Über Sinn und Unsinn von Wunder-Kräften

Über Sinn und Unsinn von Wunder-KräftenEin in spirituellen Dingen äußerst belesener und weitgereister Mann brüstete sich eines Tages seiner übermenschlichen Wunder-Fähigkeit, über Wasser gehen zu können. „Nur durch harte spirituelle Arbeit, gnadenlose Enthaltsamkeit und manigfaltige Buße“, so sprach er, „war es mir möglich, im Laufe von 20 Jahren diese außergewöhnliche Kunst zu entwickeln“.

Nachdem er nun so einige Zeit vor einer Menge Menschen gesprochen und sich voller Eitelkeit unendlich selbst gelobt hatte, erhob sich eine Stimme aus der Menge, die fragte ihn: „Wieviel kostet die Fähre über den Fluß?“ „10 Kreuzer“, antwortete der wunderkräftige Mann. Da lächelte der unbekannte Jemand aus der Menge und rief: „Das ist doch schon seltsam. Du hast 20 Jahre darauf verwendet, etwas zu tun, was dich nur 10 Kreuzer gekostet hätte?“

(nach einer alten Lehrgeschichte,
bearbeitet von Karlheinz Schudt)

Über Sinn und Unsinn von Wunder-Kräften.

Kennen Sie Superman oder Superwoman? Wahrscheinlich schon, denn wer sich ein wenig in der Comic-Welt auskennt und auch gelegentlich das Kino- oder Fernsehprogramm verfolgt, der wird an diesen oder ähnlichen, nach alter Hollywood-Manier agierenden, Superhelden oder -heldinnen nicht vorbei kommen. Es sind jene künstlichen Übermenschen oder Halbgötter, die alles wieder gerade biegen, was der gewöhnliche Mensch vermasselt hat. Und nicht nur das, sie beschützen die Menschheit vor Unglück, Umweltkatastrophen, Anschlägen, Kriminalität und vielem mehr.

Auf den ersten Blick scheinen die Aktionen jener meist hocheitlen Wunder-Menschen eine respektable und recht praktische Angelegenheit zu sein, suggerieren sie doch, dass es bei irgendwelchen Problemen im Alltag das Allerbeste sei, einen starken Mann oder eine starke Frau um sich zu haben, die alles wieder ins Lot bringen, die „Bösen“ bestrafen und die „Guten“ belohnen.

Und mal ehrlich, geben wir nicht gerne Verantwortungen für Schwierigkeiten in unserem Leben, die uns selbst als zu unbequem erscheinen, an andere ab, von denen wir glauben, dass sie wesentlich fähiger als wir selbst sind, diese zu lösen? Ach ja, und wer in unserer heutigen Zeit wirklich „die Bösen“ und „die Guten“ sind, das zu unterscheiden wird in Anbetracht des nicht immer gleich erkennbaren und oft einseitigen „schwarz/weiß“ Denkens unserer komplexer werdenden Medienlandschaft wesentlich schwieriger und undurchschaubarer.

Die Wunder in sich selbst entdecken!

Auch die Märchen sprechen gerne von Helden oder Heldinnen. Allerdings unterscheidet sich ihr Wirken von obigen vermeintlichen Supermenschen dadurch, dass dies keinesfalls durch zur Schau stellen von irgendwelchen Äußerlichkeiten geschieht, wie z. B. das „Muskeln spielen lassen“ oder ein trendmäßiges Schönheitsideal, etc. Auch werden sie nie oder nur selten namentlich genannt. Oft sind es sogar die Dummlinge, die man vielleicht sogar als Anti-Helden bezeichnen darf und die nicht durch brachiale Gewalt das sogenannte „Böse“ vernichten, sondern „es“ durch Urvertrauen, Mitgefühl und Lebensfreude überwinden, ja sogar verwandeln.

Jene stillen und unscheinbaren Märchen-Helden sind keinesfalls in der übersteigerten, künstlich erschaffenen Figur eines veräußerlichten Supermans oder dergleichen zu finden, sondern im INNEREN (auf dem „Seelengrund“) eines jeden Menschen selbst! Dort wäre das Wunder zu finden und wer weiß, welche positiven Auswirkungen dann die Erkenntnis und die Gewissheit über jenes Wunder in einem selbst auf die eigenen sichtbaren und unsichtbaren Fähigkeiten und Kräfte hätte. Womöglich wären wir zu Leistungen imstande, von denen wir zuvor nicht zu träumen wagten.

Unser Alltag ist die größte Herausforderung!

Ob es nun gerade jene Wunder-Kraft sein muss, über Wasser zu gehen, das wiederum wage ich zu bezweifeln. Schließlich bietet der ganz gewöhnliche Alltag an sich unzählige nützliche Herausforderungen und Möglichkeiten, die es zu bewältigen oder umzusetzen gilt. Und wer dabei auch noch seinen Mitmenschen hilft, ihre eigenen Wunder-Kräfte in sich zu entdecken und anzuwenden, der braucht dann keineswegs mehr einen starken Mann oder eine starke Frau im Äußeren „anzubeten“ oder zu verherrlichen, die es richten sollen. Denn was sogenannte „starke Männer“ in unserer geschichtlichen Vergangenheit so alles angerichtet haben, das wiederum wäre eine andere, selten rühmliche Geschichte.

Übernehmen wir also die Verantwortung für uns selbst und machen wir es wie der gute alte Baron von Münchhausen, der sich nebst Pferd an den eigenen Haaren aus dem Sumpf gezogen hat.

Und wie auch Sie als Geschichten- und MärchenerzählerIn mehr Wunder, Urvertrauen, Mitgefühl und Lebensfreude unter die Menschen bringen können, das erfahren Sie in der Ausbildung zum(r) Märchen- und GeschichtenerzählerIn oder im Lernprogramm „Märchen erzählen lernen beginnt schon zu Hause“.

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter
Erzählerkurs, Lernprogramm Märchen erzählen lernen

 

Der Drache als Seelenbild

DracheSie wissen sicherlich, welche Schätze Drachen bewachen? Richtig, meist sind es Prinzessinnen oder gewaltige Schatztruhen. Nun ist ja ein Drache in den Märchen oder Sagen alles andere als die billige Kopie eines Dinosauriers oder das sensationsträchtige Produkt eines aus dem Hirn entsprungenen Hollywood – Filmemachers.

Drachen sind Wesen, die in unserer eigenen Seele hausen und die, weiß Gott, nichts anderes als all jene negativen Gedanken, Gefühle, Widerstände und Abneigungen symbolisieren, die wir im Laufe unseres Lebens angezogen oder sogar eintrainiert haben.

Das ist in der Regel nicht unbedingt eine Katastrophe, schließlich gibt es wohl kaum einen Menschen auf diesem Erdenrund, der von solchen einseitig emotionalen und  verstandesbetonten Extremen verschont wird. Aber wer sie verneint, verdrängt oder sogar bekämpft, der wird bald unangenehm bemerken, dass sie noch wuchtiger werden.

Der Drache als ein Bild unserer Seele

Doch wie wir ja wissen sind Drachen, bzw. die bildliche Vorstellung jener Wesen, aus unserer Fantasie entstanden. Schließlich kann der Mensch nur das verstehen, was er sich vorstellen kann. Und dafür sind Bilder meist eine geeignete Form, selbst wenn sie völlig unterschiedlicher Natur sind.

Sobald wir uns eine Vorstellung von jenen Wesen machen, dann müssten wir uns gleich bewusst sein, dass diese Imagination nur ein Versuch ist, unsere innere Welt damit ein klein wenig auszudrücken.

Und so wenig unsere Innenwelt auf Dauer zu verleugnen ist, so wenig lassen sich eben Drachen bekämpfen bzw. besiegen. Je mehr man gegen sie kämpft, desto mächtiger werden sie.

Wie kann man auch etwas bekämpfen, das in unserer Seele steckt? Denn je mehr wir unsere negativen Gedanken bekämpfen, verleugnen oder weghaben wollen, desto massiver werden sie sich zeigen und vor uns aufbäumen.

Den Drachen bekämpfen oder besser integrieren?

Doch wie können wir all jene negativen Gedanken sinnvoll integrieren, so dass sie uns ständige Helfer sind auf unserem Weg zum Ziel?

Und was können wir tun, damit wir jederzeit rechtzeitig erkennen, wenn der Drache wieder sein giftiges Feuer versprüht bzw. die negativen Gedanken unseren Alltag beherrschen?

In der asiatischen Kultur ist ein Drache eher ein helfendes Wesen, selbst wenn er eine gewaltige Zerstörungskraft in sich birgt. Die Hilfe jedoch kann erst dann dienen, wenn man ihn nun ständig im Blick behält und mit dem beschäftigt, was allen auch von Nutzen ist. Schließlich bleibt er ja ein Drache und verwandelt sich keineswegs in ein braves Schoßhündchen.

Die Prinzessin als Symbol für Schönheit und Inspiration

Nun ist uns ja bekannt, dass ein Drache besonders scharf auf Prinzessinnen ist. Mit anderen Worten könnte das bedeuten, dass die Prinzessin das Schöne und Inspirierende in uns ist. Der Drache allerdings, als Sinnbild unserer negativen Gedanken und Gefühle, beherrscht und unterdrückt sie und wird keinerlei Interesse zeigen, diese Vorherrschaft aufzugeben.

Es sei denn, er findet seine wahre Aufgabe, die allen dient. Und wenn dies nicht der Fall ist, dann sollten wir ein wenig nachhelfen.

Mein Tipp für den Alltag:

Beobachten Sie immer wieder Ihre Gedanken und Gefühle. Doch werten Sie nicht. Meist werden wir mit unserem inneren Drachen konfrontiert, wenn wir eine Botschaft unserer Seele missachtet, verdrängt, abgelehnt oder einen sonstigen inneren Mangel nicht genügend ernst genommen haben. Je früher wir das erkennen und rechtzeitig beheben, desto weniger wird der Drache an Macht gewinnen. Fragen Sie sich, wo könnte Ihr „Seelen-Drache“ sinnvoll dienen? Märchen und Weisheitsgeschichten können dabei besonders helfen!

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

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Das Geheimnis von Sonne, Mond und Sterne

SonneSonne, Mond und Sterne sind seit jeher ein beliebtes Anschauungsobjekt für Forscher und Träumer. Doch was fasziniert noch heute die Menschen an diesen leuchtenden Himmelsgestirnen?

Ist es vielleicht die Sehnsucht nach der unendlichen Weite des Kosmos, in dem sich der menschliche Verstand vollkommen zu verlieren scheint? Oder ist es das immerwährende Licht, ein weit entferntes Ziel am Himmel, das es voll Sehnsucht zu erreichen gilt?

Der Kosmos als Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzung?

Unzählige Anstrengungen gab es bereits, diese Gestirne zu erforschen oder zu betrachten. Ob in der Raumfahrt, der Astronomie, Astrologie oder gar in den fantastischen Vorstellungen kreativer Produzenten von Science Fiction oder Fantasy-Filmen.

Dank modernster Computeranimation wird hier der Kosmos in Hollywood-Manier zu einem erweiterten Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen gemacht, wie z. B. in den Filmen: „Krieg der Sterne“ oder „Independence Day“. Gekonnt wird unerforschtes Gebiet, gemischt mit einer gehörigen Portion menschlicher Angst vor dem Unbekannten, zu Sensations-Kassenschlagern vermarktet.

Doch wie so oft sucht der Mensch die Faszination und vor allem das Geheimnis solcher Himmelsphänomene im Äußeren. Wenn man bedenkt, wie viel Anstrengungen heute die Menschen mit einer ausgeklügelten Technik damit verbringen, ihren Körper über diese Erde zu transportieren, zu nähren und zu unterhalten und wie wenig Aufmerksamkeit im Vergleich dazu sie den inneren Welten widmen, ist dies nicht verwunderlich.

Glücklich ist leider noch niemand damit so recht geworden und wenn das eine „Spielzeug“ nicht mehr seinen Zweck erfüllt, dann wird es weggeworfen und es werden die größten Anstrengungen unternommen, möglichst schnell ein „Neues“ zu finden.

Sonne, Mond und Sterne als Symbol einer inneren Realität

Sonne, Mond und Sterne sind aber viel mehr, als jene äußeren Himmelserscheinungen und ihr Geheimnis liegt nur zu einem kleinen Teil in ihrer Entfernung zur Erde, ihrer Größe oder Lichtintensität.

Schon seit Urzeiten waren Sonne, Mond und Sterne bei den Menschen besondere Zeichen einer inneren Realität, Symbole von inneren Lebensprozessen, die nicht selten in Form von Schmuck getragen oder künstlerisch dargestellt wurden (z. B. Bei den Mayas, Azteken, Ägyptern, Bogumilen, Kelten u.s.w.). Auch in vielen Märchen kommen diese Motive vor.

Insbesondere aus der Sammlung der Brüder Grimm finden wir z. B. in Sterntaler, bei den Sieben Raben, im Trommler und auch in der Wahren Braut Hinweise, die in Verbindung mit Sonne, Mond und Sterne auf innere Entwicklungs-Prozesse hinweisen.

Welche wundersamen Geheimnisse insbesondere die Märchen noch offenbaren können und wie diese ganz praktisch im Alltag zu mehr Glück, Liebe, Erfolg und Gesundheit führen können, erfahren Sie z. B. in den Sieben Urbildern des Märchens und des Lebens oder aber in der Märchen-ErzählerIn-Ausbildung.

Ich würde mich freuen, Sie einmal dort kennenlernen zu dürfen!

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

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