Die Hoffnung stirbt zuletzt – oder???

Hoffnung stirbt zuletztHoffnung – oder was von einem Frosch zu lernen ist!

Zwei Frösche hüpften einmal hinaus in die weite Welt, um sie kennen zu lernen. Sie hatten ihr armseliges und langweiliges Leben im Tümpel satt, waren voller Tatendrang und auf große Abenteuer aus. Weit jedoch kamen sie nicht. Es war sehr heiß, die Landstraße staubig und weit und breit war kein einziges Wasserloch zu finden. Ihr Durst wurde schließlich so groß, dass sie am Abend heimlich durch die Türe eines nahegelegenen Bauernhauses schlüpften.

Auf dem Küchentisch stand eine Schale voll Milch. Sie konnten ihr Glück einfach nicht fassen, sprangen geschwind auf den Stuhl, dann auf den Tisch und schließlich stürzten sie sich übermütig in die Milchschale hinein. Sie tranken und tranken, bis ihr Durst gestillt war. Schließlich wollten sie wieder aus der Schale heraus, aber das misslang. Sie waren so vollgesoffen und der Rand der Schale so rutschig, dass sie immer wieder an der glatten Wand in die Milch hineinfielen. Das ging so lange, bis sie ihre dünnen Beinchen vor Erschöpfung kaum noch bewegen konnten. Da sprach der eine: „Was soll’s? Kein Plagen hilft mehr! Es ist aus mit uns beiden!“ Kaum hatte er das gesagt, ließ er sich zu Boden sinken und ertrank.

Der zweite Frosch jedoch gab die Hoffnung nicht auf. Er nahm seine letzte Kraft zusammen und strampelte und schwamm und strampelte, ja er schwamm und strampelte die ganze Nacht hindurch. Am anderen Morgen, als die Sonne aufging, da saß er ganz überrascht auf einem Butterklumpen. Mit letzter Kraft konnte er nun über den Rand der Schale klettern und war gerettet.

(Nach Aesop, neu geschrieben von © Karlheinz Schudt)

Die Hoffnung stirbt zuletzt – so heißt es – aber kann Hoffnung sterben?

Martin Luther soll einmal gesagt haben: „Wenn morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“ Nun weiß man ja nicht so genau, ob er das wirklich verlautbaren ließ oder ob es nur ein Sinnbild seiner eigenen Einstellung zum Leben war. Wie auch immer, jedenfalls spricht daraus eine Eigenschaft, die man selbstverständlich jedem Menschen wünscht auf dieser Erde, am meisten allerdings jenen, die ungewöhnliche Aufgaben, Visionen und Projekte zu verwirklichen haben und die ihrer Zeit meist weit voraus sind und als Außenseiter oder Spinner abgetan werden.

Jeder weiß, wie schwer es ist, etwas verwirklichen zu wollen, vor allen Dingen wenn es im gesellschaftlichen Umfeld auf großen „Gegenwind“ stößt. Aber das ist das Gesetz des Widerstandes. Jeder Aufstand erzeugt immer Widerstand, jede Aktion schafft eine Reaktion und jede Initiative erlebt irgendwann eine Gegenbewegung. Im seelischen Bereich ist das nicht anders. Die Frage ist eben nur, ob ich den Widerstand als Strafe betrachte oder als Möglichkeit, neues zu entdecken, neues zu lernen und über meinen „Schatten“ zu springen bzw. über meinen „Tellerrand“ hinaus zu blicken. Denn mal ehrlich, wenn alles reibungslos im Leben ginge, wie langweilig wäre es und wo könnten wir uns wirklich noch entwickeln bzw. innerlich wachsen?

Die Hoffnung stirbt nicht, wenn sie zur Gewissheit wird!

Nun sagt sich das immer leichter, als es sich dann im Alltag verwirklichen lässt. Aber was bleibt uns letztendlich übrig? Zumindest die Entscheidung können wir treffen, welcher Frosch sich in unserem Gemüt ausbreitet. Ist es derjenige, der den sprichwörtlichen „Kopf in den Sand“ steckt und in seiner eigenen Hoffnungslosigkeit „ertrinkt“ oder vielleicht eher jener, der weitermacht und sich von nichts mehr abhalten lässt, selbst wenn er nicht einmal weiß, wie weit das Ziel noch entfernt ist bzw. ob er es jemals erreicht? Aber vielleicht ist das Ziel gerade dann ja ganz nahe, wenn man den Entschluss gefasst hat, weiterzumachen!? Oder anders ausgedrückt, vielleicht standen viele kurz vor dem Ziel, hätten sie nur nicht aufgegeben!?

Bringen auch Sie mehr Hoffnung, Urvertrauen
und Lebensfreude unter die Menschen!

Wie auch Sie als Geschichten- und MärchenerzählerIn mehr Hoffnung, Gewissheit, Urvertrauen und Lebensfreude entdecken und unter die Menschen bringen können, das erfahren Sie in der Ausbildung zum(r) Märchen- und GeschichtenerzählerIn oder im Lernprogramm „Märchen erzählen lernen beginnt schon zu Hause“.

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

Erzählerkurs, Lernprogramm Märchen erzählen lernen

Über Sinn und Unsinn von Wunder-Kräften

Über Sinn und Unsinn von Wunder-KräftenEin in spirituellen Dingen äußerst belesener und weitgereister Mann brüstete sich eines Tages seiner übermenschlichen Wunder-Fähigkeit, über Wasser gehen zu können. „Nur durch harte spirituelle Arbeit, gnadenlose Enthaltsamkeit und manigfaltige Buße“, so sprach er, „war es mir möglich, im Laufe von 20 Jahren diese außergewöhnliche Kunst zu entwickeln“.

Nachdem er nun so einige Zeit vor einer Menge Menschen gesprochen und sich voller Eitelkeit unendlich selbst gelobt hatte, erhob sich eine Stimme aus der Menge, die fragte ihn: „Wieviel kostet die Fähre über den Fluß?“ „10 Kreuzer“, antwortete der wunderkräftige Mann. Da lächelte der unbekannte Jemand aus der Menge und rief: „Das ist doch schon seltsam. Du hast 20 Jahre darauf verwendet, etwas zu tun, was dich nur 10 Kreuzer gekostet hätte?“

(nach einer alten Lehrgeschichte,
bearbeitet von Karlheinz Schudt)

Über Sinn und Unsinn von Wunder-Kräften.

Kennen Sie Superman oder Superwoman? Wahrscheinlich schon, denn wer sich ein wenig in der Comic-Welt auskennt und auch gelegentlich das Kino- oder Fernsehprogramm verfolgt, der wird an diesen oder ähnlichen, nach alter Hollywood-Manier agierenden, Superhelden oder -heldinnen nicht vorbei kommen. Es sind jene künstlichen Übermenschen oder Halbgötter, die alles wieder gerade biegen, was der gewöhnliche Mensch vermasselt hat. Und nicht nur das, sie beschützen die Menschheit vor Unglück, Umweltkatastrophen, Anschlägen, Kriminalität und vielem mehr.

Auf den ersten Blick scheinen die Aktionen jener meist hocheitlen Wunder-Menschen eine respektable und recht praktische Angelegenheit zu sein, suggerieren sie doch, dass es bei irgendwelchen Problemen im Alltag das Allerbeste sei, einen starken Mann oder eine starke Frau um sich zu haben, die alles wieder ins Lot bringen, die „Bösen“ bestrafen und die „Guten“ belohnen.

Und mal ehrlich, geben wir nicht gerne Verantwortungen für Schwierigkeiten in unserem Leben, die uns selbst als zu unbequem erscheinen, an andere ab, von denen wir glauben, dass sie wesentlich fähiger als wir selbst sind, diese zu lösen? Ach ja, und wer in unserer heutigen Zeit wirklich „die Bösen“ und „die Guten“ sind, das zu unterscheiden wird in Anbetracht des nicht immer gleich erkennbaren und oft einseitigen „schwarz/weiß“ Denkens unserer komplexer werdenden Medienlandschaft wesentlich schwieriger und undurchschaubarer.

Die Wunder in sich selbst entdecken!

Auch die Märchen sprechen gerne von Helden oder Heldinnen. Allerdings unterscheidet sich ihr Wirken von obigen vermeintlichen Supermenschen dadurch, dass dies keinesfalls durch zur Schau stellen von irgendwelchen Äußerlichkeiten geschieht, wie z. B. das „Muskeln spielen lassen“ oder ein trendmäßiges Schönheitsideal, etc. Auch werden sie nie oder nur selten namentlich genannt. Oft sind es sogar die Dummlinge, die man vielleicht sogar als Anti-Helden bezeichnen darf und die nicht durch brachiale Gewalt das sogenannte „Böse“ vernichten, sondern „es“ durch Urvertrauen, Mitgefühl und Lebensfreude überwinden, ja sogar verwandeln.

Jene stillen und unscheinbaren Märchen-Helden sind keinesfalls in der übersteigerten, künstlich erschaffenen Figur eines veräußerlichten Supermans oder dergleichen zu finden, sondern im INNEREN (auf dem „Seelengrund“) eines jeden Menschen selbst! Dort wäre das Wunder zu finden und wer weiß, welche positiven Auswirkungen dann die Erkenntnis und die Gewissheit über jenes Wunder in einem selbst auf die eigenen sichtbaren und unsichtbaren Fähigkeiten und Kräfte hätte. Womöglich wären wir zu Leistungen imstande, von denen wir zuvor nicht zu träumen wagten.

Unser Alltag ist die größte Herausforderung!

Ob es nun gerade jene Wunder-Kraft sein muss, über Wasser zu gehen, das wiederum wage ich zu bezweifeln. Schließlich bietet der ganz gewöhnliche Alltag an sich unzählige nützliche Herausforderungen und Möglichkeiten, die es zu bewältigen oder umzusetzen gilt. Und wer dabei auch noch seinen Mitmenschen hilft, ihre eigenen Wunder-Kräfte in sich zu entdecken und anzuwenden, der braucht dann keineswegs mehr einen starken Mann oder eine starke Frau im Äußeren „anzubeten“ oder zu verherrlichen, die es richten sollen. Denn was sogenannte „starke Männer“ in unserer geschichtlichen Vergangenheit so alles angerichtet haben, das wiederum wäre eine andere, selten rühmliche Geschichte.

Übernehmen wir also die Verantwortung für uns selbst und machen wir es wie der gute alte Baron von Münchhausen, der sich nebst Pferd an den eigenen Haaren aus dem Sumpf gezogen hat.

Und wie auch Sie als Geschichten- und MärchenerzählerIn mehr Wunder, Urvertrauen, Mitgefühl und Lebensfreude unter die Menschen bringen können, das erfahren Sie in der Ausbildung zum(r) Märchen- und GeschichtenerzählerIn oder im Lernprogramm „Märchen erzählen lernen beginnt schon zu Hause“.

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter
Erzählerkurs, Lernprogramm Märchen erzählen lernen