteufelt“ und als Unglückszahl abgetan. Nicht aus Aberglauben, sondern weil die Menschen damals sehr genau wussten, dass es sich nicht um irgend eine Zahl handelt, sondern um einen Entwicklungs-Prozess, der durchaus schmerzhaft sein kann, aber auch neue Wege zum Glück offenbart. Es ist eben immer eine Frage der Ansicht oder des Blickwinkels, welcher Weltanschauung bzw. ob wir uns überhaupt einer Weltanschauung zuwenden.

Denn wir würden gut daran tun, dass wir den „Käse“ in unserer obigen Geschichte (oder unser Glück im Leben) nicht immer dort suchen, wo er (oder es) gerade noch war. DIE GROSSE SCHÖPFUNG des Lebens oder GOTT verlegt ständig den „Käse“. Wir aber werden nie wahrhaftig glücklich werden, wenn wir nur noch an unsere Vorstellungen, Glaubenssätze, Weltanschauung und an unseren „12. Weg“ glauben.

Wenn wir also GOTT (oder wie immer wir IHN, SIE, ES nennen) begegnen, dann sollten wir uns keinesfalls von unseren Überzeugungen, unserer Weltanschauung, unserem Willen oder unserem Verstand steuern lassen und IHN dort treffen wollen, wo er einst war, denn GOTT kommt rum!

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

Weltanschauung Weltanschauung

Zwei Dinge, die man wissen sollte, um den Himmel zu erreichen

HimmelEinmal kam ein junger Mann zu einem Weisen und sprach: „Guter Mann, sagt mir doch, was muss ich tun, um den Himmel zu erreichen?“ Da lächelte der Weise und sprach: „Wenn Du den Himmel mit all seiner Liebe und Weisheit erreichen willst, musst Du zwei Dinge wissen: Erstens, dass alle Deine Bemühungen und Dein Streben vergeblich sind, IHN zu erreichen.“

Wie war da der junge Mann enttäuscht, als er dies hörte, aber schließlich siegte die Neugier doch und er fragte weiter: „Ja, und zweitens?“ Abermals lächelte der Weise in solch‘ unermesslicher Güte und kindlicher Weisheit still und vergnügt vor sich hin, bis er schließlich antwortete: „Zweitens, Du musst handeln, als ob Du das erste nicht wüsstest.“

Nach einer alten Lehrgeschichte aus der Märchenzeitschrift,
bearbeitet von Karlheinz Schudt.

Nicht der Wille führt zum Ziel

Wie viele Menschen gibt es, die im Leben mit ihrem Verstand etwas erreichen WOLLEN! Doch wie so oft bleibt mit dieser Einstellung nicht nur die spielerische Lebensfreude und Kreativität auf der Strecke, sondern auch noch der zu erwartende Erfolg.

Alle willentlichen Bemühungen, die ohne Freude und „Herzblut“ verrichtet werden, führen letztendlich zu mehr Frust als Lust. Gerade wir Erwachsenen denken viel zu lange über abstrakte „Zustände“ wie z. B. den Himmel nach, philosophieren, theologisieren und schaffen so mit unserem Verstand eine künstliche Welt, wie es „dort oben“ aussehen bzw. welche paradiesischen Zustände wir dort vorfinden könnten.

Kinder sind da völlig anders. Sie können noch ihrem Naturell gemäß in „beiden“ Welten leben,  „unten“ UND „oben“. Warum? Weil sie (noch) nicht trennen. Für sie ist alles EINS. Sie LEBEN wirklich noch ganzheitlich und sind nicht auf ihren Verstand alleine reduziert. Leider ändert sich dies im Laufe des Älter werdens auf Kosten von Kreativität und Phantasie.

Unser Verstand stört nicht, er verläuft sich nur häufig

Wahre Offenbarungen, Ideen oder Lösungen aber können nicht mit unserem Verstand gefunden werden, dessen Aufgabe mehr das Erinnern, Organisieren, Strukturieren und Verwalten unseres Lebens ist. Weitaus mehr in dieser Beziehung kann da unser spielerisches, intuitives und kreatives Gemüt. Schließlich lebt es ja, wie das Kind selbst, sowohl mitten im Alltag, wie auch in dieser himmlischen „paradiesischen“ Welt.

Und somit ist der „Himmel“ gar nicht so weit weg,  wie wir vermuten, sondern wirkt bereits und seit jeher in unserem ALLERINNERSTEN. Wir sollten uns nur an IHN (oder ES)  erinnern, anstatt mit künstlichen Übungen, dogmatischen Diskussionen und eisernem Willen IHN (den Himmel) in weiter Ferne zu suchen. Womöglich entdecken wir dann in unserem Leben und unserem so scheinbar völlig normalen und gewöhnlichen Alltag eine solch himmlische Qualität, die wir vielleicht nur noch in Erinnerungen aus unserer Kindheit kennen.

© Karlheinz Schudt
MärchenerzählerAutorSeminarleiter

Betrachtung Märchen: Im Paradiesgarten der Frau Holle

Die Poesie der Märchen – das Fenster zur Innenwelt

Die Poesie der Märchen oder das Fenster zur Innenwelt„Es ist leichter, dem Einfachen etwas hinzu zu träumen,
als dem allzu Reichen etwas weg zu denken.“

Daher kommt es dem spielerischen Naturell des Menschen viel näher, wenn er selbst in seiner Vorstellung, seiner Imagination kreativ ist, als sich unzählige Bilder von außen aufdrängen zu lassen, die weder seiner Natur noch seinem seelischen Wohlbefinden entsprechen.

Je mehr von außen eine dem eigenen Naturell nicht entsprechende Vorstellung oder Dramatik in die Seele des Menschen gebracht wird, desto mehr schwindet seine persönliche Imagination und sein individuelles Erleben. Ähnlich verhält es sich beim Lesen eines Buches. Wie farbenprächtig und stimmungsvoll erleben wir doch mit dem Protagonisten des Märchens, der Geschichte oder des Romans dieses Geschehen vor dem inneren Auge und in unserer Seele.

Anders verhält es sich bei der Verfilmung z. B. jenes Märchens, das wir zuvor beim bildhaften Lesen so klar und lebendig vor unserem inneren Auge hatten. Jetzt hingegen sind wir stark reduziert auf die Bilder- und Stimmungswelten, die der Filmemacher, Regisseur und die Einstellung der Kamera präsentieren.

Der Betrachter erlebt nun das Geschehen durch die Augen der MacherInnen im Hintergrund, die meist hochdramatisch und nach ihren Vorstellungen dieses Geschehen bestimmen. Die Imagination des Betrachters hat somit weder genügend Freiheit noch ausreichend Zeit, um sich auf das Wesentliche so einzulassen, als dass auch die Seele tief berührt wird und Nahrung erhält.

Betrachtung Märchen: Im Paradiesgarten der Frau Holle

Märchen – ein faszinierendes Genre!
Eigene innere Bilder und Stimmungen sind die größten Erlebnisse!

Gerade die Volksmärchen in ihrer einfachen, weisheitsvollen und natürlichen Poesie sind für die individuelle Imagination, Unterhaltung und Entspannung ein faszinierendes Genre! Sowohl Kinder, als auch Erwachsene auf der ganzen Welt lieben diese Erzählungen, die sich in unterschiedlichsten Kulturen finden lassen.

Und wer dann auch noch in den Genuss gekommen ist, diese voller Poesie steckenden Märchen oder Geschichten frei erzählen zu können und dabei sein Publikum direkt anschaut, der fühlt und sieht in den Augen seines kleinen oder großen Publikums, welche märchenhaften, farbenprächtigen Landschaften und wohltuenden, wundervollen Geschehnisse sich da in den Innenwelten seiner ZuhörerInnen auftun.

Märchenerzähler oder Märchenerzählerin,
ein alter und neuer Beruf mit Zukunft!

In der Märchen- und GeschichtenerzählerIn-Ausbildung in Vlotho erleben Sie, wie es möglich ist, frei, bildhaft, stimmungsvoll und natürlich zu erzählen und sein Publikum zu faszinieren. Jede(r) ZuhörerIn kann somit gelassen und in tiefer Ruhe die eigene innere Bilder- und Gefühlswelt entdecken, die noch reicher, farbenprächtiger und stimmungsvoller ist, als es jedes Theaterstück, jeder Film oder jedes noch so von außen künstlich inszenierte Event zu erschaffen vermag.

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter