Geschichten von Liebe, Erotik, Lust und Leidenschaft

Erotische Geschichten und Märchen von Liebe, Lust und Leidenschaft

© Bild: Rita Maria Fröhle

Gleich der menschlichen Begierde finden sich auf der ganzen Welt Geschichten und Märchen, die von der Anziehungskraft zwischen Mann und Frau erzählen. Die Geschichten erzählen vom Erregen der Sinne, dem Entfachen der Lust und dem Entzünden der Begierde.

Diese erotischen Geschichten und Märchen von Liebe, Lust und Leidenschaft werden durch das freie Erzählen mit Leben erfüllt und schenken Ihnen so einen Hörgenuss, der Sie berührt, zum Lächeln bringt und Ihnen öfter einen sanften Seufzer entlockt. Sie erleben den Herzschlag der Liebenden, schwingen mit im Rhythmus verträumt und zärtlich in China, tief schwingend, wie ein Trommelschlag in Afrika, derb und doch unschuldig heiter in der Indianischen Kultur, frech und selbstbewusst in Frankreich, gewitzt und mit viel Schläue im Orient.

Warum lieben sich Mann und Frau?
Warum schlafen sie miteinander?
Die Seele tief im Menschen weiß es.
Doch sie ist schüchtern, sie schweigt.
Also hört die Wahrheit!

Aus Afrika

Die Schöpferkraft
begibt sich ganz einfach dorthin,
wo sie willkommen ist,
und wenn man sie hereinlässt,
erfüllt sie den Raum
mit Duft, Licht und Farben
und gibt dem kleinsten Seufzer
einen Sinn.

Henri Gougaud

Lassen Sie sich überraschen von angenehm prickelnden, herzerfrischenden, erotischen und besinnlichen Momenten und staunen Sie über diese Geschichten und Märchen für Erwachsene aus aller Welt, die weit mehr zu bieten haben, als uns die Brüder Grimm ahnen lassen.

Hier gehts zum Video und der Hörbuch-CD: Erotische Geschichten und Märchen aus aller Welt, frei erzählt von der langjährigen Märchenerzählerin und Geschichtenerzählerin Rita Maria Fröhle. Frau Fröhle ist auch zu den verschiedensten Anlässen mit Ihrem Erotischen Märchen-Programm zu engagieren. Weiteres dazu finden Sie hier: Erotisches Geschichten-Programm für Erwachsene.

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter
Schreibkurs für kreative - kreativ schreiben lernen

Was ist Glück, was ist Unglück?

Glück, Unglück

Im alten China lebte einst ein armer alter Bauer, dessen einziger Besitz ein wundervoller und kräftiger Hengst war. Eines Tages wollte der Kaiser dieses schöne Pferd für viel Geld kaufen, doch der Bauer antwortet nur: „Mir fehlt es an nichts. Einen Freund verkauft man nicht.“
 
Die Dorfbewohner lachten über soviel Dummheit. Wie konnte der Alte bloß wegen eines Pferdes soviel Reichtum und Glück ausschlagen? Eines Morgens war das Pferd davongelaufen. Die Dorfbewohner liefen aufgeregt zusammen, um das Unglück des Bauern zu beklagen: „Ach, das Unglück hat dich schwer getroffen.“ Der alte Bauer blickte ruhig in die Runde, nickte bedächtig und sagte: „Vielleicht ist es ein Unglück, vielleicht auch nicht. Wer weiß das schon?“ Kopfschüttelnd gingen die Leute auseinander. Der Alte musste verrückt geworden sein.
 
Wenige Tage später stürmte der vermisste Hengst laut wiehernd die Dorfstraße entlang, gefolgt von sechs wunderschönen wilden Stuten, die ihm in die Koppel neben dem leeren Stall folgten. „Du glücklicher Bauer“, riefen da die Dorfbewohner! „Jetzt hast du sieben Pferde und bist doch noch reich geworden. Bald wirst Du jede Menge Fohlen haben. Du musst nun ein glücklicher Mann sein!“ Der Alte schaute gelassen in die aufgeregte Menge und sprach: Vielleicht ist es ein Glück, vielleicht auch nicht. Wer weiß das schon?“

Der alte Bauer hatte einen einzigen Sohn. Er begann die Wildpferde zu zähmen und stürzte eines Tages beim Zureiten vom Pferd. Dabei brach er sich beide Beine und konnte Zeit seines Lebens nur noch humpeln. Wieder versammelten sich die Leute vor dem Haus des Alten. „O du armer, unglücklicher Mann!“ jammerten sie, „Dein einziger Sohn ist nun ein hilfloser Krüppel und kann dir keine große Hilfe mehr im Alter sein“.  Abermals schaute der Alte in die Runde und antwortete: „Ihr könnt nur urteilen und seht die Welt entweder schwarz oder weiß. Vielleicht ist es ein Unglück, vielleicht auch nicht. Wer weiß das schon?“

Einige Zeit später wollte der Kaiser einen Krieg gegen sein Nachbarland führen. Alle jungen Männer wurden zwangsweise zu Soldaten eingezogen, obwohl alle wussten, dass die meisten Männer aus diesem blutigen Krieg nicht mehr zurückkommen würden. Wieder einmal liefen die Dorfbewohner vor dem Haus des alten Bauern zusammen: „Wie recht du doch hattest. Jetzt bringt dein verkrüppelter Sohn dir doch noch Glück. Wir sehen unsere Söhne bestimmt nie wieder, wenn sie erst einmal im Krieg gefallen sind.“

Lange redeten die Dorfbewohner aufgeregt unter sich weiter und schließlich wandten sie sich wieder an den alten Bauern und sprachen: „Du bist so ein weiser Mann. Wir möchten dich als Bürgermeister haben.“ Der Alte schaute nachdenklich in die Gesichter der Leute, dann erwiderte er: „Wenn ich euch nur helfen könnte, weiter und tiefer zu blicken, als ihr es bisher tatet. Niemand von uns weiß, wie sich das große Bild der Schöpfung zusammensetzt. Was eben noch wie ein großes Unglück scheint, mag sich im nächsten Moment als Glück erweisen.

Ihr wollt mich als Bürgermeister haben? Nun, vielleicht ist es ein Glück, vielleicht auch nicht. Wer weiß das schon? Geht nach Hause und freut euch über jeden Moment des Lebens, der euch geschenkt wird.“ Nachdem der Alte seine letzten Worte gesprochen hatte, drehte er sich um und ging in sein Haus.

Ob er Bürgermeister wurde, ich weiß es nicht, was glaubt Ihr???

Nach einer alten taoistischen Parabel,
bearbeitet von Karlheinz Schudt

Könnten wir jemals das Licht schätzen,
wenn es keine Dunkelheit gäbe?

Der Mensch verbringt sein ganzes Leben lang in dieser Polarität und je mehr er sich der einen Seite zuwendet, desto massiver kommt die andere. Das ist wohl das „Prinzip des schöpferischen Ausgleichs“. Hierbei geht es nicht um „Göttliche Bestrafung“, „Himmel und Hölle“, „Karma“ oder was man sich sonst noch an dogmatischen Weltbildern geschaffen hat.

Das schöpferische Prinzip strebt von Natur aus immer einen Ausgleich an. Es kennt kein „Gut“ oder „Böse“ sondern ist nur darauf bedacht, im Gleichgewicht zu sein. Was für den einen als „Gut“ erscheinen mag, ist für den anderen abgrundtief „Böse“.

Weise wird wohl der Mensch sein, der es versteht, die Goldene Mitte zu finden und immer weniger sein Leben nach „Glück“ und „Unglück“ oder „Licht“ und „Dunkelheit“ aufzuteilen, sondern in allen Dingen einen Sinn und eine Stufe zur eigenen Entwicklung und folglich auch zur Entwicklung der gesamten Menschheit zu sehen, auch wenn diese Sicht- und Lebensweise zuweilen mehr als schwierig scheint und mit Passivität nichts zu tun hat.

Höhen und Tiefen wechseln sich ab!

In den typischen klassischen Märchen wird das Ergebnis dieser Entwicklung durch Höhen und Tiefen am Ende immer durch die Vereinigung von Liebe und Weisheit, durch Hochzeit und Krönung ausgedrückt. Selbstverständlich geht es da um die innere Vereinigung oder „Himmlische Hochzeit“, also auch um die Integration oder Versöhnung mit all jenen sogenannten „Untaten“, die man an sich selbst UND an anderen nicht ausstehen konnte (oder kann).

Körper, Seele und Geist „wissen“ sehr wohl, was „gut“ für sie ist!

Schließlich kann man ja nur ganz und heil sein, wenn man alle „Seiten“ in sich vereint und sinnvoll für alle nutzt. Denn wenn wir z. B. als Mensch kein x-beliebiges Zufallsprodukt irgendeiner Laune der Natur sind, dann wird sich doch die „Vollkommene Schöpfung“ etwas dabei „gedacht“ haben, uns so zu kreieren, wie wir sind? Also vollkommen (nicht perfekt) und somit wäre es viel sinnvoller, uns selbst zu entdecken in unserer wahren und einfachen Natürlichkeit, als nach immer neuen künstlichen Wegen und komplizierten Methoden zu suchen, uns zu verwirklichen.

Als ob Körper, Seele und Geist nicht selbst „wüssten“, was „gut“ für sie ist. Lauschen wir also nach innen, bewegen wir es in unserem Herzen, anstatt uns durch starre Regeln, unnatürliche Übungen und Dogmen noch mehr zu entfremden.

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter