Der kleine Tschou (Chou)

Der kleine Tschou

„Wahrlich, ich sage euch, so ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, werdet ihr nimmermehr in das Reich der Himmel eingehen“ so oder so ähnlich soll es Jesus einst gesagt haben. Auch in den Märchen ziehen meist die Kinder los und bringen Lösungen für festgefahrene Probleme. Ihre Neuerungen sind es, die die Welt schließlich verändern und verbessern. Die Eltern oder die „alten Könige“ sind meist nicht mehr in der Lage, über ihren Tellerrand hinaus zu schauen, das Alte aufzubrechen und sich dem Neuen zuzuwenden.

Nun sind die Märchen ja keine oder nur am Rande historische Schilderungen. Sie drücken in Sinnbildern seelisch-geistige Prozesse aus und weisen auf Prüfungen oder Herausforderungen hin, welche die Seele im Körper des Menschen zu bewältigen hat, um bewusst zu werden und lebendige Erkenntnisse zu gewinnen. An den Kindern jedoch kann man beobachten, dass gerade jenes freudige, spielerische, offene, staunende und im Augenblick lebende Gemüt der Schlüssel wäre, um das Geheimnis des Lebens zu entdecken. Erst dann kann der Verstand diese Erlebnisse kategorisieren, archivieren und abspeichern.

Wie die Kinder zu werden, heißt nicht, wieder ein Kind zu sein!

Leider haben viele Erwachsene verlernt, sich wieder spielerisch und staunend – eben wie ein Kind – dem Leben hinzugeben. Viel zu sehr verlassen wir uns auf das, was unser Verstand aus der Vergangenheit in unzähligen alten Teilaspekten archiviert hat. Wir sind immer weniger bereit, das Leben nicht nur als kleinen Teilaspekt, sondern als sich wandelnde Ganzheit zu erkennen, die uns weitaus mehr Chancen und Möglichkeiten bietet, als wir glauben. Unser Verstand ist voll von diesen unzähligen „toten“ archivierten Gedanken und es scheint, als ob dies noch lange nicht das Ende wäre.

Eine alte Lehrgeschichte, neu geschrieben von Karlheinz Schudt, meint dazu: Einst kam ein junger Mann zu einem alten Weisen und wollte unbedingt neue Erkenntnisse gewinnen über das Geheimnis des Lebens. Der Alte hörte ihm eine Weile ruhig zu und bat ihn schließlich, an einem Tisch Platz zu nehmen. Er verschwand und kam dann mit zwei Tassen und einer Kanne Tee zurück. Eine der beiden Tassen stellte er dem jungen Mann hin und goss daraufhin Tee hinein. Als die Tasse voll war, hörte der Alte aber nicht auf zu gießen und er goss und goss und goss … so dass der heiße Tee über den Rand der Tasse floss, über den Tisch und dem jungen Mann aufs Gewand. Dieser erschrack und rief ganz entrüstet: „Haltet ein, seht Ihr denn nicht, dass die Tasse voll ist?“ „Oh“, entgegnete der Alte, „verzeih, aber so wie die Tasse bist auch Du. Du solltest Dich erst einmal wieder leer machen, bevor Du Neues empfangen kannst.“

Der Märchen-Podcast:

Hören wir nun das chinesische Märchen vom kleinen Tschou. Auch er hatte die Fähigkeit altes, verstaubtes „hinauszufegen“, damit endlich wieder etwas Neues sich offenbaren konnte. Klicken Sie dazu einfach auf das Startsymbol des Mediaplayers links und schalten Ihre Lautsprecher ein:

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© 2020 Kleine Betrachtung, Musik und erzählt von Karlheinz Schudt.
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

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