Die Prinzessin und der Schweinehirte

Die Prinzessin und der Schweinehirte

Schönheit ist nichts, ohne Wahrheit und Güte. Und wer sein Augenmerk zu sehr auf die Schönheit lenkt, der braucht sich nicht wundern, wenn er immer mehr die Wahrheit und Güte vergisst. So geht es jedenfalls einigen Prinzessinnen im Märchen. Eine davon ist ja gut bekannt. Es ist die jüngste Prinzessin, die so schön war, dass selbst die Sonne, die doch schon so vieles gesehen hatte, sich verwunderte, wenn sie ihr ins Gesicht schien …

Jene hatte mit einem Wesen zu tun, das sie gar nicht mochte, ja sogar ablehnte und verleugnete, obwohl es ihr zum eigenen Glück verhalf. Doch nahezu alles, was man ablehnt oder verleugnet kommt über die „Hintertüre“ wieder zurück. Sie kennen sicherlich das Märchen vom Froschkönig aus der Sammlung der Brüder Grimm.

Die Verwandlung in eine Tiernatur

Aber nicht nur in diesem Märchen, sondern auch in anderen Märchen wird immer wieder von einer Verwandlung in eine Tiernatur gesprochen. Im Grimmschen Märchen vom Sommer- und Wintergarten ist es ein wildes, tierisches Ungeheuer. Im Märchen von Schneeweißchen und Rosenrot ein Bär und im Märchen vom Goldenen Vogel ein Fuchs. Selbstverständlich gibt es noch weitaus mehr Märchen der Welt, in denen insbesonders männliche Wesen in Tiernaturen verwandelt oder verzaubert werden.

Nun geht es selbstverständlich nicht darum, dass ein Mensch äußerlich in ein Tier verwandelt wird, sondern wie überall in den Märchen handelt es sich um Seelenbilder, die meist auf das Wesen oder den Charakter eines Menschen weisen. Und wenn nun ein vormals oft auch königlicher Mensch in ein Tier oder in einen anderen „niederen“ Zustand verwandelt wird, z. B. in einen Schweinehirten, der verzauberte Tiere hütet, dann wird damit ausgedrückt, dass er seine Würde, seine Menschlichkeit, sein Mitgefühl und seine Güte aber auch seine Weisheit und Handlungsfähigkeit wieder neu erringen muss. Und dieses königliche Wesen im Märchen bezieht sich nicht nur auf historische Könige, sondern auf jeden Menschen.

Das königliche Wesen in jedem Menschen

In vielen Märchen ist ihm das aber nicht möglich, es sei denn die weibliche Kraft wird aktiv und erlöst ihn aus diesem verzauberten Zustand durch die Liebe. Dass dies nicht immer einfach und zuweilen auch mit Leid und Schmerz verbunden ist, merken wir im alltäglichen Leben. Wer sieht schon die positive „königliche“ Seite im anderen Menschen, wenn dieser überall nur negativ auffällt oder dargestellt wird? Wer erkennt in einer Lebenskrise die verborgene Chance, um am Ende gestärkter und weisheitsvoller daraus hervorzugehen? Wie schnell und intensiv beschäftigen wir uns mit unseren Schwächen und Untugenden, anstatt uns die individuellen Stärken und Fähigkeiten unseres Wesens bewusst zu machen?

Solange wir so denken und handeln, bleiben wir einseitig und emotional gefangen in unserer Meinung und Vorstellung. Wir brauchen uns dann nicht wundern, wenn gerade die sogenannten negativen Dinge unsere Lebensfreude trüben und viel mehr Energie von uns abziehen, als nötig wäre. Mit der Zeit nehmen sie immer mehr Raum in unserem Denken und Fühlen ein, als uns lieb ist und am Ende sehen und reagieren wir fast nur noch auf sie.

Der Märchen-Podcast

Im Märchen „Die Prinzessin und der Schweinehirte“ hören wir nun vom Autor selbst, wie eine wunderschöne, aber eitle und unglückliche Prinzessin allmählich lernt, aus dem, was sie abgelehnt hat, das Beste zu machen und schließlich ihre Lebensfreude wieder zurück gewinnt. Klicken Sie dazu einfach auf das Startsymbol des Mediaplayers links und schalten Ihre Lautsprecher ein:

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© 2011 Die Prinzessin und der Schweinehirte: Karlheinz Schudt und Verlag Märchenhaft leben e.V.
Weitere Veröffentlichungen dieses Märchens (ISBN 978-3-927154-79-7) in Wort, Schrift und Bild außerhalb dieses Blogs nur mit schriftlicher Genehmigung des Autors oder des Verlags.

© 2020 Kleine Betrachtung, Musik und erzählt von Karlheinz Schudt.
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

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