Diesseits und Jenseits, Leben und Tod

Brücke diesseits und jenseits

„Wer nicht stirbt bevor er stirbt, der verdirbt, wenn er stirbt.“ Dieser Spruch kommt von dem deutschen Mystiker Angelus Silesius, mit dem eigentlichen Namen Johann Scheffler, der zwischen 1624 und 1677 lebte und wirkte. Mit dieser Äußerung könnte er zunächst jeden nüchtern denkenden Menschen leicht aus der Fassung bringen. Wie kann jemand sterben, bevor er stirbt? Und was hat sein Tod mit Verderbnis zu tun?

In den meisten Fällen richtet der Mensch sein Augenmerk zu sehr auf das äußere Leben mit all seinen vielen Ablenkungen und dabei übersieht er die tiefen inneren Offenbarungen und Hilfen in jener geheimnisvollen „Anderwelt“. Aber so geheimnisvoll und anders ist diese Welt gar nicht. Nur unsere Ansicht, Gedanken und Meinungen darüber sind das größte Hindernis, das uns jenes Tor in die Anderwelt verschlossen hält.

Pendeln zwischen dem Diesseits und Jenseits

Wir Menschen sollten eher zwischen den Welten pendeln. Das tun wir übrigens jede Nacht ganz natürlich. Bevor wir in die Schlafwelt hineinträumen, müssen wir unsere Augen schließen. Und alles, was uns in der Außenwelt noch ablenken könnte, blenden wir so aus. Der Volksmund sagt übrigens, dass der Schlaf der kleine Bruder des Todes ist. An einen Teil dieser Schlafwelt können wir uns gelegentlich in Form eines Traumes erinnern, vorausgesetzt wir nehmen uns am anderen Morgen etwas Zeit, den Traum oder die Fragmente des Traumes Revue passieren zu lassen. Aus der Schlafforschung weiß man, dass der Mensch in der Nacht bis zu 1,5 Stunden träumt, aufgeteilt in mehrere Abschnitte. Doch wo befindet sich unser Geist oder unsere Seele in der restlichen Zeit während des Schlafes?

Der Moment zwischen den Welten

Wer aufmerksam ist bemerkt, dass gerade die ersten Momente nach dem Aufwachen ganz jung und frisch erlebt werden könnten, noch bevor die Sorgen und Herausforderungen des Tages Einzug in unser Gemüt halten. Dieser Moment zwischen dem Schlaf- und Wachzustand kommt einem Jungbrunnen gleich. Er ermöglicht, dass sowohl Diesseits und Jenseits in unserer Wahrnehmung vorhanden sind und dass beide im Grunde niemals getrennt waren und sind. Nur unsere Vorstellung und Meinung darüber macht uns glauben, dass die jenseitige Welt weit weg ist und nichts mit dem Diesseits zu tun hat.

Märchen als Brücken zum Jenseits

Und doch berichten immer wieder Schilderungen von Menschen mit Nahtoderlebnissen, Kulturen, in denen der Kontakt mit den Ahnen eine große Rolle spielt und nicht zuletzt die Inhalte der Märchen, dass wir Menschen gut daran täten, die jenseitige Welt wieder ohne Angst in unser Bewusstsein und Wahrnehmung aufzunehmen und die großartige Hilfen, die wir daraus schöpfen könnten, rege auch im Diesseits nutzen. Und wer weiß, vielleicht wird durch die bewusste Reise mit unserem Geist zwischen den Welten auch immer mehr unser Körper im Irdischen erfrischt, gestärkt und womöglich verjüngt? Viele Märchenerzähler:innen können davon berichten, wie sich nicht nur im Gesicht ihres Publikums beim Zuhören eine sanfte, verjüngende Wandlung vollzieht, sondern sie selbst verjüngen ihr Gemüt und ihren Körper mit jedem frei erzählten Märchen.

So schrieb auch der Dichter Hermann Hesse in seinem Gedicht „Stufen“:
„ … Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde uns neuen Räumen jung entgegen senden. Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden. Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!“

Der Märchen-Podcast

Wie in der nachfolgenden „Geschichte vom Diesseits und Jenseits“ ist letztendlich die eigene Sichtweise und Einstellung zu jenem unausweichlichen Zustand des Todes entscheidend. Sie kann so dem Leben eine wesentlich erfüllendere und glücklichere Komponente schenken, als die lange Jahre geschürte aber auch selbstgemachte Angst vor dem letztendlich Unvermeidbaren. Und wer weiß, vielleicht ist es doch nicht „Sense“ mit dem Tod, sondern es geht da weiter, wo es aufgehört hat – nur eben anders. Und vielleicht ist nicht so sehr die Frage entscheidend, wie alt ein Mensch wird oder werden kann, sondern was er aus seinem Leben Nützliches für sich und andere gemacht und wie intensiv er es auch im Inneren gelebt hat?

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© 2011 „Leben und Tod“: Karlheinz Schudt und Märchenhaft leben e.V.
Weitere Veröffentlichungen dieser Geschichte in Wort, Schrift und Bild außerhalb dieses Blogs nur mit schriftlicher Genehmigung des Autors oder des Verlags.
Dieses Märchen ist in schriftlicher Form auch im eBook „Märchen sind Seelenperlen“ erhältlich.

© 2020 Kleine Betrachtung und erzählt von Karlheinz Schudt, Musik Rita Maria Fröhle.
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

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