Warum hat der Mensch nie das, was er will?

Am Ende des Regebogens ist ein Goldschatz

Am Ende des Regenbogens steht ein Goldschatz. Gehe los und finde ihn – so heißt es jedenfalls im Volksmund. Aber ist das Ende des Regenbogens nicht vielleicht sogar der Anfang? Wozu also suchen? Ein alter Weiser wurde dazu einmal gefragt: „Warum hat der Mensch nie das, was er will?“ Darauf lächelte der Alte und sprach: „Nun, das ist einfach! Wollte der Mensch, was er hat, dann hätte er, was er will. Da er aber niemals will, was er hat, hat er nie, was er will.“

Suche nicht mehr – finde

So kommt es, dass viele Menschen z. B. nach unzähligen Heilslehren, Weltanschauungen oder Religionen streben. Sie schätzen nicht, welchen „Goldschatz“ sie selbst in sich tragen und suchen immer etwas anderes oder jemand anderen in weiter Ferne, das oder der ihnen zeigt, was sie zu tun oder zu lassen haben. So irren sie womöglich ihr Lebtag lang herum und sind nur mit dem Suchen beschäftigt, anstatt endlich voller Vertrauen bei sich selbst anzukommen. Denn nur dort werden sie finden können.

Es ist schon längst nicht mehr dran, sich einer religiösen Lehre oder Heilsversprechung unterzuordnen. Viel wichtiger wäre es, wie diese gelehrten Weisheiten – sofern sie dem Menschen, der Natur und dem Geist zuträglich sind – so inspirieren, dass sich das, was sowieso schon in der Seele des Menschen lebt, erst recht entfalten kann. Jeder Mensch ist eben nur für das empfänglich, was seiner eigenen Natur entspricht und was er seit eh und je bereits in seiner Seele trägt.

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Bei sich selbst ankommen

Selbst wenn eine Lehre oder Weltanschauung noch so plausibel und logisch klingen oder erscheinen mag, so ist das, was die Seele berührt, ein ureigener, individueller und unendlicher Schöpfungsprozess, der nur in jedem Individuum selbst geweckt und gelebt werden kann. Jede Lehre, ganz egal aus welchem Teil dieser Erde sie stammt und ungeachtet jeglicher Terminologie, die sie verwendet, sollte mit großer Vorsicht und Wachsamkeit beobachtet werden, sobald sie verspricht, nur durch sie zur wahren Erfüllung zu gelangen.

Eine Weltanschauung, die NICHT zur wahren Liebe, Freiheit und einfachen natürlichen Weisheit führt oder den Menschen dahingehend inspiriert, entfernt ihn immer weiter von seinem eigenen Weg und er bleibt ein ewig unglücklicher und frustrierter Suchender.

Aber hören wir dazu folgende sinnbildliche Geschichte:

Ein Mann lebte in einer armseligen Hütte am Rande eines kleinen Dorfes und träumte eines Nachts von einem Goldschatz, der in einer großen Stadt unter einer Brücke zu finden wäre. Nun war jener Mann eigentlich kein Träumer, denn sein harter Alltag gab ihm kaum Gelegenheit dazu. Aber da dieser Traum in den folgenden Nächten gleich dreimal wiederkehrte, beschloss er dann doch, diese sonderbare Brücke aufzusuchen.

Es war eine lange Wanderung dorthin in diese in seinem Traum beschriebene Stadt und wie er eines Tages völlig erschöpft dort ankam, standen unzählige Wachposten auf der besagten Brücke. Der Mann traute sich nicht mit seiner Schaufel unter der Brücke nach dem Schatz zu graben, befürchtete er doch, von den Wachposten eingesperrt zu werden. So lungerte er tagelang herum, ging auf und ab und dachte darüber nach, wie er ungesehen an diesen Schatz kommen könnte. Das fiel einem der Wachposten auf und er stellte ihn zur Rede, was er denn hier Tag für Tag herumschleiche und zu suchen hätte.

Unser Mann war eine ehrliche Seele und erzählte dem Wachposten von seinem ungewöhnlichen Traum. Als der Wachposten dies hörte, fing er an so laut zu lachen, dass er sich beinahe nicht mehr halten konnte. „Was bist du doch für ein Dummkopf, der auf einen Traum hört? Auch mir träumte schon seit Tagen von einem Mann, der in einer armseligen Hütte nahe eines Dorfes lebt und unter dessen Fußboden ein gewaltiger Goldschatz vergraben wäre. Auch ich sollte dorthin gehen und graben. Meinst du vielleicht, ich wäre ein solcher Narr um diesem Irrlicht von Traum zu folgen?“

Während der Wachposten ihm dies alles genau beschrieb, bemerkte der Mann sofort, dass es sich bei dieser Hütte in der Nähe eines Dorfes im Traum des Wachpostens um seine eigene Wohnstätte handelte. Überglücklich verneigte sich der Mann bei dem Wachposten, lief so schnell er nur konnte nach Hause und grub seinen ganzen Fußboden um. Es dauerte nicht lange, da fand er den Goldschatz, der ihn Zeit seines Lebens wohlhabend und zufrieden machte.

Nach einem jüdischen Lehrgeschichten-Motiv, neu geschrieben von Karlheinz Schudt.

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

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