Der Schäfer mit den Sternenaugen

Der Schäfer mit den Sternenaugen

Janusz Korczak (Eigentlicher Name: Henryk Goldszmit) war ein polnischer Kinderarzt, herausragender Pädagoge und Kinderbuchautor. Bekannt wurde er vor allem durch seinen großartigen Einsatz für Kinder. So begleitete er 1942 freiwillig die jüdischen Kinder seines Waisenhauses bei der Deportation durch die deutschen Besatzer in ein Vernichtungslager, obwohl das auch für ihn selbst den Tod bedeutete.

Es wird berichtet, dass er einst alleine auf der Straße unterwegs war und den Judenstern an seiner Kleidung nicht trug. Daraufhin stellte ihn ein deutscher SS-Mann zur Rede, warum er denn als Jude keinen Stern trage? Korczak antwortete: „Es gibt irdische und himmlische Gesetze. Ich folge den himmlischen“. Der SS-Mann musste daraufhin von der Antwort so überrascht gewesen sein, dass er Korczak ziehen ließ.

Sternenaugen sind himmlische Augen

So ähnlich wie es Janusz Korczak erging, muss es wohl auch dem Schäfer mit den Sternenaugen ergangen sein, in dem gleichnamigen ungarischen Märchen, was wir anschließend hören werden. Auch er hat sich nicht den unsinnigen Regeln oder Befehlen der Obrigkeit gebeugt und blieb seinem eigenen Weg treu, selbst dann, wenn es unbequem, ja sogar lebensgefährlich wurde. Auch er sah mit seinen Sternenaugen die Wahrheit hinter dem Schein und den äußeren Geschehnissen und ließ sich nicht von materiellen Dingen verblenden.

Wenn so etwas wie „Sternenaugen“ im Märchen vorkommt, dann kann man schon davon ausgehen, dass es hier nicht um Äußerlichkeiten geht, sondern um die Eigenschaft, tiefer, weiter und höher zu blicken, als dies die äußeren Augen vermögen. Selbst wenn unsere äußeren Sinnesorgane großartige Hilfsmittel sind, um die Welt um uns herum zu erfassen und zu genießen, so wissen wir auch, dass dies meist sehr oberflächlich geschieht. „Der sieht nur das, was er sehen will“ tönt es mitunter im Volksmund und wenn man sich selbst gegenüber ehrlich ist, so gibt man dem, was man kennt oder glaubt zu kennen, naturgemäß viel mehr Gewicht. Alles Unbekannte wird meist misstrauisch beäugt, bezweifelt, ignoriert, belächelt, abgetan oder sogar bekämpft.

Die eigenen Sternenaugen öffnen

Wer aber immer mehr seine himmlischen Sternenaugen öffnet und damit durch die Welt wandert, der kann unzählige Hinweise, sinnbildliche Tore und Türen entdecken, dass es eine weitaus größere Welt hinter den äußeren Dingen gibt, die viel mehr über uns selbst und das Geheimnis des Lebens erzählt, als wir gemeinhin glauben. Womöglich kommen wir der Wahrheit so viel näher und können unser Leben immer besser in Liebe und Weisheit führen.

Der Märchen-Podcast

Hören wir nun das ungarische Märchen vom Schäfer mit den Sternenaugen in der Erzählfassung von Rita Maria Fröhle. Klicken Sie dazu einfach auf das Startsymbol des Mediaplayers links und schalten Ihre Lautsprecher ein:

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© 2020 Kleine Betrachtung Karlheinz Schudt. Musik und erzählt von Rita Maria Fröhle.
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

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