Lüge und Wahrheit: Das Gerücht

Lüge und Wahrheit: Das Gerücht

Gerade jetzt ist das Thema Lüge oder Wahrheit besonders in der Öffentlichkeit in aller Munde. Man spricht u. a. von „Fake-News“, „Lügenpresse“ oder „Verschwörungstheoretiker“. Selbst der Begriff „Märchen“ wird schon lange als Synonym für „Lüge“ eingesetzt, hat aber in Wahrheit nichts damit zu tun. Denn die Verkleinerungsform „Märchen“ kommt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet „Märe“ = Kunde, Bericht, Nachricht und beschreibt in Wahrheit in Seelenbildern innere Entwicklungsprozesse des Menschen.

Leider wird vieles sehr missbräuchlich verwendet. Gerne versucht man mit bestimmten Begriffen Assoziationen zu wecken, die im Unterbewusstsein Feindbilder entstehen lassen, die man ablehnt, bekämpft oder ins Lächerliche zieht. Aber dabei geht es gar nicht so sehr um den Begriff als solchen, sondern es wird darüber mit viel Unkenntnis, Zynismus, Angst und Wut eine Meinung geschürt, zuweilen auch eine öffentliche geschaffen, die undifferenziert und oft auch höchst emotional eben immer nur eine Seite eines Zustandes zeigt. Eine sachliche Auseinandersetzung, die mehrere (auch unbequeme) Ansichten und Erfahrungswerte zulässt und respektiert, ist dabei nahezu unmöglich.

So schreibt schon Johann Wolfgang von Goethe über die öffentliche Meinung: „Das mächtigste Hirngespinst ist die öffentliche Meinung. Niemand weiß genau, wer sie macht, niemand hat sie je persönlich kennengelernt, aber alle lassen sich von ihr tyrannisieren.“

Nun wäre es ja viel zu einfach, die Schuld für die unbewusste oder bewusste Anwendung solcher manipulativen Mechanismen an die Obrigkeit abzuschieben und uns Menschen als arme Opfer unserer Regierungen, von Funk und Fernsehen, der sozialen Medien, der Werbung oder irgendwelcher Verschwörungstheoretiker zu sehen. Denn schließlich müssten wir uns davon nicht manipulieren oder gar entmündigen lassen, da wir immer noch selbst einen gesunden Menschenverstand und ein äußeres und inneres Wahrnehmungsvermögen haben, die uns helfen könnten, nicht immer wieder auf die Angst oder ein einseitiges Feindbild herein zu fallen und so der Wahrheit einen Schritt näher zu kommen.

Eine Lüge ist bereits dreimal um die Erde gelaufen,
bevor sich die Wahrheit die Schuhe anzieht.
Mark Twain

Und Hand aufs Herz, sind wir denn als Individuum anders? Wie schnell verunglimpfen oder denunzieren wir einen anderen Menschen, den wir nicht so richtig leiden können, der uns nicht ins Konzept passt, den wir nicht verstehen auf den wir eifersüchtig oder gar neidisch sind? In den meisten Fällen kennen wir nicht einmal die persönlichen Lebensumstände dieses Menschen und meinen dennoch, uns ein Gesamturteil über ihn bilden zu können. Und wie schnell sagen wir dann ein falsches Wort, tuscheln womöglich hinter seinem Rücken und legen zuweilen auch ein falsches Zeugnis über ihn ab? Was sich hier wieder im Kleinen abspielt, wie kann das im Großen anders sein?

Der Volksmund sagt, dass die Menschen viel leichter einer Lüge glauben, die sie schon unzählige Male gehört haben, als einer Wahrheit, die ihnen völlig neu ist. Man hat den Eindruck, dass man eine Lüge nur immer wieder und gebetsmühlenartig wiederholen muss, bis sie dann zu einer vermeintlichen Wahrheit wird. Aber immer wieder behauptete Unwahrheiten werden nicht zu Wahrheiten, sondern zu Gewohnheiten mit schrecklichen Konsequenzen. Schließlich ist nichts leichter als Selbstbetrug. Denn was ein Mensch als Wahrheit sehen möchte, hält er auch für wahr und nebenbei bemerkt, immer ist es der andere, der lügt und falsch liegt.

Der Märchen-Podcast

Hören wir nun in der nachfolgenden Weisheitsgeschichte „Lüge und Wahrheit: Das Gerücht“, wie es einer jungen Frau erging, die mit Schrecken erkannte, welche Konsequenzen ihr falsches Zeugnis hatte, welche Rolle dabei Federn spielen und welche Lehren sie daraus hätte ziehen können. Klicken Sie dazu einfach auf das Startsymbol des Mediaplayers links und schalten Ihre Lautsprecher ein:

© 2020 „Lüge und Wahrheit: Das Gerücht“: Karlheinz Schudt und Verlag Märchenhaft leben e.V.
Weitere Veröffentlichungen dieser Geschichte in Wort, Schrift und Bild außerhalb dieses Blogs nur mit schriftlicher Genehmigung des Autors oder des Verlags. Diese Geschichte ist in schriftlicher Form im eBook „Märchen sind Seelenperlen“ erhältlich.

© 2020 Kleine Betrachtung, Musik und erzählt von Karlheinz Schudt.
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

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