Der Himmel stürzt ein – ein Märchen

Der Himmel stürzt ein - ein MärchenEin großer Samurai hatte über die Jahre hinweg in unzähligen Kriegen schon viele Kämpfe für seinen Herren gewonnen. Nun aber verlor er seinen ersten Kampf. Gedemütigt, voller Zorn gegen sich selbst und den Rest der Welt, wollte er seinem nun nichtswürdigen Leben ein Ende bereiten.

Er ritt die staubige Landstraße entlang, darüber nachsinnend, wie er sich nun am grausamsten und auffälligsten ins Jenseits befördern könnte. Plötzlich lag vor ihm auf der Straße ein kleiner Spatz auf dem Rücken und streckte seine beiden Füßchen zum Himmel. Der Samurai, in seinem Denken gestört, hielt an und schrie den Spatz an: „Geh mir aus dem Weg, du nichtswürdiges Federvieh!“

Der Spatz aber entgegnete ganz keck: „Nein, das werde ich nicht tun. Ich habe eine große Aufgabe zu verrichten.“ Ganz überrascht und erstaunt über die selbstbewusste Antwort des Spatzen, stieg der Samurai von seinem Pferd ab, beugte sich zu dem Spatzen hinunter und sprach:

„Sage mir, was ist denn so wichtig, dass du mir den Weg nicht freimachen willst?“
„Oh“, sagte der Spatz, „man hat mir gesagt, dass heute der Himmel auf die Erde fallen wird, und da liege ich nun, um ihn mit meinen Füßen aufzufangen.“

Als dies der Samurai hörte, da fing er an zu lachen und konnte beinahe nicht mehr aufhören. Und er rief prustend: „Was, du kleines Federknäulchen willst mit Deinen dürren Beinchen den Himmel auffangen?“ Der kleine Spatz erwiderte ganz ruhig und klar: „Tja, man tut was man kann!“

(Nach einer alten Japanischen Lehrgeschichte.
Bearbeitet von Karlheinz Schudt.)

Mit Märchen aus der Krise!

Die Welt scheint voller Krisen zu sein – wohin das Auge blickt. Ob wir jemals in der Menschheitsgeschichte ein Zeitalter hatten, in dem es mehr oder weniger Krisen gab, beruht auf Spekulationen und dem Glauben an die Wahrhaftigkeit unserer Geschichtsschreiber. Hinzu kommt, dass in der Neuzeit die Wichtigkeit einer Krise durch die weltumspannende und häufig einseitige und emotionale Berichterstattung der Medien je nach deren gesellschaftlicher, politischer oder wirtschaftlicher Ausrichtung dramatisiert oder heruntergespielt wird.

Doch welchen Sinn haben Krisen für die Menschen? Sind es jene „Strafen“, die der „liebe Gott“ als Konsequenzen für die Dummheiten seiner menschlichen Schöpfungen vorgesehen hat? Gibt es überhaupt einen „strafenden Gott“ oder sind diese Konsequenzen in Wahrheit „Wegweiser“, um endlich für die wahre Lebensaufgabe und das ureigene Lebensziel wach zu werden, anstatt die Dummheiten von „Gestern“ in einem „neuen Kleid“ zu wiederholen?

Mit Märchen über den eigenen „Tellerrand“ schauen!

In jeder Krise scheint alles Erreichte zusammenzubrechen. Große Hochachtung vor diesem unscheinbaren, kleinen Tierchen, das sich durch nichts von seinem Ziel abbringen lässt. Entgegen der Einschüchterungs-Versuche des arroganten Samurais, glaubt der Spatz noch an die Verwirklichung seiner Aufgabe – die Welt zu retten.

Aber mal ehrlich! Kennen wir nicht irgendwie diesen Samurai? Ist er nicht mit unserem Verstand verwandt, der gemäß seiner Natur nur das gelten lässt, was seiner althergebrachten Glaubens-Vorstellung und seinen eintrainierten Mustern entspricht? Wenn es mal nicht so läuft, wie es vorgesehen ist, dann zweifelt er, flüchtet vor sich selbst oder sucht die Schuld für die eigene Misere bei anderen.

„Ja, aber“ – werden Sie vielleicht denken, „ein Spatz, der den Himmel auffängt? Das ist doch unmöglich!“ Richtig! Aber haben Sie schon einmal gesehen, dass der Himmel auf die Erde fällt? Oder, dass ein Samurai mit einem Spatzen spricht?? Oder, dass ein Spatz überhaupt spricht???

Märchen führen nach Innen und vermitteln Zuversicht!

Offenbar geht es um viel tiefere Prozesse, die vor allem das Märchen aber auch viele Weisheitsgeschichten in Seelenbildern schildern. Wie in den Märchen, insbesonders den Volksmärchen, gibt es Situationen, in denen der Märchenheld bzw. die -heldin eine undurchführbare Aufgabe bewältigen muss. Im Märchen vom „Trommler“, gesammelt von den Brüdern Grimm, muss er mit einem Fingerhut vor Einbruch der Dunkelheit einen See ausschöpfen. Schafft er wohl diese Aufgabe? Na klar – im Märchen ist alles möglich. Aber wie ist es in der sogenannten Realität?

Wenn die Märchen oder Märchen Bilder tatsächlich Ausdruck einer „inneren Realität“ sind, dann sind sie doch auch verwandt mit unserer „äußeren Realität“, denn schließlich entsteht jede Idee, jeder Verwirklichungs-Gedanke, jede Lösung immer im Inneren. Folglich muss in dieser Situation auch eine Lösung des Problems oder der Krise liegen.

schlafenWas tut der Märchenheld in Anbetracht einer unlösbaren Aufgabe? Er setzt sich ans Ufer, trägt sein Schicksal und beginnt, Fingerhut um Fingerhut den See auszuschöpfen – trotz der scheinbaren Unmöglichkeit seines Unterfangens. Aber was geschieht? Es erscheint eine weise Frau, schlägt ihm vor, er solle sich doch schlafen legen, und als er wieder aufwacht, ist der ganze See ausgeschöpft.

Märchen führen in die innere Ruhe und entschleunigen,
denn aus der Ruhe wächst Kraft und Inspiration!

Wird hier nicht deutlich, dass ein Problem, eine schwerwiegende Krise gar nicht mehr äußerlich zu lösen ist? Im Gegenteil, je massiver und wütender ich mich mit aller Gewalt gegen ein auftretendes Problem stelle, desto massiver, unkontrollierter und gefährlicher wird es sich entwickeln und mich gerade dort überraschen, wo ich es nicht unbedingt erwarte.

Märchen fördern das Mitgefühl und die Kreativität!

Glauben Sie, dass der Spatz es schaffen wird? Natürlich, denn er ist voller Liebe, Hingabe und Vertrauen in das Gelingen seines Vorhabens zum Wohle der ganzen Erde. Und er ist frei von Angst, Vorurteil, Hochmut und Arroganz. Mit solchen Eigenschaften stehen ihm alle verfügbaren „himmlischen Kräfte“ bei.

Jede Krise ist ein „Sprungbrett“ in ein noch erfüllteres Leben. Um so wacher und offener sich ein Mensch in solchen Schwellensituationen für seine Mitmenschen, seine Umwelt und Innenwelt zeigt, desto größer ist die Hilfe, die ihm zuteil wird. Je früher er dies erkennt, desto eher wird er sein Leben darauf ausrichten. Er wird sich in schwierigen Situationen mit seinen inneren und äußeren Helfern verbinden können und voller Kreativität und Zuversicht sein Leben meistern.

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

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Was haben Märchen, Riesen, Eier und Ostern gemeinsam?

Ostern mit Märchen und GeschichtenMittlerweile weiß ja fast jedes Kind, dass der Osterhase keine Eier legt, obwohl „Hase“ und „Ei“ traditionell mit Ostern in Verbindung gebracht werden. Doch beide deuten auf die (Wieder-)Geburt von etwas Neuem hin. Dass all dies auch in den ersten Wochen des Frühlings geschieht, ist aufgrund des neu entstehenden Lebens in der Natur kein Zufall.

Wer Hasen kennt, weiß, wie äußerst fruchtbar diese Tiere sind und auch im Dreihasenbild im Paderborner Dom, auf dem 3 Hasen gleichzeitig 3 Ohren haben, und doch keinem eines fehlt, vermutet man ein Symbol der Dreieinigkeit „Vater, Heiliger Geist, Sohn“.

Vom „Ur-Ei“ zur „Ur-Familie!

Wer immer auch hinter dem geheimnisvollen „Heiligen Geist“ stecken mag, in Kreisen, die dem Weiblichen ebenfalls zugeneigt sind, wird diese Ur-Familie einfach „Vater, Mutter, Kind“ genannt. Was das Ei betrifft, so ist es doch fast schon ein Wunder, dass aus einem nahezu leblosen Gegenstand aktives Leben entsteht! Im alten Ägypten, in Phönizien und in Persien galt das Ei als Ursprung der Welt. Alles Leben kam aus dem Ur-Ei, das eines Tages vom Himmel fiel.

Inspiration zu Ostern mit Märchen und Weisheitsgeschichten

Ach ja, haben Sie bereits erraten, in welchem Grimmschen Märchen ein Ei und zwei Riesen eine wichtige und erlösende Rolle spielen? Nein? Dann genießen Sie das Märchen und lesen Sie meinen Tipp:

Das Märchen finden Sie übrigens mit einem Klick hier:
>>> Märchen von der Kristallkugel <<<

Mein TIPP zu Ostern:

Lassen Sie sich niemals von Ihrem wahren, inneren Lebensziel abhalten! Auch wenn Sie schon unzählige Um- und Irrwege gegangen sind, konzentrieren Sie sich immer wieder auf das Wesentliche in Ihrem Leben und machen Sie es wie der Jüngling im Grimmschen Märchen „Die Kristallkugel“. Der bewahrte sein Ziel so tief in seinem Herzen, dass er sich nicht einmal von zwei gewaltigen Riesen ablenken ließ und schließlich mit einem glühenden Ei und seinem kostbaren Inhalt die wahre Liebe entdeckte!

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

Schöpfe Kraft und Inspiration

Schöpfe Kraft und Inspiration im Herzen Deines Wesens und verwirkliche in Gemeinschaft das Werk der Liebe. Jahresmotto 2010 des Märchen- und Lichtimpulses.

Meditativer Text zum Jahresmotto 2010
Schöpfe Kraft und Inspiration

Aus DER LIEBE geboren
bist Du jetzt und immer
in IHR geborgen
und empfängst zu jederzeit
DIE KRAFT, DAS GLÜCK
und DIE FÜLLE DES LEBENS.

Sobald Du die Werte,
die Fähigkeiten und die Möglichkeiten
Deines Lebens in Gang setzt
und sie entflammst,
vertiefst und anwendest,
wird sich auch Deine Energie,
Deine Beweglichkeit
und Deine Lebensqualität
wesentlich vermehren,
ganz besonders, wenn Du Dich
ständig am tiefsten Traum,
Wunsch und Bedarf
Deiner Mitmenschen orientierst.

Strecke Deine helfende Hand aus
und gib von Herzen dem Anderen
was er sich wünscht,
nimm selbst dankbar
die Hilfen Deiner Helfer in Anspruch
und wirke rege und täglich
mit Deinen Helfern zusammen.

Verwirkliche in jedem Augenblick
Deine allerbeste Aufgabe,
Deine inniglichste Berufung,
Dein erfüllendes Lebenswerk
und DAS HOHE WERK DER LIEBE.

Aus dem tiefsten Quell
in Deiner Seele,
schöpfe zu jeder Zeit
Deine Ideen, Deine Vorstellungen,
Deine Vorgehensweise
und Deine Impulse zu Taten
und setze diese gleich um,
mit Begeisterung, Schwung
und Ausdauer.

Bleibe stetig Deinem tiefsten Traum,
Wunsch und Ziel
zugeneigt, treu und aktiv.
Gehe weiter auf DAS LICHT zu
und lasse Dich von IHM
auf Deinem Weg begleiten.

Vollziehe JETZT und allezeit
in Gemeinschaft,
DAS HOHE und WEISE WERK
DER LIEBE.
Schätze, ernte und genieße
in jedem Augenblick
die ewig wahren Früchte des Lebens.

© 2010 Verein „Märchenhaft leben“ Vlotho

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