Praxis & Beruf

Märchen sind keine Lügengeschichten

Das freie Erzählen von Märchen und Geschichten wurde im Jahr 2016 zum immateriellen Kulturerbe durch die UNESCO ernannt. Märchen verbinden sowohl einzelne Menschen, wie auch Kulturen und Religionen. Als beruflicher Märchenerzähler wird man oft gefragt, wie man überhaupt solche grausamen Geschichten erzählen kann.

Doch ist die Welt anders? Braucht nicht der Mensch diese Herausforderungen im Leben, um zu wachsen und Erkenntnis zu gewinnen? Kein Kind käme jemals auf den Gedanken, in einen Brunnen zu springen, um die Frau Holle einmal zu besuchen. Und wenn wir sagen, „da habe ich den Kopf verloren“, weiß auch jeder gleich, dass unser Kopf nicht vom Hals gesprungen ist, sondern dass wir unüberlegt gehandelt haben. So gibt es viele sinnbildliche Umschreibungen in unserem Leben, die auf  innere Prozesse hinweisen.

Märchen (mittelhochdeutsch maere = „Kunde, Bericht, Nachricht“)

Leider ist auch heute noch die gängige Meinung in der Öffentlichkeit, dass Märchen nichts anderes als erfundene und an den Haaren herbeigezogene Lügengeschichten sind. Selbst Menschen, von denen man sich eine gewisse Aufgeschlossenheit diesbezüglich erhofft, fallen immer noch in die Falle der bis heute in der Öffenlichkeit propagierten Meinung „Märchen seien Lügengeschichten“. Dass es sich aber bei den Volksmärchen um einfache Weisheiten aus der ganzen Welt handelt, die sinnbildlich (also in Seelenbildern) Lebensprozesse und Lösungsmöglichkeiten für festgefahrene Probleme schildern und viel mehr unser Herz, als unseren meist überbetonten Verstand ansprechen, wird nahezu völlig ignoriert.

Doch neben den Volksmärchen gibt es ja eine Menge Mythen, Schöpfungsgeschichten, Sagen, Legenden, biblische Geschichten, Erzählungen, Schwänke, Lehrgeschichten, Weisheitsgeschichten, Kunstmärchen, neue Märchen und Geschichten sowie neuzeitliche Fantasy-Literatur. Wie alt die Volksmärchen sind, kann nicht eindeutig festgestellt werden. Die ersten schriftlichen Aufzeichnungen in der Form, wie sie uns heute bekannt sind, fand man im 17. bzw. 18. Jahrhundert. Andere wiederum meinen, dass ihre Wurzeln 4000 bis 6000 Jahre zurück liegen. Wichtige Merkmale der echten Volksmärchen sind, dass sie zeitlich und örtlich nicht begrenzt sind, dass die AutorInnen nicht bekannt sind und ihre Erzählungen immer gut ausgehen. Das wiederum ist z. B. bei Sagen, etc. die meist einen regionalen u. a. auch historischen Bezug haben, nicht oder nur selten der Fall.

Ausbildung zum/r Geschichten- und MärchenerzählerIn

Was würden Sie davon halten, wenn Sie zu fast jeder familiären, privaten oder betrieblichen Festlichkeit, bei der eine kulturelle Einlage gefragt oder angebracht wäre, sagen könnten: „Soll ich Euch einmal ein Märchen erzählen?“ Sie werden staunen, wie offen die Menschen meist für diese kostbare Anregung sind. Und wenn Sie selbst die- oder derjenige sind, der ein solches Märchen frei erzählen kann, dann ist die Überraschung und Freude besonders groß, da es viele Ihrer Bekannten von Ihnen womöglich gar nicht erwartet hätten.

Bringen auch Sie mehr Hoffnung, Urvertrauen und Lebensfreude unter die Menschen!

Wie auch Sie als Geschichten- und MärchenerzählerIn hobbymäßig, neben- oder sogar hauptberuflich mehr Hoffnung, Gewissheit, Urvertrauen und Lebensfreude entdecken und unter die Menschen bringen können, erfahren Sie in der Ausbildung zum(r) Märchen- und GeschichtenerzählerIn.

© Karlheinz Schudt
Märchenerzähler, Autor, Seminarleiter

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