Der halbe Mann und sein Schicksal

Über das Schicksal
Der halbe Mann – eine Geschichte aus Nepal

Wir Menschen sind doch recht seltsame Wesen. Wir vergleichen uns gern mit anderen Menschen, freuen uns wenn wir vermeintlich besser sind und ärgern uns, wenn wir nicht so gut sind, wie der oder die andere.

Dabei übersehen wir unsere wahre Natur, unsere besonderen Eigenschaften, Stärken und Fähigkeiten und sind nur noch mit dem beschäftigt, was uns immer weiter von unserer wahren Natur entfernt.

Wir sind mit nichts längere Zeit zufrieden im Leben und wünschen uns ein anderes, ein besseres Los, ohne dabei zu bedenken, dass jedes andere, vermeintlich bessere Schicksal, ebenso seine Tücken und Fallen hat.

Wieviel besser und sinnvoller wäre es, wenn wir unser Schicksal bejahen und das Beste für alle daraus machen würden? Wer weiß, vielleicht wäre das der erste und größte Schritt zu unserem Glück und dem Entdecken und Entfalten unserer wahren Natur.

Der Geschichten- und Märchenerzähler Karlheinz Schudt erzählt ein Märchen (siehe obiges Video) aus Nepal vom halben Mann, der mit seinem Los nicht zufrieden war.

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Märchen erzählen lernenMärchen und Geschichten erzählen lernen

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Der Narr und das Glück

Der Narr und das Glück
Eine märchenhafte Weisheitsgeschichte

Was macht eigentlich das wahre Glück im Leben aus? In den Märchen können wir jedenfalls eine Menge Hinweise dazu finden. Wie es aber jemandem geht, der sein Glück von anderen oder den äußeren Umständen abhängig macht, das erfahren wir in der Geschichte „Der Narr und das Glück“, frei erzählt vom Märchenerzähler Karlheinz Schudt:

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Narr und das Glück - Märchen erzählen lernen


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Was ein Esel mit Lust und Liebe zu tun hat!

Lust, Liebe, Glück: Äußeres Glück kann nur durch inneres Glück entstehen und jedes Unglück trägt auch den Keim zu einer glücklichen Wandlung in sich. Davon berichten nicht nur viele der fast über 200 gesammelten Märchen der Brüder Grimm, sondern unzählige Märchen und Weisheitsgeschichten aus der ganzen Welt.

Mit Urvertrauen und Mitgefühl zu Glück und Zufriedenheit
Märchen und Geschichten zum Schmunzeln und Träumen aus aller Welt

So heißt das abendliche Erzähl-Programm für Erwachsene von Karlheinz Schudt. Der Märchenerzähler führt das Publikum mit seinen Märchen und Geschichten bildhaft und stimmungsvoll, mal besinnlich, mal mit Humor, mal frech und gewitzt in drei „innere Länder“ oder Seelenlandschaften. Das erste Land ist das der „falschen und wahren Wünsche“, im zweiten Land erleben die ZuhörerInnen, „wie Herausforderungen gemeistert werden können“ und im dritten Land hören sie „von der Lust, dem Glück und der Liebe“.

Wenn zwei sich lustvoll der Liebe hingeben,
hat ein Esel dabei nichts verloren …

Eigentlich geht es im Leben ja immer um die Liebe. Und das wissen wir nicht erst seit den Beatles mit ihrem Lied „All You need is love!“ In der Geschichte im obigen Video geht es allerdings mehr um die Lust, ober besser gesagt um einen „Esel“, der nichts, aber auch gar nichts bei einem Liebespaar zu suchen hatte, das sich – so glaubte es jedenfalls – ungestört und lustvoll den Freuden der Liebe hinzugeben wünschte.

Viel Vergnügen dabei!

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Wie die Selbstgerechtigkeit vom Blitz erschlagen wurde.

Selbstgerechtigkeit - eine Geschichte

Selbstgerechtigkeit: Kennen Sie den Spruch: „Wer den Splitter im Auge des anderen sieht, erkennt den Balken im eigenen Auge nicht!“ Wenn mich nicht alles täuscht, handelt es sich hier um ein Zitat aus der Bergpredigt. Wie leicht rutscht einem dieser Spruch über die eigenen Lippen, vor allem dann, wenn man damit die Untugenden oder Unzulänglichkeiten anderer Menschen verdeutlichen oder verurteilen möchte.

Aber mal ehrlich, ob wir damit die Selbstgerechtigkeit anderer überführen möchten oder womöglich selbst zu jenen Selbstgerechten gehören, die immer nur die Schuld bei den anderen suchen, wir nehmen in jedem Falle eine Position ein, mit der wir uns im Recht wähnen. Nur allzugerne identifizieren wir uns mit den vermeintlich „Guten“ im Leben, mit dem, was wir kennen, lieben und schätzen.

Wehe aber, es schleicht sich etwas ein, was uns unbekannt ist, was wir nicht lenken oder überblicken können. Das macht uns unsicher und Angst und gerade diese lässt uns dann mit einem solchen Eifer Dinge tun, von denen wir glauben, dass sie im Dienst einer guten Sache stehen. In Wirklichkeit repräsentieren diese Taten aber oft nichts anderes als unsere Engstirnigkeit, Einseitigkeit und unseren Fanatismus und bewirken genau das Gegenteil von dem, was wir als das „Gute“ meinten.

Aber sind wir gespannt, was die Geschichte über die Selbstgerechtigkeit zu sagen hat:

Die vier selbstgerechten Bauern

Einmal waren fünf Bauern bei einem schrecklichen Unwetter auf dem Weg nach Hause. Ihr Weg führte sie über einen hohen Berg und als sie dort ankamen, war das Unwetter so heftig, dass an kein Weiterkommen mehr zu denken war. Es stürmte und regnete so gewaltig, dass sie glaubten, stehenden Fußes ertrinken zu müssen. Gleichzeitig fing es auch noch an zu donnern und zu blitzen, als hätte sich die Hölle selbst weit aufgetan.

Glücklicherweise fanden sie auf dem Gipfel des Berges neben einem Baum eine kleine Hütte, in die sie Schutz suchend flüchteten. Dort wollten sie das Unwetter vorüberziehen lassen. Doch das Unwetter dachte gar nicht daran. Es hatte sogar den Anschein, als ob es gerade über dieser Hütte zum Stehen kam und seine ganze Gewalt erst recht entfaltete. Blitze fuhren herab und schlugen unweit der Hütte ein. Andere wiederum kreisten gefährlich am Himmel.

Die Bauern beratschlagten, was sie denn nun tun sollten. Ihre Angst war groß aber die Furcht vor den Göttern noch viel größer. Schließlich glaubten sie, dass ein Sünder unter ihnen die Ursache dieses lebensbedrohlichen Unwetters wäre und die Götter solange keine Ruhe gäben, als bis jener vermeintliche Sünder seiner gerechten Strafe zugeführt würde.

Unter ihnen war ein stiller und bescheidener Bauer, der keine großen Worte machte und auch sonst wegen seiner Ansichten als komischer Sonderling galt. Schließlich verschworen sich die vier anderen gegen ihn und waren sich einig, dass jener Sonderling der Sünder wäre und den Zorn der Götter auf sie alle gelenkt habe. Da wäre es doch recht und billig, wenn gerade jener aus der Hütte hinaus in das Unwetter müsse, um sich vom Blitz erschlagen zu lassen. Nur so wären die Götter zu besänftigen.

Unbarmherzig stießen sie den armen Bauern hinaus und überließen ihn seinem schrecklichen Schicksal, in der Hoffnung, dass nun das Gewitter bald ein Ende nähme. Wie nun der Bauer so alleine, ausgeliefert und hilflos draußen stand, vom Sturm und Regen umpeitscht und von dem Licht der Blitze hell erleuchtet, da kreiste ein ganz besonders mächtiger Blitz am Himmel, fuhr plötzlich mit einer solchen Wucht herab und schlug krachend in die Hütte ein, in der die vier selbstgerechten Bauern saßen.

Nach einer asiatischen Lehrgeschichte, neu geschrieben von Karlheinz Schudt.

© 2018 Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

Sollten auch Sie den tiefen Wunsch verspüren, als MärchenerzählerIn oder GeschichtenerzählerIn unter den Menschen wirken und mehr Zwischenmenschlichkeit, Vertrauen, Mitgefühl und Zuversicht in die Welt und unter die Menschen tragen zu wollen, dann zögern Sie nicht lange. Sie könnten gleich hier und heute beginnen:

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Weltanschauung – Welche ist die richtige? Oder Gott kommt rum!

Weltanschauung

Weltanschauung: Einmal wurde ein Weiser gebeten, den Unterschied zwischen einem Menschen und einem Tier zu erklären. Der Weise lächelte und sprach: „Wenn wir ein Tier, z. B. eine Maus, in ein Labyrinth mit 13 Wegen setzen und am Ende des 12. Weges ein Stück Käse legen, dann wird das Tier schließlich lernen, dass es den leckeren Käse immer am Ende des 12. Weges findet und gleich dorthin gehen. Das lernt der Mensch auch. Wenn er Käse möchte, dann geht er ebenfalls ans Ende des 12. Weges.

Wenn aber eines Tages DIE GROSSE SCHÖPFUNG des Lebens den Käse in einen anderen Weg legt, z. B. ans Ende des 13. Weges, dann wird das Tier weiterhin in den 12. Weg gehen und zwar so lange, bis es kapiert, dass dort der Käse nicht mehr zu finden ist. Irgendwann hört es auf, dort hinein zu gehen und sucht in den anderen Wegen, bis es schließlich den Käse am Ende des 13. Weges findet.

Hier zeigt sich jetzt der Unterschied zwischen Mensch und Tier. Menschen gehen immer ans Ende des 12. Weges, denn sie sind davon überzeugt! Tiere sind von nichts überzeugt, sie interessieren sich für ihre Nahrung, in unserem Beispiel für den Käse. Der Mensch aber bastelt sich eine Weltanschauung über den 12. Weg und davon ist er überzeugt. Er hält es für wichtig, immer in den 12. Weg zu gehen, denn das ist seine Überzeugung, sein Glaube, seine Meinung. Es ist gar nicht mehr so wichtig, ob dort Käse drin ist oder nicht. Der Mensch hat lieber recht als seinen Käse (oder sein Glück!).

Nach einer alten Lehrgeschichte, neu geschrieben von Karlheinz Schudt

Aus dem Alten ausbrechen – oder die neue Weltanschauung!

Im Märchen Dornröschen bekommt die Zahl 12 (12 goldene Teller, 12 geladene Feen) eine besondere Wichtigkeit. Und wie wir aus unserem Alltag wissen, finden wir diese Zahl z. B. in den 12 Monaten = 1 Jahr, in der groben Aufteilung eines Tages = 12 Stunden Tag, 12 Stunden Nacht oder in der Maßeinheit 1 Dutzend = 12 Stück.

Die Zahl „12“ weist immer auf etwas Abgeschlossenes, Ganzes hin und lässt keine Veränderung zu. Erst die Zahl „13“ bricht dieses Alte, Abgeschlossene auf und bringt Bewegung ins Spiel oder ins Leben. Im von den Brüdern Grimm gesammelten Märchen vom Dornröschen aus der Urfassung von 1810 macht dies die 13. Fee, die nicht zum Freudenfest eingeladen war, weil der König eben nur 12 goldene Teller hatte. Sie wünscht in ihrem Ärger Dornröschen den Tod, wenngleich die anderen 12 Feen diesen Fluch noch in einen 100jährigen Schlaf abmildern können.

Über den eigenen Tellerrand hinausblicken!

Jetzt könnte man ja denken, was ist das für ein einfältiger König, der wegen eines fehlenden goldenen Tellers eine Fee nicht einlädt und somit eine Katastrophe hervor beschwört? Wäre es für ihn nicht ein Leichtes gewesen, einen 13. goldenen Teller zu besorgen? Geld und Macht hätte er ja genug gehabt, oder?

Nun sind Märchen ja keine historischen Schilderungen sondern zeigen seelisch-spirituelle Prozesse, die sich im Menschen selbst abspielen und so kann bei einer Betrachtung des Märchens auch der Gedanke aufkommen, dass dieser „alte“ König weder die Macht noch die Weisheit hatte, über seinen „Tellerrand“ hinauszublicken. Er lebte in seiner Weltanschauung, seiner vermeintlich vollkommenen Welt der „12“ und war tatsächlich nicht imstande, diesen „13.“ Prozess zu erkennen. Und was man nicht erkennt oder gar verdrängt, muss man so lange durchleben, bis es ins Bewusstsein kommt. In diesem Falle muss es sein Töchterchen tun, denn in den Märchen geht es selten um die alten Eltern, sondern um die Kinder oder die Jugend, die loszieht und Veränderung, Erneuerung in die „alte“ Welt bringt. Ist es nicht aber auch so im sogenannten reellen Leben (oder sollte sein)?

Das Alte loslassen, das Neue ergreifen!

Und dass dieser „13.“ Prozess kein einfacher, sondern oft genug ein schmerzlicher ist (Wer möchte schon gerne das Alte loslassen und das Neue ergreifen?), das wissen wir Menschen sehr genau. Womöglich wurde aus diesem Grund die Zahl „13“ so „verteufelt“ und als Unglückszahl abgetan. Nicht aus Aberglauben, sondern weil die Menschen damals sehr genau wussten, dass es sich nicht um irgend eine Zahl handelt, sondern um einen Entwicklungs-Prozess, der durchaus schmerzhaft sein kann, aber auch neue Wege zum Glück offenbart. Es ist eben immer eine Frage der Ansicht oder des Blickwinkels, welcher Weltanschauung bzw. ob wir uns überhaupt einer Weltanschauung zuwenden.

Denn wir würden gut daran tun, dass wir den „Käse“ in unserer obigen Geschichte (oder unser Glück im Leben) nicht immer dort suchen, wo er (oder es) gerade noch war. DIE GROSSE SCHÖPFUNG des Lebens oder GOTT verlegt ständig den „Käse“. Wir aber werden nie wahrhaftig glücklich werden, wenn wir nur noch an unsere Vorstellungen, Glaubenssätze, Weltanschauung und an unseren „12. Weg“ glauben.

Wenn wir also GOTT (oder wie immer wir IHN, SIE, ES nennen) begegnen, dann sollten wir uns keinesfalls von unseren Überzeugungen, unserer Weltanschauung, unserem Willen oder unserem Verstand steuern lassen und IHN dort treffen wollen, wo er einst war, denn GOTT kommt rum!

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

Weltanschauung Weltanschauung

Schau hinter die Dinge! Auf die Betrachtung kommt es an.

Eine Geschichte mit BetrachtungAn einem Fluss wohnten drei alte weise Männer. Man erzählte sich, dass in ihrer Umgebung seltsame und wundersame Dinge geschahen. Wenn sie morgens zum Baden in den Fluss gingen, dann hängten sie einfach ihre Mäntel in den Wind und die Mäntel blieben so lange hängen, bis sie wieder zurück kamen und sie anzogen.

Eines Tages, als die drei wieder im Fluss badeten, da beobachteten sie, wie ein großer Seeadler auf das Wasser hinunter stieß. Als er sich wieder in den Himmel erhob, hielt er in seinem Schnabel einen zappelnden Fisch. Einer der Weisen rief erbost: „Böser Vogel!“. Plötzlich fiel sein Mantel auf die Erde. Daraufhin sprach mitleidsvoll der zweite Weise: „Armer Fisch!“ und auch sein Mantel fiel in den Sand.

Der dritte Weise aber betrachtete in Ruhe so lange den Vogel und Fisch, bis beide am Horizont langsam immer kleiner und kleiner wurden und schließlich gänzlich verschwanden. Er schwieg und sein Mantel blieb im Wind hängen.

Nach einer alten Lehrgeschichte,
bearbeitet von Karlheinz Schudt

Auf die Betrachtung kommt es an!

Neulich lag ein totes Rotkelchen vor meiner Haustüre. Meine Katze hat es dorthin gelegt. Es sah nahezu unversehrt aus, bis auf die Tatsache, dass es tot war. Nichts deutete darauf hin, dass die Katze es zerlegen und fressen wollte. Zunächst war ich alles andere als erfreut über den Anblick und dachte darüber nach, wie ich der Katze klar machen konnte, dass sie die Singvögel in Frieden lässt und lieber die Mäuse fängt.

Ernüchtert wurde ich durch die Betrachtung einer Freundin, die mir mit ihren Worten zu erklären versuchte, welche Absicht hinter einem solchen Katzenverhalten steckt: „Katzen wissen, dass wir Menschen großartige Dinge vollbringen. Wir brauchen z. B. nur den Kühlschrank öffnen, um etwas Essbares heraus zu holen. Wir können aber noch viel mehr, nämlich sie, also die Katze, ausgiebig und intensiv streicheln. Doch die Katze weiß auch, dass wir Menschen außerordentlich schlechte Jäger sind und um Beute zu machen, mit großen Einkaufstüten oder -beuteln unterwegs sind. Also beschenkt sie uns regelmäßig mit ihrer Beute, damit auch wir einmal etwas Vernünftiges zwischen die Zähne bekommen“.

Wer ist nun der oder die Schuldige?

Nun frag ich mich: Wer ist jetzt der oder die Böse bzw. Schuldige? Die „mordende“ Katze, die ihrer Natur folgt und mich eigentlich nur beschenken wollte? Die „grausame“ Natur oder „unbarmherzige“ Schöpfung, die solche Kreaturen überhaupt hervorbringt? Der „sympathische“ Singvogel, der dumm genug war, sich von der Katze fangen zu lassen? Ich, als vermeintlich fortschrittlicher und zivilisierter „Gutmensch“, mit meiner einseitigen Moralvorstellung? Oder womöglich sogar die „verhasste“ Maus, die nicht rechtzeitig zur Stelle war, um sich von der Katze vernaschen bzw. fangen zu lassen?

Wer weiß, vielleicht gibt es noch eine Menge mehr Gründe, um einen Schuldigen zu finden. Ich jedoch habe aus der Betrachtung meiner ganz persönlichen Geschichte in Verbindung mit der obigen Lehrgeschichte einiges gelernt. Um sich ein differenziertes Bild von einem Prozess oder Zustand machen zu können, gehört weitaus mehr, als nur eine mit unzähligen Emotionen geladene Meinung oder Ansicht zu vertreten. Was dann am Ende heraus kommt, ist sicherlich kein einseitiges Urteil mehr, sondern der erste Schritt in eine Sichtweise, die mir ein klein wenig den Blick hinter die Dinge ermöglicht und vieles in einem weitaus größeren Zusammenhang offenbart, als ich es je vermutet hätte.

Wie im „Kleinen“, so im „Großen“!

Vielleicht mag es etwas vermessen klingen, aber ich habe immer wieder die Erfahrung gemacht, dass alles, was sich im „Kleinen“ ereignet, auch auf das „Große“ zu übertragen ist. Und wenn ich mir die Welt, die Gesellschaft, die Politik und Wirtschaft so von meinem Blickwinkel aus anschaue, dann habe ich immer öfter den Wunsch, unzählige Sprachen zu können, damit ich in jedes Land dieser Welt reisen kann, um einmal herauszufinden, wie dort die Menschen leben, welche Sorgen und Freuden sie haben und was sie von mir bzw. meinen Landsleuten halten.

Da mir allerdings nicht nur die Sprachkenntnisse fehlen, sondern auch die (Lebens-)Zeit und sicher auch das Geld, diese Reise einmal anzutreten, bin ich leider zum Großteil auf die Berichterstattung unserer hiesigen Medien über jene Länder angewiesen. Als kleiner Trost jedoch bleibt mir dann nur noch die Hoffnung, mein Blickfeld einmal dahingehend zu weiten, auch immer mehr die Medien zu hören, die sich eben in jenen Ländern befinden, die ich gerne bereist hätte. Was die wiederum über die Welt, die Gesellschaft, Deutschland oder andere Länder berichten, mag dann wahrscheinlich auf einem „anderen Blatt“ stehen.

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

Frau Holle Paradiesgarten - BetrachtungDie Märchen-Betrachtung „Im Paradiesgarten der Frau Holle“
ist ab sofort auch als eBook erhältlich!

Weiterhin finden Sie auf allen Tolino eBook Stores, bei itune, Libri, Google Play, Buchhandel.de, Reader’s Digest Deutschland und in weiteren fast 200 eBook Stores im Internet dieses eBook. Unter anderem gleich hier:

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Welche Meinung ist die richtige? Eine Geschichte über Ansichten.

Welche Meinung ist die richtige?

Ein König rief einmal drei blindgeborene Menschen aus seinem Land zu sich, um ihnen einen Elefanten vorzustellen. Er führte sie vor das Tier und bat sie, ihm doch mitzuteilen, um welches Wesen es sich da handelte. Die Blinden wussten nichts über jenes für sie fremde Tier und betasteten es mit ihren Händen. Nach einer Weile sprach der König: „Nun, meine lieben Gäste, habt Ihr erkannt, um welches Tier es hier geht?“

Alle riefen wie aus einem Munde: „Ja, wir wissen nun, was ein Elefant ist!“ Und der erste Blinde, der das große Ohr des Elefanten abtastete, fuhr fort und sprach: „Der Elefant ist wie eine große Schaufel.“ Gleich darauf hörte man die Stimme des zweiten Blinden, der den Rüssel berührt hatte: „Nein, der Elefant ist wie eine Schlange.“ Ja und schließlich rief der dritte, der das Schwanzende des Tieres in seinen Händen hielt: „Auf gar keinen Fall, der Elefant ist wie ein Besen“.

So ging das eine ganze Weile. Jeder hatte die Meinung, den Elefanten in seiner Art erfasst zu haben. Mittlerweile gerieten sie in einen solchen Streit über das Aussehen des Elefanten, dass es immer bedrohlicher wurde. Jeder wollte recht haben und traute nur seinen eigenen Erfahrungen. Das Ganze jedoch, wie ein Elefant in Wahrheit von seiner Gestalt beschaffen ist, vermochten sie nicht zusammen zu bringen. Hätten sie nur einmal die Plätze getauscht, sie hätten sich gewiss ein umfassenderes und wahres Bild des Elefanten machen können und auch verstanden, was der andere meinte.

(Nach einer indischen Lehrgeschichte,
bearbeitet von Karlheinz Schudt)

„Ich finde einfach niemanden, der so häufig recht hat, wie ich!“

Selbstverständlich ist es immer eine Ansichtsache, wie man Dinge im Leben betrachtet, insbesonders, wenn es sich um Glaubensfragen handelt. Aber das ist schließlich die Freiheit des Menschen und so verhält es sich in Bezug auf jede Weltanschauung, Religion oder Lebenseinstellung. Gefährlich wird es nur, wenn eine dieser Ansichten zur allgemein gültigen Meinung erkoren wird und andere Menschen aufgrund ihrer Ansichten oder Erfahrungen ausgeschlossen oder bekämpft werden.

Ähnlich zeigt es sich bei der Interpretation, Deutung, Analyse oder Betrachtung von Märchen. Auch hier ist es immer eine Frage des Standpunktes, der eigenen Meinung und Lebenseinstellung, was man darin sehen möchte und was sie schließlich tatsächlich offenbaren. Nur wer genügend Bereitschaft und Offenheit mitbringt, seinen Blickwinkel zu ändern, wird weitaus mehr vom „Ganzen“ oder vom Geheimnis des Märchens (und des Lebens) erfahren, als jemand, der mit aller Macht und Vehemenz seinen Standpunkt oder seine Meinung verteidigt.

Rotkäppchen, nur eine harmlose Kindergeschichte?

So sagte einmal eine Teilnehmerin während einer Märchenfortbildung für Pädagoginnen:

„Ich dachte immer, dass es sich beim Märchen vom Rotkäppchen um eine pädagogische Moral-Geschichte mit erhobenem Zeigefinger handelt. Aber jetzt wird mir so langsam klar, dass es gar nicht darum geht, sondern um den ureigenen Weg, die Lebensaufgabe und das Lebensziel des Menschen in Gestalt von Rotkäppchen mit all den vielen äußeren Verlockungen und Ablenkungen, die es von seinem Weg abbringen. Unter diesem Gesichtspunkt erscheint mir auch die Erkenntnis in einem ganz anderen Licht, die Rotkäppchen am vermeintlichen Ende des Märchens offenbart: ‚Du willst dein Lebtag nicht wieder allein vom Wege ab in den Wald laufen, wenn dir’s die Mutter verboten hat.'“

Wenn auch Sie eine besondere und freilassende Methode kennenlernen möchten, mit der Sie nicht nur die offensichtlichen Seiten von Märchenbildern und -prozessen (oder die des Lebens) erkunden, sondern auch und besonders jene Offenbarungen, die weitaus tiefer (oder höher) liegen, dann besuchen Sie doch eines unserer Seminare, z. B. die Ausbildung zum(r) Märchen- und GeschichtenerzählerIn. Sie werden staunen, wie vielfältig, variationsreich und wahr die Märchen in Bezug auf das Leben eigentlich sind.

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

Über Sinn und Unsinn von Wunder-Kräften

Über Sinn und Unsinn von Wunder-KräftenEin in spirituellen Dingen äußerst belesener und weitgereister Mann brüstete sich eines Tages seiner übermenschlichen Wunder-Fähigkeit, über Wasser gehen zu können. „Nur durch harte spirituelle Arbeit, gnadenlose Enthaltsamkeit und manigfaltige Buße“, so sprach er, „war es mir möglich, im Laufe von 20 Jahren diese außergewöhnliche Kunst zu entwickeln“.

Nachdem er nun so einige Zeit vor einer Menge Menschen gesprochen und sich voller Eitelkeit unendlich selbst gelobt hatte, erhob sich eine Stimme aus der Menge, die fragte ihn: „Wieviel kostet die Fähre über den Fluß?“ „10 Kreuzer“, antwortete der wunderkräftige Mann. Da lächelte der unbekannte Jemand aus der Menge und rief: „Das ist doch schon seltsam. Du hast 20 Jahre darauf verwendet, etwas zu tun, was dich nur 10 Kreuzer gekostet hätte?“

(nach einer alten Lehrgeschichte,
bearbeitet von Karlheinz Schudt)

Über Sinn und Unsinn von Wunder-Kräften.

Kennen Sie Superman oder Superwoman? Wahrscheinlich schon, denn wer sich ein wenig in der Comic-Welt auskennt und auch gelegentlich das Kino- oder Fernsehprogramm verfolgt, der wird an diesen oder ähnlichen, nach alter Hollywood-Manier agierenden, Superhelden oder -heldinnen nicht vorbei kommen. Es sind jene künstlichen Übermenschen oder Halbgötter, die alles wieder gerade biegen, was der gewöhnliche Mensch vermasselt hat. Und nicht nur das, sie beschützen die Menschheit vor Unglück, Umweltkatastrophen, Anschlägen, Kriminalität und vielem mehr.

Auf den ersten Blick scheinen die Aktionen jener meist hocheitlen Wunder-Menschen eine respektable und recht praktische Angelegenheit zu sein, suggerieren sie doch, dass es bei irgendwelchen Problemen im Alltag das Allerbeste sei, einen starken Mann oder eine starke Frau um sich zu haben, die alles wieder ins Lot bringen, die „Bösen“ bestrafen und die „Guten“ belohnen.

Und mal ehrlich, geben wir nicht gerne Verantwortungen für Schwierigkeiten in unserem Leben, die uns selbst als zu unbequem erscheinen, an andere ab, von denen wir glauben, dass sie wesentlich fähiger als wir selbst sind, diese zu lösen? Ach ja, und wer in unserer heutigen Zeit wirklich „die Bösen“ und „die Guten“ sind, das zu unterscheiden wird in Anbetracht des nicht immer gleich erkennbaren und oft einseitigen „schwarz/weiß“ Denkens unserer komplexer werdenden Medienlandschaft wesentlich schwieriger und undurchschaubarer.

Die Wunder in sich selbst entdecken!

Auch die Märchen sprechen gerne von Helden oder Heldinnen. Allerdings unterscheidet sich ihr Wirken von obigen vermeintlichen Supermenschen dadurch, dass dies keinesfalls durch zur Schau stellen von irgendwelchen Äußerlichkeiten geschieht, wie z. B. das „Muskeln spielen lassen“ oder ein trendmäßiges Schönheitsideal, etc. Auch werden sie nie oder nur selten namentlich genannt. Oft sind es sogar die Dummlinge, die man vielleicht sogar als Anti-Helden bezeichnen darf und die nicht durch brachiale Gewalt das sogenannte „Böse“ vernichten, sondern „es“ durch Urvertrauen, Mitgefühl und Lebensfreude überwinden, ja sogar verwandeln.

Jene stillen und unscheinbaren Märchen-Helden sind keinesfalls in der übersteigerten, künstlich erschaffenen Figur eines veräußerlichten Supermans oder dergleichen zu finden, sondern im INNEREN (auf dem „Seelengrund“) eines jeden Menschen selbst! Dort wäre das Wunder zu finden und wer weiß, welche positiven Auswirkungen dann die Erkenntnis und die Gewissheit über jenes Wunder in einem selbst auf die eigenen sichtbaren und unsichtbaren Fähigkeiten und Kräfte hätte. Womöglich wären wir zu Leistungen imstande, von denen wir zuvor nicht zu träumen wagten.

Unser Alltag ist die größte Herausforderung!

Ob es nun gerade jene Wunder-Kraft sein muss, über Wasser zu gehen, das wiederum wage ich zu bezweifeln. Schließlich bietet der ganz gewöhnliche Alltag an sich unzählige nützliche Herausforderungen und Möglichkeiten, die es zu bewältigen oder umzusetzen gilt. Und wer dabei auch noch seinen Mitmenschen hilft, ihre eigenen Wunder-Kräfte in sich zu entdecken und anzuwenden, der braucht dann keineswegs mehr einen starken Mann oder eine starke Frau im Äußeren „anzubeten“ oder zu verherrlichen, die es richten sollen. Denn was sogenannte „starke Männer“ in unserer geschichtlichen Vergangenheit so alles angerichtet haben, das wiederum wäre eine andere, selten rühmliche Geschichte.

Übernehmen wir also die Verantwortung für uns selbst und machen wir es wie der gute alte Baron von Münchhausen, der sich nebst Pferd an den eigenen Haaren aus dem Sumpf gezogen hat.

Und wie auch Sie als Geschichten- und MärchenerzählerIn mehr Wunder, Urvertrauen, Mitgefühl und Lebensfreude unter die Menschen bringen können, das erfahren Sie in der Ausbildung zum(r) Märchen- und GeschichtenerzählerIn oder im Lernprogramm „Märchen erzählen lernen beginnt schon zu Hause“.

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter
Erzählerkurs, Lernprogramm Märchen erzählen lernen

 

Leben ist JETZT – Eine märchenhafte Geschichte


Das Leben ist JETZT

Einmal lag unter einem Baum ein Mann, der zufrieden mit seinem Leben so vor sich hin träumte. Da sah er doch ein gar seltsames Blatt vor seinen staunenden Augen. Es war nicht so wie all die anderen Blätter am Baum. Nein, es tanzte gar lustig hin und her, mal hierhin, mal dorthin. Einmal war es besinnlich und ruhig, ein andermal beschwingt und lebenslustig.

Je länger der Mann das Blatt beobachtete, desto mehr wurde er selbst von dieser ausgelassenen Lebensfreude angesteckt. Und es dauerte gar nicht lange, da schien es, als ob ihm dieses märchenhafte Zauberblatt wie von Zaubermund die allerschönsten Märchen und Geschichten erzählte, die sich in den farbenprächtigsten Bildern in seinem Inneren zeigten.

Eine Geschichte davon dürfen Sie jetzt hören!

„Einst begegneten sich eine Ameise, eine Schildkröte und ein Mensch. Es war noch zu jenen Zeiten, als alle Wesen die Sprache der anderen verstehen konnten. Die drei führten lange, tief greifende Gespräche über das Leben und als die Zeit schon sehr weit fortgeschritten war, da fing die Ameise an mit unruhiger Stimme zu sprechen: …“

Ja, was die Ameise so aufgeregt von sich gab, was die drei sonst noch über das Leben herausgefunden haben und was dies auch mit Ihrem Leben zu tun haben könnte, erfahren Sie in dem kleinen Kurz-Video gleich oben. Klicken Sie einfach auf das Startersymbol des Bildes am Anfang dieses Beitrages, schalten Ihren Lautsprecher ein, lehnen sich zurück und hören entspannt zu.

Ach ja, und wenn Sie selbst Ihre eigenen Märchen, Geschichten oder Gedichte uvm. schreiben möchten, die aus Ihrer innersten Quelle stammen, dann schauen Sie doch einfach einmal auf folgende Internetseite. Klicken Sie dazu bitte auf diesen Link:
>>> Kreativ und märchenhaft schreiben lernen <<<

Und wenn Sie als MärchenerzählerIn oder GeschichtenerzählerIn im Rahmen Ihres Hobbys, Berufes oder sogar neben- bzw. hauptberuflich aktiv sein möchten, dann lassen Sie sich doch von dieser Internetseite überraschen. Sie werden staunen, welche großartigen Möglichkeiten der Ausbildung es da gibt. Klicken Sie dazu bitte hier:
>>> Ausbildung zum/zur Märchen- und GeschichtenerzählerIn <<< 

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

Betrachtung Märchen: Im Paradiesgarten der Frau Holle

 

Wie der Verstand auf die Nase fiel

verstandEinst betrat Nasrudin einen Laden. Da sprach der Inhaber des Ladens heimlich zu einem Kunden: „Das ist der dümmste Mensch der Welt! Ich werde es dir gleich beweisen!“ Er grüßte Nasrudin und hielt ihm seine beiden Hände entgegen. In der einen waren fünf Geldstücke und in der anderen nur zwei. Dann sprach er: „Nun, Nasrudin, willst du das Geld in dieser oder in jener Hand haben?“ Nasrudin überlegte nicht lange und ließ sich die zwei Geldstücke schenken. Dann verließ er den Laden. Der Kunde schaute ganz ungläubig und war sichtlich erstaunt über die vermeintlich unsinnige Handlung Nasrudins. Der Ladeninhaber aber lachte etwas gehässig und sprach: „Na, was habe ich dir gesagt? Dümmer gehts nicht!“

Als nun der Kunde den Laden verlassen hatte, da traf er zufällig Nasrudin, der gemütlich vor einem Teehaus saß und den köstlichsten Tee trank, den er sich für die zwei Geldstücke gekauft hatte. Noch immer ganz verwundert über die törichte Handlung Nasrudins, sprach er diesen an: „Sag einmal, Nasrudin, warum hast du denn nicht die fünf Geldstücke genommen, die dir angeboten wurden. Die sind doch viel mehr wert als nur zwei?“ Da lächelte Nasrudin gewitzt, trank noch genüsslich ein Schlücken Tee und sprach: „Hätte ich heute die fünf Geldstücke genommen, dann wäre das ganze Spiel vorbei gewesen und ich hätte meinen Tee selbst bezahlen müssen.“

Nach dem Motiv einer alten Lehrgeschichte,
neu erzählt von Karlheinz Schudt.

Mulla Nasrudin oder Till Eulenspiegel?
Von der Weisheit der Narren!

Mulla Nasrudin gehört ja zu jenen Gestalten des Orients, die durchaus etwas mit dem europäischen Till Eulenspiegel gemein haben. Sie führen gerne durch ihre für den menschlichen Verstand nicht nachvollziehbaren weisheitsvollen Handlungen (Eule) den Menschen ihre Eitelkeit, Oberflächlichkeit und Rechthaberei auf humorvolle Weise vor Augen (Spiegel).

Noch mehr von solchen Weisheits-Prozessen, die dem Verstand seine Grenzen aufzeigen, finden wir in den unterschiedlichsten Motiven der Märchen mit ihren seelisch-spirituellen Bildern. Ein besonders humorvolles Märchen aus der Sammlung der Brüder Grimm ist der rechthaberische „Meister Pfriem“, der im Himmel so seine Erfahrungen machten musste, wie beschränkt doch der menschliche Verstand ist.

Hier ein kleiner Auszug:

… Er ging weiter und sah einen Wagen, der in einem tiefen Loch steckengeblieben war. „Kein Wunder“, sprach er zu dem Mann, der dabeistand, „wer wird so unvernünftig aufladen? Was habt Ihr da?“

„Fromme Wünsche“, antwortete der Mann, „ich konnte damit nicht auf den rechten Weg kommen, aber ich habe den Wagen noch glücklich heraufgeschoben, und hier werden sie mich nicht steckenlassen.“ Wirklich kam ein Engel und spannte zwei Pferde vor.

„Ganz gut“, meinte Pfriem, „aber zwei Pferde bringen den Wagen nicht heraus, viere müssen wenigstens davor.“ Ein anderer Engel kam und führte noch zwei Pferde herbei, spannte sie aber nicht vorn, sondern hinten an.

Das war dem Meister Pfriem zuviel. „Tolpatsch“, brach er los, „was machst du da? Hat man je, solange die Welt steht, auf diese Weise einen Wagen herausgezogen? Da meinen sie aber, in ihrem dünkelhaften Übermut, alles besser zu wissen.“ Er wollte weiterreden, aber einer von den Himmelsbewohnern hatte ihn am Kragen gepackt und schob ihn mit unwiderstehlicher Gewalt hinaus. Unter der Pforte drehte der Meister noch einmal den Kopf nach dem Wagen und sah, wie er von vier Flügelpferden in die Höhe gehoben ward. …

Das vollständige Märchen finden Sie hier:
„Meister Pfriem“

Quadratisch oder rund? Verstand oder Intuition?
Was bevorzugen Sie?

Tja, so gehts im Alltag, wenn wir uns nur auf unseren Verstand verlassen. Der ist nämlich für Lösungen gänzlich unbrauchbar und kann nur das wiederkäuen, was er aus der Vergangenheit einmal gelernt hat. Situationsbedingte, gegenwartsbezogene Probleme aber, die weitaus mehr (höhere oder tiefere) Blickwinkel benötigen, Einfühlungsvermögen, Offenheit, Mut und Vertrauen erfordern, können wir aber nur mit unserem Allerinnersten lösen, unserer inneren Stimme, Intuition oder all den „Werkzeugen“, die aus eben jener „Verwandtschaft“ stammen.

Als MärchenerzählerIn oder GeschichtenerzählerIn werden Sie mit diesen „Werkzeugen“ immer mehr in Berührung kommen und in der Lage sein, diese weisheitsvollen Märchen und Geschichten Kindern oder Erwachsenen frei zu erzählen. Sie werden ferner darüberhinaus noch entdecken, dass diese Berufung (als Hobby, Neben- oder Hauptberuf) sogar Ihre Intuition und Lebensfreude in kurzer Zeit steigern kann. Und diese haben zwangsläufig positive Auswirkungen auf Ihr Glück, Ihre Liebe, Ihren Erfolg und last but not least, auf Ihre Gesundheit!

Ein Versuch wäre es sicherlich wert 😉

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

Frei erzählen lernen von Geschichten und Märchen