Wie die Selbstgerechtigkeit vom Blitz erschlagen wurde.

Selbstgerechtigkeit - eine Geschichte

Selbstgerechtigkeit: Kennen Sie den Spruch: „Wer den Splitter im Auge des anderen sieht, erkennt den Balken im eigenen Auge nicht!“ Wenn mich nicht alles täuscht, handelt es sich hier um ein Zitat aus der Bergpredigt. Wie leicht rutscht einem dieser Spruch über die eigenen Lippen, vor allem dann, wenn man damit die Untugenden oder Unzulänglichkeiten anderer Menschen verdeutlichen oder verurteilen möchte.

Aber mal ehrlich, ob wir damit die Selbstgerechtigkeit anderer überführen möchten oder womöglich selbst zu jenen Selbsgerechten gehören, die immer nur die Schuld bei den anderen suchen, wir nehmen in jedem Falle eine Position ein, mit der wir uns im Recht wähnen. Nur allzugerne identifizieren wir uns mit den vermeintlich „Guten“ im Leben, mit dem, was wir kennen, lieben und schätzen.

Wehe aber, es schleicht sich etwas ein, was uns unbekannt ist, was wir nicht lenken oder überblicken können. Das macht uns unsicher und Angst und gerade diese lässt uns dann mit einem solchen Eifer Dinge tun, von denen wir glauben, dass sie im Dienst einer guten Sache stehen. In Wirklichkeit repräsentieren diese Taten aber oft nichts anderes als unsere Engstirnigkeit, Einseitigkeit und unseren Fanatismus und bewirken genau das Gegenteil von dem, was wir als das „Gute“ meinten.

Aber sind wir gespannt, was die Geschichte über die Selbstgerechtigkeit zu sagen hat:

Die vier selbstgerechten Bauern

Einmal waren fünf Bauern bei einem schrecklichen Unwetter auf dem Weg nach Hause. Ihr Weg führte sie über einen hohen Berg und als sie dort ankamen, war das Unwetter so heftig, dass an kein Weiterkommen mehr zu denken war. Es stürmte und regnete so gewaltig, dass sie glaubten, stehenden Fußes ertrinken zu müssen. Gleichzeitig fing es auch noch an zu donnern und zu blitzen, als hätte sich die Hölle selbst weit aufgetan.

Glücklicherweise fanden sie auf dem Gipfel des Berges neben einem Baum eine kleine Hütte, in die sie Schutz suchend flüchteten. Dort wollten sie das Unwetter vorüberziehen lassen. Doch das Unwetter dachte gar nicht daran. Es hatte sogar den Anschein, als ob es gerade über dieser Hütte zum Stehen kam und seine ganze Gewalt erst recht entfaltete. Blitze fuhren herab und schlugen unweit der Hütte ein. Andere wiederum kreisten gefährlich am Himmel.

Die Bauern beratschlagten, was sie denn nun tun sollten. Ihre Angst war groß aber die Furcht vor den Göttern noch viel größer. Schließlich glaubten sie, dass ein Sünder unter ihnen die Ursache dieses lebensbedrohlichen Unwetters wäre und die Götter solange keine Ruhe gäben, als bis jener vermeintliche Sünder seiner gerechten Strafe zugeführt würde.

Unter ihnen war ein stiller und bescheidener Bauer, der keine großen Worte machte und auch sonst wegen seiner Ansichten als komischer Sonderling galt. Schließlich verschworen sich die vier anderen gegen ihn und waren sich einig, dass jener Sonderling der Sünder wäre und den Zorn der Götter auf sie alle gelenkt habe. Da wäre es doch recht und billig, wenn gerade jener aus der Hütte hinaus in das Unwetter müsse, um sich vom Blitz erschlagen zu lassen. Nur so wären die Götter zu besänftigen.

Unbarmherzig stießen sie den armen Bauern hinaus und überließen ihn seinem schrecklichen Schicksal, in der Hoffnung, dass nun das Gewitter bald ein Ende nähme. Wie nun der Bauer so alleine, ausgeliefert und hilflos draußen stand, vom Sturm und Regen umpeitscht und von dem Licht der Blitze hell erleuchtet, da kreiste ein ganz besonders mächtiger Blitz am Himmel, fuhr plötzlich mit einer solchen Wucht herab und schlug krachend in die Hütte ein, in der die vier selbstgerechten Bauern saßen.

Nach einer asiatischen Lehrgeschichte, neu geschrieben von Karlheinz Schudt.

© 2018 Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

Sollten auch Sie den tiefen Wunsch verspüren, als MärchenerzählerIn oder GeschichtenerzählerIn unter den Menschen wirken und mehr Zwischenmenschlichkeit, Vertrauen, Mitgefühl und Zuversicht in die Welt und unter die Menschen tragen zu wollen, dann zögern Sie nicht lange. Sie könnten gleich hier und heute beginnen:

Märchenhaft kreativ schreiben lernen

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Lernen und frei erzählen von Märchen, Geschichten, Vorträgen

Lernen von Märchen und Geschichten

„Zwei herausragende Fähigkeiten habe ich von meinen Eltern mitbekommen. Die erste Fähigkeit ist ein sehr gutes Gedächtnis, und die zweite, ach, die hab ich jetzt vergessen!“

Lernen kann Freude machen!

Man bewundert ja immer wieder das besondere Gedächtnis eines Märchenerzählers oder Geschichtenerzählers, aber ich kann Ihnen versprechen, dass jeder Mensch ein solches besitzt. Vorausgesetzt man lässt die alten Schulmethoden des Lernens hinter sich und nützt das Potenzial, das ganz natürlich in jedem Menschen vorhanden ist.

Was würden Sie davon halten, wenn Sie zu fast jedem familiären, privaten oder betrieblichen Fest, bei dem eine kulturelle Einlage gefragt oder angebracht wäre, sagen könnten:

„Soll ich Euch einmal ein Märchen oder eine Geschichte erzählen?“

Sie werden staunen, wie offen die meisten für diese kostbare Anregung sind. Noch mehr aber werden Ihre Bekannten staunen, die dies von Ihnen womöglich gar nicht erwartet hätten.

Wie mit Märchen und Geschichten
das eigene Gedächtnis mit Freude trainiert werden kann.

Märchen und Geschichten lesen ist zwar schön. Aber sie zu hören, noch viel schöner, vor allen Dingen dann, wenn sie frei und von Herzen erzählt werden. Am schönsten aber ist es, wenn Sie selbst frei vor Publikum diese Märchen und Geschichten erzählen und damit viele große und kleine Menschen entzücken können.

Sie glauben, das können Sie nicht, weil Ihnen das Lernen von Märchen und Geschichten und das freie Sprechen vor Publikum schwer fällt? Das freie Märchen Erzählen und Geschichten Erzählen ist ein ganz natürlicher Prozess ohne Auswendiglernen von Texten. Jeder Mensch und sogar jedes kleine Kind in der Wiege hat das Bedürfnis, seine Erlebnisse mitzuteilen.

Der Märchenerzähler oder die Märchenerzählerin taucht in die Welt der inneren Sinne, in die Märchen- und Traumwelt ein, nimmt dort Stimmungen und Bilder wahr, die das Märchen oder die Geschichte schildert und bringt sie dann durch das freie Erzählen lebendig nach draußen.

Ja und nicht nur das – mit dieser spielerischen und natürlichen Methode, die in dieser ErzählerInnen-Ausbildung 1983 entwickelt und seit dieser Zeit immer weiter vertieft wurde, werden Sie überhaupt viel natürlicher und freier vor anderen Menschen sprechen und je nach Ihrem Interesse sogar Vorträge und Präsentationen lebendig und erlebnisreich vor Publikum halten können.

Lernen durch Verinnerlichen

Dieses Lernen durch Verinnerlichen (nicht „Verkopfen“) ist ein wenig vergleichbar mit einem schönen Urlaubserlebnis. Hier brauchen Sie auch kein Buch oder eine Vorlage, um dieses Erlebnis Ihren Freunden, Bekannten, etc. zu erzählen.

In der Ausbildung zum/r MärchenerzählerIn und GeschichtenerzählerIn lernen und erleben Sie:

Wie Sie die Kunst des freien Erzählens von Märchen und Geschichten mühelos erlernen.
Wie Sie in jedem Alter mit Leichtigkeit und Freude Ihr Gedächtnis trainieren können.

Wie Sie von Herzen und natürlich frei vor Publikum Geschichten und Märchen erzählen.
Wie Sie sogar Vorträge und Präsentationen zu verschiedenen Themen frei halten können.
Wie Sie dadurch mehr Vertrauen und noch mehr Lebensfreude erhalten.
Wie Sie aus Ihrer Lebensfreude eine Berufung und einen Beruf machen können.
Wie Sie auch über diese Ausbildung hinaus von uns gefördert werden können.

Und wenn Sie als Berufstätige/r mit überfülltem Terminkalender in nur wenigen Tagen, überaus effektiv, tief erfüllend, mit weniger Zeitaufwand und geringeren Kosten die Ausbildung zum Erzähler oder zur Erzählerin durchführen möchten, dann finden Sie alle weiteren Infos mit einem Klick auf nachfolgendes Bild:

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

Frei erzählen lernen von Geschichten und Märchen

Märchen lernen – Ausbildung Märchenerzählerin und Märchenerzähler

monikaerzaehlerin

 

Liebes Märchenteam,

Ihr Angebot, (siehe HIER) in drei Tagen Märchenerzählerin werden zu können, finde ich nicht einfach, denn Märchenerzählerin kann man doch nicht in drei Tagen werden!?
J. S.-D., Märchenerzählerin.

Liebe Frau J. S.-D.,

danke für Ihre kritische Anmerkung. Ja, Sie haben recht. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als ob es in dieser Zeit nicht möglich ist, als Teilnehmerin oder Teilnehmer genügend „Input“ zu bekommen, um eine neben- oder hauptberufliche Tätigkeit als Märchenerzählerin oder Märchenerzähler ausüben zu können.

Märchen lernen und erzählen – eine intensive und effektive Methode!

Aber wie Sie vielleicht bemerkt haben, ist das besagte Seminar eine Basis-Ausbildung, also das 1. Intensiv-Seminar einer ganzheitlichen Ausbildung, die insgesamt 7 Intensiv-Seminare umfasst und in unserer Berufsbeschreibung noch einmal näher erzaehlerinritaerläutert wird. Es ist also immer eine Frage des Teilnehmers selbst, was er/sie als Märchenerzähler oder Märchenerzählerin letztendlich verwirklichen möchte und daraus macht.

Die Intensiv-Basis-Ausbildung (1. Seminar) ist besonders für jene Menschen eine großartige Hilfe, die mehr die Erzählertätigkeit als Hobby, im Rahmen ihres bestehenden Berufes oder im Bekannten- und Freundeskreis ausüben möchten.

Die gesamte Ausbildung von 7 Intensiv-Seminaren zum Geschichten und Märchen lernen spricht mehr solche Menschen an, die, je nach ihrem eigenen Engagement, neben- oder hauptberuflich als Märchen- und GeschichtenerzählerIn tätig sein möchten.

Die 1. intensive Ausbildung zum/r MärchenerzählerIn und GeschichtenerzählerIn

Doch lassen Sie mich Ihre Kritik zum Anlass nehmen, ein wenig auszuholen, um Ihnen den Weg etwas zu verdeutlichen, wie es zu dieser Entwicklung kam, seit unser Team 1986 in Süddeutschland (Heilbronn) mit der ersten Intensiv-Ausbildung zur Märchen- und GeschichtenerzählerIn begann.

Die ersten TeilnehmerInnen unserer Ausbildung im Rahmen des Troubadour Märchenzentrums e.V. (Gründung 1983) hatten noch das Glück, ein ganzes Jahr lang von morgens bis abends dieser Schulung beiwohnen zu dürfen. Neben praktischen Unterweisungen zum Geschichten und Märchen lernen bis hin zur theoretischen Erarbeitung mitorganisierten und planten die TeilnehmerInnen Auftritte unserer aktiven MärchenerzählerInnen und PuppenspielerInnen. Sie führten mit ihnen gemeinsam diese Veranstaltungen durch, bis hin zu Tourneen im deutschsprachigen Raum.

Das 1. Märchenfest mit Märchentagung

Als praktische Abschlussarbeit veranstalteten sie am Ende ihrer Ausbildung ein Märchenfest mit Märchentagung, was 1987 auf der Burg Stettenfels (Untergruppenbach) in dieser Art zum ersten Mal durchgeführt wurde und damals an einem Wochenende über 2000 Menschen anzog und ein voller Erfolg war.

willierzaehlerSowohl diese intensive und ganztägige Ausbildung zum/r MärchenerzählerIn und GeschichtenerzählerIn war ein Novum, wie auch damals das Märchenfest selbst, das durchaus als „1. Märchenfest der Welt“ bezeichnet werden kann und heute viele Nachahmer findet. Wenngleich die Inhalte so mancher „Nachahmer“- Märchenfeste in Bezug auf Märchen zuweilen recht fragwürdig erscheinen.

Gerade einmal die Europäische Märchengesellschaft bzw. einige ihrer Mitglieder führten zu jener Zeit noch Märchenworkshops oder –Seminare durch, die sich mit Märchen-Interpretationen und dem textgebundenen Erzählen beschäftigten.

Von der Ganztages-Ausbildung, über praxisorientierte Märchenseminare
mit Fernkurs bis zur heutigen Märchen Ausbildung

Nach dieser Zeit hatten wir einen großen Andrang von Interessenten, die uns baten, ja regelrecht dazu drängten, eine Ausbildung zu konzipieren, die auch berufstätigen Menschen ermöglicht, an dieser Schulung teilzunehmen. Wer kann schon als Berufstätiger 1 Jahr lang eine solche Ausbildung nonstop durchführen, ohne sich dafür eine berufliche Auszeit zu gönnen?

Also entwickelten wir einen monatlichen schriftlichen Fernkurs mit Unterweisungen und Aufgaben kombiniert mit verschiedenen Wochen-Seminaren, in denen es in die lernprogrammerzaehlerAusbildungs-Praxis ging.

Ja, und nach verschiedenen inhaltlichen Ergänzungen, Erweiterungen und wesentlichen Vertiefungen, insbesondere durch die 7 Urbilder des Märchens und des Lebens (Urheber Jean Ringenwald), kamen wir schließlich zu unserer „klassischen“ Ausbildungs-Form.

Diese praktizieren wir seit Anfang der 90er Jahre mit einem Starterset-Lernprogramm, dem Einführungs-Seminar-Wochenende, den 7 Intensiv-Seminaren zu je 1 Woche im Abstand von ca. 3 Monaten und einem abschließenden 4-tägigen Prüfungs-Seminar.

Alles mündete in ein von den TeilnehmerInnen organisiertes und durchgeführtes Märchenfest inkl. Abgabe ihrer schriftlichen Arbeiten über das Märchen.

Als Krönung der klassischen Märchenerzähler-Ausbildung erweiterten wir nun das Konzept mit noch tieferen und auf den Bedarf des Teilnehmers ausgerichteten Inhalten und einer individuellen Begleitung mit viel effektiveren Lernprozessen.

Noch intensiver, noch erfüllender, noch effektiver

Diese individuell begleitete SOLO-MärchenerzählerIn-Ausbildung ist nicht nur eine Alternative zur Klassischen Märchenerzähler Ausbildung, sondern übertrifft diese sogar noch bei Weitem in wesentlichen Punkten:

1. Der/die Teilnehmer/in bestimmt den Zeitpunkt dieser 3 Tage eines jeden Intensiv-Seminares, d. h. es gibt keine lästige Wartezeit mehr auf einen nächsten Kurs, da die Termine zwischen TeilnehmerIn und Ausbilder immer individuell abgesprochen werden und somit auch für Berufstätige mit vollem Terminkalender flexibel gehandhabt werden können.

2. Der/die Teilnehmer/in wird individuell und bedarfsorientiert gefördert, d. h. die Inhalte werden auf die jeweiligen Fähigkeiten, Stärken und Neigungen des Teilnehmers so abgestimmt, dass er/sie den größtmöglichen Nutzen daraus ziehen kann.

3. Der/die Teilnehmer/in erlebt tiefe Erfüllung, ohne Gruppen-Ablenkung, d. h. alle Inhalte auf dem äußeren Weg in der „Erzähler-Werkstatt“ und auf dem inneren Weg „Märchenhaft leben“ werden intensiv und ganz individuell praktiziert und erlebt, da das ganze Ausbildungs-Team nur für die Teilnehmerin zur Verfügung steht.

So schön es auch sein kann, innerhalb einer Gruppe als Teilnehmer eine solche Ausbildung zu absolvieren, so groß ist auch die Ablenkung von den eigentlichen und wesentlichen Inhalten einer solchen Schulung. Schließlich kommt die Teilnehmerin wegen der Inhalte und nicht z. B. aufgrund eines vermeintlich guten Gesprächs oder Kontaktes mit einem anderen Teilnehmer.

logoerzaehler4. Der/die Teilnehmer/in bekommt in jedem Intensiv-Seminar das nötige „Gewusst wie“ mit auf den Weg, um nicht erst am Ende seiner Erzähler-Ausbildung als Märchenerzählerin oder Geschichtenerzähler aktiv zu sein. Er kann unmittelbar nach jedem Intensiv-Seminar praktizieren, je nach seinem eigenen Engagement, seinen entwickelten Fähigkeiten und Möglichkeiten und mit regelmäßigen Coachings durch das Ausbildungs-Team.

Diese Märchenerzähler und Geschichtenerzähler Ausbildung ist keine universitäre oder schulische Ausbildung, sondern im wahrsten Sinne des Wortes eine praktische Lebensschule, die nicht stehen bleibt, sich ständig erweitert, wächst und sich innovativ auf den wahren Bedarf des heutigen Menschen einstellt.

Jede Ausbildung ist nur so gut,
wie die TeilnehmerInnen das Erlebte auch praktisch umsetzen

Doch jede Schulung ist eben immer nur so gut, wie der Teilnehmer oder die Teilnehmerin auch bereit ist, die Inhalte aufzunehmen und das Erlebte bzw. Gelernte im Alltag praktisch und regelmäßig umzusetzen.

So gibt es Teilnehmer/innen, die nach der Ausbildung das Märchen Erzählen als Hobby betreiben und die durch die Inhalte dieser Schulung für sich selbst eine inspirierende, innerlich erfüllte und besonders für ihr Selbstvertrauen stärkende Zeit erlebt haben.

Andere wiederum nehmen diese Ausbildung zum Anlass, gelegentlich nebenberuflich Märchen und Geschichten zu erzählen und bekommen dafür ein für diesen Berufsstand angemessenes Honorar.

Und schließlich gibt es noch jene, die den Sprung in die Selbstständigkeit wagen und als Märchenerzählerin oder Geschichtenerzählerin freiberuflich tätig sind. Auch dies ist möglich, setzt natürlich voraus, dass man sich selbst und seinen Dienst schätzt, alle notwendigen Schritte regelmäßig vollzieht (Werbung!), um das Publikum bzw. die Zielgruppe zu finden, welche die Dienste eines Märchenerzählers gerne in Anspruch nimmt und dem Berufsstand entsprechend angemessen honoriert.

Wieviele Auftritte mit angemessener Gage im Monat dies für einen Märchenerzähler bedeutet, um davon leben zu können, lässt sich – gemessen an dem individuellen Lebensstandard des einzelnen – leicht ausrechnen. Wie und wo man im einzelnen erfolgreich akquiriert und wieviel Zeit man dafür als freiberuflicher Märchenerzähler einkalkulieren sollte, erfahren die TeilnehmerInnen u. a. in den Profi-Seminaren nach der Basis-Ausbildung, sofern sie diesen Weg des neben- oder hauptberuflichen Erzählens forcieren.

Märchen lernen: Pioniere mit neuen Methoden!

Wir haben als Pioniere die intensive Schulung zum Märchenerzähler oder Geschichtenerzähler seit 1986 in Deutschland maßgeblich mitgeprägt und seit dieser Zeit ausbildungsgruppeunzählige Menschen in kleinen und großen Gruppen (teilweise bis zu 30 Personen pro Gruppe) ausgebildet. Wir haben ihre Stärken, ihren Bedarf aber auch ihre Sorgen, Nöte und Schwächen kennengelernt und angemessen darauf reagiert, indem wir unsere Lern-Methoden verfeinert und effektiver gestaltet haben, sodass sie den bestmöglichen Nutzen daraus ziehen konnten.

Methoden wie Meditation, Bilderreisen, das freie Erzählen, Erkunden und Märchen lernen anhand von inneren Bildern und Stimmungen, u. v. m. waren damals für viele noch undenkbar, noch weniger die Tatsache, dass man aus dieser Berufung des Märchen und Geschichten Erzählens einen Beruf machen kann, der einem den nötigen Lebensunterhalt ermöglicht. Wir leben dies seit über 30 Jahren auch vor!

Gerade die Verantwortlichen der Europäischen Märchengesellschaft bekämpften uns damals recht massiv, obwohl keiner jener meist promovierten AkademikerInnen sich mit dieser Ausbildung wirklich auseinandergesetzt, geschweige denn selbst den Beruf des Märchenerzählers freiberuflich ausgeübt und sich damit den Lebensunterhalt verdient hatte.

zeitschriftneuDie 1. Märchenzeitschrift der Welt

Weitere Furore machte in jenen akademischen Kreisen die von uns gegründete und 1987 zum ersten Mal erschienene 1. Märchenzeitschrift der Welt, die dann alle 2 Monate regelmäßig publiziert wurde. Bis zu diesem Jahr gab es so etwas noch nicht, vor allen Dingen nicht für die Öffentlichkeit, die wir damals mit der Zeitschrift in recht hohen Auflagen über Mitglieder, Abonnenten, im Freiverkauf, über Bahnhofs- und Zeitschriftenkioske und andere Verteilerstellen versorgten.

Original oder Kopie?
„Auf mehreren Hochzeiten gleichzeitig tanzen“

Auch einige unserer damaligen SchülerInnen und deren SchülerInnen nahmen ihre Ausbildung zur MärchenerzählerIn zum Anlass, mit unseren Inhalten in verschiedenen Ecken von Deutschland, Österreich und der Schweiz „Nachahmer-ErzählerInnen-Ausbildungen“ ins Leben zu rufen. Obwohl dies von uns keineswegs so angelegt war, da dafür die nötige Ausbildung und das erforderliche Hintergrundwissen fehlten, um als AusbilderIn für diese Inhalte tätig sein zu können.

„Konkurrenz belebt das Geschäft“ heißt ein Sprichwort, und es ist absolut nichts dagegen einzuwenden, dass es verschiedene Richtungen gibt, in denen man sich erfolgreich zum Märchenerzähler und Geschichtenerzählerin ausbilden lassen kann. Doch wenn ursprüngliche Inhalte nicht weiterentwickelt werden und mit anderen, meist sachfremden Inhalten vermischt und „verwässert“ werden, dann bleibt vom eigentlichen Impuls nur noch ein seichtes „Wässerchen“ oder eine billige Kopie übrig.

Wer „auf mehreren Hochzeiten gleichzeitig tanzt“ und sich hauptsächlich an anderen orientiert, als an seinem eigenen schöpferischen Inneren, der muss sich nicht wundern, wenn er stehen bleibt.

Aus seinem Innersten schöpfen!

Die Zeiten ändern sich und der Verstand kann Dinge nicht erfassen, die er nicht nachvollziehen kann. Das ist menschlich. Um aber hinter die Dinge zu schauen, bräuchte man Vertrauen, Offenheit und Mitgefühl, so wie es uns viele Märchenhelden und -Heldinnen immer wieder im Märchen vorleben.

Wenn Sie möchten, dürfen Sie gerne einmal an einem unserer Seminare oder Schulungen teilnehmen und sich selbst ein Bild davon machen. Denn selbst als praktizierende Märchenerzählerin kann man ja niemals auslernen. Es gibt ja noch genug und so viel Neues zu entdecken!

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

Frei erzählen lernen von Geschichten und Märchen