Rotkäppchen oder Gier fressen Seele auf!

Rotkäppchen, RotkaeppchenKennen Sie das Märchen vom Rotkäppchen? Jene scheinbar harmlose Geschichte, die von einem kleinen Mädchen berichtet, das von einem Wolf verschlungen wird und am Ende lebendig wieder heraus kommt? Dieses Märchen vom Rotkäppchen gehört wohl zu den bekanntesten Märchen aus der Sammlung der Brüder Grimm, aber auch zu jenen, die eine Menge Rätsel aufwerfen und dafür nicht selten unzählige Male belächelt, verniedlicht oder zynisch missbraucht wurden.

Mit dem ersten oberflächlichen Blick betrachtet, ist das wohl auch nicht verwunderlich,  denn wer hat schon einmal einen Wolf gesehen, der sprechen kann, gleichzeitig eine alte Frau verschluckt, anschließend ein kleines Mädchen verschlingt und am Ende beide wieder lebendig heraus lässt?

Der Weg des Menschen vom Ursprung zu den geistigen Wurzeln

Dabei ist dieses Märchen alles andere als harmlos, schildert es mitunter den Weg des Menschen vom Ursprung (dem Mütterlichen) zu seinen geistigen Wurzeln oder dem Ziel (dem Urmütterlichen).

Dass diese geistigen Wurzeln nicht mehr im Bewusstsein sind und in Vergessenheit geraten, zeigt der Hinweis, dass gerade die Großmutter, die Urmutter alles Ursprünglichen (hat nichts mit „Oma“ zu tun), nicht mehr im Besitz ihrer Kräfte ist und dringend neue Nahrung benötigt, um wieder zu gesunden und zu wirken.

Ob nun die Urmutter alles Ursprünglichen wirklich „krank“ ist oder sein kann, sei einmal dahingestellt, da jene Urkräfte eigentlich immer wirken und weder Gesundheit noch Krankheit kennen. Womöglich ist es der Mensch, der krank und schwach wurde, da er sich nicht mehr an jene Kräfte erinnert bzw. sich von IHNEN getrennt hat. Folglich lässt auch die Wirkung für ihn nach.

Die geistigen Kräfte wieder neu beleben

Und diesen Auftrag hat nun der Mensch bekommen, hier im Bilde des „unschuldigen“ Rotkäppchens. Er soll sie wieder mit Nahrung versorgen (Kuchen und Wein). Dabei geht es jetzt nicht um körperliches Mästen der Großmutter, sondern darum, dass er, der Mensch, sich wieder an jene Urkräfte erinnert, sie schätzt, achtet und neu belebt, damit sie auch wieder für ihn in vollem Umfang wirken können.

Dass dieses Unterfangen eigentlich gar nicht einmal so schwer gewesen wäre, zeigt schon der Hinweis, dass Rotkäppchen mit den wichtigsten Dingen ausgestattet ist, die nötig sind, um einen solchen Auftrag auszuführen: Urvertrauen und Selbstvertrauen.

Das Selbstvertrauen zeigt sich in der Äußerung Rotkäppchens, als die Mutter ihr jede Menge Belehrungen mit auf den Weg gibt. Und so antwortet Rotkäppchen, indem es der Mutter verspricht:

„Ich will schon alles gut machen!“

Seltsamerweise ist in all den Belehrungen der Mutter nicht erwähnt, dass sie sich vor dem Wolf in Acht nehmen soll. Kennt das Ursprüngliche dieses seltsame und gefährliche Wesen nicht?

Vom Wolf, der eigentlich gar kein Wolf ist

Wer sich schon ein wenig mit Märchen vertraut gemacht hat, der weiß, dass es sich bei jenem Wesen selbstverständlich nicht um ein wirkliches Tier handelt, sondern um ein Wesen, mit bestimmten Eigenschaften, die einem solchen Tier auch zu eigen sind. Und wenn man einmal einen Wolf beobachtet, wie er in der freien Natur seine Beute gierig zerreißt und verschlingt, dann ist der Schritt nicht mehr weit, zu erkennen, um welches Wesen im Märchen (und im Leben) es sich da wirklich handelt. Das Märchen schildert eben, in für das Vorstellungsvermögen des Menschen verständlichen Bildern, seelisch-spirituelle Prozesse.

Wer mit so viel Urvertrauen und Selbstvertrauen ausgestattet ist, der kann seinen Auftrag nicht verfehlen, es sei denn, er lässt sich von der oberflächlichen Schönheit verblenden (hier im Bild der schönen Blumen), von seinem Ziel ablenken und schließlich von SEINEM ureigenen Weg abbringen.

Nur die Angst bringt uns vom eigenen Weg ab

Und das weiß der Wolf oder die Gier. Er oder sie weiß aber auch, dass dies nur gelingen kann, wenn der Mensch auf seinem Weg die Angst kennen lernt. Und Angst bedeutet immer, dass man etwas verlieren könnte, am meisten das Urvertrauen, das Geliebt- und Geborgen-Sein.

Sobald die Angst das Wesen eines Menschen erfasst, ist er weder mit seinem wahren Ursprung (Woher komme ich?), noch mit seinem höchsten Ziel (Wohin gehe ich?) verbunden. Und wer ständig in dieser Angst lebt, und das tun wir Menschen leider viel zu oft, der hat sich bereits von seinem Ursprung und Ziel getrennt und kann nun in aller Ruhe vom Wolf oder der maßlosen Gier, Selbstsucht, Dunkelheit und allem, was jenes Wesen noch mit sich bringt, verschlungen und einverleibt werden.

Aber wie bei jedem echten und wahrhaftigen Märchen, gibt es auch hier ein Happyend. Wie es dazu kam und was uns die Bilder vom Rotkäppchen für unseren eigenen seelisch-spirituellen Weg noch zeigen könnten, soll an dieser Stelle zu einem anderen Zeitpunkt geschildert werden.

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

Betrachtung Märchen: Im Paradiesgarten der Frau Holle

Ein Hals, so lang wie ein Kamel

kamelhalsWie wäre es mit einem Hals, so lang wie ein Kamel?

Keine Angst, Sie brauchen sich nicht zu entstellen, denn wer läuft schon gerne als Mensch mit dem Hals eines Kamels herum. Auch so werden Sie ganz natürlich und auf sanfte Weise erleben, wie die Worte, die Sie sprechen, voller Leben und tiefer Weisheit sind. Aber lesen Sie zunächst das Märchen aus Dagestan:

Die Wünsche der drei Männer

Diese Geschichte begab sich unter der Regentschaft von Schah Abbas. Häufig mischte sich der Padischah verkleidet unter das Volk. Eines Tages, als der Schah wiederum durch die Straßen der Stadt schlenderte, hörte er, wie sich drei Männer unterhielten. „Wenn doch nur die Frau von Schah Abbas mir gehörte – einen größeren Wunsch hätte ich nicht“, sagte der erste. „Was soll ich mit seiner Frau – nein, seinen Reichtum möchte ich haben“, meinte der zweite. „Ich hätte gern einen so langen Hals wie das Kamel“, ließ sich der dritte vernehmen. „Mehr brauche ich nicht.“

Als Schah Abbas diese Unterhaltung vernommen hatte, eilte er in seinen Palast zurück und befahl der Palastwache, die drei Männer herbeizuschaffen. Umgehend wurde dieser Befehl ausgeführt. Der Schah hieß die drei Freunde die Rede, die sie geführt hatten, noch einmal vor ihm wiederholen. Wie sie sich auch schämten, sie mussten sich fügen. „Padischah, Allah beschere Euch Gesundheit, ich habe eine ungebührliche Rede geführt, ich habe gesagt, dass ich nichts anderes auf dieser Welt begehre als Euer Weib“, sagte der erste. „Padischah, Allah beschere Euch Gesundheit“, rief der zweite, „ich Unwürdiger, habe den Wunsch geäußert, all Euere Reichtümer zu besitzen.“

Der dritte aber schwieg. „Und was hast du dir gewünscht?“ wandte sich der Padischah an ihn. „Bei Allah, Padischah, ich habe mir gewünscht, einen so langen Hals zu haben wie das Kamel“, erwiderte er leise. Der Schah wunderte sich, dass einer einen Hals haben wollte, lang wie das Kamel, und er fragte den Mann nach dem Grund.

„Nun ja, wenn ich einen Hals hätte, so lang  wie das Kamel“, entgegnete jener, „würde jedes Wort, das ich äußern möchte, einen sehr langen Weg zurücklegen müssen, ehe es mir auf die Zunge kommt. Währenddessen würde ich über seinen Sinn und seine Bedeutung nachdenken. Ich könnte also lange überlegen und schließlich nur den klügsten Gedanken über die Lippen lassen, der keinem wehtäte. Deshalb hätte ich gern einen langen Hals.“ Dem Schah gefiel die Antwort des dritten Mannes. „Ohne deine kluge Antwort wärt ihr alle des Todes gewesen. So will ich deine Freunde entlassen, dich aber behalte ich in meinem Palast und nehme dich in meine Dienste als weisen Ratgeber.“

Sollten Sie nun den tiefen Wunsch verspüren, als MärchenerzählerIn oder GeschichtenerzählerIn mehr Vertrauen, Mitgefühl, Zuversicht und Weisheit in die Welt und unter die Menschen bringen zu wollen, dann zögern Sie nicht lange. Es gibt unzählige bekannte und unbekannte spannende Märchen und weisheitsvolle Geschichten auf der ganzen Welt, die nur darauf warten Kindern und/oder Erwachsenen erzählt zu werden.

Sie könnten gleich hier und heute damit beginnen:
http://www.maerchen-ausbildung.de

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

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Drache besiegt, Prinzessin gewonnen! Aber wie?

drache

„Es war einmal ein armer Mann und seine Frau, die hatten drei Söhne. Davon war der Älteste stark, der zweite war klug und der dritte, der war so dumm, wie eine Fliege auf dem Misthaufen. So jedenfalls sagten die Leute.“

So beginnt das nahezu unbekannte und nur im Troubadour-Verlag erschienene Märchen von den „3 Rätseln des Drachens“. Im Märchenshop (Veröffentlichungen des Troubadour-Verlages) finden Sie übrigens auch noch jede Menge andere Schriften und CDs zu neuen Märchen und Geschichten, sowie den Themen „Glück, Liebe, Erfolg und Gesundheit“.

Ach ja, wussten Sie übrigens, dass am 29. September ( Beginn der Michaelizeit) das Fest zu Ehren des Engels „Michael“ gefeiert wird? Nun, was „Michael“ mit dem Drachen zu tun haben soll, kann in der „Geheimen Offenbarung des Johannes“ nachgelesen werden:

„Da entbrannte im Himmel ein Kampf; Michael und seine Engel erhoben sich,
um mit dem Drachen zu kämpfen. Der Drache und seine Engel kämpften,
aber sie konnten sich nicht halten, und sie verloren ihren Platz im Himmel.
Er wurde gestürzt, der große Drache, die alte Schlange …“

Nun aber zu unserem Rätsel-Märchen:

Ein Drache hält eine Prinzessin gefangen und ein Jüngling, macht sich auf den Weg, die Prinzessin aus den Klauen jenes schrecklichen Drachens zu befreien, den noch niemand besiegen konnte. Denn mit jedem gewaltsamen Schlag, der gegen den Drachen ausgeführt wird, wächst seine Kraft ins Unermessliche. Es gibt nur einen Weg, ihn zu besiegen und die Prinzessin zu befreien.

Tja, und dieser Weg führt über 3 Rätsel.

Der Drache stellt das 1. RÄTSEL:

„Es wandert von einem Ort zum anderen
und bleibt doch stets am selben Fleck.
Wenn es schläft, dann wacht es, und
wenn es wacht, dann schläft es.“

Der Drache stellt das 2. RÄTSEL:

„Es wächst und schrumpft
und ändert doch nie seine Gestalt.
In der Dunkelheit, da strahlt es hell und klar
und ist doch selbst so finster wie die Nacht.“

Der Drache stellt das 3. RÄTSEL:

„Es ist winzig klein und doch weitaus größer,
als du es dir in deinen kühnsten Träumen vorstellen kannst.
Es lebt in Gemeinschaft und doch für sich allein.“

Na, haben Sie schon eine Idee, wie der Drache mithilfe der Rätsel-Lösungen zu besiegen ist? Wie könnten die 3 Lösungen wohl heißen?

Nun, wenn es nicht gleich klappen sollte mit dem Enträtseln, dann einfach einen Kopfstand machen oder den Bildschirm des Computers umdrehen 😉

raetsel

 

 

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

Märchen Erzählen lernen
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Vom Traum zur Wirklichkeit – der lachende Schmetterling

Traum verwirklichen

Sie haben ein Ziel im Leben oder einen Traum, den Sie gerne verwirklichen möchten?
Ich meine ein Ziel, das weit über das herkömmliche Karriere-Denken hinausgeht.

Ein Ziel, das tief aus Ihrem Herzen kommt, das Sie Zeit Ihres Lebens schon begleitet und jedesmal, wenn Sie daran denken, Ihr Herz von Neuem mit großer Begeisterung und Lebensfreude erfüllt.

Also ich kenne fast niemanden, der ein solches Ziel oder einen Traum nicht hätte. Leider vergessen oder verdrängen es viele Menschen im Laufe ihres Lebens, da sie glauben, es niemals erreichen zu können. Nur Träumer und Spinner dürfen sich soetwas erlauben, aber doch keine vernünftigen, mit Verstand versehenen, realitätsbezogenen Menschen!

Der Traum von einem erfüllten Leben!

Doch wer Zeit seines Lebens nur auf diese weitverbreitete Meinung hört, der braucht sich nicht wundern, wenn sein „unsichtbares“ Gefängnis um ihn herum oder in ihm selbst immer enger und dunkler wird. Womöglich verliert er sogar noch in jungen Jahren seine individuellen schöpferischen Lebenskräfte und funktioniert nur noch so, wie es eben andere von ihm erwarten.

Aber auch diejenigen, die sich nicht um die öffentlichen „Meinungsmacher“ kümmern und ihrem Herzens-Ziel treu bleiben, ja es sogar in die Tat umsetzen, werden es zuweilen nicht leicht haben.

Wer aber letztendlich von beiden erfüllter und glücklicher sein Leben meistert, erfahren Sie in der märchenhaften Weisheitsgeschichte vom lachenden Schmetterling, der trotz aller Widrigkeiten und Hindernisse niemals sein Herzens-Ziel aus dem Blick verlor.

Hier finden Sie das Video dazu:
http://klickjetzt.de/traumverwirklichung

Und wer weiß, vielleicht haben Sie und ich und auch alle anderen Menschen viel viel mehr von den Fähigkeiten jenes wundersamen Schmetterlings, als wir glauben!

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter
Frei erzählen lernen von Geschichten und Märchen

Lebenskraft ist nicht von äußeren Faktoren abhängig

Lebenskraft

Nun scheint sie ja, die Sonne, und eigentlich sollten wir uns jetzt über diese sommerliche Wärme recht freuen!

Aber 90% der Deutschen, die nicht von (Flut-)Katastrophen betroffen sind, jammern laut Umfragen über das aktuelle Wetter. Mal ist der Winter zu lang, dann regnet es zuviel und schlussendlich ist die Wärme oder Hitze schier unerträglich.

Man wird unwilkürlich an die Geschichte vom Vater, dem Sohn und dem Esel erinnert:

Nicht allen kann man es recht machen!

Einst zogen ein Vater, sein kleiner Sohn und ihr Esel durch die Straßen einer Ortschaft. Der Vater saß auf dem Esel und der Sohn lief nebenher. Da kam eine Frau vorbei und rief ganz entsetzt: „Das arme Bübchen, seine kleinen Beine kommen doch niemals mit dem Esel mit! So ein herzloser Vater, der bequem sitzt und seinen Sohn laufen lässt.“

Nun, der Vater stieg ab und ließ seinen Sohn aufsitzen. Nach einiger Zeit kam ein Mann vorbei, der ärgerlich schimpfte: „Hast Du keinen Respekt vor dem Alter, du Bengel? Sitzt faul auf dem Esel herum und lässt deinen armen alten Vater hinterher trotten.“

Der Junge hatte sogleich ein schlechtes Gewissen und bat seinen Vater, mit ihm gemeinsam auf dem Esel zu reiten. Da kam doch wieder eine Frau vorbei, die schrie: „Der arme Esel wird nun bald unter der Last dieser beiden Faulpelze zusammen brechen. Ihr unverschämten Tierquäler!“

So stiegen beide ab und liefen neben dem Esel her. Ein vorbeikommender Mann sah das und lachte spöttisch: „Solche Dummköpfe! Wozu hat man denn einen Esel, wenn er einen nicht trägt?“

Die beiden gaben dem Esel zu trinken und schauten sich lange an. Dann sprach der Vater: „Nun bleibt uns nur noch übrig, den Esel zu tragen oder das zu tun, was wir für richtig halten. Schließlich wird es immer jemanden geben, der mit unserem Tun nicht zufrieden ist.

(Nach einer orientalischen Geschichte,
neu geschrieben von Karlheinz Schudt)

Nun ja, nicht jedem kann es der „Himmel“ recht machen, aber 90% sind schon eine ganze Menge! Als ob das seelische Wohlbefinden alleine vom Wetter abhinge!

Wo die wahre Lebenskraft zu finden ist und wie Sie glücklicher und zufriedener
Ihren Alltag bewältigen können, erfahren Sie in folgendem Film:
http://klickjetzt.de/kraftdeslebens

oder gleich im Lebenskraft-Minikurs für zu Hause:

Finde DIE KRAFT DES LEBENS in Dir selbst
und SIE entfaltet sich einfach und natürlich:

http://klickjetzt.de/festivalminikurs

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter
Schreibkurs für kreative - kreativ schreiben lernen

Arbeit UND Vergnügen, eine Geschichte über Ruhe und Glück

Arbeit und Vergnügen

Hoffentlich geht es Ihnen nicht wie dem Kaufmann in der nachfolgenden Geschichte, der sein Lebtag lang schuftet, um am Ende seines Beruflebens erst das zu tun, was schon immer sein Herz begehrte:

Noch ein langes Programm

Ein Kaufmann hatte hundertfünfzig Kamele, die seine Stoffe trugen, und vierzig Knechte und Diener, die ihm gehorchten. An einem Abend lud er einen Freund zu sich. Die ganze Nacht fand er keine Ruhe und sprach fortwährend über seine Sorgen, Nöte und die Hetze seines Berufes. Er erzählte von seinem Reichtum in Turkestan, sprach von seinen Gütern in Indien, zeigte die Grundbuchauszüge seiner Ländereien und seine Juwelen.

„Oh Freund“, seufzte der Kaufmann, „ich habe nur noch eine Reise vor. Nach dieser Reise will ich mich endlich zu meiner wohlverdienten Ruhe setzen, die ich so ersehne, wie nichts andres auf der Welt. Ich will persischen Schwefel nach China bringen, da ich gehört habe, dass er dort sehr wertvoll sei. Von dort will ich chinesische Vasen nach Rom bringen.

Mein Schiff trägt dann römische Stoffe nach Indien, von wo ich indischen Stahl nach Halab bringen will. Von dort will ich Spiegel und Glaswaren in den Jemen exportieren und von dort Samt nach Persien einführen.“ Mit einem träumerischen Gesichtsausdruck verkündete er dem ungläubig lauschenden Freund: „Und danach gehört mein Leben der Ruhe, Besinnung und inneren Einkehr, dem höchsten Ziel meiner Gedanken.“

(Nach Saadi, persischer Dichter)

Wie man sein Leben lang schuftet, die Arbeit nur als Last und notwendiges Übel sieht, um am Ende des Lebens endlich sein Glück genießen zu können.

Nur der Mensch glaubt, dass „erst die Arbeit, dann das Vergnügen“ kommt. Das Leben aber denkt parallel! Oder haben Sie schon einmal erlebt, dass der Körper erst den linken, dann den rechten Arm entwickelt? Oder dass ein Baum erst ein Blatt, dann das nächste, usw. wachsen lässt?

Alles geschieht parallel und gleichmäßig. Es wird in der Regel in keinem lebendigen Organismus etwas bevorzugt oder gar benachteiligt.

Je gleichmäßiger wir unseren Blick sowohl auf das Äußere, wie auch auf das Innere lenken, desto mehr werden wir die wahre Lebensfreude entdecken und erkennen, dass erst die Einheit zwischen „Außen“ UND „Innen“, „Arbeit“ UND „Vergnügen“, „Alltag“ UND „Urlaub“ zur Erfüllung führt.

Machen Sie also Ihre Arbeit zum Vergnügen und Ihren Alltag zum Urlaub und Sie werden entdecken, dass das Glück viel näher ist, als man meint und dass gerade die willentliche Suche danach letztendlich nur zur Enttäuschung führt, denn das Glück ist niemals da, wo man es verbissen sucht, und schon gar nicht in der Ferne!

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter
Schreibkurs für kreative - kreativ schreiben lernen

Geschichten von Himmel und Hölle.

Geschichten zu Himmel oder Hölle

© aboutpixel.de, Jörg Kleinschmidt

Geschichten über Geschichten:
Hier eine von Himmel und Hölle!

Ein Mann hatte den dringenden Wunsch, einmal Himmel und Hölle kennen zu lernen. So träumte er eines Nachts, dass er durch einen großen Raum ging. In der Mitte des Raumes stand ein großer Topf auf einem Feuer, in dem eine köstliche Suppe kochte. Um den Topf standen Menschen mit ungewöhnlich langen Löffeln. Aber die Menschen sahen mager, blaß, gehetzt und elend aus, denn jeder versuchte verzweifelt, sich selbst mit seinem langen Löffel die Suppe in den Mund zu schieben.

Welch unsinniges Unterfangen! Die Löffel waren so lang, dass sie überall anstießen und die Speise verkleckerten. Den Weg zum Mund jedoch, fanden sie nicht. Als der Mann den Raum verließ, da sah er über der Türe ein Schild, auf dem stand: „Das ist die Hölle“.

Gleich darauf betrat er einen anderen Raum. Dieser unterschied sich vom ersten durch gar nichts. In der Mitte auf dem Feuer stand der Topf mit der köstlichen Suppe. Auch die Menschen um den Topf hatten dieselben langen Löffel.

Aber sie sahen alle wohlgenährt und gesund aus, waren freundlich und glücklich. Denn niemand versuchte sich selbst zu sättigen sondern benutzte seinen Löffel dazu, die Suppe dem anderen vorsichtig in den Mund zu schieben. Jener wiederum, wurde von einem anderen gesättigt.

Beim Verlassen dieses Raumes stand auf dem Türschild:
„Das ist der Himmel“.

Nach einer orientalischen Lehrgeschichte

Der Himmel ist viel näher, als wir denken!
(Die Hölle aber auch!)

Spekulationen, Mutmaßungen und Meinungen gibt es mehr als genug über den Himmel und die Hölle. Wie immer man über diese „Orte“ oder „Zustände“ auch denken mag, ob man an ein Leben nach dem Tode glaubt (im Himmel oder der Hölle), oder auch nicht – eines jedenfalls ist sicher: Der Himmel und die Hölle sind viel näher, als wir glauben.

Denn wir leben schon darin und merken es nicht einmal. So, wie wir Menschen geartet sind, geben wir uns ja niemals mit etwas zufrieden, z. B. mit dem Glück, auf diesem wunderschönen Planeten leben und das Leben als solches entdecken und auch genießen zu können.

Unwillkürlich ist man an das alte Volkslied „Der Hans im Schnakenloch“ erinnert.

Der Ursprung dieses Liedes „De Hans im Schnakeloch“ ist offenbar nicht genau festzulegen, es wurde aber immer wieder literarisch aufgegriffen und gilt bis heute im Elsass als eine Art selbstkritische „Nationalhymne“. Hier ist die 1. Strophe:

De Hans im Schnakeloch
het alles, was er will
und was er will,
des het er net
Un was er het,
des will er nitt
De Hans im Schnakeloch
het alles, was er will.

Übersetzung:

Der Hans im „Sumpfloch“
hat alles, was er will.
Und was er will,
das hat er nicht,
und was er hat,
das will er nicht.
Der Hans im „Sumpfloch
hat alles, was er will.

Wie und was auch immer wir darüber denken – ob konfessionell religiös, esoterisch, frei spirituell oder eben nicht -, die Geschichte von Himmel und Hölle zeigt uns, dass jede Spekulation oder Mutmaßung über die Existenz eines Himmels oder einer Hölle zu leeren Phrasen werden, solange wir nicht das uns zur Verfügung stehende Leben, das unserer Mitmenschen und das der ganzen Natur schätzen und lieben lernen. Erst dann wird allmählich das Mitgefühl (nicht Mitleid) die Gier, Rücksichtslosigkeit und den Egoismus ablösen.

Dann müssen wir auch nach keinem spirituell selbstgemachten Himmel mehr streben oder gar ein manipulativ erfundenes Höllenszenario fürchten, da wir wissen, dass es jeder Mensch selbst in der Hand hat, seinen Himmel oder seine Hölle auf Erden schon zu gestalten.

Was dann nach dem Tod kommt, das werden wir noch früh genug erfahren 😉

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter
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Sterntaler, die auch Ihnen vom Himmel „zufallen“ können

Sterntaler Märchen der Brüder Grimm

„Ach wäre das schön“, mag wohl so mancher denken, „einmal so viel Geld haben, dass man sich um nichts mehr Sorgen machen müsste!“

…“Und wie es so stand und gar nichts mehr hatte, fielen auf einmal die Sterne vom Himmel, und waren lauter blanke Taler; und ob es gleich sein Hemdlein weggegeben, so hatte es ein neues an, und das war vom allerfeinsten Linnen. Da sammelte es sich die Taler hinein und war reich für sein Lebtag.“

Nun, im Märchen vom Sterntaler aus der Sammlung der Brüder Grimm ist es möglich, aber schauen Sie sich doch dieses recht kurze Märchen etwas näher an und Sie werden entdecken, dass das arme Mädchen vor diesem „goldenen Himmelsregen“ eine recht schwere Zeit hatte und trotz ihrer Armut schließlich alles, bis hin zu ihrem letzten Hemd, hergeben musste.

Sterntaler ist nicht historisch

Historisch ist diese Geschichte vom Sterntaler selbstverständlich nicht, da es sich bei den echten Märchen um Seelenbilder handelt, aber dass noch weitaus mehr hinter diesen scheinbar harmlosen Geschichten steckt, als man gemeinhin meint, wird immer mehr Menschen bewusst.

Wenn Sie selbst diese Seelenbilder für mehr Glück, Liebe, Erfolg und Gesundheit in Ihrem Leben erkunden wollen, dann empfehlen wir Ihnen folgenden kostbaren Schatz:

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Für alle, die sich und andere Menschen
mit frei erzählten Märchen beglücken möchten!

Ich wünsche Ihnen jedenfalls ein märchenhaftes und erfülltes Leben!

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter
maerchenlernprogramminfo

Geschichten von der Stadt „Blickwinkel“

Geschichten von der Stadt BlickwinkelGeschichten zeigen uns, oftmals schneller als es uns machnmal lieb ist, wie wir unser Leben freundlicher und erfolgreicher gestalten könnten:

„Es war einmal ein Wanderer, der suchte schon sehr lange eine Stadt, in der er glücklich leben konnte. Eines Tages, da kam er an die Tore einer Stadt, dort saß an einem Tisch der Torwächter bei einer Tasse Tee. Er grüßte und fragte: „Wie sind die Menschen in dieser Stadt, kann man ihnen vertrauen?“  Der Torwächter antwortete mit einer Gegenfrage:„Sage mir erst, aus welcher Stadt du kommst? Wie sind dort die Menschen?“

„Oh je“, jammerte der Wanderer, „ich komme aus der Stadt „Blickwinkel“ und die Menschen dort, sie sind alles andere als vertrauensvoll. Sie betrügen, lügen und stehlen, wo sie nur können. Ich bin froh, dass ich nicht mehr bei ihnen sein muss.“  Da sprach der Torwächter: „Ich muss dich leider enttäuschen. Auch hier wohnen keine besseren Menschen. Du wirst dieselben antreffen, wie in deiner Heimatstadt.“

Mit gesenktem Kopf ging der Wanderer weiter. Einige Zeit später kam ein anderer Wanderer und fragte den Torwächter. „Wie sind die Menschen in deiner Stadt?“

„Na ja, wie sollen sie schon sein?“ antwortete der Torwächter, „Sage mir erst, aus welcher Stadt du kommst und wie dort die Menschen sind?“ Der Wanderer sprach: „Ich komme aus „Blickwinkel“. Da sind die Menschen freundlich und zuverlässig und ich habe mich dort sehr wohlgefühlt. Ich muss leider aus beruflichen Gründen die Stadt verlassen und suche nun hier Arbeit.“

Der Torwächter lächelte freundlich und sprach: „Es freut mich, dich begrüßen zu dürfen und ich kann dir versichern, dass die Menschen hier genauso wie in deiner Stadt sind. Du wirst dich bald wie zu Hause fühlen.“

Und so geschah es auch! Zeit seines Lebens fühlte sich dieser Wanderer in seiner neuen Heimat wohl und geborgen.“

Nach einer alten Lehrgeschichte,
neu bearbeitet von Karlheinz Schudt

Karlheinz Schudt
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