Was hat die Goldene Gans mit Achtung und Mitgefühl zu tun?

Goldene GansDer beste Koch ist derjenige, der von den Düften seiner zubereiteten Mahlzeiten satt wird – so heißt es jedenfalls in manchen Kreisen. Aber wie kann ein Mensch sich von den Düften seiner Speise ernähren?

Dieser Vorgang ist zunächst nur dann zu verstehen, wenn man sich die Fähigkeit der inneren Verwandlungskraft vorstellen kann. So gibt es in vielen Märchen immer wieder Situationen, in denen schlichte Speise durch einen Vorgang der inneren Aktivität des Märchenhelden oder der Märchenheldin in eine edlere Speise verwandelt wird.

Die Goldene Gans als Lohn für Mitgefühl

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Im von den Brüdern Grimm gesammelten Märchen die Goldene Gans bekommt der Dummling von seiner Mutter eine Flasche saures Bier mit auf den Weg und einen Kuchen, der war mit Wasser in Asche gebacken. Ohne zu klagen nimmt er diese Wegzehrung und teilt sie unterwegs mit einem seltsamen grauen Männchen, das ihn im Wald darum bittet.

Doch als er Speis und Trank aus seiner Tasche holt, da verwandelt sich beides in einen feinen Eierkuchen und eine Flasche köstlichen Wein.

Das Märchen versetzt den Leser durch solche und ähnliche Seelenbilder und Seelenprozesse immer wieder auf eine Ebene des Erkennens, die für den Verstand unerreichbar ist.

Nur durch die mitfühlende und teilende Bereitschaft des Dummlings, wird diese zunächst mindere Speise in „höhere Energie“ verwandelt. Ähnlich verhält es sich in den Schilderungen über die „Hochzeit zu Kana“ (Johannesevangelium). Dort verwandelte Jesus Wasser in Wein. Oder bei der „Speisung der fünftausend“ (Johannesevangelium). Hier genügte wenig Speise, um weitaus mehr Menschen satt zu machen, als augenscheinlich möglich gewesen wäre.

Mehr Bewusstsein für unsere äußere Nahrung!

Doch schauen sie sich einmal unsere Welt an. Gnadenlose Preisgestaltung von Landwirtschaftprodukten ermöglichen die egoistische Vernichtung von ganzen Getreide- und Obsternten.

Tiere werden für den maßlosen und billigen Fleischverzehr durch uns Menschen als gefühllose Massenwaren gehandelt. Ganze Landstriche werden erbarmungslos gerodet für den Anbau von einseitigen und höchst lukrativen Monokulturen, ohne jegliche Verantwortung dafür, was diese radikalen Umwelteinschnitte für die Zukunft der nächsten Generationen zu bedeuten haben.

Welche Wunde reißt dieses Handeln in eine Welt, in der Hunger und Durst mehr als 2/3 der Menschheit betreffen? Welches Bewusstsein für Nahrungsmittel allgemein und für die Schöpfung im besonderen muss in Menschen oder Organisationen stecken, die solche Taten vollbringen?

Die Nahrung degradiert innerlich und äußerlich zu einem Konsumgut. Regelmäßig im Abstand von wenigen Minuten sterben auf dieser Erde Kinder und Erwachsene an Hunger und Durst, obwohl doch allseits bekannt und bewiesen ist, dass mehr als genügend für alle Menschen auf dieser Erde bereit wäre.

Doch das bewusste Vernichten von Nahrungsmitteln in den Wohlstandsländern im Sinne einer lukrativen Wirtschaftlichkeit geht weiter. So ist die Produktion von Nahrungsmitteln eher auf Quantität (einseitige Monokulturen, Gentechnik, etc.) als auf Qualität (Kontrolliert biologische und regionale Produkte) ausgerichtet. Die Menge und die Schönheit der Produkte macht’s – nicht die Qualität.

Noch mehr Bewusstsein für unsere innere Nahrung!

Es soll ja Menschen geben, die mit wenig Nahrung auskommen, ohne dabei zu hungern und sich dabei trotzdem körperlich prächtig entwickeln. Das setzt natürlich eine hohe Qualität der Nahrung voraus, die diese Menschen zu sich nehmen. Noch mehr aber das Bewusstsein und das unerschütterliche Vertrauen in eine innere Kraft, deren Motor nichts anderes als die allumfassende Liebe ist.

„Unglaublich“, denken Sie?

Vielleicht, aber haben Sie selbst einmal die Erfahrung gemacht, mit knurrendem Magen an einem spärlich gedeckten Tisch zu sitzen. Völlig unerwartet kamen noch andere hungrige Menschen dazu, mit denen Sie die vorhandene Menge Essen von Herzen geteilt haben. Ihr Hunger wurde plötzlich auf unerklärliche Weise kleiner oder verschwand gänzlich.

Unterwegs mit der Goldenen Gans

Sollten Sie vielleicht gerade den tiefen „Hunger“ verspüren, mehr Vertrauen, Mitgefühl und Zuversicht als Hobby-, neben- oder hauptberufliche/r MärchenerzählerIn oder GeschichtenerzählerIn in die Welt und unter die Menschen bringen zu wollen, dann zögern Sie nicht lange. Ziehen Sie einfach los und nehmen Ihre Goldene Gans mit. Sie könnten gleich hier und heute damit beginnen!

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

Frei erzählen lernen von Geschichten und Märchen

Wie das Christkind wieder den Weihnachtsmann ablöste!

geburtAls Märchenerzähler ist man ja besonders in der Vorweihnachtszeit viel unterwegs, zumal gerade da die Märchen sehr gerne gehört werden. Wie erstaunt bin ich da immer wieder, wie viele erwachsene Menschen vom Weihnachtsmann sprechen, das Christkind aber kaum erwähnen.

Diese bereits aus dem 19. Jhdt. stammende Figur des Weihnachtsmanns soll angeblich eine Mischung aus dem Schutzpatron der Kinder, dem Myraer „Bischof Nikolaus“ und dem strafenden „Knecht Ruprecht“ sein.

Was der Weihnachtsmann mit Coca Cola zu tun hat

Die Coca-Cola Company nutzte ab 1931 alljährlich zur Weihnachtszeit diese Figur für eigene verkaufsträchtige Werbekampagnen. Ob sie damit entscheidend zur weltweiten Verbreitung des „Weihnachtsmanns“ beitrug, ist zwar umstritten, es kann aber auch nicht verleugnet werden, dass sie so mitgeholfen hat, das eigentlich Wesentliche des Weihnachtsgeschehens zu verschleiern.

Nicht der Weihnachtsmann ist der Mittelpunkt

Denn schließlich geht es ja um die Geburt des Christus-Impulses, deren Übermittler der „kleine“ Jesus war und dessen Hauptbotschaft die LIEBE zu den Mitmenschen, zu den Tieren, der ganzen Natur, zu den himmlischen Wesen und last but not least zu SICH SELBST war und ist.

Inwieweit diese Botschaft dann über die 2000 Jahre im Christentum verwirklicht wurde und heute noch wird, ist wohl eine sehr lange und nicht immer rühmliche Geschichte und kann im Rahmen dieses Beitrages leider nicht behandelt werden.

Das ist aber auch nicht so wichtig, denn das eigentliche Weihnachtsgeschehen war kein konfessioneller Akt und auch im späteren Wirken von Jesus ist nicht bekannt, dass er jemals eine „spirituelle Institution“ gegründet hatte.

Ihr werdet noch größere Wunder vollbringen als ich

„Und ihr werdet noch größere Wunder vollbringen als ich!“ war ein Satz, den er einmal gesagt haben soll, und er lässt vermuten, dass nicht Jesus der „Erlöser der Welt“ ist, sondern dass JEDER Mensch selbst die Fähigkeiten und Möglichkeiten in sich trägt, dies auf seine individuelle Art und Weise innerhalb der Menschen-Gemeinschaft zu tun.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen eine erfüllende und fröhliche Weihnachtszeit und möchten Ihnen mit folgenden drei Videos einen Jahres-Rückblick des Märchen- und Lichtimpuls eröffnen, der Sie erleben lässt, wie wichtig es in Zunkunft sein wird, immer mehr auf die innere Stimme zu hören und die eigene Lebens-Vision mit Freude und Begeisterung zu verwirklichen.

Um die Videos anschauen zu können, klicken Sie bitte hier:
http://www.maerchen-zentrum.de/jahresmotto

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter
Schreibkurs für kreative - kreativ schreiben lernen