Eule und Huhn: Wie schmeckt die Freiheit?

Eule und Huhn. Wie schmeckt die Freiheit

Tiere eignen sich ja immer ganz besonders gut, Untugenden, Schwächen und zuweilen auch Dummheiten des Menschen auf bildliche Weise zu verdeutlichen. Den meisten Tieren tut man dabei ganz schön unrecht. Man missbraucht sie für Vergleiche, die aber in den wenigsten Fällen der wahren Natur des jeweiligen Tierwesens entsprechen, sondern nur vereinzelten charakteristischen Teilaspekten.

Tiere haben sich niemals von ihrem Naturell oder – nennen wir es einmal – der GÖTTLICHEN SCHÖPFUNG getrennt. Nur der Mensch meint aufgrund seiner vermeintlichen Intelligenz bzw. seines Verstandes sich von allem hochmütig abheben zu können und sich als Krönung der Schöpfung zu betrachten. Wie das aber DIE SCHÖPFUNG sehen würde – sofern sie sich überhaupt jemals menschliche Gedanken macht -, ist wohl eine andere Geschichte.

Aber manchmal heiligt der Zweck die Mittel und so hoffe ich, dass mir die Tiere verzeihen werden, wenn ich sie für derartige Vergleiche einsetze. Ein Gutes hat es dennoch. Wenn der Mensch dadurch weisheitsvolle Erkenntnisse und Achtung vor dem Leben gewinnt, dann profitiert nicht nur er selbst davon, sondern auch die ganze Tierwelt.

Tierisch Menschliches, menschlich Tierisches von Eule und Huhn

Wenden wir uns also der anschließenden Geschichte von der Eule und dem Huhn zu. Bei der Eule handelt es sich um ein Tier, das sich oft in den Lüften aufhält. Es behält somit immer den Überblick und ist in den meisten Fällen nachtaktiv. Die Eule ist besonders in der Finsternis ein sehr wachsames, ruhiges Wesen mit scharfen Augen, die ihm Weitblick ermöglichen. Ja selbst in der größten Dunkelheit behält sie ihren Durchblick und hat sogar durch die Beweglichkeit ihres Kopfes einen 270 Grad Rundblick.

Das Huhn jedoch ist mehr am Tage aktiv und schläft in der Nacht. Es ist meist mit der Nahrungssuche beschäftigt und kommt selten zur Ruhe. Kein Wunder, denn Haushühner können bis zu 300 Eier im Jahr legen. Insofern ist es ein sehr produktives Tier, das aber – so scheint es – nur noch Sinn für die Nahrungsaufnahme und die Produktion hat. Man könnte es auch den „Workerholic“ unter den Tieren nennen, der keinen Sinn für andere Dinge im Leben hat.

Nun, die Parallelen zum Menschen sind da nicht weit. Schauen wir uns doch ein wenig um in unserer Gesellschaft. Wieviele Menschen gibt es, die nur noch funktionieren und es allen anderen recht machen wollen? Wieviele Menschen haben einen Beruf, der nur aufgrund der Geldvermehrung, des Geldverdienes oder dem guten Ruf in der Gesellschaft ausgeübt wird, aber keineswegs ihren wahren Träumen und Visionen entspricht, in den seltensten Fällen sogar ihren wahren Fähigkeiten und Eigenschaften?

Früher oder vielleicht auch etwas später kommt die sprichwörtliche „Sackgasse“. Man hat geschufftet und gerackert und was ist der Dank dafür? Selber schuld! Wer rackert und schufftet und Dank erwartet, der hat etwas falsch im Leben gemacht. Er hat sich allmählich ein unsichtbares Gefängnis gebaut, das immer enger wird. Das Selbstmitleid, das Jammern und die Angst u. a. vor dem „Nicht-geliebt-sein“ werden immer größer. Wer aber fast nur noch mit dem Selbstmitleid und der Angst beschäftigt ist, kann nur noch die Gitterstäbe seines eigenen Gefängnisses sehen.

Ändere Deinen Sinn!

Wie gut ist es da, ein Wesen im Sinnbild der Eule in seiner Nähe zu haben, das Eigenschaften wie Überblick, Weitblick, Durchblick und Rundblick gleichzeitig vereint.

… „Beruhige Dich und ändere Deine Blickrichtung.
Nur so kannst Du Dich befreien!“ …

war die weise Empfehlung, welche die Eule dem Huhn offenbarte.

Mit anderen Worten könnte man sagen: Gehe in die Stille und schau dich mit deinen inneren Augen um. Hänge nicht an dem, was du bisher gesehen hast oder glaubst, gesehen zu haben. Öffne dich, weite dich, ändere deinen Sinn und es wird sich das Wesentliche und Wahrhaftige von alleine offenbaren. Wer sich auf diese Weise aus dieser meist jahrelangen Selbsthypnose, dem Jammern und Klagen befreit, der muss sich nicht wundern, wenn plötzlich Fähigkeiten in ihm wach werden, mit denen er scheinbar Unmögliches möglich machen kann.

Der Märchen-Podcast

Ob sich das Huhn diesen weisen Rat der Eule zu Herzen nahm, hören wir in der nun folgenden Weisheitsgeschichte. Um die Betrachtung mit der Geschichte hören zu können, klicken Sie bitte einfach auf das Startsymbol des Mediaplayers links und schalten Ihre Lautsprecher ein:

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© 2007 „Wie schmeckt die Freiheit“: Karlheinz Schudt und Märchenhaft leben e.V.
Weitere Veröffentlichungen dieser Geschichte in Wort, Schrift und Bild außerhalb dieses Blogs nur mit schriftlicher Genehmigung des Autors oder des Verlags. Diese märchenhafte Geschichte ist in schriftlicher Form auch in der Broschüre „Wie schmeckt die Freiheit“ im Märchen-Shop erhältlich.

© 2020 Kleine Betrachtung, Musik und erzählt von Karlheinz Schudt.
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

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